Summer Dreaming
Te amo Darling (14 & 15 )


El Odio

5 Monate waren vergangen und inzwischen war mein Ein und Alles schon im achten Monat. Mir ging es blendend, zumindest verlief die Schwangerschaft ohne Probleme und das stärkte mein Lebenswille. Auch die Ärzte waren positiv überrascht und respektierten mich, weil ich alles tat, damit meinem Baby nichts zu stoß. Selbst, wenn ich selbst, vor allem abends unerträgliche Schmerzen trug. Nur noch ein Monat und ich würde mein Kind endlich in meinen Armen halten können, es riechen und Geschichten erzählen können. Gott, dieses Baby war das kostbarste Geschenk, was mir jemals jemand gegeben hatte. Ramon. Der Mann den ich bis zum bitteren Schluss liebe würde. Alleine ihm hatte ich zu verdanken, dass ich trotz allem so glücklich war, weil ich nicht allein war. Sein Kind begleitete mich schon seit 8 Monaten und das war das erfreulichste Gefühl, dass ich seitdem ich wusste, dass ich bald sterben würde, hatte. Natürlich, war Matthew dafür, dass ich Ramon endlich die Wahrheit sagen solle und kein Recht hätte, ihm das Baby vor zu enthalten, dennoch wollte ich es nicht, weil ich wusste, dass er nun glücklich war. Er hatte eine neue Frau kennengelernt und es wäre nur egoistisch, wenn ich ihm jetzt die Wahrheit sagen würde. Sein Glück war für mich wichtiger als alles andere. Denn jede Nacht träumte ich von seinen Augen, voller Enttäuschung und Wut...
Matthew, mein Vater und seine Familie unterstützten mich, so gut sie konnten. Außerdem hatten wir bereits das Kinderzimmer eingerichtet. Gott, war es süß. Ein kleines Bettchen, Regale voll mit Büchern, Bildern, Spielsachen. Alles befand sich in diesem Zimmer. Oft schlief ich in diesem Zimmer ein, da das Zimmer eine Kraftquelle war. Nicht nur das, sondern auch eine Hoffnungsquelle.
Von Tag zu Tag vermisste ich meine Mutter und Noelle auch immer mehr. Es zerbrach mir das Herz nicht mit ihnen reden zu können, selbst wenn Matthew mir stets das Telefon reichte und meinte, dass ich sie endlich mal anrufen solle.

An einem Tag setzte ich mich mit Matthew ins Wohnzimmer auf die Couch und wir schauten TV. Er streichelte meinen Kopf und gerade als ich die Augen schloss hörte ich in den Nachrichten: „Nächste Woche Samstag kommt der neue Film von Adam Glay raus. In den Hauptrollen die bezaubernde Alize Lily und ihr Freund Ramon Villar, der Sohn des Politikers Carlos Villar. Nun sitzen beide bei mir im Studio. Begrüßen sie herzlich Ramon und Alize.“
Von der einen auf die andere Sekunde öffnete ich die Augen und erblickte ihn. Meine
Augen waren weit aufgerissen und mein Baby trat kräftig gegen mein Bauch, so, als würde es sich freuen, den Vater gesehen zu haben. „Ein Interview“, stellte ich fest, setzte mich vors Fernseher und streichelte Ramons Wange, doch das einzige was ich spürte, war nur die kalte Scheibe. Matthew schaltete sofort den Fernseher aus, kam zu mir, hob mich hoch und brachte mich in mein eigenes Schlafgemach.

Schlaf jetzt!“, befahl er, aber ich konnte nicht. Wie denn auch? Die Aufregung ihn gesehen zu haben, war zu groß. Mein Herz klopfte wie wild und mein Baby trat immer noch. Matthew war mein bester Freund und auch wusste ich, dass er mit mir litt, weswegen er auch nicht wollte, dass ich mir das Interview nicht ansehe.
Wird er Alize heiraten?“, fragte ich Matthew, so, wie ein kleines Kind, das gerade hörte, dass der Vater eine neue Frau hatte.
Weiß ich nicht“, antwortete Matthew ehrlich, küsste mich auf die Stirn, stand auf und lief Richtung Tür, knipste das Licht aus und schloss die Tür zu. Meine Hände wanderten zu meinem Bauch, den ich liebevoll streichelte und mir fest vornahm, zu der Premiere dieses Films zu gehen! In so einer kurzen Zeit, hatten beide einen Blockbuster raus gebracht. Eine Bestleistung.
Die Tage vergingen sehr langsam, doch endlich war Samstag und ich hatte tatsächlich Matthew überreden können, mit mir zu der Premiere von dem Film „Love against Vengeance “ zu gehen. Matthew wollte es nicht, doch als er sah, wie wichtig es mir war, beschloss er mit mit mir hinzufahren und ich freute mich schon die ganze Zeit wie ein kleines Kind. Warum? Weil ich mich freute, dass es dem Vater meines Kindes gut ging. Das er es so weit geschafft hatte, dass er ein maßlos gutes Leben führte. Meine Haare glättete ich und zog mir ein elegantes schwarzes Abendkleid an, aber dennoch bemerkte man mein Bauch. Wie er wohl reagieren würde? Um 19 Uhr fuhren wir ins Kino, Matthew parkte seinen BMW, nahm meine Hand und wir standen nur vor dem Kino. Mein Herz raste und ich hoffte inständig, dass es meinem Baby gefallen würde.

Bist du dir sicher, dass du das möchtest?“, fragte Matthew fürsorglich. Mit einem Nicken gab ich ihm zu erkennen, dass ich es wirklich wollte, also versammelten wir uns neben den zahlreichen Zuschauen und warteten darauf das die Schauspieler ankamen.
Insgesamt kamen vier Limousinen an und aus der dritten stiegen Ramon und Alize aus.
Als ich sah, wie sie sich bei ihm unterhackte, trat mein Baby kräftig gegen mein Bauch, aber anders als das letzte Mal. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass ihm dieser Anblick schadete, also versuchte ich über meine Gedanken, mit meinem Engel zu kommunizieren. Erst nachdem sie Autogramme gegeben und eine kurze Rede gehalten hatten, liefen wir in den Saal rein. Der Film war wirklich sehr faszinierend und berührte in jeder Hinsicht mein Herz. Denn es handelte von einem jungen Mann namens Dan, den Ramon spielte und einer hübschen Frau die Isabella hieß, gespielt von Alize. Sie lernten sich kennen, als er ihr das Leben rettete, für beide war dies Liebe auf den ersten Blick, allerdings erfuhr Dan, dass Isabella die Tochter des Mörders seines Vaters war und aus diesem Grund verließ er sie. Schließlich schloss er sich der Mafia an, somit traf er erst nach einigen Jahren wieder auf sie und da sie sich immer noch liebten, verbrachten sie eine Nacht miteinander, wo Isabella schwanger von ihm wurde. Da Dan das jedoch nicht wusste, verließ er sie erneut nach wenigen Wochen. Und nach ungefähr einem weiteren Jahr brach er mit den Mafiamitgliedern bei ihnen zu Hause ein, um endlich Rache an ihrem Vater nehmen zu können. Er legte Bomben an und in diesem Moment, sah er Isabella, wie sie ihm gegenüberstand. Ihre Blicke trafen sich und erst dann, bemerkte er das sie in ihrem Armen ein Baby trug... sein Baby. Vor Aufregung verlor er Zeit, sodass inzwischen auch die Polizei eintraf, doch bevor es zu spät wurde, drückten seine Komplizen auf den roten Knopf und die Villa explodierte...
Niemand überlebte diesen Vorfall, außer die Mafia und so verloren am Ende beide. Wegen Rache und Ahnungslosigkeit...
Was mich persönlich am meisten traf, war das, was Ramon zum Schluss im Film als Anregung sagte:

„Die Liebe ist etwas kostbares, besonders wenn es die wahre Liebe ist. Man sollte wegen nichts diese Liebe loslassen, selbst wenn dies der Tod bedeutet. Lieber gemeinsam, aber mit einer ehrlichen Liebe sterben, als allein und ungeliebt. Viele denken, dass sie einem ein Gefallen tun, wenn sie etwas vor der Person die sie lieben verbergen, nur um diese Person nicht zu verletzen, aber man sollte nie vergessen das Liebe Vertrauen, Ehrlichkeit und Treue heißt. Von daher: Seid immer ehrlich zu euren Partnern, versucht alles, um euch gegenseitig nicht zu verletzen oder zu verraten. Denn nichts ist schlimmer, als Betrug und unerträglicher Herzschmerz.“
Nach diesen Sätzen kam ein trauriges Liebeslied von Ramon gesungen. Es riss mein Herz in tausend Stücke, die Tränen liefen mir die Wange entlang und ich erkannte, dass ich einen großen Fehler gemacht hatte, als ich ihn verließ.
- Ramon wird mir nie verzeihen... -, und gerade als dieser Gedanke durch meinen Kopf ging, sprachen Alize und Ramon etwas ins Mikrofon und zwar: „Liebe Gäste, als erstes möchten wir euch danken, weil ihr zu der Premiere unseres Film gekommen seid. Wir hoffen natürlich sehr, dass dieser Film Ihnen gefallen hat. Außerdem möchten mein lieber Freund und ich, ihnen heute Abend etwas ankündigen.“ Anschließend ergriff Ramon das Wort: „ In diesen letzten Monaten, wo wir zusammen gelebt haben, hatten wir genug Zeit um uns gegenseitig kennenzulernen und nun kann ich mit stolz sagen, dass Alize meine Traumfrau ist und ich sie liebe. Wir haben viel miteinander erlebt und sowohl gute, als auch schlechte Tage gemeinsam verbracht. Nach langem Überlegen, haben wir uns dazu entschieden, auch den Rest unseres Lebens gemeinsam zu verbringen und somit werden wir nächsten Monat unsere Verlobung feiern. Der genaue Termin wird ihnen bald bekannt sein. Wir würden uns freuen, wenn einige von Ihnen an diesem besonderen Tag, mit unser uns sein könnten.“

Mir blieb mein Atem weg und ich ließ mich zurück auf den Sessel fallen. Der Mann den ich über alles liebte, hatte soeben gestanden, dass er sich verloben würde und seine Traumfrau, die er liebte, gefunden hätte. Was war ich denn dann für ihn?
„Charline steh auf bitte, wir müssen jetzt gehen.“ bat Matthew mich traurig anschauend und meine Hand in seine nehmend. Aber meine Beine wollten nicht.
„Matthew, er wird sie heiraten. Er hat mich vergessen, er wird nie wissen, dass er der Vater meines Kindes ist. Es war eine Lüge, dass er sich nie wieder verlieben würde. Er hat gelogen...“, kam bloß aus meinem Mund raus.
In diesem Moment konnte ich wirklich überhaupt nichts mehr spüren, es war so, als wäre ich bereits tot. Mein Verstand war abgeschaltet und Gefühle hatte ich keine mehr. Ich fühlte nur die Leere. Mit aller Kraft führte Matthew mich aus dem Saal und brachte mich zu sich in die gemütliche und hochmoderne Wohnung, wo ich schon seit fast 5 Monaten mit ihm zusammen wohnte.

Stumm bereitete er mir Kamillentee vor und schaltete alle Lichter aus, bis auf die Stehlampe. Es herrschte eine grauenhafte Stille, ehe ich meinen Kopf vorsichtig zu ihm drehte und ihn offen fragte: „Empfindest du noch etwas für mich?“
„Charline hör auf, du weißt, dass ich dein Betreuer und bester Freund bin.“
„Heirate mich Matthew“
„Vergiss es Charline!“, befahl er energisch und erneut ein Schweigen.
„Ramon hat mich vergessen, er wird heiraten.“
„Ich hab dir gesagt, dass es ein großer Fehler ist, es vor ihm geheim zu halten und glaub mir, wenn du es noch mehr geheimhältst wird es kein zurück mehr geben.“
„Ich werde bald sterben, Matthew“
„Glaub mir mein Engel, ich sehe dich sowieso schon jeden Tag sterben.“, gestand er traurig und ich spürte, dass er mit mir litt.
„Was soll ich machen? Nächsten Monat ist bereits die Verlobung.“
„Keine Ahnung, aber jetzt musst du erst einmal schlafen und Kräfte sammeln.“

Folglich gab er mir einen Kuss auf die Wange und knipste auch die Stehlampe aus. Die Dunkelheit herrschte und ich fühlte, dass ich verloren war. Für diesen Augenblick, wünschte ich mir nichts sehnlicher, als Ramon niemals gekannt zu haben.

Ramons Sicht:

Alize hatte mir in diesen letzten 5 Monaten ein Zuhause gegeben und mir von Tag zu Tag immer mehr gezeigt, wie sehr sie mich liebte, auch wenn sie wusste, dass ich das Gleiche nicht für sie empfand. Doch das Einzige was sie wollte, war meine Nähe und diese gab ich ihr erheblich. Wir kamen zusammen und ich bemerkte langsam auch, dass ich Gefühle für sie entwickelte, denn immerhin war sie für mich da gewesen, als ich alleine war. Die Trennung von Charline hatte ich auch nur durch sie so leicht überwunden. Ich liebte ihr Lachen und ihr Verführungskünste. Sie wusste immer ganz genau, was sie zu tun hatte. Was meine Familie und Freunde betraf, hatte ich mir ein Beispiel an Charline genommen und den Kontakt abgebrochen. Alte Erinnerungen brauchte ich nicht mehr, immerhin hatte ich nun eine ganz neue Zukunft und das mit Alize. Der Film war wirklich besser geworden als ich dachte und das in so einer kurzen Zeit. Nun stand die Verlobung an der ersten Stelle, ob es richtig war, dass wusste ich nicht, dennoch wusste ich, dass ich Alize nur so danken konnte und deswegen akzeptiere ich auch ihren Wunsch, ihr Leben mit mir zu verbringen. Alle Erinnerungen an Charline schienen erloschen zu sein, bis ich sie kurz bevor wir die Verlobung ankündigten gesehen hatte. Das Gefühl sie nach so einer langen Zeit wieder zu sehen und erst Recht in MEINEM Film verwirrte mich. Es war so, als wenn plötzlich alle Erinnerungen wieder wach waren, als wenn ich im Standesamt sitzen und nur noch das Wort „Ja“, sagen, aber plötzlich jemand rein platzen und mich daran hindern würde, dieses so kleine Wort, aber mit so einer großen Bedeutung, auszusprechen. Mein Kopf drehte sich und ich zweifelte langsam an meiner Entscheidung, bis ich ihren Bauch sah. Sie war schwanger. Gott, diese Hure hatte sich von ihrem neuen Stecher schwängern lassen! Die Wut stieg unverzüglich in mir und ich fand es nur noch jämmerlich, dass sie, obwohl sie von diesem Mann schwanger war, zu meinem Film gekommen war. Was fällte ihr ein? Wollte sie zeigen, dass sie auch ohne mich glücklich war?

Es war mir scheiß egal, denn ich brauchte sie nicht mehr und erst Recht nicht, nachdem ich sie in solch einem Zustand gesehen hatte. Sie hatte mir ihre Liebe bloß vorgespielt und obwohl ich der Erste war, war sie von ihm schwanger.
- Unglaublich wie man sich in einem Menschen so irren kann... -

Wir gaben die Verlobung bekannt und ich küsste Alize auf die saften Lippen. Sie hatte mich nie hintergangen und jetzt wusste ich es. Alize war die Richtige für mich! Sie war die Frau, der ich blind vertrauen konnte. Zum Glück hatte sie Charline nicht gesehen, denn ich wollte nicht, dass sie kurz vor unserer Verlobung enttäuscht oder traurig war. Nach der Premiere fuhren wir noch mit einigen Freunden in eine Bar und ich gab Whisky für alle aus.

Schatz, ich liebe dich so sehr.“, gestand Alize und strahlte mich an. Meine Lippen fanden schnell den Weg zu ihren und ich hauchte ihr nur liebevoll ins Ohr: „Du bist die Einzige für mich.“ Natürlich machten diese Worte sie glücklich, denn schließlich hatte ich auch wirklich lange gebraucht, bis ich ihr mein Herz öffnete und so eine Schlampe wie Charline, würde es nicht schaffen, dass ich diese blonde Schönheit neben mir, aufgab.


Charlines Sicht:

Ungefähr zwei Wochen waren nach diesem Tag vergangen. Langsam hatte ich mich mit diesem Gedanken abgefunden und nahm mir vor, glücklich zu sein. Ich lebte noch und bald würde mein Baby auf die Welt kommen. Was gab es schöneres? Gerade als ich die Wohnung putzte, klingelte es an der Tür. Ich schalte den Radio aus, lief an die Tür und öffnete neugierig diese. Als ich sah, wer vor der Tür stand, lief es mir kalt den Rücken runter. Noelle, Adriel und meine Mutter standen vor der Tür. Vor Aufregung stotternd fragte ich: „W- wa-was s-sucht i-ihr d-denn hier?“
Während meine Mutter und Noelle mir sofort um den Hals fielen, bemerkte ich die tödlichen Blicke von Adriel.

„Mein Engel, warum hast du dich nie gemeldet?“, fragte meine Mutter mit glänzenden Augen und ich bemerkte, dass sie kurz davor war, zu weinen. Erst nachdem ich die Drei rein gebeten hatte, erklärte ich das ich mit Matthew glücklich verlobt war und bereits ein Baby von ihm erwartete.

Wie bitte? Und du sagst uns das nicht?“, schimpfte Noelle mit mir und blickte mich geschockt an. „Wie kannst du so etwas bitte für dich behalten?“, fragte sie verletzt weiter und ich zuckte nur mit den Schultern. Was sollte ich ihr denn auch anderes sagen? Das ich eigentlich Ramons Baby im Bauch trug, aber er mit eine andere heiraten würde? Sie äußerten ihre Unmut und ich war dankbar, als Matthew nach einer halben Stunde endlich kam. Er blickte unsere Gäste herzlich an und begrüßte sie gastfreundlich.

Schön, dass ihr kommen konntet.“, sagte er höflich, lief anschließend ins Badezimmer, um sich frisch zu machen, kam wieder, nach eine Flasche Orangensaft mit vier Gläsern und füllte die Gläser auf. Adriel blickte Matthew hasserfüllt an, schüttelte nur skeptisch seinen Kopf, stand auf und verließ die Wohnung.

Habe ich etwas falsches gemacht?“, fragte Matthew vorsichtig und Noelle antwortete: „Du und Charline seid verlobt und du sie erwartet ein Kind von dir. Reicht dieser Grund nicht?“

Wie bitte?“, fragte der angehende Arzt wütend und blickte mich schockiert an.
Sag mal, was erzählst du da eigentlich für eine Scheiße, Charline?“

Meine Augen weiteten sich vor Zorn und ich warf ihm vernichtende Blicke zu. Was dann geschah änderte wirklich alles.
Matthew hatte keine Geduld mehr und verriet: „Noelle, du bist die beste Freundin von Charline und Amy, Sie sind ihre Mutter, vor euch beiden können wir einfach keine Geheimnisse haben.“
„Nein, Matthew sei leise!“ befahl ich ihm etwas lauter, aber er beachtete mich nicht einmal und fuhr fort „Wir sind nicht verlobt und sie ist auch nicht von MIR schwanger.“
Als meine Mutter und Noelle das hörten, waren beide sehr schockiert und wussten nicht was sie sagen sollten.

Ich dagegen stand auf, stellte mich vor das Fenster und wartete ab, was als nächstes geschah.
„Ramon ist der Vater?“, fragte meine Mutter ungläubig. Bingo. 100 Gummipunkte!
„Ja, er ist es. Ich hab Charline nie berührt, er war der Erste und Letzte. Zwar wohnt Charline hier bei mir, aber es ist nie etwas zwischen uns passiert und wird auch nie passieren.“
Noelle fing an zu lachen und fragte spöttisch: „Achso, Ramon wollte einfach die Vaterrolle nicht übernehmen, also hast DU dich einfach so bereit erklärt, seine Stelle einzunehmen, da du sowieso Charline zurück wolltest, sehr praktisch... nicht wahr?“
„Noelle, sei leise! Wäre Matthew nicht gewesen, hätte ich nicht mal, soviel Kraft gehabt, bis heute zu kämpfen!“, schrie ich meine beste Freundin und blickte Matthew entschuldigend an.

„Charline, ich weiß ja nicht, was dieser Kerl dir gegeben hat, aber ganz egal was es auch ist... er hat dich verzaubert! Du würdest dich doch niemals freiwillig von Ramon trennen! Außerdem hättest du mit uns keinen Kontakt abgebrochen!“, erwiderte Noelle streng und lief nun auf Charline zu. Bevor ich auch ein Wort sagen konnte, ergriff Matthew das Wort: „Noelle, Charline braucht euch alle jetzt erst Recht und vor allem Ramon... weil.“
„Weil was?“, fragte meine Mutter nervös weiter.
„Charline willst du es sagen oder soll ich?“

Das Ganze wurde mir einfach zu viel also fing ich an zu beichten:
„Ich wollte es euch nicht sagen und euch auch nicht sehen, ich wollte aus eurem Leben verschwinden genauso wie aus dem von Ramon und hätte sich Matthew nicht eingemischt, hätte ich euch auch nie wieder gesehen.“
„Was soll das heißen?“, schrie Noelle wütend.
„Noelle hör auf zu schreien... beruhig dich und setz dich hin!“, befahl ich deprimiert, zum Glück tat sie das und ich setzte mich ihnen gegenüber.

Was ist los, Charline?“, fragte nun meine Mutter. Erst nachdem ich Matthew einen bittenden Blick zuwarf und er sich hinter mich stellte, gestand ich kaum hörbar: „Es wurde ein bösartiger Tumor festgestellt. Ich werde bald sterben...“
Als ich es endlich sagte, erkannte ich wie beide bleich wurden. Meine Mutter fing vor Schock an zu weinen und Noelle, legte ihre Hand auf ihren Mund und blickte mich schockiert an. Eine Weile herrschte unerträgliche Stille, bis Noelle wütend fragte:
„Verdammt, wie konntest du so etwas vor uns geheim halten? Warum hast du nie etwas gesagt?“
„Aus dem selben Grund, warum ich Ramon gehen lassen habe. Ich kann es einfach nicht ertragen, wenn es Menschen wegen mir schlecht geht, so wie jetzt... genau das wollte ich vermeiden.“
Meine Mutter stand auf, lief auf mich zu und nahm mich so fest sie konnte in den Arm und teilte mir deprimiert mit: „Du bist meine einzige Tochter, du bist das Beste was mir passiert ist und glaub mir, ich werde bis zum Schluss an deiner Seite stehen und für dich kämpfen. Dir so gut ich kann helfen und alles dafür tun, dass Ramon sein Baby kennenlernt.“
„Nein Mama, dass wirst du nicht. Sein Glück werde ich ihm nicht zerstören.“
„Bitte behaltet es für euch, für Charline ist das sogar ein großer Schritt.“, mischte sich Matthew ein und legte sein Arm um mein Schulter.
„Ich werde mit Adriel darüber reden, er soll seinem Freund, diesem Ramon sagen, dass er diese Olle verlassen und zur seinem Kind stehen soll.“
Noelle brachte mich jedesmal zum Lachen und sogar in dieser Situation. Doch gleich danach, brach auch sie in Tränen aus, nahm mich in ihre Arme und versprach: „Ich werde alles tun, damit es dir gut geht. Versprochen, erst wenn ich sehe, dass du kraftlos bist, wird Ramon der Erste sein, der zu dir angerannt kommt und zu dir steht. Selbst wenn ihr jetzt getrennt seid, wird Gott euch irgendwann wieder zur einander führen. Aber glaub mir, wenn du es noch länger für dich behältst, wird dein Baby ohne Vater aufwachen. Willst du das? Ramon wird dich abgöttisch hassen...“
Noelles Worte berührten mich. Sie hatte Recht und dennoch stand ich zu meiner Entscheidung: „Er liebt Alize wirklich und ich habe kein Recht, ihm sein Glück zu zerstören. Eines Tages wird sie ihm Kinder schenken und dann kommt es auf mein Baby auch nicht an. Wenn er jetzt wissen würde, dass ich von ihm schwanger bin, würde er Alize stehen lassen und dabei hat sie ihn in diesen letzten Monaten gestärkt und ihm dabei geholfen, mich zu vergessen. Ich will nicht, dass alles umsonst ist!“


Nach diesem Gespräch, ging es mir eindeutig besser, trotzdem ging ich ins Schlafzimmer, um mich auszuruhen und ich war mir sicher, dass in dieser Zeit Matthew alle Fragen klären und Beide einigermaßen wieder beruhigen würde.
In den nächsten Tagen ging ich mit meiner Mutter und Noelle für meinen kleinen Engel weitere Kleidung kaufen, da ich nicht wusste, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, kauften wir sowohl weibliche als auch männliche Kleidungsstücke. Es machte wirklich sehr viel Spaß und für einen Moment, vergaß ich meine Krankheit und träumte davon, wie ich mein Engel großziehen würde. Noelle kaufte sogar ein englisches und spanisches Namensbuch, da sie mir unbedingt bei der Namensauswahl behilflich sein wollte. Als wir nach 5 Stunden wieder in der Wohnung ankamen, hingen wir alle neugekauften Kleidungsstücke in den Schrank und Noelle zog mich ins Wohnzimmer, auf die Couch, bat meine Mutter um die Namensbücher und klappte die Bücher auf.

Gott, ich bin so aufgeregt.“, gestand Noelle lachend und streichelte meinen Bauch.

Du bist gerade echt motiviert.“, stellte ich ebenfalls lachend fest und sie fragte mit einem zufriedenen Blick: „Wünschst du dir eigentlich eine Tochter oder einen Sohn?“
„Ich weiß es nicht, Hauptsache soll es gesund sein und ein glückliches Leben führen.“, antwortete ich ehrlich und lehnte mein Kopf an Noelles Schulter. Natürlich war sie von meinen Worten gerührt, aber sie schluckte ihre Trauer runter und meinte leise:
„Ramon wäre sicher ein guter Vater.“ Ja, das wäre er wirklich. Ramon würde nicht diesen Fehler machen, den sein Vater gemacht hatte. Er würde alles tun, damit es seinem Nachwuchs an nichts fehlt.

„Ich weiß, Noelle und ich weiß, dass er sowieso, wenn er wüsste, dass er Vater wird, mich nie alleine lassen würde. Aber was soll ich machen? Er wird heiraten...“
„Denk doch mal an euer Kind, wenn du nicht da bist und der Vater auch nicht, was für ein sinnloses und trauriges Leben wird es dann führen?“, fragte Noelle ernst und küsste meinen Bauch. „Ich liebe es jetzt schon und dabei werde ich nur die Tante sein. Ramon hat ein Recht darauf, es zu erfahren und das weißt du auch selbst!!“
„Du hast Recht, ich hab auch oft genug daran gedacht.“
„Sag es ihm endlich.“ schoss aus ihrem Mund.

„Wie denn? Soll ich hin gehen und sagen „Ramon ich weiß in diesem Monat ist zwar deine Verlobung, aber hey du wirst Vater.“?“, fragte ich ironisch und seufzte. Dachte sie, dass es wirklich so einfach werden würde?
„Charline, du musst es ihm sagen bitte.“, flehte Noelle und beäugte mich mitfühlend. Ich legte meine Arme auf den Tisch, mein Kopf auf meine Arme und schüttelte meinen Kopf. Eine Weile war Stille und ich hörte nur, wie Noelle in einem Buch rumblätterte, bis sie aufrichtig meinte: „Wusstest du, dass Ramon eigentlich der Kalte, der Herrscher, aber auch der Beschützer heißt? Und ich bin mir sicher, er würde sein Kind beschützen.“

Während ich immer noch in dieser Position saß, erwiderte ich:
„Würde er auch, das habe ich keine Sekunde bezweifelt.“
„Hast du dir eigentlich schon Namen überlegt?“, wollte nun Noelle neugierig wissen.
„Ja, wenn es ein Mädchen wird, wird sie Antonia Stacie heißen.“ sagte ich stolz, denn Ramons Mutter hieß Antonia und das wusste auch Noelle, denn sofort lächelte sie glücklich und meinte: „Ramon, wird sich darüber sehr freuen.“
„Und wenn es ein Junge wird, wird er Armando Steven heißen, weil Pitbull Armando heißt und Ramons Lieblingsänger ist.“
„Es ist unglaublich, wie sehr du ihn liebst und sogar bei der Namensauswahl auf seine Wünsche eingehst. Aber das eigentliche und zwar der Nachname Villar wird fehlen, wenn du es ihm nicht bald sagst. Wenn ich dich so sehe, dann danke ich Gott wirklich sehr, dass zwischen Adriel und mir alles so gut läuft und er immer für mich da ist. Mich so sehr liebt und es mir jeden Tag beweist. Charline ich bin so glücklich das ich ihn habe und ohne ihn könnte ich einfach nicht leben, deswegen wundert es mich, wie du es seit 9 Monaten aushältst.“
„Was einen nicht umbringt, macht einen nur stärker...“ sagte ich nachdenklich.


Unerwartet klingelte die Tür und somit stand ich auf, um sie zu öffnen, doch gleich danach bereute ich es wieder, denn Adriel und Ramon waren gekommen...
Diese kalten Blicke von den Beiden schmerzten zutiefst. Dabei würde ich ihm so gerne endlich die Wahrheit sagen, aber ich schaffte es eben nicht und wollte ihn nicht von Alize trennen. - Gott, siehst du, wie du mich mit dieser schwierigen Aufgabe, überforderst? -, fragte mein Verstand unseren Herren. Dennoch bat ich beide rein, Noelle stand überrascht auf, begrüßte erst ihren Freund und anschließend umarmte sie Ramon fest und beide führten einen Smalltalk, ehe sie sorglos ausplauderte:
„Wenn es ein Mädchen wird, wird sie Antonia Stacie heißen.“
Als Ramon diesen Namen hörte, schaute er mich furchteinflössend an und sagte gereizt: „Wage es nicht, den Namen meiner Mutter deinem elenden Kind zu geben, du Hure!.“
„Und du, wage es nicht, ein unschuldiges Wesen zu beleidigen!“, schrie ich so laut ich konnte. Er dagegen hielt meine Schulter fest, schaute mir tief in die Augen und schrie zurück: „Ich wünsche deinem Kind nichts schlimmes. Du hast Recht, es sollte unschuldig sein, aber ich frag mich ernsthaft, was für eine Sünde er begangen hat, dass er so eine Mutter wie dich bekommt.“, und ließ mich danach auch sofort los und drehte sich Richtung Tür.

Natürlich ließ ich ihn gehen, was sollte ich auch machen? Immerhin stimmte es, was er gesagt hatte, zumindest von seiner Perspektive aus. Denn woher sollte er wissen, dass er der Einzige für mich war und der Vater meines Kindes werden würde?
Mit schnellen Schritten lief ich ins Schlafzimmer, warf mich auf das Bett und fing an, mir die Seele aus dem Leib zu weinen, denn sein Hass zu spüren, machte mich krank!


So close to the true

Ramons Sicht:

Wütend stieg ich in mein Wagen ein und ohne mich anzuschnallen, startete ich den Motor und fuhr los. Ich wollte nur noch weg, einfach alleine sein und von meinen Problemen flüchten. Es war nicht richtig von mir, Charline so anzugreifen, aber das was Noelle mir in diesem Moment mitgeteilt hatte, traf mich mitten ins Herz. Wieso um Gottes Willen wollte Charline unbedingt diesem Kind, den Namen meiner Mutter geben? Das Kind eines anderen Mannes mit dem Namen meiner wundervollen Mutter... verdammt allein die Vorstellung ließ mich vor Zorn glühen. Wieso hatte ich mich auch von Adriel dazu überreden lassen, mit zu fahren?
So viele Fragen und keine einzige Antwort. Gerade als ich anhielt, um etwas frische Luft zu schnappen, klingelte mein Handy. Eigentlich war mir nicht danach mit jemanden zu sprechen, aber dennoch ging ich dran.


„Ramon Villar, Hola?“
„Hallo Schatz, mein Handy hat eben den Geist aufgegeben und deswegen konnte ich dich nicht mit meinem anrufen, aber du... lade doch mal Adriel und seine Freundin für Samstagabend ein.“
„Wieso?“
„Damit ich die Beiden auch mal endlich kennenlerne.“, antwortete Alize mit einer eindeutig guten Laune. Es war verständlich das sie meine Gäste aus Spanien endlich mal treffen wollte, aber um ehrlich zu sein... mir fehlte die Lust.
„In Ordnung. Ich rufe ihn gleich an und teile ihm deine Einladung mit, okay?“, brachte ich entgegen und legte auf.
Alize war wirklich eine tolle Frau, dennoch kamen die Gefühle für Charline jedes Mal wieder hoch, selbst jetzt, wo ich wusste, dass sie von einem anderen Mann schwanger war.
Wie sehr ich auch versuchte, gegen diese Gefühle anzukämpfen, spürte ich, dass mein Herz sich nur nach ihr sehnte.

Ich steckte mein Handy wieder in die Hosentasche ein und lief die Themse entlang. Das Wetter war ziemlich kühl für diese Jahreszeit, aber dennoch empfand ich es als angenehm und versuchte endlich meine Gedanken bezüglich Charline zu verdrängen. Es würde doch sowieso nichts ändern! Nachdem ich bereits circa eine halbe Stunde gelaufen war, griff ich nachdenklich nach der Zigarettenpackung, die sich ebenfalls in meiner Hosentasche befand und nahm mir eine Zigarre raus. Mein Feuerzeug befand sich in meiner Jackentasche. Kurz blickte ich hoch zu den Sternen und seufzte. Warum war das Leben auch nur so kompliziert? Mit diesen Gedanken zündete ich mir die Zigarre an und zog kräftig daran.


Charlines Sicht:

„Charline, bitte mach die Tür auf, es tut mir so leid.“, rief Noelle durch die Tür hindurch, obwohl es nicht ihre Schuld war. Ramon hätte es sowieso früher oder später erfahren, dass die Kleine Antonia heißen würde, deswegen war es mir sogar passend, dass er es jetzt schon erfahren hatte.
Ungefähr fünf Minuten lang klopfte Noelle an meiner Tür, bis ich endlich aufstand und ihr diese öffnete.

„Charline, jetzt musst du es ihm endlich sagen! Du kannst ihn nicht länger anlügen.“, erklärte sie mir und zog mich fest in ihre Arme. Erst in diesem Moment entdeckte ich Adriel der unmittelbar in unserer Nähe stand und misstrauisch fragte: „Was soll das heißen?“
Noelle schaute mich fragend an, bis ich ihr mit einem Nicken die Erlaubnis dazu gab, ihn aufzuklären. Sie löste sich von mir, griff nach Adriels Hand und führte ihn ins Wohnzimmer, wo beide auf der Couch Platz nahmen und sie ihm tief in die Augen schaute.

Adriel erwiderte die Blicke nur kritisch und forderte sie autoritär auf: „Erzähl mir endlich, was sich hier abspielt!“

Kurz war Stille. Noelle atmete tief ein und aus, blickte mich vorsichtig an, anschließend wieder zu Adriel, legte ihre Hand auf seine Wange und gestand: „Charline ist nicht von Matthew schwanger, sondern von... Ramon.“
Adriel stand sofort auf und ging ungläubig durch seine pechschwarzen Haare. „Soll das ein Scherz sein?“, fragte er seine Freundin und warf mir einen tödlichen Blick zu. Oh ja, er war auf 180. Augenblicklich stand Noelle ebenfalls auf, umarmte ihn und bat: „Baby, bitte beruhig dich.“

Ich soll mich beruhigen, obwohl ihr hier so eine Scheiße durchzieht? Verdammt... ist euch überhaupt bewusst, wie ihr Ramon hintergeht? Alter, Ramon wird ausrasten wenn er das erfährt!“

Dann lief er auf mich zu, drückte mich gegen die Wand und fragte zur Sicherheit: „Ist das wirklich so? Bist du wirklich von Ramon schwanger?“
Ohne zu zögern nickte ich und schon spürte ich seine Hand auf meiner Wange. Er hatte mir eine Ohrfeige verpasst, sodass mein Gesicht zur Seite wich und schrie: „Wie kannst du so etwas wichtiges vor ihm geheim halten? Wann hattest du vor es ihm zu sagen, ha?“

Als er so mit mir umging, hielt Noelle Adriels Arm fest, drehte ihn zu sich und rechtfertigte mein handeln: „Charline ist krank! Außerdem wollte sie Ramons Glück mit dieser Barbie Puppe nicht gefährden!“
Das schien Adriel jedoch nicht zu interessieren, denn er schrie immer noch vor Wut außer sich: „Nur wegen dir ist er nach England geflogen! Nur weil du ihn abweist wird er Alize heiraten!“
„Adriel es reicht, du tust ihr weh, lass sie endlich los!“, hörte ich plötzlich meine Mutter befehlen und suchte sie mit meinen Augen, ehe ich sie vor dem Eingang der Küche stehen sah.

„Sie tut sich selbst schon genug weh, merkt ihr das denn nicht?“, fragte Adriel, lief in den Flur und wenig später hörten wir die Haustür zu fallen. Mein Herz schmerzte fürchterlich, weswegen ich mich die Wand runtergleiten ließ und einfach los weinte. Sowohl meine Mutter, als auch Noelle umarmten mich fest und versuchen mich zu beruhigen, aber wozu? War es nicht meine Schuld, dass alles so eskalierte? Das Ramon heiraten würde und mich verabscheute? Langsam zweifelte ich tatsächlich an meiner Entscheidung. Ich war erschöpft vom Leben und wollte nur noch den endlosen Schlaf genießen, auch wenn das sehr egoistisch war. Vorsichtig wurde ich aufgehoben und ins Schlafzimmer gebracht, wo ich meine Augen schloss und einschlief. Soviel war passiert und genau, weil ich das hindern wollte, hatte ich den Kontakt zu all diesen Personen vermieden.


Ramons Sicht:

Die nächste Tage verbrachte ich in einem Hotelzimmer und hatte auch inzwischen kein Akku mehr, weswegen man mich nicht erreichen konnte. Aber um ehrlich zu sein, genoss ich die Ruhe, immerhin hatte ich so genug Zeit gefunden, um über alles nachzudenken. Vielleicht war Charline wirklich nicht für mich erschaffen worden... ich musste diese Tatsache einfach akzeptieren und mir meine Zukunft endgültig mit Alize vorstellen und planen.

Die Sonne stand schon im höchsten Punkt, weswegen ich davon ausging, dass wir bereits 12 Uhr vormittags hatten. Bevor ich auscheckte, sprang ich nochmal unter die Dusche, zog mir meine Kleidung an, frühstückte noch eine Kleinigkeit unten im Restaurant und checkte aus.

Besuchen Sie uns doch bitte bald wieder, Mr Villar“, ertönte die freundliche Stimme der Frau an der Rezeption.

Mit einem Lächeln nickte ich ihr zu und verließ das 4 Sterne Hotel.

Als nächstes setzte ich mich ans Steuer und fuhr in die Villa, wo Alize und ich schon seit Monaten wohnten. Gelangweilt stieg ich aus, schloss die Tür auf und schon begrüßte mich unser Hausmädchen.

Endlich sind Sie wieder da, Mr Villar. Sie wurden bereits erwartet, allerdings ist Miss Mounter außer Haus.“, meinte das Hausmädchen und lächelte freundlich.

Wann wird sie wieder da sein?“, fragte ich neugierig, zog meine Jacke und Schuhe aus und lief ins Wohnzimmer. Während sie nach einer passenden Antwort suchte, lief sie mir nach.

Wahrscheinlich gegen 16 Uhr, aber Sie können sie jederzeit auf ihrem Handy erreichen.“

Danke“, erwiderte ich abwesend und betrat mein Arbeitszimmer, setzte mich an mein Laptop, schnappte mir das Haustelefon und rief

meine Sekretärin an, damit sie für zwei Wochen das exclusive Strandhaus in Barcelona für Alize und mich reservierte. Allein Barcelona, der Ort, wo ich meine schönste Zeit verbracht hatte, würde mir im Augenblick gut tun. Vor allem könnte ich mich vielleicht dort, in meiner eigentlichen Heimatstadt endlich in Alize verlieben.
„Herr Villar, wann haben Sie vor zu kommen?“, forschte meine zuverlässige Sekretärin nach.
„Bereits in wenigen Tagen.“, antwortete ich ehrlich und checkte zwischenzeitlich meine neuen E-Mails ab.
„Gut, dann werden wir das geeignetste Haus für sie finden und buchen.“
„Vergessen Sie die Flugtickets nicht.“
„Natürlich nicht. Ich melde mich, sobald ich alle Formalitäten erledigt habe.“
„Vielen Dank.“, erwiderte ich höflich und nach ihrem letzten Satz:
„Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen noch.“, legte ich auf.

Die Zeit verging immer schneller und inzwischen hatte ich über 20 Geschäftsmails beantwortet. Nachdem auch dies erledigt war, stand ich auf, nahm mein Mobilephone raus und steckte es an den Akku, schaltete es ein und ungefähr eine Minute später bekam ich zahlreiche Benachrichtigungen. Mehr als die Hälfte war von Adriel, also setzte ich mich wieder auf mein Drehstuhl und wählte seine Nummer. Was er wohl wollte?
Insgesamt vier Mal läutete es, ehe er völlig aufgeregt dran ging und fragte: „Ramon man, wo warst du?“
„Hallo Adriel. Hab erst jetzt gesehen, dass du angerufen hast. Tut mir Leid. Was gibt es denn?“
„Ich habe dich vermisst, Ramon.“
„Sehr schön. Komm heute Abend doch mit Noelle zusammen zu uns. Alize wollte euch sowieso schon kennen lernen. Die genaue Adresse schicke ich dir dann per SMS“

Einige Augenblicke schwieg er und atmete tief ein und aus.

Was ist los?“, forschte ich interessiert und wartete auf eine ehrliche Antwort, doch bekam nur ein: „Nichts... bis heute Abend. Ciao.“

Schon hatte er aufgelegt und um meiner zukünftigen Frau Bescheid zu geben, rief ich sie an und hatte Glück, sie sofort zu erreichen.

Eine Stunde später kam sie auch schon an, begrüßte mich mit einer leidenschaftlichen Umarmung und verriet fröhlich grinsend: „Ich werde jetzt mit Ann kochen, du kannst dich ja um deine geschäftlichen Probleme kümmern.“


Charlines Sicht:

Die nächsten drei Tagen waren wirklich sehr eintönig verlaufen und auch sprach keiner mehr über dieses unlösliche Problem, was mich wirklich zufrieden stimmte. Heute war Samstag, Noelle und ich setzten uns vor den TV und schauten gemeinsam einige DVDs. Früher hatten wir es uns so immer gemütlich gemacht, wenn wir nichts zutun hatten. Doch plötzlich hörten wir Adriels Handy klingeln und als er dran ging und diesen Namen sprach, lief es mir eiskalt den Rücken runter. Noelle stand auf und stellte sich zu ihm, allerdings bemerkte ich an ihrer Mimik, dass sie kein Wort verstand, weswegen sie umso überraschter wirkte, als Adriel auflegte, sie auf die Lippen küsste und mitteilte:
„Ramon hat uns heute Abend zu Alize eingeladen. Abendessen.“
„Warum?“, fragte Noelle sofort neugierig.
„Sie würde uns kennenlernen wollen.“, antwortete dieser und schlang seine Arme um seine atemberaubende Freundin.
Noelle nickte stumm, löste sich von ihm und lief wieder auf mich zu, wobei sie gereizt zu verstehen gab: „Sie ist die Letzte, der ich begegnen will.“

Das bewunderte ich an meiner besten Freundin. Ihre Treue mir gegenüber war wirklich grenzenlos und somit vermiet sie Alize jetzt schon, obwohl sie sich noch gar nicht kannten. Aber es störte mich dennoch, denn diese Frau hatte es geschafft Ramon glücklich zu machen und es wäre nur fair, wenn Noelle ihr eine Chance geben würde. Also stupste ich sie an und bat: „Bitte, gib ihr eine Chance.“

Wieso sollte ich?“

Weil sie nichts für all das Ganze kann und wenn es sie nicht geben würde, wäre aus Ramon sicher ein seelisches Wrack geworden.“, erklärte ich ehrlich und stand auf, um Popcorn zuzubereiten.

Die Stunden vergingen wirklich sehr schnell und ehe ich mich versah, hatten wir schon Abend. Man merkte Noelle an, dass sie eindeutig gegen dieses Abendessen war, aber mir zu Liebe, hatte sie sich dennoch ein hübsches rotes Kleid angezogen und ihre Haare zu einem Dutt gebunden.

Du siehst toll aus“, vermerkte ich grinsend und küsste sie auf die Wange.

Ich hab so ein schlechtes Gewissen dir gegenüber. Bist du dir sicher, dass ich gehen soll?“, fragte sie und ich bejahte lachend:

Schatz, meine Mutter ist da und gleich wird Matthew nach Hause kommen, also mach dir nicht unnötigen Stress.“

Mit diesen Worten betrat auch schon Adriel das Gästezimmer und pfiff, als er Noelle sah.

Meine engelsgleiche Freundin.“, meinte er zwinkernd und umarmte sie liebevoll. Es tat wirklich gut, beide in dieser Position zu sehen und ich gönnte es ihnen aus tiefstem Herzen.

Dann blieben jedoch Adriels Augen bei mir hängen und er seufzte.

Adriel, wirst du es ihm sagen?“, fragte ich, während ich seine Blicke erwiderte.
„Nein Charline, keine Angst. Es wäre falsch, wenn ich es ihm sagen würde.
Du musst es ihm schon persönlich sagen.“, antwortete er ehrenvoll, dann zwang er sich zu einem Lächeln und nicht mal eine halbe Stunde später, verabschiedeten sie sich von mir und meiner Mutter und verließen die Wohnung.

Gleich als ich mich umdrehte, fiel mir eine Träne runter, die meine Mutter natürlich bemerkt hatte, mich in ihre Arme zog und auf die Stirn küsste.

Dich weinen zu sehen, zerbricht mir das Herz, meine Süße.“, gestand sie und lief mit mir zusammen ins Schlafzimmer, damit ich schlafen sollte. Wie der Abend wohl verlaufen würde?

Ramons Sicht:

Kurz vor acht Uhr klingelte es bereits an der Tür. Alize gab mir schnell noch einen Kuss, bevor sie die Tür öffnete und sowohl Adriel als auch Noelle gastfreundlich herein bat. Beide waren formell gekleidet und präsentierten sich von ihrer besten Seite.
Ungefähr eine halbe Stunde später wurde unser Abendessen herein getragen und mit einem Anstoß unserer Champagner Gläser, begangen wir zu Essen. Es gab leckeres chinesisches Essen und Alize spielte die perfekte Gastgeberin.
„Fehlt etwas? Wollt ihr noch etwas haben?“, fragte sie zuvorkommend und lächelnd antwortete Adriel:
„Vielen Dank, aber das ist schon mehr als genug.“
Alize lächelte zurück, griff nach meiner Hand und gestand:
„Du hast wirklich zwei liebe Menschen als Freunde.“
Jedoch ging ich nicht auf dieses Kompliment ein. Außerdem bemerkte ich, dass Noelle Alize gegenüber kritisch blickte und dies reizte mich nur, weil sie meine Gedanken an Charline lenkte. Dabei stand meine Entscheidung fest. Charline = Vergangenheit und Alize = Zukunft.

Alize, willst du eigentlich Kinder?“, hörte ich Noelle ernst fragen und hob nur ein Augenbraue in die Höhe. Was sollte das denn jetzt?

Auch Alize schien etwas perplex zu sein, doch antwortete freundlich: „Wenn Gott das so will, wieso nicht?“

Diese Frau schaffte es immer wieder mich stolz zu machen und um ihr das zu zeigen, beugte ich mich zu ihr und küsste sie kurz auf die Wange. „Ich sehe es genau so.“

Und ihr seid euch beide wirklich sicher, dass ihr mit jeweils dem anderen den richtigen Partner an eurer Seite habt?“, bohrte sie weiter nach und ich seufzte genervt.

Was versuchst du zu erreichen, Noelle?“, fragte ich zurück und warf ihr einen bösen Blick zu, der ihre Worte regelrecht in ihrem Mund erstickte.

Nachdem wir mit der Vor- und Hauptspeise fertig waren, griff ich nach Alize Hand und lächelte sie gefühlvoll an.

Alize…“
Mit großen Augen schaute sie in meine und wartete, wie Adriel und Noelle, gespannt darauf, dass ich weiter sprach. Was ich auch nach einigen Sekunden tat.
„Du bist so eine gute, gebildete, liebe und hübsche Frau, dass ich Angst davor habe, dich zu verletzen, weil ich deine Liebe nicht verdiene...“

„Was sagst du da? Du weißt, dass das nicht stimmt.“, unterbrach sie mich von Trauer erfüllt.
Ich dagegen, strich ihr bloß eine Haarsträhne hinters Ohr und fuhr fort: „Du hast in diesen letzten Monaten alles dafür getan, mich glücklich zu machen. Die Momente mit dir werde ich niemals vergessen, genauso wenig wie dich und wärst du nicht gewesen, hätte ich wohl möglich meine Lebensfreude verloren. Doch du hast mir die Kraft gegeben weiter zu kämpfen und nicht zurückzuschauen. Du hast nie etwas getan, was mich verletzt hat und ich danke Gott für jeden Augenblick mit dir.“

In ihrem fehlerlosen Gesicht spiegelte sich Entsetzen und Hoffnungslosigkeit wieder, doch ich küsste sie auf die Lippen und gestand: „Um dir für all deine Bemühungen zu danken, habe ich vor, in wenigen Tagen mit dir zusammen für zwei Wochen nach Barcelona zu verreisen.“

Als sie diese Worte realisierte, veränderte sich ihr Gesichtsausdruck, sie schlang die Arme fest um mich und hauchte mir ins Ohr: „Schatz, du bist so gemein. Ich dachte schon, dass du dich von mir trennen willst. Oh Gott, du weißt gar nicht wie glücklich ich jetzt gerade bin und natürlich, will ich mit dir zusammen nach Barcelona fliegen.“

Unfassbar aber umso mehr sich Alize freute, umso mehr schien Noelle am Boden zerstört zu sein.

Moment mal. Moment, du meinst das Ganze jetzt aber nicht ernst, oder?“ , fragte Noelle schockiert.
„Doch.“, erwiderte ich kurz und knapp, stand auf, lief auf den Balkon und zündete mir eine Zigarre an.
Noelle, die meine Entscheidung einfach nicht akzeptieren konnte, folgte mir, umarmte mich von hinten, lehnte ihren Kopf gegen meinen Rücken und schlug vor:

„Rede bitte noch einmal mit Charline bevor du gehst.“
„Noelle, was soll ich ihr denn sagen? Es ist alles zu spät. Sie trägt das Kind eines Anderen in ihrem Bauch. Was soll ich machen?“
„Bitte Ramon, du hast nichts zur verlieren.“, flehte sie bemüht weiter.
„Noelle, nein. Wieso willst du nicht verstehen, dass Alize meine Zukunft ist?“, erwiderte ich grob, löste mich von ihr und blickte ihr tief in die Augen.

Einen Moment schwieg sie, ehe sie antwortete: „Weil es Dinge gibt, die du nicht weißt und die ich dir nicht erzählen kann! Glaub mir, du wirst es bereuen, wenn du nicht mit Charline redest. Gib dir ein Ruck und sprich bitte nur noch einmal mit ihr, bitte!“

JJetzt nervte mich die ganze Situation komplett, ich drückte sie gegen das Geländer und fragte zurück: „Was habe ich davon? Sie hat sich gegen mich entschieden und ich hab ihre Entscheidung akzeptiert. Warum mischst du dich da ein?“

Unerwartet füllten sich ihre Augen, sie legte ihre Hände an meine Wangen und meinte: „Weil ich euch damals einen Schubs gegeben habe und sie meine beste Freundin ist. Verdammt, ich wollte schon immer euch beide zusammen und glücklich sehen. Charline hat immer wieder einen Fehler gemacht, auch diesmal und du solltest mit ihr sprechen, bevor du ebenfalls einen Fehler machst.“

Als sie mich an die Vergangenheit erinnerte, ließ ich einen Seufzer aus und nickte: „Gut, ich werde noch ein aller letztes mal mit ihr sprechen...“

Diese Antwort schien sie wirklich glücklich zu machen und so schlug sie vor, wieder rein zu laufen und endlich unsere Nachspeise zu essen. Schokoladenkuchen und es schmeckte köstlich. Wir sprachen noch ein wenig über vergangene witzige Erlebnisse mit Adriel und nach einer weiteren Stunde, verabschiedeten sie sich schließlich von uns. Erst in diesem Moment spürte ich wie die Neugier in mir stieg. Was Charline wohl zu sagen hatte?

29.12.12 02:17
 
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