Summer Dreaming
Te amo Darling (Teil 1 - 3)

 

Prolog

Er, Ramon eigentlich ein normaler, reicher Bürger Madrids, ist bekannt als, "Casanova" oder "Sexgott", da er von allen Frauen umschwärmt wird und alles bekommt was er will. Jung, sexy und arrogant! Seine Mutter ist vor Jahren ums Leben gekommen, sodass er allein mit seinem Vater Carlos, ein beliebter Politiker zusammen lebt. Doch eines Tages erscheint Carlos' Dolmetscherin mit ihrer Tochter in der Villa und seit dem an, ändert sich alles. Ramon wirft ein Auge auf, die gebürtige Engländerin, hübsche, noch Jungfrau Charline. Diese hasst ihn und macht ihm mehr als deutlich, dass sie nicht zu seinen Puppen gehört. Wird Ramon, sie trotzdem bekommen? Wird sie sich auf ihn einlassen? Oder wird gar Liebe entstehen? Lasst euch überraschen. 

 

Willkommen in Madrid

Es war nicht das erste Mal, dass ich mit meiner Mutter Amy nach Spanien flog, doch das war das erste Mal, dass sie mich mit zur einer Geschäftsreise mitnahm. In diesem Sommer sollte alles anders kommen, als erwartet.
„Charline hast du dein Koffer schon gepackt, Liebes?“, fragte meine Mutter, voller Vorfreude.
„Ja Mama, keine Angst alles schon erledigt“, antwortete ich, sie beruhigend.

Ich hatte meine Mutter davor, schon seit einer Ewigkeit nicht mehr so aufgeregt gesehen. Wie denn auch? Sie reiste viel und war nur selten zu Hause. Doch ich nahm es ihr nicht übel, denn sie war schon seit 7 Jahren allein erziehend. - Arme Mama -, dachte ich jedes Mal.
Der Grund? Mein Vater war ein Arschloch gewesen, er hatte meine Mutter schon öfters betrogen. Allerdings liebte meine Mutter ihn so sehr, dass sie ihm jedes mal verzieh und auf eine Besserung hoffte. Bis zu dem Tag, als eine junge Frau, die bestimmt mindestens 10 Jahre jünger als mein Vater war, mit einem Baby in ihren Armen, vor unserer Haustür stand und bat, einzutreten. Sie erzählte, dass sie eine Affäre mit meinem Vater hatte und sich nun schuldig fühlte, weil er im Endeffekt verheiratet war. Dieser Tag war für meine Mutter so schlimm, dass sie bereits ein Monat später die Scheidung reichte und sich sicher war, ab diesem Tag an, ein besseres Leben führen zu können. In der Tat alles verbesserte sich und meine Beziehung zur meiner Mutter befestigte und stärkte sich. Außerdem zog meine Tante Lola zu uns ein und so blieb ich nie allein, wenn meine Mutter auf Geschäftsreisen war.
Sie schloss die Haustür ab, wir stiegen ins Taxi und wurden zum
Flughafen gefahren. Als wir ankamen, gaben wir die Koffer ab, checkten uns ein und warteten bestimmt 1 Stunde bis wir endlich von England nach Spanien flogen. Es war herrlich heiß, die Sonne schien und man konnte direkt eine andere Atmosphäre spüren.
„Wie schön, es wird uns hier sicher gefallen“, stellte ich lächelnd fest. Meine Mutter legte ihren Arm um mein Schulter, lächelte zurück und meinte selbstsicher: „Das hoffe ich doch sehr.“
Wir warteten und warteten, doch auf was wir warteten wurde mir erst bewusst, als eine schwarze Limousine zu uns an gefahren kam, ein Chauffeur ausstieg und uns mit den Worten: „Hola Señoritas“, begrüßte.
Er stellte unsere Koffer in den Kofferraum und wir stiegen ein. Ich konnte nichts anderes sagen, außer ein begeistertes: „WOW“. Es war einfach fantastisch, schön warm und angenehm. Vor allen sah ich in den Augen meiner Mutter Zufriedenheit und Glück und um ehrlich zu sein, war das auch das Wichtigste für mich, sie nach so einer langen Zeit mal wieder so glücklich zu sehen. Während wir vor einer, riesengroßen Palast ähnlichem, Villa anhielten, ausstiegen und nur darauf warteten unsere Koffer an uns nehmen zu können, schaute ich meine Mutter fragend an und forschte: „Das ist jetzt ein Scherz oder?“
„Nein, es ist mein voller Ernst, wir bleiben hier. Gefällt es dir etwa nicht?“

Doch doch, sehr sogar, aber Mama wie kommt's?“
„Mein Schatz, da siehst du mal wie erfolgreich deine Mutter in all den Jahren geworden ist“, sagte sie mit voller Stolz.
Meine Mutter ist Dolmetscherin. Sie spricht fließend deutsch, englisch (ihre Muttersprache), spanisch, italienisch und französisch. Am Anfang ihrer Karriere hatte sie keine hohen Ansprüche, doch mittlerweile arbeitete sie nur noch für sehr wichtige Persönlichkeiten. Aber DAS war eindeutig zu viel.
Unsere Koffer wurden in zwei 5 Sternehotel ähnliche Zimmer getragen und meine Mutter erklärte mir, nach dem wir alles in die Schränke eingeräumt hatten, dass sie hoch zu ihrem Auftraggeber gehen müsse. Ich legte meinen Kopf auf die Fensterbank und schaute nach draußen, zum Garten. Es war sehr groß und ein Schwimmbecken stand genau in der Mitte des Gartens. Wunderschöne Blumen schmückten den Garten und viele wertvolle Statuen waren unterschiedlich platziert.
- Wie schön -, bemerkte ich voller Begeisterung und fing an, vor mich hin zu träumen, bis plötzlich jemand an die Tür klopfte.
„Herein“, rief ich und schon stand ein breit gebauter, schwarzhaariger und grünäugiger Mann, neben meiner Mutter, vor mir.
„Liebes, das ist ein spanischer Politiker, er wollte dich mal kennen lernen.“ „Buenos dias! Me llamo Carlos Villar. Como te llamas?“ (Guten Tag, ich heiße Carlos Villar. Wie heißt du?)
„Hola! Me llamo Charline.“ (Hallo, ich heiße Charline)
„Como éstas?“ (Wie geht es dir?)
„Mucho estrés“ (viel Stress), antwortete ich total erschöpft.
Er fing an zu lachen und meine Mutter meinte, dass sie mit Herr Villar ins Arbeitszimmer gehen und arbeiten müsse. Somit verabschiedeten sie sich von mir und ich ging gedankenverloren raus in den Garten.

Schon seit 2 Jahren studierte ich Spanisch und somit sah ich diesen Urlaub als eine tolle Möglichkeit um meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Ich liebte diese Kultur, es spiegelte mich wieder. Natürlich war ich stolz darauf Engländerin zu sein, aber Spanisch war dennoch meine größte Leidenschaft. Ich war erst 20 Jahre alt, hatte schwarze und mittellange Haare und hell braune Augen, die jedoch im Sommer grün wurden. Da meine beiden Elternteile rötliche Haare und einen helleren Teint hatten, wurde ich auch oft gefragt, ob ich eventuell adoptiert wäre. Verrückt aber wahr.


Als ich letztendlich im Garten war, lief ich eine Runde bis ich schließlich in dem Schwimmbecken ankam. Zur meiner Überraschung lag ein breiter, braun gebrannter und kurz haariger junger Mann im Wasser. Kennt ihr diese reichen und verwöhnten Menschen, die breit sind, aber nicht weil sie so viel trainieren, sondern weil sie Diener um sich herum haben und alles in den Allerwärtesten geschoben bekommen? Vor allem die arrogant wirkten und sich unbeliebt machten, weil sie dachten alles bekommen zu können? Obwohl ich diesen Mann nicht kannte, war mir bewusst, dass er zu dieser Gruppe gehörte. Die Gruppe die ich so sehr hasste. Genau in diesem Moment bemerkte er mich, fing an frech zu grinsen und fragte auf spanisch nach meinem Wohlbefinden.
„Gracias“, antwortete ich nur und ging genervt wieder rein.
Ich legte mich in mein Himmelbett und dachte über diesen Ereignis nach. Könnte es vielleicht sein, dass mein Urlaub gefährdet war? Nach einer kurzen Zeit schlief ich mit diesem schrecklichen Gedanken ein, bis mich ein Hausmädchen aufweckte und zum Essen rief. Schnell wusch ich mein Gesicht mit kaltem Wasser, zog mir ein weißes Kleid an, band meine Haare zu und lief langsam zum Esszimmer. Doch als ich gerade angekommen war, bereute ich es schon wieder, denn der Typ vom Schwimmbecken saß genau neben meiner Mutter und grinste mich schief an. Wut machte sich in mir breit und meine Hände formten sich zur Fäusten. Nur meiner Mutter zur Liebe setzte ich mir ein Lächeln auf und setzte mich ihm gegenüber. Das Essen wurde rein gebracht und wir fingen auch schon an zu essen. Sie sprachen und lachten viel, bloß mir fehlten die Worte, denn um so mehr ich ihn sah, um so mehr spannten sich meine Nerven an. Als meine Mutter dies bemerkte, stellte sie ihn mir auch noch vor: „Darling, das ist Ramon, Carlos' Sohn. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr euch gut verstehen würdet.“
- NEIN NICHT AUCH NOCH DAS -, schrie ich in meinen Gedanken, reichte ihm allerdings doch noch die Hand und meinte auf englisch in der Hoffnung das er mich nicht verstand: „Sehr erfreut“.
Doch leider lag ich falsch, denn er setzte mir ein Kuss auf die Hand, lächelte frech und meinte ebenfalls auf englisch: „Ganz meinerseits, Miss.“

Ach, sind die beiden nicht süß?“, fragte meine Mutter, total aufgeregt. Carlos lehnte sich nach hinten und nickte zufrieden.
„Du kannst meine Hand jetzt los lassen“, meinte ich genervt zur Ramon, er grinste erneut aber ließ dennoch meine Hand los.
Nach dem Essen verschwand ich sofort in mein Zimmer, denn ich hielt es in seiner Nähe nicht länger aus. Warum konnte der Sohn solch eines Mannes nicht genau so attraktiv sein wie er selbst?
Ramon wirkte eingebildet, dabei sah er mit seinen breiten Schultern, seinem Sixpack und Größe von circa 1.78 m nicht mal halb so gut aus, wie er sich fühlte. Nein ich achtete nicht auf das Äußere eines Menschen, aber bei so einem Tier konnte man ja mal eine Ausnahme machen oder? Wie auch immer, ich warf mich auf das bequeme Bett und versuchte ein zu schlafen. Leider ohne Erfolg, denn auf einmal hörte ich ein Stöhnen im Garten.

Gegen meinen Willen stand ich auf, lief zum Fenster und schob vorsichtig die Vorhänge zur Seite. Als ich erkannte was draußen vor sich ging, blieb mir der Atem stehen. Ramon lag fast nackt, auf dem Hausmädchen die mich vorhin aufgeweckt hatte. Er knetete ihre Brüste und sie küsste seinen Hals. Zum Glück konnten sie mich in dieser Dunkelheit nicht erkennen. Obwohl ich sie genau beobachten konnte.

 


War er wirklich so schlimm wie ich gedacht hatte? Einerseits machte es mich traurig, weil ich Menschen eigentlich immer eine zweite Chance gönnte. Aber Ramon hatte auch dies vermasselt und somit war klar, dass ich wieder mal Recht hatte. Während ich in Gedanken versunken war, bemerkte ich erst gar nicht das sein „Kleiner“ sich nun in ihr befand.
Erst als sie ihren ersten Orgasmus bekam, wurde es mir klar und schnell zog ich die Vorhänge wieder zu und zwang mich zum einschlafen. Um 9 Uhr morgens weckte mich das gleiche Mädchen wieder auf, sie hatte ein breites Grinsen auf ihren Lippen und ich wusste sofort das es wegen Ramon war:
„Macht es dir nichts aus, mit dem Hausherren zu schlafen?“, fragte ich sie schließlich doch.
„Nein, tut es nicht. Ich genieße es jedes Mal aufs Neue, außerdem ist das kein Geheimnis.“
„Warum? Schämst du dich nicht? Was wäre wenn an meiner Stelle, Carlos euch gesehen hätte? Außerdem ist er nicht zu alt für dich?“
„Carlos weiß das, jeder weiß das. Ramon ist der spanische Casanova. Du bist neu hier, deswegen weist du es nicht, aber wir bezeichnen Ramon, als ein Sexgott. Außerdem ist er erst 22 Jahre alt.“
Ich war schockiert. Das konnte doch nicht ernst gemeint sein oder? Das war zu viel. Und ich spürte schon fast ein Verlangen danach, diesem Kerl eine rein zu hauen.
- Charline reiß dich zusammen. Er ist es nicht wert das du dich wegen so einem Deppen aufregst -, erklärte ich mir selber, atmete tief ein und aus, begab mich in die Badewanne und lief anschließend runter ins Esszimmer.
Mit einem Lächeln begrüßte ich Carlos und gab meiner Mutter einen Kuss auf die Wange.

„Guten Morgen, mein Schatz. Hast du gut geschlafen?“, fragte sie mich mit einem ihrer schönsten Lächeln.
Bevor ich ihr eine Antwort gab, dachte ich noch mal an den Vorfall. Sollte ich ihr sagen was für ein perverses Arschloch dieser Ramon war?
Vor allem hier, in Anwesenheit seines Vaters?
- Nein lieber nicht, schließlich bin ich nicht mehr in dem Alter dafür-, erinnerte ich mich selber und antwortete: „Ja Mama, hab ich. Was machen wir heute?“
Meine Mutter schaute fragend Carlos an, dieser hob bloß seine Schulter und meinte: „Amy wenn du willst, dann könnt ihr die Stadt erkunden. Die Arbeit kann ruhig warten.“
Doch trotzdem antwortete meine Mutter: „Schatz, ich würde ja gerne mit dir etwas unternehmen, aber Carlos und ich müssen noch so viel arbeiten. Allerdings bin ich mir sicher, dass Ramon gerne mit dir raus gehen würde.“
Genau in diesem Moment kam auch schon der Teufel von der Tür herein spaziert.
- Wie wahr doch der Spruch, „wenn man von dem Teufel spricht, dann kommt er“, ist. -, stellte ich fest, lief auf ihn zu, spuckte ihm ins Gesicht und gab ihm eine Ohrfeige, die er nie wieder in seinem Leben vergessen würde. Zumindest in meinen Gedanken.
Ich schaute ihn kurz angeekelt an und setzte mich dann neben meine Mutter und meinte abweisend: „Nein, ich werde schon etwas im Haus finden, womit ich meine Zeit tot schlagen kann.“
„Um was geht es denn?“, fragte Herr Casanova total verwirrt.
„Nichts“, antwortete ich kühl, da ich mir genau vorstellen konnte, wie er reagieren würde. Aber meine Mutter musste ja wie immer Alles besser wissen.
„Charline will raus, leider habe ich keine Zeit, könntest du sie heute vielleicht ausführen?“
„Heute leider nicht, ich erwarte Besuch, aber bei der nächsten Gelegenheit gerne“, antwortete er lächelnd.
Was für ein Schleimer. Nachts Frauen verführen und morgens einen auf Gentleman tun. Wie ich so etwas hasste, aber trotzdem lächelte ich ebenfalls in die Runde, aß mein Nutella Brot zu Ende und verschwand in den Garten.
Zu meinem Pech kam Ramon ungefähr 15 Minuten später nach, er setzte sich neben mich auf den Liegestuhl und sagte mit seiner tiefen dennoch wunderschönen Stimme. Ich gebe es ungern zu, aber ja er hat wirklich eine atemberaubende Stimme: „Klarissa hat mir vorhin verraten, dass du uns gestern Abend gesehen hast, ich werde ab sofort mehr auf meine Umgebung achten.“
„Das ist mir egal was du machst. Ich kenne dich zwar nicht, aber bleib mir bitte trotzdem fern.“
„Warum?“
„Weil ich solche Menschen wie dich hasse.“
„Ich bin ein Arschloch, schon gut, aber das Wort hassen ist übertrieben. Meinst du nicht auch?“
„Nein“, mit dieser Antwort stand ich auf und lief in mein Zimmer. Aber Moment mal eigentlich hatte er doch Recht oder? Ich meine, ich kannte ihn ja nicht, also gab es kein Grund ihn zu hassen. Wie auch immer, er war es nicht wert, dass ich mir mein Kopf wegen ihm zerbrach, deswegen schmiss ich mich auf das Bett und las das Buch "Liebesspiel", das ich extra für den Urlaub gekauft hatte, in der Hoffnung hilfreiche Tipps zu erhalten.
Schon bevor ich den 1. Kapitel zu Ende lesen konnte, hörte ich bestimmt fünf verschiedene weibliche und zwei männliche Stimmen. Sofort öffnete ich die Tür und sah, wie Ramon seine weiblichen Gäste mit einem Kuss auf ihre Lippen und die Typen umarmend begrüßte. Die jungen Frauen sahen alle künstlich aber dennoch hübsch aus. Während die Typen breit und typisch spanisch waren.
Als Ramon mich sah, kam er zu mir, grinste frech und fragte: „Lust mit uns draußen zu schwimmen?“

„Nein, danke“, antwortete ich so kalt wie möglich, schon lief er wieder zu den anderen und sie gingen in den Garten. Was dann passierte?
Ich legte mich wieder zurück ins Bett, um weiter zu lesen, jedoch wurde ich permanent von nervigen Geräuschen gestört und deswegen entschied ich mich doch noch raus zu gehen. Gerade als ich draußen angekommen war, sah ich wie die beiden Typen Alkoholflaschen auf machten und diese über die Körper der vier jungen Frauen schütteten, um diese Stellen anschließend zu lecken.
In der Zwischenzeit war Ramon dabei im Wasser dem fünften Mädchen ihr BH aus zu ziehen. Er bemerkte nicht einmal das ich da war und ihn beobachtete, nein, er wollte nur sein Spaß haben. Ich stellte mich an den Rand des Schwimmbeckens und wartete gespannt darauf, wann er mich bemerken würde. Leider ohne Erfolg, denn er küsste sie, berührte sie am ganzen Körper und erst danach, drehte er sein Kopf in meine Richtung, flüsterte ihr etwas ins Ohr und ging mit ihr Hand in Hand rein.
Warum tat er das? Wieso hatte er es so nötig? Schämte er sich denn gar nicht? Dachte er denn kein bisschen an den Ruf seines Vaters?
Und schon wieder bewies er, dass es sich lohnte ihn zu hassen.
Auch die anderen Gäste bemerkten mich nicht, aber das war mir egal, denn ich lief nun wieder rein, in mein Zimmer und wartete darauf das die Gäste gingen. Zu meinem Überraschen gingen vier der fünf weiblichen Gäste mit den beiden Typen mit und die Fünfte wurde von Klarissa hoch in Ramons Zimmer gebracht. Was dort passierte könnt ihr euch sicherlich schon denken.
Am Abendessen nahm er trotzdem teil. Er wirkte erschöpft und seine kurzen blond braunen Haare sahen auch total zerstört aus. Kein Wunder bei so viel Sex. Ob das überhaupt noch „gut“ war?
Naja, mir konnte das auch egal sein, denn schließlich würde ich mich für meinen Ehemann auf sparen.
Nach dem Abendessen stand ich auf, um wie immer sofort in mein Zimmer gehen zu können, aber auf dem Weg wurde ich plötzlich von Ramon aufgefangen.
„In deinen Augen bin ich wahrscheinlich der größte Arschloch, oder?“, fragte er mit einem traurigen Gesichtsausdruck .
„Kann man so sagen“, antwortete ich kühl.
„Charline bitte, das ist mein Leben. Versteh es!“
„Ach so, dein Leben besteht nur aus dem einen?“, fragte ich ihn nun ironisch.
„Man ist eben nur einmal jung“, meinte er sich rechtfertigend, in dem er mein Arm fest hielt und mir tief in die Augen schaute. Dachte er wirklich das ich so dumm wäre und mich wie all seine Püppchen einfach so her geben würde? NIEMALS!
Ich schaffte es mein Arm von seinem festen Griff zu befreien, schaute ihm wütend in die Augen und sagte schon fast drohend:
„Hör mal zu, dein Leben interessiert mich nicht. Genau so wenig wie du! Wenn du so glücklich bist dann mach weiter so, aber fass mich nie wieder an. Bleib mir fern! Hast du verstanden?“
Meine Worte saßen wirklich, denn seine Augen
weiteten sich und sein Mund blieb offen.
- Was für ein Trottel!!! -

 

Eine besondere Begegnung

Endlich konnte ich in das bequeme Bett steigen, mein Buch auf klappen und mich in den Schlaf lesen.
Die folgenden Tage vergingen sehr ruhig, da Ramon auch kaum zu Hause war. Ich genoss das Wetter und überredete sogar meine Mutter mit mir nach Madrid zu fahren. Es war toll, genau wie ich es mir vorgestellt hatte. Tolles Wetter, hübsche Männer und leckeres Essen. Mehr konnte ich mir überhaupt nicht erdenken. Nach einem ausgiebigen Shoppingtag fuhren wir wieder zurück zur Villa.
Als ich nur noch meine Unterwäsche an hatte, schnappte ich mir ein Badetuch und lief ins Badezimmer, um mein Körper ein wenig zu erfrischen. Eigentlich würde ich mich so nie aus dem Zimmer trauen, aber da Ramon ja nicht da war und Carlos oben mit meiner Mutter arbeitete, konnte ich es mir leisten.
Gerade als ich vor dem Spiegel stand und mich aus ziehen wollte, platzte Ramon jedoch ins Badezimmer und sagte frech grinsend:
„Oh la la. Señorita.“
Blitzartig wurde ich rot, knallte ihm die Tür vor die Nase zu, die ich auch sofort ab schloss und stellte mich endlich unter die kalte Dusche.
Was für eine Woche.
Einige Tage nach diesem Vorfall, lief ich in den 4. Stock und setzte mich auf ein Liegestuhl auf dem Balkon. Vor allem nachts, hatte man einfach ein wunderschönen Ausblick. Die Sterne leuchteten intensiver, als bei uns und die Wärme fühlte sich so angenehm auf meiner Haut an, dass ich kurz davor war ein zu schlafen, als plötzlich Ramon kam und verwirrt fragte: „Charline, bist du noch wach?“.
- Wow was für eine Stimme –, dachte ich zwar noch im ersten Moment, da ich diese Stimme mittlerweile liebte, aber schon im nächsten Moment, stieg erneut die Wut in mir und mit einer lauten Stimme fragte ich: „WAS?“
„Wir haben schon 3 Uhr morgens, willst du nicht lieber in dein Zimmer gehen?“
Als ich erfuhr das wir schon 3 Uhr hatten, wurde ich leicht nervös, denn schließlich wollte ich heute früher schlafen, um morgen meine Mutter nach Madrid zu begleiten.
Also stand ich ohne ein Wort zu sagen auf, schaute ihm kurz nochmal tief in die Augen und lief langsam und verschlafen die Treppen runter.
Am nächsten Morgen kam Klarissa mich aufwecken. Ich weiß nicht warum, aber ich hasste es sie zu sehen. In meinen Augen war sie wertlos und dabei wirkte sie doch so unschuldig und süß. Aber die Worte die sie mir gesagt hat, schallten immer noch in meinem Kopf.
„Klarissa?“
„Ja“
„Liebst du Ramon?“, fragte ich sie vorsichtig.
Sie überlegte kurz, wurde dann rot und gestand: „Nein, seine Art kann einem tierisch auf die Nerven gehen, aber er ist auch eher bekannt für seine Berührungen, diese Zärtlichkeit...“
„Ach so, er ist also nicht wild?“
„Ich will nichts falsches sagen. Am besten schlafe selber mit ihm. Glaub mir du wirst es nicht bereuen.“
Ohne zu zögern stand ich auf, gab ihr eine feste Ohrfeige und schrie: „Ganz bestimmt nicht. Ich werde mein erstes Mal mit meinem Ehemann haben und nicht mit so eine Perversling!“
Sie fing an zu lachen, nickte und meinte: „Dann frag mich auch nichts.“
- Wie diese Klarissa einem wirklich den Tag verderben kann. Was fiel ihr ein, mir so etwas zu sagen? Die Ohrfeige hatte sie meiner Meinung nach wirklich verdient. Ob ich jetzt ihretwegen mit Ramon wieder mich streiten würde? Ach mir doch egal! -
Nachdem ich gemerkt hatte wie ich meine Zeit in der Dusche tot geschlagen hatte, zog ich mir schnell ein weißes Kleid über und machte mich auf den Weg in das Esszimmer. Unerwartet hielt eine männliche Hand meine Hand fest, drehte mich zu sich und fragte mit einem verführerischen Blick: „Willst du wirklich so da rein gehen und die Aufmerksamkeit auf dich lenken? Wir haben heute Besuch.“
Hää? Was meinte er jetzt schon wieder damit? Ich verstand kein Wort, blickte ihn verwirrt an und plötzlich ging er mit seiner Hand über mein Rücken. Und erst dann wusste ich was er meinte. Wegen dieser Eile, hatte ich komplett vergessen mir ein BH anzuziehen und da mein Kleid weiß war, konnte man sicherlich alles durch sehen: „Ach scheiße!“
Als wäre das nicht genug, kam er auch noch ein Schritt näher auf mich zu und fügte hinzu: „Also mich stört der Anblick überhaupt nicht. Schade, dass der BH das einzige ist was fehlt.“
Nicht einmal eine Sekunde später, bildeten sich meine Fingerabdrücke auf seiner Wange.
Er hielt sprachlos seine Hand auf die brennende Stelle und fragte mich zornig: „Sag mal spinnst du?“
„Selber Schuld Herr Casanova. Ich hab dir gesagt das du dich von mir fern halten sollst. Außerdem hast du doch schon genug hübsche Frauen an deiner Seite, warum willst du dann noch mich?“
„Ich stehe nun mal auf schwarze Haare und freche Mädchen. Glaub mir Baby früher oder später wirst du zu diesen Damen gehören, die die Ehre hatten meinen „Kleinen“ kennen zu lernen.“
Und schon hob ich erneut meine Hand gegen ihn, aber er hielt sie diesmal fest, drückte mich fest gegen die Wand und befahl: „Behalte deine Hände lieber bei dir!“, und machte sich auf den Weg ins Esszimmer.
Bevor ich ebenfalls ins Esszimmer ging, zog ich mir nicht nur ein BH an, sondern gleich eine Jeans und einen schwarzen T-Shirt und lief ins Esszimmer. Als ich dort ankam, bekam ich plötzlich ein total warmes Gefühl, denn neben Ramon saß ein sehr gut aussehender junger Mann. Er war vielleicht in dem gleichen Alter wie Ramon, war bestimmt auch genau so groß, aber er hatte im Gegensatz zu ihm, schwarze Haare und braune Augen. Eigentlich nichts besonderes, aber diese Gesichtszüge, Lippen und gut gebauter Körper. Er sah einfach nur göttlich aus. Bevor ich mich noch selber verlor, setzte ich mir ein Lächeln auf und lief auf mein Platz zu.
Carlos schaute wie immer zufrieden und stellte ihn mir auch gleich vor.
„Charline, das ist Adriel. Adriel ist der beste Freund von Ramon und gleichzeitig war meine Frau, seine Patentante. So zusagen ein Teil der Familie.“
Er reichte mir die Hand und meinte lächelnd: „Freut mich dich kennen zu lernen, Charline.“
Ich lächelte zurück und meinte verlegen „Ganz meinerseits Adriel. Was bedeutet eigentlich der Name? Hab ich noch nie gehört.“
„Löwe Gottes, ja ist auch hebräisch“, erklärte er immer noch lächelnd.
„Schöne Bedeutung. Aber du bist...“, er unterbrach mich und antwortete
„Danke. Nein ich bin Christ“, und zeigte stolz auf seine Kreuzkette.
- Wow was für ein Traummann –, stellte ich fest und wir fingen an zu frühstücken.
Nach dem Essen fuhr ich für 3 Stunden mit meiner Mutter nach Madrid. Ich liebte es mit ihr raus zu gehen, denn sie war nicht wie eine Mutter sondern eher wie eine gute Freundin. Sie kaufte sich die Kreuzkette, die ihr letztens gefallen hatte und wir setzten uns kurz, bevor wir zurück fuhren zu einem Café. Sie bestellte sich einen Espresso und ich tat es ihr nach.
Dann schaute sie mich traurig an und gestand: „Es macht mich traurig, dass du dich mit Ramon nicht verstehst...“ Ich unterbrach sie und erzählte ihr nun endlich von den ganzen Erlebnissen. Zuerst war sie schockiert, doch dann fing sie an zu lachen und meinte:
„Schatz er ist jung, hübsch und außerdem reich. Das ist nun mal sein Leben, du kannst es nicht ändern. Und keiner erwartet von dir das du mit ihm zusammen kommst, es reicht wenn ihr euch gut versteht.“
Ich überlegte kurz und versprach dann doch noch gegen meinen Willen:
„Ich werde mein Bestes tun, versprochen.“ Sie legte ihre Hand auf meine, lächelte mich an und bedankte sich.
Dann kamen unsere Tassen und sie erzählte mir, wie glücklich sie hier wäre und ich auch mein Spanisch Studium hier fortsetzen solle. Von der Grundlage her war die Idee ja nicht schlecht, aber der Gedanke mit Ramon für eine längere Zeit zusammen zu leben, erschrak mich dennoch.
Als wir zurück gefahren worden waren, saß Adriel mit Ramon zusammen im Garten. Ich latschte zu ihnen, setzte mich ebenfalls hin und schon nach einer kurzen Zeit kam ich ins Gespräch mit Adril.
„Und Charline, was studierst du?“
stolz antwortete ich: „Spanisch.“
Er war beeindruckt und fragte neugierig: „Echt, wieso denn das?“
„Ich liebe nun mal die Sprache, das Land, die Menschen und die Kultur.“
Er lachte und fragte weiter: „Und die Lieder?“
„Natürlich die auch“: antwortete ich schnell.
„Wer ist dein Lieblingssänger?“
Ohne zu überlegen antwortete ich: „Enrique Inglesias...“
Adriel fing daraufhin an zu lachen, schaute Ramon an und dieser wusste zwar ganz genau warum Adriel lachte, doch er über kreuzte nur seine Arme, lehnte sich zurück und schaute gelassen zu uns.
„Wieso lachst du?“, fragte ich nun neugierig.
„Ramon ist unser Enrique...“
„Was du nicht sagst...“
„Enrique's Papa ist zwar Sänger, aber die Mutter Schönheitskönigin.“
„Ja und?“, und schaute ihn verwirrt an.
„Das reicht, ich will nicht über meine Eltern reden“, erklärte Ramon
und somit fragte Adriel mich weiter: „Was ist dein Lieblingslied von ihm?“
„Adriel nein!“, befahl Ramon und gerade als er aufstehen wollte,
antwortete ich: „Alguien soy yo“
er blieb stehen, wartete kurz, drehte sich zu mir um und fing an zu singen.
Mein Lieblingslied, mit der Stimme die ich so sehr liebte.
Es klang so gefühlsvoll und mein Herz fing an wie verrückt zu klopfen.


Jemand will dich, jemand braucht dich, jemand träumt jede einzelne Nacht von dir,
jemand kann nicht atmen, ohne dich ist es einsam,
jemand hofft dass du eines Tages erkennst, dass ich dieser jemand bin.
dass ich dieser jemand bin, yeah
wie...? Wie konnten wir uns falsch verstehen?
Es war so gut, jetzt ist es vorbei,
und ich bete nachts dafür, dass sich unsere Wege bald kreuzen,
was wir hatten, ist nicht verloren,
weil du für immer genau hier in meinen Gefühlen bleibst.

Wow... das hätte ich jetzt nicht gedacht...“, gestand ich überrascht und zutiefst berührt.
Er schaute Adriel und mich ernst an und ohne etwas zu sagen, ging er rein.
„Ramon hat eine wunderschöne Stimme, nicht wahr?“, fragte Adriel stolz.
„Ja, das hat er wirklich. Passt gar nicht zu ihm“, stellte ich fest.
Adriel hielt meine Hand und erklärte: „Du kennst Ramon nicht richtig, deswegen denkst du so, aber wenn du ihn besser kennen würdest, würdest du verstehen, das er ein ganz besonderer Mensch ist.“
„Adriel ich muss mir andauernd mit ansehen, wie er mit irgendwelchen weiblichen Wesen vor meinen Augen rummacht, dann zu mir kommt und mich an flirtet. Was soll ich denn da denken?“
„Willst du ihn denn besser kennen lernen?“
„Du wärst mir lieber...“, antwortete ich rot werdend.
Er grinste frech wegen meiner Antwort, schüttelte trotzdem seinen Kopf und meinte: „Charline ich meine es ernst, wenn du willst kann ich mit ihm reden.“
„Wenn es sein muss“, antwortete ich nun leicht nachgebend.
Er nickte lächelnd, verabschiedete sich von mir und ging ebenfalls rein.
Das konnte ja mal heiter werden. Hoffentlich würde es sich wenigstens lohnen, mir die Zeit zu nehmen, um ihn besser kennen zu lernen.
Zu meinem Überraschen entschied sich Ramon jedoch dagegen und lief mir auch nicht mehr über den Weg. Auch am Esstisch, schaute er mir nicht mehr in die Augen und sprach auch kein einziges Wort mehr. Dieser Junge war wirklich komisch drauf, denn mal suchte er meine Nähe, machte Andeutungen darauf, dass er mich haben wollte und nach dem er für mich gesungen hatte, fing er an, sich von mir abzuwenden. Langsam hatte ich von seinem Spiel echt genug, denn inzwischen waren schon 3 Wochen vergangen seit dem wir kein einziges Wort mehr miteinander ausgetauscht hatten und um ehrlich zu sein, ich vermisste seine sanfte Stimme.
An einem Abend lief ich raus zum Schwimmbecken, legte mich auf ein Liegestuhl und Adriel kam nach circa 5 Minuten nach.
Er setzte sich an mein Fußende, schaute mir in die Augen und fragte: „Hat Ramon immer noch nicht mit dir geredet?“
Ich schüttelte den Kopf und er fragte weiter: „Was hat dieser Typ bloß? Eigentlich ist das gar nicht seine Art.“
„Ach Adriel, das interessiert mich eigentlich auch gar nicht mehr“, meinte ich und setzte mich neben ihn. Er schaute mir dabei immer noch in die Augen und ich spürte, dass er sich Sorgen um Ramon machte. Doch um ihn auf andere Gedanken zu bringen, fing ich an ihn zu massieren und kam ihm dabei näher. Er roch nach meinem Lieblingsparfüm und auch wenn seine Haare durch Schweiß durchnässt waren, wirkte er so hübsch und anziehend.
„Adriel?“, fragte ich nun vorsichtig.
„Ja“, antwortete er verwirrt und nun kam die Frage, die ich ihm schon seit dem ersten Tag an stellen wollte: „Bist du eigentlich vergeben?“
Er schaute mich verwirrt an, aber schüttelte seinen Kopf und fragte: „Du auch nicht, oder?“

Ich schüttelte ebenfalls meinen Kopf und gab ihm einen Kuss auf seine Wange. Er legte sich schämend, seine Hand drauf, schaute zum Mond und versuchte das Geschehene zu überspielen. Aber ich wollte mehr von ihm. Seine Lippen auf meinen berühren, mit meinen Fingern ihm unter sein T-Shirt fassen und einfach nur zum ersten Mal den Körper eines Spaniers kennen lernen. Adriel faszinierte mich. Er war ganz anders als Ramon, während Ramon der Draufgänger und Perversling war, war Adriel der zurückhaltende, hilfsbereite und witzige Typ, eben ein Traumtyp.
Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen, schaute ihm tief in die Augen, hielt sein Gesicht mit meinen Händen fest und spürte wie er versuchte sich von meinem festen Griff zu befreien, doch ich ließ ihn nicht los, kam ihm immer näher, so nah das sich langsam unsere Lippen berührten. Er legte mich vorsichtig hin und anschließend sich seitlich neben mich. Meine Hände glitten nun unter sein T-Shirt und seine durch meine Haare. Wir küssten uns immer wieder und dabei tasteten wir mit unseren Händen den Oberkörper des anderen. Er hatte einen zärtlichen, glatten und durch trainierten Körper, sodass ich bei jeder Berührung immer einmal laut keuchen musste. Nach einer kurzen Zeit fingen auch schon unsere Zungen an miteinander zu spielen und mir war klar, dass er das bereuen würde. Schließlich wollte doch Adriel, dass ich ein gutes Verhältnis zu Ramon haben sollte, aber Ramon hatte seine Chance verspielt. Also konnte es ihm doch egal sein, dass ich und Adriel das taten, was ich wohl nie mit ihm tun könnte. Zärtlichkeit und sanfte Berührungen, die mich beben ließen. Allerdings blieb es bei dem Zungenkuss, denn gleich danach stoppte er den Kuss, wollte aufstehen, aber ich gab mein Bestes um ihn davon abzuhalten: „Adriel, bitte bleib bei mir. Es tut mir Leid.“
Er schaute mich traurig an und nickte trotzdem, denn diese Bindung die zwischen uns beiden entstanden war, war etwas leidenschaftliches und anziehendes. Also legte er sich wieder hin und ich mein Kopf auf seine Brust. Die Kühle des Wetters, durchdrang unsere Körper und ließ uns enger zusammen schmiegen. Während meine Augen geschlossen waren, ging er noch mit seinen Händen vorsichtig durch meine Haare und brachte mich somit zum schnelleren einschlafen.
Am Morgen, weckte er mich mit einem Kuss auf die Stirn auf. Wir liefen zusammen zum Esszimmer und erst nach fast 4 Wochen schaute Ramon mir wieder tief in die Augen. Aber dieser Blick war anders, es strahlte Wut aus. Hatte er uns etwa gestern gesehen? Und selbst wenn, ich musste mich nicht rechtfertigen, denn schließlich hatte er es so weit gebracht gehabt.

 

Seine Geschichte

Nach dem Essen lief ich ins Badezimmer um zu duschen und meine Augenbraue nach zu zupfen. Ich hatte in den letzten Tagen mein Aussehen wirklich vernachlässigt gehabt und das musste ich nun ändern. Während ich im Bad war, hörte ich Ramons Stimme, wie er am Telefon sprach und eine Party für heute Nachmittag arrangierte.
Genau aus diesem Grund, konnte ich diesen Jungen einfach nicht verstehen. Wusste er überhaupt was er wollte? Wie sollte ich ihn dann kennen lernen, wenn er doch sowieso gleich im nächsten Moment wieder ganz anders sein würde? Dieser Typ war wirklich ein Rätsel. Aber gut, wenn er so dickköpfig war, dann war ich es auch.
Ich lief in mein Zimmer, machte mich für heute Nachmittag fertig und ich muss zugeben, ich sah wirklich hübsch aus. Meine mittellangen schwarzen Haare, hatte ich gelockt. Außerdem hatte ich ein schwarzes Minikleid an und schwarze High Heels. Es sah einfach fantastisch aus. Noch ein wenig Schminke und fertig. Adriel klopfte an meiner Tür, ich öffnete ihm diese und sah auch gleich sein positiv überraschtes Gesicht. Er setzte mir ein Kuss auf die Stirn und flüsterte mir ins Ohr: „Du bist atemberaubend, mein Engel“. Seine Worte brachten mich zum schmunzeln und als Dankeschön setzte ich ihm einen sanften Kuss auf die Lippen.

Anschließend halfen wir Ramon beim dekorieren und stellten ein Mikrofon auf. Ramon sollte am besten gar nicht mehr reden, sondern nur noch singen und vor allem aber seine engelsgleiche Stimme nicht umsonst verbrauchen. Nach dem alles fertig organisiert und dekoriert war, kamen auch schon die ersten Gäste. Wir begrüßten die Gäste und ich muss sagen, diese jungen Frauen waren nicht so wie die anderen, die mit Ramon eine Affäre hatten. Sie waren natürlich, nett und wirkten sympathisch. Auch die Typen sahen alle gut gebaut und lieb aus, außer ein paar Ausnahmen, aber dafür verstand ich mich mit allen. Während einige tanzten, andere draußen im Schwimmbecken schwammen, fingen andere schon an zu trinken und wir genossen die Party in vollen Zügen.
Nach ungefähr 2 Stunden kamen nun auch andere Gäste, diese wirkten zu meinem Bedauern sehr billig und machohaft und mir war klar, dass Ramon heute wieder etwas anstellen würde.
Gegen Abend setzten wir uns alle auf den Boden und spielten Flaschen drehen, am Anfang noch harmlose Fragen doch langsam ging es weiter, sogar so weit, dass es zu „Sprachen“ kam.
So naiv wie ich war, verstand ich erst als ich dran war und Ramon mich nach einer Sprache fragte und ich ihm ahnungslos: „Spanisch“, antwortete, er daraufhin aufstand, nach meiner Hand griff, um mich ebenfalls zum Aufstehen zu bewegen und ich ihn bloß verunsichert anschaute und: „Buenos Dias“ antwortete, erkannte ich das ich etwas missverstanden hatte, denn plötzlich fingen alle bis auf Adriel an zu lachen. Adriel zog mich Richtung Küche und erklärte mir was es mit den Sprachen auf sich hatte. Ich schämte mich so sehr, dass ich Adriel umarmend anfing zu weinen. Und genau in diesem Moment passierte schon die nächste Katastrophe. Ramon stand am Mikrofon und sang „Tonight“ von Enrique und wir sahen nur noch durch die offene Tür, wie er dabei innig mit den weiblichen Gästen tanzte. Adriel wusch mir die Tränen weg und wir liefen zurück ins Wohnzimmer.


You know my motivation
Give in my reputation
Please excuse I don’t mean to be rude
But tonight I’m f you
Oh oh you know
That tonight I’m f you
Oh oh you know
That tonight I’m f you
Oh oh you know
That tonight I’m f you
Oh oh you know


Warum um Gotteswillen, nutzte er seine Stimme für seine perversen Zwecke aus? Merkte er denn nicht, wie lächerlich er sich damit machte? Vor Wut zog ich den Stecker des Mikrofons raus und lief in mein Zimmer. Er kam mir natürlich wütend hinterher, knallte die Tür zu und schrie: „Was soll das? Darf ich jetzt nicht einmal mehr in meinem eigenen Haus singen?“
„Wenn es solche Lieder sind, dann nicht!“
„Dass sind nur Lieder verdammt,wieso nimmst du ALLES so ernst?“ „Weil du, die Stimme die ich so sehr liebe, für nichts und wieder nichts verbrauchst!“

Mit diesem Geständnis beruhigte er sich einigermaßen, kam jedoch ein Schritt näher auf mich zu und schrie trotzdem: „Du bist jetzt schon seit fast 2 Monaten hier und das hat dich davor doch auch nicht interessiert, wie ich meine Stimme verwende, warum jetzt?

Er hatte Recht, warum ausgerechnet jetzt? Und vor allem warum? Wieso störte es mich, dass er solche Lieder sang und seinen „Kleinen“ an die Körper seiner weiblichen Gäste schmiegte? Ich meine, noch gestern hatte ich Adriel geküsst gehabt, also hatte ich doch gar kein Recht darauf mich aufzuregen, oder? Ich beruhigte mich und ohne ein weiteres Wort zu sagen, wollte ich gerade das Zimmer verlassen, bis plötzlich Ramon mir zuvor kam, die Tür ab schloss und mich verzweifelt fragte: „Warum lässt du Adriel an dich ran?“
„Weil ich ihn mag... sehr mag“, antwortete ich leise. Er setzte sich auf mein Bett hin und verkündete: „Adriel ist mein bester Freund, ich will nicht das du zwischen uns stehst.“ Das stimmte doch gar nicht und das war auch nicht meine Absicht, warum behauptete er dann so etwas Hässliches? Wirkte es etwa so? Aber so betrachtet war Adriel doch bloß nur ein guter Freund. Aber gute Freude küsste man doch gar nicht, oder? Langsam merkte ich wie mein Kopf anfing zu brummen und weh zu tun. Ich hielt mein Kopf fest und beobachtete, wie Ramon näher kam, mir tief in die Augen schaute und mit einer ersten Tonlage gestand: „Es war ein Test, ich wollte gucken ob du es wert bist, mein wahres Gesicht zu sehen, aber gestern hab ich gemerkt das du genau so, wie die anderen Schlampen bist. Charline du hast mich enttäuscht. Ohne das du für Adriel Gefühle hast, hast du dich an ihn ran gemacht.“ Kaum zu glauben, aber mit diesen Worten schaffte Ramon mich zum weinen zu bringen. Er hatte Recht. Ich empfand doch gar nichts für Adriel, es war nur ein Bedürfnis und während ich die Personen die mit Ramon rummachten ohne ihn zu lieben, verabscheute war ich genau so geworden. Er schaute mir noch einmal tief in die Augen, schüttelte sein Kopf und verschwand aus dem Zimmer. Ich schmiss mich aufs Bett und fing an zu weinen, denn Ramon's Wörter verletzten mich zutiefst. Warum hatte sich plötzlich das Blatt so gewendet?
Kurz nach dem Ramon mein Zimmer verlassen hatte, kam Adriel rein. Er setzte sich neben mich auf mein Bett, ging mit seinen Händen vorsichtig durch meine Haare und gestand: „Ich hab mitbekommen was passiert ist...“ Jetzt setzte ich mich auf, umarmte ihn und erzählte: „Adriel, du bist mir sehr wichtig. In diesem einen Monat bist du mir so sehr ans Herz gewachsen, dass ich einfach dieses Bedürfnis gespürt hatte.“ Er legte seinen Zeigefinger auf meine Lippen und erklärte: „Charline, es ist nicht deine Schuld, ich durfte es einfach nicht zulassen, aber was soll ich machen? Ich hab mit Ramon geredet, versucht das endlich diese Feindseligkeit zwischen euch vorbei ist... und das obwohl ich dich schon seit dem ich dich zum ersten Mal gesehen habe, süß fand.“ Überrascht schaute ich ihm in die Augen und fragte rot werdend: „Du findest mich süß?“ „Charline, ich stehe auf dich“, ertönte leise seine Stimme.
„Adriel ich... ich weiß nicht was ich dazu sagen soll“, gestand ich verwirrt. Daraufhin hielt er mich fest, schaute mir tief in die Augen und fragte mit einem ernsten Gesichtsausdruck: „Ist dir eigentlich klar, wie wichtig du mir bist?“ Mein Herz klopfte wie wild und ich wusste nicht, was ich denken sollte, einerseits hatte ich ja auch für ihn Gefühle entwickelt, aber andererseits war er doch der beste Freund von Ramon. „Aber Ramon...“, fing ich meinen Satz an, doch er unterbrach mich kam ein Schritt näher und meinte: „Charline, ich hab ihm Zeit gelassen, er hatte die Chance dazu, dass was zwischen euch ist zu ändern, aber anstelle mit dir zu reden, hat er sich dafür entschieden dich zu testen. Ist das jetzt meine Schuld, wenn ich dir meine Gefühle gestehe und du sie erwiderst?“ Ich ging vorsichtig mit meinen Fingern über seine Wange, schaute jedoch gleich wieder tief in seine Augen und erwiderte: „Nein, ist es nicht. Adriel, ich hab mich schon seit dem ersten Tag bei dir wohl gefühlt. Du bist ein toller Mensch und ich will dich nicht verlieren, aber ich will auch nicht zwischen dir und Ramon stehen.“ Er ließ mich los, setzte sich auf mein Bett, schaute auf den Boden und gestand traurig: „Er wird es sowieso noch akzeptieren, dass weiß ich, aber soll ich mich solange von dir fern halten, nur weil er mein bester Freund ist?“ Ich weiß, dass ich mich darüber freuen sollte, schließlich zeigte er mir das ich ihm sehr wichtig war. Aber der Gedanke das ich zwischen zwei besten Freunden stand, tat mir weh. Mein Verstand und mein Herz hatten angefangen eine andere Sprache zu sprechen, doch auf welche ich hören sollte, konnte ich nicht einschätzen. Ramon würde mich noch mehr hassen und das wollte ich auf keinen Fall. Was Adriel betraf, schon seit dem ersten Tag an, hatte ich das Verlangen danach gespürt ihn besser kennen zu lernen. Ja er gefiel mir, sehr sogar, aber niemals würde ich die Freundschaft zwischen ihm und Ramon gefährden. Ganz egal wie stark auch das Gefühl war, ihn berühren und küssen zu wollen. Um kurz für einen Moment abschalten zu können, schloss ich meine Augen, legte mich auf das Bett, doch bemerkte wie er sich langsam zu mir legte. Während meine Augen immer noch geschlossen waren, nahm er mein Gesicht und legte es auf seine Brust, anschließend ging er mit seinen Händen durch meine Haare, gab mir ein Kuss auf meinen Kopf und sagte traurig: „Ich will dich so gerne glücklich machen.“
- Charline, lass dir diesen Traummann doch nicht entgehen! Ramon ist doch selber Schuld. Warum willst du für ihn Adriel aufgeben? Das hat Adriel doch gar nicht verdient. -
„Ja, ist ja schon gut, ich weiß, dass Ramon selber dran Schuld ist, aber ich bin nicht egoistisch“, erklärte ich meiner inneren Stimme.
Als ich kurz davor war ein zu schlafen, stand Adriel vorsichtig auf und verließ mein Zimmer. Erst dann öffnete ich langsam meine Augen und spürte einen intensiven Stich im Herzen.


Ramons Sicht:

Nach dem ich Charlines Zimmer mit solch einer Wut verlassen hatte, schickte ich meine Gäste nach Hause und lief runter in den Keller, um meine Wut an den Trainingsgeräten raus zu lassen. Es war nicht meine Absicht gewesen sie zu beleidigen, aber was sollte ich machen? Gerade als ich ihr endlich mein wahres Gesicht zeigen wollte, sah ich sie mit Adriel aneinander kuschelnd auf dem Liegestuhl liegen. Sie hatte mich enttäuscht, sich an Adriel ran gemacht und das obwohl sie ganz genau wusste, das er wie mein Bruder war. Charline war die Letzte gewesen, der ich so etwas zu getraut hätte. Schließlich hatte sie mich doch auch nie an sich ran gelassen, wie die restlichen Mädchen die ich kannte. Aber warum dann ausgerechnet meinen besten Freund? Ich kickte voller Wut gegen den Boxsack und stellte mir vor das es Charline wäre. Sie sollte dafür gerade stehen, was sie gemacht hatte, auch wenn ich es nicht gezeigt hatte, war sie mir mit der Zeit sympathisch und wichtig geworden. Sie gehörte einfach zu meinem Alltag. Nein, nicht nur zu meinem Alltag sondern zu mir. Charline, meine kleine hübsche Engländerin. Mir war klar, dass ich in ihren Augen schuldig war, vielleicht hatte sie auch Recht, aber hätte sie noch ein bisschen gewartet, hätte ich ihr mein wahres Gesicht gezeigt und ihr auch meine Gefühle gestanden. Während meine Gedanken sich immer noch um Charline kreisten, kickte und schlug ich immer fester gegen den Boxsack. Sie sollte ihre Tat bereuen! Sich an meinen besten Freund ran zu machen, hatte sich noch kein anderes Mädchen getraut gehabt, vor allem nicht unter meinem Dach. Überhaupt war Adriel immer der schüchterne, hilfsbereite und witziger Typ gewesen, der sich von solchen Sachen nie begeistern ließ. Schließlich hatte er auch im Gegensatz zu mir, immer nur ernste Beziehungen geführt. Vielleicht war ja das mein Fehler, dass ich meine Zeit immer nur mit falschen Menschen verbrachte und mir nie wirklich Gedanken über die Zukunft machte.
Wie denn auch, wenn mein Herz und Verstand sich noch in der Vergangenheit befanden? Genauer gesagt, bei dem Tod meiner Mutter. Es war zwar jetzt schon 9 Jahre her, dass meine Mutter tot ist, aber trotzdem nahm es mich mit. Immerhin war ich damals erst 13 Jahre alt gewesen. Ein Alter, wo man die Mutter mehr als alles andere braucht. Sie hatte sich das Leben genommen, nur wegen meinem Vater, nur weil er sie immer unter Druck gesetzt, sich nur um die Arbeit gekümmert und keine Zeit mehr für seine Familie gehabt hatte. Meine Mutter hatte sowieso durch den ganzen Stress Asthma bekommen und wurde von Tag zu Tag immer depressiver und ihr Körper schwächer. Mein Vater sah das alles nicht, denn für ihn zählte nur die Politik. Er allein ist Schuld daran, dass ich den wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren habe, aber als wäre das nicht genug hat er die Zärtlichkeit die er meiner Mutter nicht geben konnte, genutzt um angeblich seine Trauer zu überwinden. Jahre lang gingen fremde Frauen hier ein und aus und dann will mir einer erzählen, dass Politiker einen hohen Wert auf die Ehre legen? Von wegen. Seit dem wir nach Madrid um gezogen waren, konnte mein Vater den Wert meiner Mutter nicht mehr schätzen und das obwohl meine Mutter 1993 den Miss España Titel erhalten hatte. Kaum zu glauben, eine Frau, die ein 4-jähriges Kind hatte, wurde gewählt. Aber nicht nur das, sie war außerdem eine erfolgreiche Schauspielerin und Sängerin. Sie war nicht nur reicher und erfolgreicher als mein Vater, nein sie war eine sehr hübsche und bezaubernde Frau. Und obwohl zahlreiche Männer immer noch hinter ihr her waren, wollte sie nur seine Liebe, was sie aber nie bekam. Im Gegenteil sie musste sich fast jeden Tag anhören, was für eine schlechte Ehefrau sie doch eigentlich wäre und das obwohl sie mit 18 schon Schwanger wurde. Sie hatte so vielen Menschen geholfen, in dem sie nicht nur Geld gespendet, sondern persönlich hin geflogen war und jede Familie einzeln unterstützte.. Als sie gestorben ist, hat nicht nur ganz Spanien und Portugal getrauert, sondern auch Hollywood. Sie war alles für mich, mein Lebenssinn, Hoffnung und vor allem die Person die ich am meisten in meinem Leben je geliebt habe.
„Und noch ein Schlag für meinen Vater!“, schrie ich wutentbrannt. Nur wegen ihm bin ich so geworden! Ich hab mich von ihm so erzogen lassen, wie er damals selber gelebt hat. Drogen, Sex und Alkohol. Erst kamen die Drogen, aber da mein Körper dies nicht verkraftet hat, gewöhnte ich mich an das Eine und Alkohol trank ich sowieso nicht in der Öffentlichkeit. Mein Vater hatte keine andere Wahl, außer mein neues Ich zu akzeptieren, denn schließlich war er der Grund, warum ich überhaupt so geworden war.
Nachdem ich langsam meine Wut an dem Boxsack raus gelassen hatte, kam Adriel in den Raum, setzte sich auf die schwarze Couch hin und meinte: „Ist dir eigentlich klar wie du Charline verletzt?“
„Adriel, rede in meiner Anwesenheit nicht über diese Schlampe. Siehst du nicht das sie nur mit dir spielt?“, fragte ich ihn nun, meine Augen verdrehend. Ich hatte keine Lust über dieses Mädchen zu reden, die Sache war für mich ein für alle mal erledigt. Die ganzen positiven Gefühle und Gedanken, hatten sich zu Hass entwickelt.  Während ich mich wieder meinem Boxsack widmen wollte, spürte ich Adriels Faust auf meinem Gesicht: „Ramon, halt deine verdammte Fresse, sie ist keine Schlampe!“, schrie er energisch.
Ich wischte mir das Blut weg, fing an frech zu grinsen und fragte ihn kränkend: „Ach so, deswegen schlägst du jetzt deinen eigenen Bruder?“ Und erst in diesem Moment bemerkte er, was er eben gerade da eigentlich getan hatte. Er setzte sich wieder auf die Couch, spreizte seine Beine auf, beugte sich nach vorne und ließ seine Hände über seinen Knien fallen. Ich setzte mich zu ihm hin, legte meine Hand auf sein Schulter und fragte: „Bruder, dass Mädchen macht dich verrückt. Siehst du nicht wie sie versucht uns beide gegeneinander aus zu spielen?“ Adriel schüttelte sein Kopf und erklärte: „Ramon, nein. Sie redet die ganze Zeit darüber, dass sie dir das nicht an tun kann.“
„Wie?“
„Sie hat ein schlechtes Gewissen, dir gegenüber.“
„Warum?“
„Keine Ahnung, Bruder. Ich weiß nur, dass sie nicht zwischen uns beiden stehen will und deswegen sich mit mir nichts vorstellen kann“, verriet Adriel von Trauer erfüllt.
„Weißt du was? Ich rede mit ihr“, versprach ich ihn aufheiternd.
„Ich hab sie dir weg genommen, nicht wahr?“, fragte Adriel schuldbewusst.
„Nein, hast du nicht. Mit uns wäre es sowieso nichts geworden“, log ich. Warum sollte ich ihm auch die Wahrheit sagen und ihn noch mehr verletzen? Es war ja nicht seine Schuld, dass er sich in Charline verliebt hatte. Adriel drehte nun sein Gesicht zu mir um, drückte mich und sagte: „Danke Ramon.“ Ich drückte ihn zurück, stand auf und kurz bevor ich wieder nach oben lief, sagte ich ihm zu zwinkernd: „Das mit Charline und dir werde ich schon regeln“ Er bedankte sich, ich ließ die Tür fallen und lief hoch in ihr Zimmer.
Als ich vor ihrer Tür stand, atmete ich kurz ein und aus, klopfte drei mal an der Tür und wurde dann auch schon rein gebeten. Als Charline mich mit ihren verweinten Augen ansah, wurde mir erst klar was ich angerichtet hatte. Ich hatte sie tatsächlich mitten ins Herz getroffen und jetzt tat es mir weh, sie so zu sehen. Ich musste wirklich lernen meine Wut zu kontrollieren.
„Ramon?“, fragte sie vorsichtig mit ihrer unglaublich sanften Stimme.
- Ramon, bitte vergiss nicht warum du hier bist –, erinnerte mich schnell meine innere Stimme und brachte mich somit wieder zu mir selbst. „Charline, darf ich mich hinsetzen?“
Sie nickte überrascht und machte Platz.
„Warum willst du Adriel nicht?“, fragte ich sie nun neugierig.
„Wegen dir, ich will nicht zwischen euch stehen.“
„Aber es macht mich traurig, dass es euch so schlecht geht. Ich hab dich mit meinen Wörtern verletzt, tut mir Leid, aber bitte lass nicht Adriel dafür leiden.“
„Ich weiß nicht was ich will Ramon. Noch gestern wollte ich nichts mehr außer Adriel, aber heute bin ich mir nicht mehr sicher.“
„Es liegt an mir. Glaub mir, ihr wärt ein tolles Paar.“, erklärte ich ihr aufrichtig und opferte mich selbst.
Sie lächelte mich an, schaute mir dabei in die Augen und bedankte sich. Ich nickte sie zurück anlächelnd, stand auf, verließ ihr Zimmer und lief direkt in die Arme einer fremden jungen Frau, die gerade an den Treppen stand. „AUA“, rief sie, sich ihren Kopf fest haltend und dabei mich entsetzt anschauend. Während ich sie auslachte, betrachtete ich sie genauer.
- Wow, Ramon ist dir eigentlich klar, was für eine Schönheit dir gerade gegenüber steht? -

„Ja und was für eine Schönheit“, antwortete ich begeistert meiner inneren Stimme. Sie hatte wunderschöne, lange und gewellte tizinrote Haare, die sie ab der Mitte, nach vorne hin geflochten trug. Außerdem schimmerten ihre grauen großen Augen und vor allem ihr rosaroter Kussmund, erweckte meine Aufmerksamkeit. Der Nasenpiercing sorgte dafür, dass ihre Nase schmaler aussah und vor allem diese leicht gebräunte Hautfarbe ließ den Körper makellos wirken. Durch das enge und kurze Kleid konnte man sogar die Größe ihrer Brüste, ihre Kurven und langen Beine gut erkennen und ich muss sagen, dass was ich sah, machte mich wirklich sprachlos. Als sie mich erwischte wie ich sie begutachtete, schaute sie mich ebenfalls musternd an und tastete mit ihren schmalen Fingern über mein Augenbrauenpiercing und sagte fasziniert: „Hammer, so etwas wollte ich mir auch machen lassen.“
Wir grinsten uns gegenseitig an, sie streckte mir ihre Hand entgegen und stellte sich vor: „Hallo, ich bin Noelle Evans.“
Ich nahm sofort ihre weiche Hand entgegen und sagte freundlich: „Freut mich sehr dich kennen zu lernen und ich bin Ramon Villar.“
Als sie hörte das ich Ramon war, umarmte sie mich sogar herzlich und sagte: „Ich bin die beste Freundin von Charline und ich muss sagen, dass was ich alles über dich gehört habe, hat mich schockiert.“ Sofort fing ich an zu lachen und verriet: „Aber von dir hab ich leider noch nichts gehört.“
„Ich mag es auch nicht im Mittelpunkt zu stehen“, erklärte sie beleidigt spielend und fügte hinzu: „Charline weiß nicht, dass ich hier bin, ihre Mutter hat mich eingeladen, also wenn du mir ihr Zimmer zeigen würdest, wäre ich dir sehr Dankbar, Herr Villar.“
Ich nickte freundlich und antwortete: „Gerne, Miss Evans.“
Also zeigte ich ihr Charlines Zimmer und lief anschließend hoch in mein Zimmer.
- Man, was für ein Tag mit was für einer tollen Überraschung -


15.12.12 17:52
 
Letzte Einträge: Te amo Darling (6 - 8), Te amo Darling (9 - 11 ), Te amo Darling (12 & 13 ), Te amo Darling (14 & 15 ), Te amo Darling (letzter Teil)


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen

Gratis bloggen bei
myblog.de


#Feelin' 1
#Feelin' 2
#Feelin' 3
#Feelin' 4
#Feelin' 5
Designed By KringelWingelDesigns