Summer Dreaming

Hallo alle zusammen,

heute (am 15.12.12) habe ich meinen ersten Blog erstellt und ich werde dies extra für meine Geschichten nutzen. Auch werden hier die Neuigkeiten zu meinen Geschichten stehen.

Bereits seit meinem 14. Lebensalter habe ich nun Erfahrungen mit dem Schreiben gesammelt und ich muss sagen, ich habe wirklich sehr viel gelernt, auch wenn immer noch einige Fehler in den Texten beinhaltet sein können.

Kurz eine Beschreibung zu meiner Person:

Ich bin noch 19 Jahre alt, allerdings wird sich das nächsten Monat ändern. Zurzeit mache ich meine einjährige Fachhochschulreife Richtung Wirtschaft und Verwaltung.
Außerdem wohne ich in Hessen und bin keine gebürtige Deutsche, weswegen es auch sein kann, dass sich ab und zu kleine sprachliche Fehler einschleichen.


Neue Geschichten:

  • - Meine neue Geschichte heißt "Heavenly Second" und ist eigentlich eine spontane Idee für ein Role Playing Game gewesen. Aber die Idee hat mir so gut gefallen, dass ich sie einfach als Geschichte verfassen musste. Hoffe, dass sie mir gelungen wird und ich nicht voreilig die Lust daran verliere.
  • - Außerdem hatte ich Ende November eine Geschichte angefangen, an die ich ebenfalls sitze bzw. sitzen sollte. Die Geschichte heißt  "Am Ende siegt immer die Wahrheit" und handelt von einer 21-jährigen jungen Frau, die vor Jahren ihre Zwillingsschwester verloren hat. Während sie ihr Leben lebt, erfährt sie immer mehr über die eigentliche Tatsache, weswegen ihre Schwester damals umkam.
  • - Eine Partner Geschichte mit Feder: "Azrael; mein Engel des Todes." Wie der Name schon sagt, es geht um Azrael.
Status der anderen Geschichten:
  • - "Gegensätze ziehen sich an", eine mehr oder weniger politische Geschichte die ich bereits seit 2 Monaten nicht mehr weiter geschrieben habe. Ich werde versuchen sie bald fortzuführen.
  • - "Der Bulle und ich" ebenfalls eine Krimi Geschichte die ich leider nicht mehr weiter führe. (Irgendwann wird sie weiter geschrieben.)
  • - Die neue Version von "Te amo Darling" ist fertig und auch in diesem Blog sichtbar, das heißt, ich werde mich bald wieder auf die "Fortsetzung" Deja-vu konzentrieren.
  • - "Please don't bring me back", meine erste richtige Erotikgeschichte, zumindest so geplant, mir fehlen zurzeit die Ideen und die Lust zum schreiben.
  • - Zudem habe ich noch ein paar andere Geschichten, auf den Seiten wo ich angemeldet bin.

So findet ihr meine anderen Geschichten:
  • www.rockundliebe.de - Name: e93
  • www.fanfiktion.de - Name: essi7

PS. Im Augenblick versuche ich mich wieder langsam auf meine Geschichten zu konzentrieren, aber kann leider nichts versprechen.

 

 

Alter: 24
 



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Blog

Heavenly Second (Beginn & Teil 1)

 
Heavenly Second

 

Steckbriefe der Hauptcharaktere

Name: Avery Lexington
Alter: 21
Beruf: Nach ihrem Fachabitur, eine Ausbildung zur Immobilienmaklerin (3. Ausbildungsjahr)
Charakterisierung: Eigenschaften einer Jungfrau
Sonstiges: Vater Australier, Mutter Deutsche, hat einen Rotweiler Welpen namens Akki, hat eine Sehschwäche und muss entweder Kontaktlinsen oder Brille tragen. Mag ihren Style.
Aussehen:

 

Name: Noah Königsburg
Alter:24
Beruf: hat nach dem Abitur BWL studiert und macht nun sein Management-Master.
Charakterisierung: Eigenschaften eines Schützen
Sonstiges: Seine Eltern sind stinkreich. Während der Vater eine eigene europaweit bekannte Firma für Solartechnik führt, ist die Mutter eine berühmte Möbeldesignerin.
Bis jetzt hat er sein Leben nach Lust und Laune gelebt, allerdings kurz nach Ende seiner Studienzeit, wurde er von seinen Eltern gezwungen sein Management-Master zu machen, um die Firma seines Vaters zu übernehmen und die Tochter der besten Freunde seiner Eltern zu heiraten.
Aussehen:

 

Prolog

Sommerferien, zwei Monate Australien. Wer würde nicht gerne mit Avery Lexington die Plätze tauschen und in den sechstgrößten Staat der Erde reisen? Vor allem, wenn die Reise von den Eltern finanziert wird? Wahrscheinlich alle, nur nicht Avery. Bereits von Anfang an ist sie von dieser Reise nicht angetan und das, was ihr auf dem Weg dorthin zustößt, stärkt nur ihre Unlust. Ob sie sich im Laufe dieser zwei Monate umentscheiden wird? Und wer ist Norman Kron? Nur ein verrückter Nervensäge?

 

 Teil 1: Bitte schnallen Sie sich an, in wenigen Augenblicken starten wir...

 "Hast du schon mit deiner Tante gesprochen und dich vergewissert, dass sie dich abholen kommen?", forschte mein Vater interessiert nach, während er und meine Mutter mich zum Flughafen fuhren. Um 16:45 Uhr sollte mein Flieger nach Australien starten.
"Ja, sie haben noch gestern versichert, dass sie 100 Prozent dort sein werden.", beruhigte ich meinen Vater und drehte mein Gesicht zur Autoscheibe um, ehe ich mich erneut meinen orange roten Haaren widmete. Meine Naturhaarfarbe war hellbraun, doch diese Farbe die ich zurzeit hatte, war einfach viel cooler. Anschließend nahm ich mein Samsung Galaxy S2 raus und schaute auf die Uhr. Noch rund 15 Minuten bis Düsseldorfer Flughafen.
"Und bist du schon sehr aufgeregt, mein Liebling? Immerhin wirst du zwei ganze Monate im Heimatland deines Vaters verbringen.", fragte meine Mutter mit solch einer Vorfreude, dass ich ihr am liebten gesagt hätte, dass sie an meiner Stelle gehen sollte. Denn um ehrlich zu sein, hatte ich gar keine Lust dazu. Wozu auch? Zwei Monate Rundreise in einem Staat, was mich sowieso nicht reizte. Wenigstens schien die Sonne und somit waren die Fensterscheiben runtergekurbelt, sodass frische Luft rein kam. Als meine Mutter merkte, dass ich ihr keine Antwort geben würde, drehte sie sich zu mir um, grinste kindlich und forderte mich glücklich auf: "Bitte Avery, ignoriere mich nicht. Ich freue mich doch nur, weil du wenigstens zu deiner Tante fliegen kannst. Sie wird sich sicher sehr freuen und jede freie Minute mit dir genießen. Vergiss nicht, dass sie deine einzige Tante von Papas Seite ist. Zudem hat sie Kinder in deinem Alter."
"Mama, du weißt das ich lieber nach Ibiza mit meinen Freundinnen gereist wäre, außerdem ist meine Cousine stets mit irgendwelchen Typen, die nicht mal eine garantierte Zukunft haben unterwegs und wer weiß, was mein Cousin macht.", konterte ich seufzend, doch meine Eltern schienen wirklich gut gelaunt zu sein, sodass sie diese Anmerkung völlig ignorierten und mein Vater bloß das Radio, wo zurzeit "Whistle" von Flo Rida lief lauter drehte. Dabei pfiff er sogar mit und als wenn das nicht reichen würde, kicherte meine Mutter wie ein verliebtes Teeniemädchen und legte ihre Hand auf seinen Oberschenkel. Gott, wie peinlich...

Endlich kamen wir an. Mein Vater parkte auf dem Parkplatz, zahlte die Gebühr für 15 Minuten, nahm meine Reisetasche aus dem Kofferraum und zu dritt betraten wir den Flughafen. "Oh Darling, schau doch mal... Die Schlange ist ja sehr lang.", merkte meine Mutter, meinen Vater wie ein kleines Kind am Ärmel ziehend an und staunte nicht schlecht.
"Wie viele Leute passen eigentlich in Qantas rein?", wollte meine Mutter interessiert von meiner Vater erfahren.
Dieser überlegte kurz, ehe er meiner Mutter ein Kuss auf die Lippen drückte und antwortete: "Schatz, das weiß ich jetzt nicht so genau, aber ich glaube 255 Economy, 32 Premium, 52 Business und 14 First." Wieder staunte meine Mutter und nickte nur leicht. Während wir an den Schalter liefen, schlang meine Mutter ihren Arm um meine Schulter und bat: "Bitte vergiss nicht, gleich als erstes deiner Tante die Regenbogenkekse zu überreichen. Du weißt ja, wie verrückt sie danach ist."
"Findest du es nicht ein wenig übertrieben, dass ich 23 Stunden lang auf diese Kekse achten soll?", quittierte ich mit einer Augenbraue in die Höhe gezogen.
"Den Keksen passiert schon nichts, aber wenn du merken solltest, dass sie schlecht werden, kannst du sie auch wegschmeißen."
"Oder du isst sie dann selbst", witzelte mein Vater, und legte sein Arm um Mama's Hüfte.
"Es ist echt krass, wie ihr nach 25 Jahren Beziehung immer noch wie frisch verliebt seit.", wechselte ich nun ernstgemeint das Thema und beide fingen an zu grinsen, schauten sich gegenseitig tief in die Augen und küssten sich wie immer leidenschaftlich.
"Nun ja, damals war ich eben 15 Jahre alt und auch ein kleiner Playboy der oft mit Mädchen flirtete. Nur bei deiner Mutter konnte ich nicht landen und das machte sie so interessant. Gott, Elma du hast mir echt den Kopf verdreht gehabt, obwohl du erst 13 Jahre alt warst. Aber ich bin froh das wir 2 Jahre später doch ein Paar wurden."
"Ja, ich auch Jackson.", erwiderte sie total verschämt und legte ihre Hand auf ihren Bauch. "Erinnerst du dich noch daran, dass ich dir damals als ich 19 Jahre alt war sagte, dass ich schwanger bin?"
"Natürlich, nach vier Jahren Beziehung war das der Höhepunkt und bei dieser Erinnerung klopft mein Herz selbst heute noch so wild.", lautete die amüsierte Antwort meines Vaters.
Ich war zwar kein Wunschkind, aber als meine Mutter schließlich schwanger wurde, wussten meine Eltern bereits, dass sie mich trotz allem haben wollten und da meine Mutter ihre Ausbildung zur Sozialassistentin abgeschlossen hatte, war es auch nicht weiter schlimm. Mein Vater studierte zu dieser Zeit Bankwesen. Diese Geschichten kannte selbst ich auswendig. Dennoch war es interessant mit anzusehen, wie beide es erzahlen konnten, als sei es erst gestern. Das mein Vater hier in Deutschland und meine Tante, seine ältere Schwester in Australien ist liegt nur daran, dass die Eltern meines Vaters, also meine Großeltern, als die Kinder noch 10 waren hierher kamen und nachdem meine Tante Lehramt studiert hatte, zog sie mit meinen Großeltern wieder zurück, wo sie wenige Jahre später meinen angeheirateten Onkel kennenlernte und heiratete. Mein Vater blieb natürlich hauptsächlich nur für meine Mutter zurück und nachdem ich geboren wurde, heirateten sie ebenfalls.

"Der Nächste bitte", sprach die Angestellte und mein Vater legte meinen Koffer auf das Laufband und nachdem die Blondhaarige in dem Uniform das Gewicht gemessen hatte, klebte sie den Streifen drauf und mein Koffer fuhr davon. Anschließend reichte sie uns das Ticket, beschrieb den Weg zum Gate und wünschte eine gute Reise. Bei der Passkontrolle mussten sich meine Eltern von mir verabschieden. Während meine Mutter einige Tränen weinte, ja, sie war nah am Wasser gebaut, drückte mich mein Vater fest und küsste mich auf die Wange. "Pass gut auf dich auf und grüß mir alle." Ich nickte knapp, gab meiner Mutter einen kurzen Kuss auf die Lippen und ging durch die Kontrolle. Danach ging alles sehr schnell und nach fast einer Stunde saß ich nun im Economy Class auf Platz 34c. Ich nahm die Kopfhörer, die ich noch vom letzten Flug hatte raus, steckte sie an den Sitz an und lehnte mich zurück. Zum Glück saß ich auf der Fensterseite, denn auf den anderen Plätzen fühlte ich mich nicht wohl. Inzwischen waren fast alle Plätze im vorderen Bereich. außer die neben mir besetzt. Hoffentlich kommt auch keiner mehr hin.

Wenige Sekunden nachdem ich tatsächlich davon ausging, dass die beiden Plätze neben mir frei waren und die Augen schloss, um in Ruhe Musik zu hören, spürte ich nur, wie jemand mich an der Schulter antippte. Langsam öffnete ich meine Augen und blickte in die grünen Augen eines Typen der mich schief angrinste.
"Was ist? Was willst du?", fragte ich etwas forsch, er zeigte mir nur seinen Ticket und fügte hinzu: "Sorry, aber du sitzt auf meinem Platz."
Nachdem ich ein Blick darauf geworfen hatte, schaute ich zu den Plätzen hinter mir, vielleicht würde ich es schaffen, ihn dazuzubringen, sich auf einen anderen Platz zu setzen, allerdings waren alle Plätze belegt und somit sprach ich gereizt: "Sorry aber das hier ist mein Platz."
"Ehm. Ich sitze auf dem Platz 34a und wie du weißt, fängt das Alphabet so an: a, b, c... also sitze ich am Fenster.", erklärte er mit einem spitzbübischem Lächeln.
"Sag mal wie alt bist du, 10? Setz dich doch einfach dahin!", konterte ich eindeutig genervt und rollte die Augen.
"Sir, gibt es hier ein Problem?", fragte freundlich eine rothaarige Flugbegleiterin.
"In der Tat gibt es ihn. Mein Platz wurde belegt und ich hatte fest angeordnet, auf der Fensterseite zu sitzen.", antwortete er immer noch belustigt und ich weiß nicht wieso, aber dieser Typ brachte mich auf 180. Er gehörte zu der Sorte von Männern die einfach nur kindisch waren und niemals reif werden würden. Sehr stark erinnerte er mich an meine Eltern.
"Darf ich kurz ihre Boardkarte sehen, Miss?", bat die hübsche Stewardess und somit reichte ich ihr meine Karte.
"Wahrlich, Sie sitzen auf dem falschen Platz. Bitte setzen Sie sich doch um, damit wir dieses kleine Problemchen beseitigen.", bat sie und widerwillig stand ich auf, der Schwarzhaarige setzte sich rein, bedankte sich charmant bei der Flugbegleiterin und wartete darauf, dass ich mich zu ihm saß.
Da die Türen bereits geschlossen wurden, setzte ich mich auf meinen tatsächlichen Platz und nicht eins neben ihm.
"Komm schon, dass war doch nur ein Joke.", stellte er laut lachend fest und ich hatte das Gefühl das alle Passagiere uns anstarrten.
"Hast du nichts besseres zutun, als mir auf die Nerven zu gehen und auf die Pelle zurücken?"
"Ehm, lass mich mal überlegen. Wir werden mind. 20 Stunden lang miteinander verbringen, da sollten wir doch Freundschaft schließen.", sprach er grinsend aus und reichte mir seine Hand. "No... Norman  Kron."
"Happy Birthday.", erwiderte ich gelangweilt, steckte meine Kopfhörer erneut an, diesmal auf meinen eigenen Platz und schloss wieder die Augen. Für einen Augenblick machte es echt den Eindruck, dass er mich endlich in Ruhe lassen würde, doch zu früh gefreut. Wieder tippte er mich auf die Schulter und schaute mich beängstigt an: "Hast du keine Angst vorm Fliegen?"
"Nein, wieso sollte ich?"
"Weiß ich nicht, aber ich hab große Angst. Darf ich deine Hand beim Start halten?"
Entsetzt starrte ich ihn an und mein Mund blieb offen. Gott, wo befinde ich mich hier?
"Sag mal, bist du hängengeblieben oder so?"
Er zog ein Schmollmund, verschränkte beleidigt die Arme vor der Brust und antwortete: "Ich bin nicht hängengeblieben! Aber du bist sehr unfreundlich, weißt du das?"
"Das Leben ist nun mal hart. Solltest dich lieber dran gewöhnen."
Während der Zeit indem wir sprachen, wurde das Video mit den Sicherheitsregeln gezeigt.
Erst dann, als die letzte Stewardess sich hinsetzte und durch die Sprechanlage höflich befahl: "Bitte schnallen Sie sich an, in wenigen Augenblicken starten wir.", setzte sich die Maschine in Bewegung und bevor ich auch etwas merken konnte, saß dieser Norman neben mir und hielt meine Hand fest umklammert, dabei schloss er seine Augen ganz fest. Sein Gurt war ziemlich festgezogen. Oh man, das kann ja noch heiter werden.
"Lieber Gott, ich bin noch zu jung um zu sterben, bitte sorge dafür, dass der Start erfolgreich wird und das meine Sitznachbarin noch ein bisschen Herzlichkeit besitzt.", betete er leise dabei und ich versuchte ihn nur wegzuschubsen, aber er war zu stark.
Nach circa einer Minute konnte ich spüren, wie die Räder den Boden verließen und abhoben. Endlich in der Luft und dieser Idiot hatte nicht einmal aus dem Fenster gescha,ut!
Nur um mich auf die Palme zu bringen, hatte er mich von diesem Platz aufstehen lassen, jetzt saß er nicht mal selbst dort und nutzte diese Gelegenheit nicht einmal aus! Wut machte sich in mir breit!

15.12.12 01:46


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Te amo Darling (Teil 1 - 3)

 

Prolog

Er, Ramon eigentlich ein normaler, reicher Bürger Madrids, ist bekannt als, "Casanova" oder "Sexgott", da er von allen Frauen umschwärmt wird und alles bekommt was er will. Jung, sexy und arrogant! Seine Mutter ist vor Jahren ums Leben gekommen, sodass er allein mit seinem Vater Carlos, ein beliebter Politiker zusammen lebt. Doch eines Tages erscheint Carlos' Dolmetscherin mit ihrer Tochter in der Villa und seit dem an, ändert sich alles. Ramon wirft ein Auge auf, die gebürtige Engländerin, hübsche, noch Jungfrau Charline. Diese hasst ihn und macht ihm mehr als deutlich, dass sie nicht zu seinen Puppen gehört. Wird Ramon, sie trotzdem bekommen? Wird sie sich auf ihn einlassen? Oder wird gar Liebe entstehen? Lasst euch überraschen. 

 

Willkommen in Madrid

Es war nicht das erste Mal, dass ich mit meiner Mutter Amy nach Spanien flog, doch das war das erste Mal, dass sie mich mit zur einer Geschäftsreise mitnahm. In diesem Sommer sollte alles anders kommen, als erwartet.
„Charline hast du dein Koffer schon gepackt, Liebes?“, fragte meine Mutter, voller Vorfreude.
„Ja Mama, keine Angst alles schon erledigt“, antwortete ich, sie beruhigend.

Ich hatte meine Mutter davor, schon seit einer Ewigkeit nicht mehr so aufgeregt gesehen. Wie denn auch? Sie reiste viel und war nur selten zu Hause. Doch ich nahm es ihr nicht übel, denn sie war schon seit 7 Jahren allein erziehend. - Arme Mama -, dachte ich jedes Mal.
Der Grund? Mein Vater war ein Arschloch gewesen, er hatte meine Mutter schon öfters betrogen. Allerdings liebte meine Mutter ihn so sehr, dass sie ihm jedes mal verzieh und auf eine Besserung hoffte. Bis zu dem Tag, als eine junge Frau, die bestimmt mindestens 10 Jahre jünger als mein Vater war, mit einem Baby in ihren Armen, vor unserer Haustür stand und bat, einzutreten. Sie erzählte, dass sie eine Affäre mit meinem Vater hatte und sich nun schuldig fühlte, weil er im Endeffekt verheiratet war. Dieser Tag war für meine Mutter so schlimm, dass sie bereits ein Monat später die Scheidung reichte und sich sicher war, ab diesem Tag an, ein besseres Leben führen zu können. In der Tat alles verbesserte sich und meine Beziehung zur meiner Mutter befestigte und stärkte sich. Außerdem zog meine Tante Lola zu uns ein und so blieb ich nie allein, wenn meine Mutter auf Geschäftsreisen war.
Sie schloss die Haustür ab, wir stiegen ins Taxi und wurden zum
Flughafen gefahren. Als wir ankamen, gaben wir die Koffer ab, checkten uns ein und warteten bestimmt 1 Stunde bis wir endlich von England nach Spanien flogen. Es war herrlich heiß, die Sonne schien und man konnte direkt eine andere Atmosphäre spüren.
„Wie schön, es wird uns hier sicher gefallen“, stellte ich lächelnd fest. Meine Mutter legte ihren Arm um mein Schulter, lächelte zurück und meinte selbstsicher: „Das hoffe ich doch sehr.“
Wir warteten und warteten, doch auf was wir warteten wurde mir erst bewusst, als eine schwarze Limousine zu uns an gefahren kam, ein Chauffeur ausstieg und uns mit den Worten: „Hola Señoritas“, begrüßte.
Er stellte unsere Koffer in den Kofferraum und wir stiegen ein. Ich konnte nichts anderes sagen, außer ein begeistertes: „WOW“. Es war einfach fantastisch, schön warm und angenehm. Vor allen sah ich in den Augen meiner Mutter Zufriedenheit und Glück und um ehrlich zu sein, war das auch das Wichtigste für mich, sie nach so einer langen Zeit mal wieder so glücklich zu sehen. Während wir vor einer, riesengroßen Palast ähnlichem, Villa anhielten, ausstiegen und nur darauf warteten unsere Koffer an uns nehmen zu können, schaute ich meine Mutter fragend an und forschte: „Das ist jetzt ein Scherz oder?“
„Nein, es ist mein voller Ernst, wir bleiben hier. Gefällt es dir etwa nicht?“

Doch doch, sehr sogar, aber Mama wie kommt's?“
„Mein Schatz, da siehst du mal wie erfolgreich deine Mutter in all den Jahren geworden ist“, sagte sie mit voller Stolz.
Meine Mutter ist Dolmetscherin. Sie spricht fließend deutsch, englisch (ihre Muttersprache), spanisch, italienisch und französisch. Am Anfang ihrer Karriere hatte sie keine hohen Ansprüche, doch mittlerweile arbeitete sie nur noch für sehr wichtige Persönlichkeiten. Aber DAS war eindeutig zu viel.
Unsere Koffer wurden in zwei 5 Sternehotel ähnliche Zimmer getragen und meine Mutter erklärte mir, nach dem wir alles in die Schränke eingeräumt hatten, dass sie hoch zu ihrem Auftraggeber gehen müsse. Ich legte meinen Kopf auf die Fensterbank und schaute nach draußen, zum Garten. Es war sehr groß und ein Schwimmbecken stand genau in der Mitte des Gartens. Wunderschöne Blumen schmückten den Garten und viele wertvolle Statuen waren unterschiedlich platziert.
- Wie schön -, bemerkte ich voller Begeisterung und fing an, vor mich hin zu träumen, bis plötzlich jemand an die Tür klopfte.
„Herein“, rief ich und schon stand ein breit gebauter, schwarzhaariger und grünäugiger Mann, neben meiner Mutter, vor mir.
„Liebes, das ist ein spanischer Politiker, er wollte dich mal kennen lernen.“ „Buenos dias! Me llamo Carlos Villar. Como te llamas?“ (Guten Tag, ich heiße Carlos Villar. Wie heißt du?)
„Hola! Me llamo Charline.“ (Hallo, ich heiße Charline)
„Como éstas?“ (Wie geht es dir?)
„Mucho estrés“ (viel Stress), antwortete ich total erschöpft.
Er fing an zu lachen und meine Mutter meinte, dass sie mit Herr Villar ins Arbeitszimmer gehen und arbeiten müsse. Somit verabschiedeten sie sich von mir und ich ging gedankenverloren raus in den Garten.

Schon seit 2 Jahren studierte ich Spanisch und somit sah ich diesen Urlaub als eine tolle Möglichkeit um meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Ich liebte diese Kultur, es spiegelte mich wieder. Natürlich war ich stolz darauf Engländerin zu sein, aber Spanisch war dennoch meine größte Leidenschaft. Ich war erst 20 Jahre alt, hatte schwarze und mittellange Haare und hell braune Augen, die jedoch im Sommer grün wurden. Da meine beiden Elternteile rötliche Haare und einen helleren Teint hatten, wurde ich auch oft gefragt, ob ich eventuell adoptiert wäre. Verrückt aber wahr.


Als ich letztendlich im Garten war, lief ich eine Runde bis ich schließlich in dem Schwimmbecken ankam. Zur meiner Überraschung lag ein breiter, braun gebrannter und kurz haariger junger Mann im Wasser. Kennt ihr diese reichen und verwöhnten Menschen, die breit sind, aber nicht weil sie so viel trainieren, sondern weil sie Diener um sich herum haben und alles in den Allerwärtesten geschoben bekommen? Vor allem die arrogant wirkten und sich unbeliebt machten, weil sie dachten alles bekommen zu können? Obwohl ich diesen Mann nicht kannte, war mir bewusst, dass er zu dieser Gruppe gehörte. Die Gruppe die ich so sehr hasste. Genau in diesem Moment bemerkte er mich, fing an frech zu grinsen und fragte auf spanisch nach meinem Wohlbefinden.
„Gracias“, antwortete ich nur und ging genervt wieder rein.
Ich legte mich in mein Himmelbett und dachte über diesen Ereignis nach. Könnte es vielleicht sein, dass mein Urlaub gefährdet war? Nach einer kurzen Zeit schlief ich mit diesem schrecklichen Gedanken ein, bis mich ein Hausmädchen aufweckte und zum Essen rief. Schnell wusch ich mein Gesicht mit kaltem Wasser, zog mir ein weißes Kleid an, band meine Haare zu und lief langsam zum Esszimmer. Doch als ich gerade angekommen war, bereute ich es schon wieder, denn der Typ vom Schwimmbecken saß genau neben meiner Mutter und grinste mich schief an. Wut machte sich in mir breit und meine Hände formten sich zur Fäusten. Nur meiner Mutter zur Liebe setzte ich mir ein Lächeln auf und setzte mich ihm gegenüber. Das Essen wurde rein gebracht und wir fingen auch schon an zu essen. Sie sprachen und lachten viel, bloß mir fehlten die Worte, denn um so mehr ich ihn sah, um so mehr spannten sich meine Nerven an. Als meine Mutter dies bemerkte, stellte sie ihn mir auch noch vor: „Darling, das ist Ramon, Carlos' Sohn. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr euch gut verstehen würdet.“
- NEIN NICHT AUCH NOCH DAS -, schrie ich in meinen Gedanken, reichte ihm allerdings doch noch die Hand und meinte auf englisch in der Hoffnung das er mich nicht verstand: „Sehr erfreut“.
Doch leider lag ich falsch, denn er setzte mir ein Kuss auf die Hand, lächelte frech und meinte ebenfalls auf englisch: „Ganz meinerseits, Miss.“

Ach, sind die beiden nicht süß?“, fragte meine Mutter, total aufgeregt. Carlos lehnte sich nach hinten und nickte zufrieden.
„Du kannst meine Hand jetzt los lassen“, meinte ich genervt zur Ramon, er grinste erneut aber ließ dennoch meine Hand los.
Nach dem Essen verschwand ich sofort in mein Zimmer, denn ich hielt es in seiner Nähe nicht länger aus. Warum konnte der Sohn solch eines Mannes nicht genau so attraktiv sein wie er selbst?
Ramon wirkte eingebildet, dabei sah er mit seinen breiten Schultern, seinem Sixpack und Größe von circa 1.78 m nicht mal halb so gut aus, wie er sich fühlte. Nein ich achtete nicht auf das Äußere eines Menschen, aber bei so einem Tier konnte man ja mal eine Ausnahme machen oder? Wie auch immer, ich warf mich auf das bequeme Bett und versuchte ein zu schlafen. Leider ohne Erfolg, denn auf einmal hörte ich ein Stöhnen im Garten.

Gegen meinen Willen stand ich auf, lief zum Fenster und schob vorsichtig die Vorhänge zur Seite. Als ich erkannte was draußen vor sich ging, blieb mir der Atem stehen. Ramon lag fast nackt, auf dem Hausmädchen die mich vorhin aufgeweckt hatte. Er knetete ihre Brüste und sie küsste seinen Hals. Zum Glück konnten sie mich in dieser Dunkelheit nicht erkennen. Obwohl ich sie genau beobachten konnte.

 


War er wirklich so schlimm wie ich gedacht hatte? Einerseits machte es mich traurig, weil ich Menschen eigentlich immer eine zweite Chance gönnte. Aber Ramon hatte auch dies vermasselt und somit war klar, dass ich wieder mal Recht hatte. Während ich in Gedanken versunken war, bemerkte ich erst gar nicht das sein „Kleiner“ sich nun in ihr befand.
Erst als sie ihren ersten Orgasmus bekam, wurde es mir klar und schnell zog ich die Vorhänge wieder zu und zwang mich zum einschlafen. Um 9 Uhr morgens weckte mich das gleiche Mädchen wieder auf, sie hatte ein breites Grinsen auf ihren Lippen und ich wusste sofort das es wegen Ramon war:
„Macht es dir nichts aus, mit dem Hausherren zu schlafen?“, fragte ich sie schließlich doch.
„Nein, tut es nicht. Ich genieße es jedes Mal aufs Neue, außerdem ist das kein Geheimnis.“
„Warum? Schämst du dich nicht? Was wäre wenn an meiner Stelle, Carlos euch gesehen hätte? Außerdem ist er nicht zu alt für dich?“
„Carlos weiß das, jeder weiß das. Ramon ist der spanische Casanova. Du bist neu hier, deswegen weist du es nicht, aber wir bezeichnen Ramon, als ein Sexgott. Außerdem ist er erst 22 Jahre alt.“
Ich war schockiert. Das konnte doch nicht ernst gemeint sein oder? Das war zu viel. Und ich spürte schon fast ein Verlangen danach, diesem Kerl eine rein zu hauen.
- Charline reiß dich zusammen. Er ist es nicht wert das du dich wegen so einem Deppen aufregst -, erklärte ich mir selber, atmete tief ein und aus, begab mich in die Badewanne und lief anschließend runter ins Esszimmer.
Mit einem Lächeln begrüßte ich Carlos und gab meiner Mutter einen Kuss auf die Wange.

„Guten Morgen, mein Schatz. Hast du gut geschlafen?“, fragte sie mich mit einem ihrer schönsten Lächeln.
Bevor ich ihr eine Antwort gab, dachte ich noch mal an den Vorfall. Sollte ich ihr sagen was für ein perverses Arschloch dieser Ramon war?
Vor allem hier, in Anwesenheit seines Vaters?
- Nein lieber nicht, schließlich bin ich nicht mehr in dem Alter dafür-, erinnerte ich mich selber und antwortete: „Ja Mama, hab ich. Was machen wir heute?“
Meine Mutter schaute fragend Carlos an, dieser hob bloß seine Schulter und meinte: „Amy wenn du willst, dann könnt ihr die Stadt erkunden. Die Arbeit kann ruhig warten.“
Doch trotzdem antwortete meine Mutter: „Schatz, ich würde ja gerne mit dir etwas unternehmen, aber Carlos und ich müssen noch so viel arbeiten. Allerdings bin ich mir sicher, dass Ramon gerne mit dir raus gehen würde.“
Genau in diesem Moment kam auch schon der Teufel von der Tür herein spaziert.
- Wie wahr doch der Spruch, „wenn man von dem Teufel spricht, dann kommt er“, ist. -, stellte ich fest, lief auf ihn zu, spuckte ihm ins Gesicht und gab ihm eine Ohrfeige, die er nie wieder in seinem Leben vergessen würde. Zumindest in meinen Gedanken.
Ich schaute ihn kurz angeekelt an und setzte mich dann neben meine Mutter und meinte abweisend: „Nein, ich werde schon etwas im Haus finden, womit ich meine Zeit tot schlagen kann.“
„Um was geht es denn?“, fragte Herr Casanova total verwirrt.
„Nichts“, antwortete ich kühl, da ich mir genau vorstellen konnte, wie er reagieren würde. Aber meine Mutter musste ja wie immer Alles besser wissen.
„Charline will raus, leider habe ich keine Zeit, könntest du sie heute vielleicht ausführen?“
„Heute leider nicht, ich erwarte Besuch, aber bei der nächsten Gelegenheit gerne“, antwortete er lächelnd.
Was für ein Schleimer. Nachts Frauen verführen und morgens einen auf Gentleman tun. Wie ich so etwas hasste, aber trotzdem lächelte ich ebenfalls in die Runde, aß mein Nutella Brot zu Ende und verschwand in den Garten.
Zu meinem Pech kam Ramon ungefähr 15 Minuten später nach, er setzte sich neben mich auf den Liegestuhl und sagte mit seiner tiefen dennoch wunderschönen Stimme. Ich gebe es ungern zu, aber ja er hat wirklich eine atemberaubende Stimme: „Klarissa hat mir vorhin verraten, dass du uns gestern Abend gesehen hast, ich werde ab sofort mehr auf meine Umgebung achten.“
„Das ist mir egal was du machst. Ich kenne dich zwar nicht, aber bleib mir bitte trotzdem fern.“
„Warum?“
„Weil ich solche Menschen wie dich hasse.“
„Ich bin ein Arschloch, schon gut, aber das Wort hassen ist übertrieben. Meinst du nicht auch?“
„Nein“, mit dieser Antwort stand ich auf und lief in mein Zimmer. Aber Moment mal eigentlich hatte er doch Recht oder? Ich meine, ich kannte ihn ja nicht, also gab es kein Grund ihn zu hassen. Wie auch immer, er war es nicht wert, dass ich mir mein Kopf wegen ihm zerbrach, deswegen schmiss ich mich auf das Bett und las das Buch "Liebesspiel", das ich extra für den Urlaub gekauft hatte, in der Hoffnung hilfreiche Tipps zu erhalten.
Schon bevor ich den 1. Kapitel zu Ende lesen konnte, hörte ich bestimmt fünf verschiedene weibliche und zwei männliche Stimmen. Sofort öffnete ich die Tür und sah, wie Ramon seine weiblichen Gäste mit einem Kuss auf ihre Lippen und die Typen umarmend begrüßte. Die jungen Frauen sahen alle künstlich aber dennoch hübsch aus. Während die Typen breit und typisch spanisch waren.
Als Ramon mich sah, kam er zu mir, grinste frech und fragte: „Lust mit uns draußen zu schwimmen?“

„Nein, danke“, antwortete ich so kalt wie möglich, schon lief er wieder zu den anderen und sie gingen in den Garten. Was dann passierte?
Ich legte mich wieder zurück ins Bett, um weiter zu lesen, jedoch wurde ich permanent von nervigen Geräuschen gestört und deswegen entschied ich mich doch noch raus zu gehen. Gerade als ich draußen angekommen war, sah ich wie die beiden Typen Alkoholflaschen auf machten und diese über die Körper der vier jungen Frauen schütteten, um diese Stellen anschließend zu lecken.
In der Zwischenzeit war Ramon dabei im Wasser dem fünften Mädchen ihr BH aus zu ziehen. Er bemerkte nicht einmal das ich da war und ihn beobachtete, nein, er wollte nur sein Spaß haben. Ich stellte mich an den Rand des Schwimmbeckens und wartete gespannt darauf, wann er mich bemerken würde. Leider ohne Erfolg, denn er küsste sie, berührte sie am ganzen Körper und erst danach, drehte er sein Kopf in meine Richtung, flüsterte ihr etwas ins Ohr und ging mit ihr Hand in Hand rein.
Warum tat er das? Wieso hatte er es so nötig? Schämte er sich denn gar nicht? Dachte er denn kein bisschen an den Ruf seines Vaters?
Und schon wieder bewies er, dass es sich lohnte ihn zu hassen.
Auch die anderen Gäste bemerkten mich nicht, aber das war mir egal, denn ich lief nun wieder rein, in mein Zimmer und wartete darauf das die Gäste gingen. Zu meinem Überraschen gingen vier der fünf weiblichen Gäste mit den beiden Typen mit und die Fünfte wurde von Klarissa hoch in Ramons Zimmer gebracht. Was dort passierte könnt ihr euch sicherlich schon denken.
Am Abendessen nahm er trotzdem teil. Er wirkte erschöpft und seine kurzen blond braunen Haare sahen auch total zerstört aus. Kein Wunder bei so viel Sex. Ob das überhaupt noch „gut“ war?
Naja, mir konnte das auch egal sein, denn schließlich würde ich mich für meinen Ehemann auf sparen.
Nach dem Abendessen stand ich auf, um wie immer sofort in mein Zimmer gehen zu können, aber auf dem Weg wurde ich plötzlich von Ramon aufgefangen.
„In deinen Augen bin ich wahrscheinlich der größte Arschloch, oder?“, fragte er mit einem traurigen Gesichtsausdruck .
„Kann man so sagen“, antwortete ich kühl.
„Charline bitte, das ist mein Leben. Versteh es!“
„Ach so, dein Leben besteht nur aus dem einen?“, fragte ich ihn nun ironisch.
„Man ist eben nur einmal jung“, meinte er sich rechtfertigend, in dem er mein Arm fest hielt und mir tief in die Augen schaute. Dachte er wirklich das ich so dumm wäre und mich wie all seine Püppchen einfach so her geben würde? NIEMALS!
Ich schaffte es mein Arm von seinem festen Griff zu befreien, schaute ihm wütend in die Augen und sagte schon fast drohend:
„Hör mal zu, dein Leben interessiert mich nicht. Genau so wenig wie du! Wenn du so glücklich bist dann mach weiter so, aber fass mich nie wieder an. Bleib mir fern! Hast du verstanden?“
Meine Worte saßen wirklich, denn seine Augen
weiteten sich und sein Mund blieb offen.
- Was für ein Trottel!!! -

 

Eine besondere Begegnung

Endlich konnte ich in das bequeme Bett steigen, mein Buch auf klappen und mich in den Schlaf lesen.
Die folgenden Tage vergingen sehr ruhig, da Ramon auch kaum zu Hause war. Ich genoss das Wetter und überredete sogar meine Mutter mit mir nach Madrid zu fahren. Es war toll, genau wie ich es mir vorgestellt hatte. Tolles Wetter, hübsche Männer und leckeres Essen. Mehr konnte ich mir überhaupt nicht erdenken. Nach einem ausgiebigen Shoppingtag fuhren wir wieder zurück zur Villa.
Als ich nur noch meine Unterwäsche an hatte, schnappte ich mir ein Badetuch und lief ins Badezimmer, um mein Körper ein wenig zu erfrischen. Eigentlich würde ich mich so nie aus dem Zimmer trauen, aber da Ramon ja nicht da war und Carlos oben mit meiner Mutter arbeitete, konnte ich es mir leisten.
Gerade als ich vor dem Spiegel stand und mich aus ziehen wollte, platzte Ramon jedoch ins Badezimmer und sagte frech grinsend:
„Oh la la. Señorita.“
Blitzartig wurde ich rot, knallte ihm die Tür vor die Nase zu, die ich auch sofort ab schloss und stellte mich endlich unter die kalte Dusche.
Was für eine Woche.
Einige Tage nach diesem Vorfall, lief ich in den 4. Stock und setzte mich auf ein Liegestuhl auf dem Balkon. Vor allem nachts, hatte man einfach ein wunderschönen Ausblick. Die Sterne leuchteten intensiver, als bei uns und die Wärme fühlte sich so angenehm auf meiner Haut an, dass ich kurz davor war ein zu schlafen, als plötzlich Ramon kam und verwirrt fragte: „Charline, bist du noch wach?“.
- Wow was für eine Stimme –, dachte ich zwar noch im ersten Moment, da ich diese Stimme mittlerweile liebte, aber schon im nächsten Moment, stieg erneut die Wut in mir und mit einer lauten Stimme fragte ich: „WAS?“
„Wir haben schon 3 Uhr morgens, willst du nicht lieber in dein Zimmer gehen?“
Als ich erfuhr das wir schon 3 Uhr hatten, wurde ich leicht nervös, denn schließlich wollte ich heute früher schlafen, um morgen meine Mutter nach Madrid zu begleiten.
Also stand ich ohne ein Wort zu sagen auf, schaute ihm kurz nochmal tief in die Augen und lief langsam und verschlafen die Treppen runter.
Am nächsten Morgen kam Klarissa mich aufwecken. Ich weiß nicht warum, aber ich hasste es sie zu sehen. In meinen Augen war sie wertlos und dabei wirkte sie doch so unschuldig und süß. Aber die Worte die sie mir gesagt hat, schallten immer noch in meinem Kopf.
„Klarissa?“
„Ja“
„Liebst du Ramon?“, fragte ich sie vorsichtig.
Sie überlegte kurz, wurde dann rot und gestand: „Nein, seine Art kann einem tierisch auf die Nerven gehen, aber er ist auch eher bekannt für seine Berührungen, diese Zärtlichkeit...“
„Ach so, er ist also nicht wild?“
„Ich will nichts falsches sagen. Am besten schlafe selber mit ihm. Glaub mir du wirst es nicht bereuen.“
Ohne zu zögern stand ich auf, gab ihr eine feste Ohrfeige und schrie: „Ganz bestimmt nicht. Ich werde mein erstes Mal mit meinem Ehemann haben und nicht mit so eine Perversling!“
Sie fing an zu lachen, nickte und meinte: „Dann frag mich auch nichts.“
- Wie diese Klarissa einem wirklich den Tag verderben kann. Was fiel ihr ein, mir so etwas zu sagen? Die Ohrfeige hatte sie meiner Meinung nach wirklich verdient. Ob ich jetzt ihretwegen mit Ramon wieder mich streiten würde? Ach mir doch egal! -
Nachdem ich gemerkt hatte wie ich meine Zeit in der Dusche tot geschlagen hatte, zog ich mir schnell ein weißes Kleid über und machte mich auf den Weg in das Esszimmer. Unerwartet hielt eine männliche Hand meine Hand fest, drehte mich zu sich und fragte mit einem verführerischen Blick: „Willst du wirklich so da rein gehen und die Aufmerksamkeit auf dich lenken? Wir haben heute Besuch.“
Hää? Was meinte er jetzt schon wieder damit? Ich verstand kein Wort, blickte ihn verwirrt an und plötzlich ging er mit seiner Hand über mein Rücken. Und erst dann wusste ich was er meinte. Wegen dieser Eile, hatte ich komplett vergessen mir ein BH anzuziehen und da mein Kleid weiß war, konnte man sicherlich alles durch sehen: „Ach scheiße!“
Als wäre das nicht genug, kam er auch noch ein Schritt näher auf mich zu und fügte hinzu: „Also mich stört der Anblick überhaupt nicht. Schade, dass der BH das einzige ist was fehlt.“
Nicht einmal eine Sekunde später, bildeten sich meine Fingerabdrücke auf seiner Wange.
Er hielt sprachlos seine Hand auf die brennende Stelle und fragte mich zornig: „Sag mal spinnst du?“
„Selber Schuld Herr Casanova. Ich hab dir gesagt das du dich von mir fern halten sollst. Außerdem hast du doch schon genug hübsche Frauen an deiner Seite, warum willst du dann noch mich?“
„Ich stehe nun mal auf schwarze Haare und freche Mädchen. Glaub mir Baby früher oder später wirst du zu diesen Damen gehören, die die Ehre hatten meinen „Kleinen“ kennen zu lernen.“
Und schon hob ich erneut meine Hand gegen ihn, aber er hielt sie diesmal fest, drückte mich fest gegen die Wand und befahl: „Behalte deine Hände lieber bei dir!“, und machte sich auf den Weg ins Esszimmer.
Bevor ich ebenfalls ins Esszimmer ging, zog ich mir nicht nur ein BH an, sondern gleich eine Jeans und einen schwarzen T-Shirt und lief ins Esszimmer. Als ich dort ankam, bekam ich plötzlich ein total warmes Gefühl, denn neben Ramon saß ein sehr gut aussehender junger Mann. Er war vielleicht in dem gleichen Alter wie Ramon, war bestimmt auch genau so groß, aber er hatte im Gegensatz zu ihm, schwarze Haare und braune Augen. Eigentlich nichts besonderes, aber diese Gesichtszüge, Lippen und gut gebauter Körper. Er sah einfach nur göttlich aus. Bevor ich mich noch selber verlor, setzte ich mir ein Lächeln auf und lief auf mein Platz zu.
Carlos schaute wie immer zufrieden und stellte ihn mir auch gleich vor.
„Charline, das ist Adriel. Adriel ist der beste Freund von Ramon und gleichzeitig war meine Frau, seine Patentante. So zusagen ein Teil der Familie.“
Er reichte mir die Hand und meinte lächelnd: „Freut mich dich kennen zu lernen, Charline.“
Ich lächelte zurück und meinte verlegen „Ganz meinerseits Adriel. Was bedeutet eigentlich der Name? Hab ich noch nie gehört.“
„Löwe Gottes, ja ist auch hebräisch“, erklärte er immer noch lächelnd.
„Schöne Bedeutung. Aber du bist...“, er unterbrach mich und antwortete
„Danke. Nein ich bin Christ“, und zeigte stolz auf seine Kreuzkette.
- Wow was für ein Traummann –, stellte ich fest und wir fingen an zu frühstücken.
Nach dem Essen fuhr ich für 3 Stunden mit meiner Mutter nach Madrid. Ich liebte es mit ihr raus zu gehen, denn sie war nicht wie eine Mutter sondern eher wie eine gute Freundin. Sie kaufte sich die Kreuzkette, die ihr letztens gefallen hatte und wir setzten uns kurz, bevor wir zurück fuhren zu einem Café. Sie bestellte sich einen Espresso und ich tat es ihr nach.
Dann schaute sie mich traurig an und gestand: „Es macht mich traurig, dass du dich mit Ramon nicht verstehst...“ Ich unterbrach sie und erzählte ihr nun endlich von den ganzen Erlebnissen. Zuerst war sie schockiert, doch dann fing sie an zu lachen und meinte:
„Schatz er ist jung, hübsch und außerdem reich. Das ist nun mal sein Leben, du kannst es nicht ändern. Und keiner erwartet von dir das du mit ihm zusammen kommst, es reicht wenn ihr euch gut versteht.“
Ich überlegte kurz und versprach dann doch noch gegen meinen Willen:
„Ich werde mein Bestes tun, versprochen.“ Sie legte ihre Hand auf meine, lächelte mich an und bedankte sich.
Dann kamen unsere Tassen und sie erzählte mir, wie glücklich sie hier wäre und ich auch mein Spanisch Studium hier fortsetzen solle. Von der Grundlage her war die Idee ja nicht schlecht, aber der Gedanke mit Ramon für eine längere Zeit zusammen zu leben, erschrak mich dennoch.
Als wir zurück gefahren worden waren, saß Adriel mit Ramon zusammen im Garten. Ich latschte zu ihnen, setzte mich ebenfalls hin und schon nach einer kurzen Zeit kam ich ins Gespräch mit Adril.
„Und Charline, was studierst du?“
stolz antwortete ich: „Spanisch.“
Er war beeindruckt und fragte neugierig: „Echt, wieso denn das?“
„Ich liebe nun mal die Sprache, das Land, die Menschen und die Kultur.“
Er lachte und fragte weiter: „Und die Lieder?“
„Natürlich die auch“: antwortete ich schnell.
„Wer ist dein Lieblingssänger?“
Ohne zu überlegen antwortete ich: „Enrique Inglesias...“
Adriel fing daraufhin an zu lachen, schaute Ramon an und dieser wusste zwar ganz genau warum Adriel lachte, doch er über kreuzte nur seine Arme, lehnte sich zurück und schaute gelassen zu uns.
„Wieso lachst du?“, fragte ich nun neugierig.
„Ramon ist unser Enrique...“
„Was du nicht sagst...“
„Enrique's Papa ist zwar Sänger, aber die Mutter Schönheitskönigin.“
„Ja und?“, und schaute ihn verwirrt an.
„Das reicht, ich will nicht über meine Eltern reden“, erklärte Ramon
und somit fragte Adriel mich weiter: „Was ist dein Lieblingslied von ihm?“
„Adriel nein!“, befahl Ramon und gerade als er aufstehen wollte,
antwortete ich: „Alguien soy yo“
er blieb stehen, wartete kurz, drehte sich zu mir um und fing an zu singen.
Mein Lieblingslied, mit der Stimme die ich so sehr liebte.
Es klang so gefühlsvoll und mein Herz fing an wie verrückt zu klopfen.


Jemand will dich, jemand braucht dich, jemand träumt jede einzelne Nacht von dir,
jemand kann nicht atmen, ohne dich ist es einsam,
jemand hofft dass du eines Tages erkennst, dass ich dieser jemand bin.
dass ich dieser jemand bin, yeah
wie...? Wie konnten wir uns falsch verstehen?
Es war so gut, jetzt ist es vorbei,
und ich bete nachts dafür, dass sich unsere Wege bald kreuzen,
was wir hatten, ist nicht verloren,
weil du für immer genau hier in meinen Gefühlen bleibst.

Wow... das hätte ich jetzt nicht gedacht...“, gestand ich überrascht und zutiefst berührt.
Er schaute Adriel und mich ernst an und ohne etwas zu sagen, ging er rein.
„Ramon hat eine wunderschöne Stimme, nicht wahr?“, fragte Adriel stolz.
„Ja, das hat er wirklich. Passt gar nicht zu ihm“, stellte ich fest.
Adriel hielt meine Hand und erklärte: „Du kennst Ramon nicht richtig, deswegen denkst du so, aber wenn du ihn besser kennen würdest, würdest du verstehen, das er ein ganz besonderer Mensch ist.“
„Adriel ich muss mir andauernd mit ansehen, wie er mit irgendwelchen weiblichen Wesen vor meinen Augen rummacht, dann zu mir kommt und mich an flirtet. Was soll ich denn da denken?“
„Willst du ihn denn besser kennen lernen?“
„Du wärst mir lieber...“, antwortete ich rot werdend.
Er grinste frech wegen meiner Antwort, schüttelte trotzdem seinen Kopf und meinte: „Charline ich meine es ernst, wenn du willst kann ich mit ihm reden.“
„Wenn es sein muss“, antwortete ich nun leicht nachgebend.
Er nickte lächelnd, verabschiedete sich von mir und ging ebenfalls rein.
Das konnte ja mal heiter werden. Hoffentlich würde es sich wenigstens lohnen, mir die Zeit zu nehmen, um ihn besser kennen zu lernen.
Zu meinem Überraschen entschied sich Ramon jedoch dagegen und lief mir auch nicht mehr über den Weg. Auch am Esstisch, schaute er mir nicht mehr in die Augen und sprach auch kein einziges Wort mehr. Dieser Junge war wirklich komisch drauf, denn mal suchte er meine Nähe, machte Andeutungen darauf, dass er mich haben wollte und nach dem er für mich gesungen hatte, fing er an, sich von mir abzuwenden. Langsam hatte ich von seinem Spiel echt genug, denn inzwischen waren schon 3 Wochen vergangen seit dem wir kein einziges Wort mehr miteinander ausgetauscht hatten und um ehrlich zu sein, ich vermisste seine sanfte Stimme.
An einem Abend lief ich raus zum Schwimmbecken, legte mich auf ein Liegestuhl und Adriel kam nach circa 5 Minuten nach.
Er setzte sich an mein Fußende, schaute mir in die Augen und fragte: „Hat Ramon immer noch nicht mit dir geredet?“
Ich schüttelte den Kopf und er fragte weiter: „Was hat dieser Typ bloß? Eigentlich ist das gar nicht seine Art.“
„Ach Adriel, das interessiert mich eigentlich auch gar nicht mehr“, meinte ich und setzte mich neben ihn. Er schaute mir dabei immer noch in die Augen und ich spürte, dass er sich Sorgen um Ramon machte. Doch um ihn auf andere Gedanken zu bringen, fing ich an ihn zu massieren und kam ihm dabei näher. Er roch nach meinem Lieblingsparfüm und auch wenn seine Haare durch Schweiß durchnässt waren, wirkte er so hübsch und anziehend.
„Adriel?“, fragte ich nun vorsichtig.
„Ja“, antwortete er verwirrt und nun kam die Frage, die ich ihm schon seit dem ersten Tag an stellen wollte: „Bist du eigentlich vergeben?“
Er schaute mich verwirrt an, aber schüttelte seinen Kopf und fragte: „Du auch nicht, oder?“

Ich schüttelte ebenfalls meinen Kopf und gab ihm einen Kuss auf seine Wange. Er legte sich schämend, seine Hand drauf, schaute zum Mond und versuchte das Geschehene zu überspielen. Aber ich wollte mehr von ihm. Seine Lippen auf meinen berühren, mit meinen Fingern ihm unter sein T-Shirt fassen und einfach nur zum ersten Mal den Körper eines Spaniers kennen lernen. Adriel faszinierte mich. Er war ganz anders als Ramon, während Ramon der Draufgänger und Perversling war, war Adriel der zurückhaltende, hilfsbereite und witzige Typ, eben ein Traumtyp.
Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen, schaute ihm tief in die Augen, hielt sein Gesicht mit meinen Händen fest und spürte wie er versuchte sich von meinem festen Griff zu befreien, doch ich ließ ihn nicht los, kam ihm immer näher, so nah das sich langsam unsere Lippen berührten. Er legte mich vorsichtig hin und anschließend sich seitlich neben mich. Meine Hände glitten nun unter sein T-Shirt und seine durch meine Haare. Wir küssten uns immer wieder und dabei tasteten wir mit unseren Händen den Oberkörper des anderen. Er hatte einen zärtlichen, glatten und durch trainierten Körper, sodass ich bei jeder Berührung immer einmal laut keuchen musste. Nach einer kurzen Zeit fingen auch schon unsere Zungen an miteinander zu spielen und mir war klar, dass er das bereuen würde. Schließlich wollte doch Adriel, dass ich ein gutes Verhältnis zu Ramon haben sollte, aber Ramon hatte seine Chance verspielt. Also konnte es ihm doch egal sein, dass ich und Adriel das taten, was ich wohl nie mit ihm tun könnte. Zärtlichkeit und sanfte Berührungen, die mich beben ließen. Allerdings blieb es bei dem Zungenkuss, denn gleich danach stoppte er den Kuss, wollte aufstehen, aber ich gab mein Bestes um ihn davon abzuhalten: „Adriel, bitte bleib bei mir. Es tut mir Leid.“
Er schaute mich traurig an und nickte trotzdem, denn diese Bindung die zwischen uns beiden entstanden war, war etwas leidenschaftliches und anziehendes. Also legte er sich wieder hin und ich mein Kopf auf seine Brust. Die Kühle des Wetters, durchdrang unsere Körper und ließ uns enger zusammen schmiegen. Während meine Augen geschlossen waren, ging er noch mit seinen Händen vorsichtig durch meine Haare und brachte mich somit zum schnelleren einschlafen.
Am Morgen, weckte er mich mit einem Kuss auf die Stirn auf. Wir liefen zusammen zum Esszimmer und erst nach fast 4 Wochen schaute Ramon mir wieder tief in die Augen. Aber dieser Blick war anders, es strahlte Wut aus. Hatte er uns etwa gestern gesehen? Und selbst wenn, ich musste mich nicht rechtfertigen, denn schließlich hatte er es so weit gebracht gehabt.

 

Seine Geschichte

Nach dem Essen lief ich ins Badezimmer um zu duschen und meine Augenbraue nach zu zupfen. Ich hatte in den letzten Tagen mein Aussehen wirklich vernachlässigt gehabt und das musste ich nun ändern. Während ich im Bad war, hörte ich Ramons Stimme, wie er am Telefon sprach und eine Party für heute Nachmittag arrangierte.
Genau aus diesem Grund, konnte ich diesen Jungen einfach nicht verstehen. Wusste er überhaupt was er wollte? Wie sollte ich ihn dann kennen lernen, wenn er doch sowieso gleich im nächsten Moment wieder ganz anders sein würde? Dieser Typ war wirklich ein Rätsel. Aber gut, wenn er so dickköpfig war, dann war ich es auch.
Ich lief in mein Zimmer, machte mich für heute Nachmittag fertig und ich muss zugeben, ich sah wirklich hübsch aus. Meine mittellangen schwarzen Haare, hatte ich gelockt. Außerdem hatte ich ein schwarzes Minikleid an und schwarze High Heels. Es sah einfach fantastisch aus. Noch ein wenig Schminke und fertig. Adriel klopfte an meiner Tür, ich öffnete ihm diese und sah auch gleich sein positiv überraschtes Gesicht. Er setzte mir ein Kuss auf die Stirn und flüsterte mir ins Ohr: „Du bist atemberaubend, mein Engel“. Seine Worte brachten mich zum schmunzeln und als Dankeschön setzte ich ihm einen sanften Kuss auf die Lippen.

Anschließend halfen wir Ramon beim dekorieren und stellten ein Mikrofon auf. Ramon sollte am besten gar nicht mehr reden, sondern nur noch singen und vor allem aber seine engelsgleiche Stimme nicht umsonst verbrauchen. Nach dem alles fertig organisiert und dekoriert war, kamen auch schon die ersten Gäste. Wir begrüßten die Gäste und ich muss sagen, diese jungen Frauen waren nicht so wie die anderen, die mit Ramon eine Affäre hatten. Sie waren natürlich, nett und wirkten sympathisch. Auch die Typen sahen alle gut gebaut und lieb aus, außer ein paar Ausnahmen, aber dafür verstand ich mich mit allen. Während einige tanzten, andere draußen im Schwimmbecken schwammen, fingen andere schon an zu trinken und wir genossen die Party in vollen Zügen.
Nach ungefähr 2 Stunden kamen nun auch andere Gäste, diese wirkten zu meinem Bedauern sehr billig und machohaft und mir war klar, dass Ramon heute wieder etwas anstellen würde.
Gegen Abend setzten wir uns alle auf den Boden und spielten Flaschen drehen, am Anfang noch harmlose Fragen doch langsam ging es weiter, sogar so weit, dass es zu „Sprachen“ kam.
So naiv wie ich war, verstand ich erst als ich dran war und Ramon mich nach einer Sprache fragte und ich ihm ahnungslos: „Spanisch“, antwortete, er daraufhin aufstand, nach meiner Hand griff, um mich ebenfalls zum Aufstehen zu bewegen und ich ihn bloß verunsichert anschaute und: „Buenos Dias“ antwortete, erkannte ich das ich etwas missverstanden hatte, denn plötzlich fingen alle bis auf Adriel an zu lachen. Adriel zog mich Richtung Küche und erklärte mir was es mit den Sprachen auf sich hatte. Ich schämte mich so sehr, dass ich Adriel umarmend anfing zu weinen. Und genau in diesem Moment passierte schon die nächste Katastrophe. Ramon stand am Mikrofon und sang „Tonight“ von Enrique und wir sahen nur noch durch die offene Tür, wie er dabei innig mit den weiblichen Gästen tanzte. Adriel wusch mir die Tränen weg und wir liefen zurück ins Wohnzimmer.


You know my motivation
Give in my reputation
Please excuse I don’t mean to be rude
But tonight I’m f you
Oh oh you know
That tonight I’m f you
Oh oh you know
That tonight I’m f you
Oh oh you know
That tonight I’m f you
Oh oh you know


Warum um Gotteswillen, nutzte er seine Stimme für seine perversen Zwecke aus? Merkte er denn nicht, wie lächerlich er sich damit machte? Vor Wut zog ich den Stecker des Mikrofons raus und lief in mein Zimmer. Er kam mir natürlich wütend hinterher, knallte die Tür zu und schrie: „Was soll das? Darf ich jetzt nicht einmal mehr in meinem eigenen Haus singen?“
„Wenn es solche Lieder sind, dann nicht!“
„Dass sind nur Lieder verdammt,wieso nimmst du ALLES so ernst?“ „Weil du, die Stimme die ich so sehr liebe, für nichts und wieder nichts verbrauchst!“

Mit diesem Geständnis beruhigte er sich einigermaßen, kam jedoch ein Schritt näher auf mich zu und schrie trotzdem: „Du bist jetzt schon seit fast 2 Monaten hier und das hat dich davor doch auch nicht interessiert, wie ich meine Stimme verwende, warum jetzt?

Er hatte Recht, warum ausgerechnet jetzt? Und vor allem warum? Wieso störte es mich, dass er solche Lieder sang und seinen „Kleinen“ an die Körper seiner weiblichen Gäste schmiegte? Ich meine, noch gestern hatte ich Adriel geküsst gehabt, also hatte ich doch gar kein Recht darauf mich aufzuregen, oder? Ich beruhigte mich und ohne ein weiteres Wort zu sagen, wollte ich gerade das Zimmer verlassen, bis plötzlich Ramon mir zuvor kam, die Tür ab schloss und mich verzweifelt fragte: „Warum lässt du Adriel an dich ran?“
„Weil ich ihn mag... sehr mag“, antwortete ich leise. Er setzte sich auf mein Bett hin und verkündete: „Adriel ist mein bester Freund, ich will nicht das du zwischen uns stehst.“ Das stimmte doch gar nicht und das war auch nicht meine Absicht, warum behauptete er dann so etwas Hässliches? Wirkte es etwa so? Aber so betrachtet war Adriel doch bloß nur ein guter Freund. Aber gute Freude küsste man doch gar nicht, oder? Langsam merkte ich wie mein Kopf anfing zu brummen und weh zu tun. Ich hielt mein Kopf fest und beobachtete, wie Ramon näher kam, mir tief in die Augen schaute und mit einer ersten Tonlage gestand: „Es war ein Test, ich wollte gucken ob du es wert bist, mein wahres Gesicht zu sehen, aber gestern hab ich gemerkt das du genau so, wie die anderen Schlampen bist. Charline du hast mich enttäuscht. Ohne das du für Adriel Gefühle hast, hast du dich an ihn ran gemacht.“ Kaum zu glauben, aber mit diesen Worten schaffte Ramon mich zum weinen zu bringen. Er hatte Recht. Ich empfand doch gar nichts für Adriel, es war nur ein Bedürfnis und während ich die Personen die mit Ramon rummachten ohne ihn zu lieben, verabscheute war ich genau so geworden. Er schaute mir noch einmal tief in die Augen, schüttelte sein Kopf und verschwand aus dem Zimmer. Ich schmiss mich aufs Bett und fing an zu weinen, denn Ramon's Wörter verletzten mich zutiefst. Warum hatte sich plötzlich das Blatt so gewendet?
Kurz nach dem Ramon mein Zimmer verlassen hatte, kam Adriel rein. Er setzte sich neben mich auf mein Bett, ging mit seinen Händen vorsichtig durch meine Haare und gestand: „Ich hab mitbekommen was passiert ist...“ Jetzt setzte ich mich auf, umarmte ihn und erzählte: „Adriel, du bist mir sehr wichtig. In diesem einen Monat bist du mir so sehr ans Herz gewachsen, dass ich einfach dieses Bedürfnis gespürt hatte.“ Er legte seinen Zeigefinger auf meine Lippen und erklärte: „Charline, es ist nicht deine Schuld, ich durfte es einfach nicht zulassen, aber was soll ich machen? Ich hab mit Ramon geredet, versucht das endlich diese Feindseligkeit zwischen euch vorbei ist... und das obwohl ich dich schon seit dem ich dich zum ersten Mal gesehen habe, süß fand.“ Überrascht schaute ich ihm in die Augen und fragte rot werdend: „Du findest mich süß?“ „Charline, ich stehe auf dich“, ertönte leise seine Stimme.
„Adriel ich... ich weiß nicht was ich dazu sagen soll“, gestand ich verwirrt. Daraufhin hielt er mich fest, schaute mir tief in die Augen und fragte mit einem ernsten Gesichtsausdruck: „Ist dir eigentlich klar, wie wichtig du mir bist?“ Mein Herz klopfte wie wild und ich wusste nicht, was ich denken sollte, einerseits hatte ich ja auch für ihn Gefühle entwickelt, aber andererseits war er doch der beste Freund von Ramon. „Aber Ramon...“, fing ich meinen Satz an, doch er unterbrach mich kam ein Schritt näher und meinte: „Charline, ich hab ihm Zeit gelassen, er hatte die Chance dazu, dass was zwischen euch ist zu ändern, aber anstelle mit dir zu reden, hat er sich dafür entschieden dich zu testen. Ist das jetzt meine Schuld, wenn ich dir meine Gefühle gestehe und du sie erwiderst?“ Ich ging vorsichtig mit meinen Fingern über seine Wange, schaute jedoch gleich wieder tief in seine Augen und erwiderte: „Nein, ist es nicht. Adriel, ich hab mich schon seit dem ersten Tag bei dir wohl gefühlt. Du bist ein toller Mensch und ich will dich nicht verlieren, aber ich will auch nicht zwischen dir und Ramon stehen.“ Er ließ mich los, setzte sich auf mein Bett, schaute auf den Boden und gestand traurig: „Er wird es sowieso noch akzeptieren, dass weiß ich, aber soll ich mich solange von dir fern halten, nur weil er mein bester Freund ist?“ Ich weiß, dass ich mich darüber freuen sollte, schließlich zeigte er mir das ich ihm sehr wichtig war. Aber der Gedanke das ich zwischen zwei besten Freunden stand, tat mir weh. Mein Verstand und mein Herz hatten angefangen eine andere Sprache zu sprechen, doch auf welche ich hören sollte, konnte ich nicht einschätzen. Ramon würde mich noch mehr hassen und das wollte ich auf keinen Fall. Was Adriel betraf, schon seit dem ersten Tag an, hatte ich das Verlangen danach gespürt ihn besser kennen zu lernen. Ja er gefiel mir, sehr sogar, aber niemals würde ich die Freundschaft zwischen ihm und Ramon gefährden. Ganz egal wie stark auch das Gefühl war, ihn berühren und küssen zu wollen. Um kurz für einen Moment abschalten zu können, schloss ich meine Augen, legte mich auf das Bett, doch bemerkte wie er sich langsam zu mir legte. Während meine Augen immer noch geschlossen waren, nahm er mein Gesicht und legte es auf seine Brust, anschließend ging er mit seinen Händen durch meine Haare, gab mir ein Kuss auf meinen Kopf und sagte traurig: „Ich will dich so gerne glücklich machen.“
- Charline, lass dir diesen Traummann doch nicht entgehen! Ramon ist doch selber Schuld. Warum willst du für ihn Adriel aufgeben? Das hat Adriel doch gar nicht verdient. -
„Ja, ist ja schon gut, ich weiß, dass Ramon selber dran Schuld ist, aber ich bin nicht egoistisch“, erklärte ich meiner inneren Stimme.
Als ich kurz davor war ein zu schlafen, stand Adriel vorsichtig auf und verließ mein Zimmer. Erst dann öffnete ich langsam meine Augen und spürte einen intensiven Stich im Herzen.


Ramons Sicht:

Nach dem ich Charlines Zimmer mit solch einer Wut verlassen hatte, schickte ich meine Gäste nach Hause und lief runter in den Keller, um meine Wut an den Trainingsgeräten raus zu lassen. Es war nicht meine Absicht gewesen sie zu beleidigen, aber was sollte ich machen? Gerade als ich ihr endlich mein wahres Gesicht zeigen wollte, sah ich sie mit Adriel aneinander kuschelnd auf dem Liegestuhl liegen. Sie hatte mich enttäuscht, sich an Adriel ran gemacht und das obwohl sie ganz genau wusste, das er wie mein Bruder war. Charline war die Letzte gewesen, der ich so etwas zu getraut hätte. Schließlich hatte sie mich doch auch nie an sich ran gelassen, wie die restlichen Mädchen die ich kannte. Aber warum dann ausgerechnet meinen besten Freund? Ich kickte voller Wut gegen den Boxsack und stellte mir vor das es Charline wäre. Sie sollte dafür gerade stehen, was sie gemacht hatte, auch wenn ich es nicht gezeigt hatte, war sie mir mit der Zeit sympathisch und wichtig geworden. Sie gehörte einfach zu meinem Alltag. Nein, nicht nur zu meinem Alltag sondern zu mir. Charline, meine kleine hübsche Engländerin. Mir war klar, dass ich in ihren Augen schuldig war, vielleicht hatte sie auch Recht, aber hätte sie noch ein bisschen gewartet, hätte ich ihr mein wahres Gesicht gezeigt und ihr auch meine Gefühle gestanden. Während meine Gedanken sich immer noch um Charline kreisten, kickte und schlug ich immer fester gegen den Boxsack. Sie sollte ihre Tat bereuen! Sich an meinen besten Freund ran zu machen, hatte sich noch kein anderes Mädchen getraut gehabt, vor allem nicht unter meinem Dach. Überhaupt war Adriel immer der schüchterne, hilfsbereite und witziger Typ gewesen, der sich von solchen Sachen nie begeistern ließ. Schließlich hatte er auch im Gegensatz zu mir, immer nur ernste Beziehungen geführt. Vielleicht war ja das mein Fehler, dass ich meine Zeit immer nur mit falschen Menschen verbrachte und mir nie wirklich Gedanken über die Zukunft machte.
Wie denn auch, wenn mein Herz und Verstand sich noch in der Vergangenheit befanden? Genauer gesagt, bei dem Tod meiner Mutter. Es war zwar jetzt schon 9 Jahre her, dass meine Mutter tot ist, aber trotzdem nahm es mich mit. Immerhin war ich damals erst 13 Jahre alt gewesen. Ein Alter, wo man die Mutter mehr als alles andere braucht. Sie hatte sich das Leben genommen, nur wegen meinem Vater, nur weil er sie immer unter Druck gesetzt, sich nur um die Arbeit gekümmert und keine Zeit mehr für seine Familie gehabt hatte. Meine Mutter hatte sowieso durch den ganzen Stress Asthma bekommen und wurde von Tag zu Tag immer depressiver und ihr Körper schwächer. Mein Vater sah das alles nicht, denn für ihn zählte nur die Politik. Er allein ist Schuld daran, dass ich den wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren habe, aber als wäre das nicht genug hat er die Zärtlichkeit die er meiner Mutter nicht geben konnte, genutzt um angeblich seine Trauer zu überwinden. Jahre lang gingen fremde Frauen hier ein und aus und dann will mir einer erzählen, dass Politiker einen hohen Wert auf die Ehre legen? Von wegen. Seit dem wir nach Madrid um gezogen waren, konnte mein Vater den Wert meiner Mutter nicht mehr schätzen und das obwohl meine Mutter 1993 den Miss España Titel erhalten hatte. Kaum zu glauben, eine Frau, die ein 4-jähriges Kind hatte, wurde gewählt. Aber nicht nur das, sie war außerdem eine erfolgreiche Schauspielerin und Sängerin. Sie war nicht nur reicher und erfolgreicher als mein Vater, nein sie war eine sehr hübsche und bezaubernde Frau. Und obwohl zahlreiche Männer immer noch hinter ihr her waren, wollte sie nur seine Liebe, was sie aber nie bekam. Im Gegenteil sie musste sich fast jeden Tag anhören, was für eine schlechte Ehefrau sie doch eigentlich wäre und das obwohl sie mit 18 schon Schwanger wurde. Sie hatte so vielen Menschen geholfen, in dem sie nicht nur Geld gespendet, sondern persönlich hin geflogen war und jede Familie einzeln unterstützte.. Als sie gestorben ist, hat nicht nur ganz Spanien und Portugal getrauert, sondern auch Hollywood. Sie war alles für mich, mein Lebenssinn, Hoffnung und vor allem die Person die ich am meisten in meinem Leben je geliebt habe.
„Und noch ein Schlag für meinen Vater!“, schrie ich wutentbrannt. Nur wegen ihm bin ich so geworden! Ich hab mich von ihm so erzogen lassen, wie er damals selber gelebt hat. Drogen, Sex und Alkohol. Erst kamen die Drogen, aber da mein Körper dies nicht verkraftet hat, gewöhnte ich mich an das Eine und Alkohol trank ich sowieso nicht in der Öffentlichkeit. Mein Vater hatte keine andere Wahl, außer mein neues Ich zu akzeptieren, denn schließlich war er der Grund, warum ich überhaupt so geworden war.
Nachdem ich langsam meine Wut an dem Boxsack raus gelassen hatte, kam Adriel in den Raum, setzte sich auf die schwarze Couch hin und meinte: „Ist dir eigentlich klar wie du Charline verletzt?“
„Adriel, rede in meiner Anwesenheit nicht über diese Schlampe. Siehst du nicht das sie nur mit dir spielt?“, fragte ich ihn nun, meine Augen verdrehend. Ich hatte keine Lust über dieses Mädchen zu reden, die Sache war für mich ein für alle mal erledigt. Die ganzen positiven Gefühle und Gedanken, hatten sich zu Hass entwickelt.  Während ich mich wieder meinem Boxsack widmen wollte, spürte ich Adriels Faust auf meinem Gesicht: „Ramon, halt deine verdammte Fresse, sie ist keine Schlampe!“, schrie er energisch.
Ich wischte mir das Blut weg, fing an frech zu grinsen und fragte ihn kränkend: „Ach so, deswegen schlägst du jetzt deinen eigenen Bruder?“ Und erst in diesem Moment bemerkte er, was er eben gerade da eigentlich getan hatte. Er setzte sich wieder auf die Couch, spreizte seine Beine auf, beugte sich nach vorne und ließ seine Hände über seinen Knien fallen. Ich setzte mich zu ihm hin, legte meine Hand auf sein Schulter und fragte: „Bruder, dass Mädchen macht dich verrückt. Siehst du nicht wie sie versucht uns beide gegeneinander aus zu spielen?“ Adriel schüttelte sein Kopf und erklärte: „Ramon, nein. Sie redet die ganze Zeit darüber, dass sie dir das nicht an tun kann.“
„Wie?“
„Sie hat ein schlechtes Gewissen, dir gegenüber.“
„Warum?“
„Keine Ahnung, Bruder. Ich weiß nur, dass sie nicht zwischen uns beiden stehen will und deswegen sich mit mir nichts vorstellen kann“, verriet Adriel von Trauer erfüllt.
„Weißt du was? Ich rede mit ihr“, versprach ich ihn aufheiternd.
„Ich hab sie dir weg genommen, nicht wahr?“, fragte Adriel schuldbewusst.
„Nein, hast du nicht. Mit uns wäre es sowieso nichts geworden“, log ich. Warum sollte ich ihm auch die Wahrheit sagen und ihn noch mehr verletzen? Es war ja nicht seine Schuld, dass er sich in Charline verliebt hatte. Adriel drehte nun sein Gesicht zu mir um, drückte mich und sagte: „Danke Ramon.“ Ich drückte ihn zurück, stand auf und kurz bevor ich wieder nach oben lief, sagte ich ihm zu zwinkernd: „Das mit Charline und dir werde ich schon regeln“ Er bedankte sich, ich ließ die Tür fallen und lief hoch in ihr Zimmer.
Als ich vor ihrer Tür stand, atmete ich kurz ein und aus, klopfte drei mal an der Tür und wurde dann auch schon rein gebeten. Als Charline mich mit ihren verweinten Augen ansah, wurde mir erst klar was ich angerichtet hatte. Ich hatte sie tatsächlich mitten ins Herz getroffen und jetzt tat es mir weh, sie so zu sehen. Ich musste wirklich lernen meine Wut zu kontrollieren.
„Ramon?“, fragte sie vorsichtig mit ihrer unglaublich sanften Stimme.
- Ramon, bitte vergiss nicht warum du hier bist –, erinnerte mich schnell meine innere Stimme und brachte mich somit wieder zu mir selbst. „Charline, darf ich mich hinsetzen?“
Sie nickte überrascht und machte Platz.
„Warum willst du Adriel nicht?“, fragte ich sie nun neugierig.
„Wegen dir, ich will nicht zwischen euch stehen.“
„Aber es macht mich traurig, dass es euch so schlecht geht. Ich hab dich mit meinen Wörtern verletzt, tut mir Leid, aber bitte lass nicht Adriel dafür leiden.“
„Ich weiß nicht was ich will Ramon. Noch gestern wollte ich nichts mehr außer Adriel, aber heute bin ich mir nicht mehr sicher.“
„Es liegt an mir. Glaub mir, ihr wärt ein tolles Paar.“, erklärte ich ihr aufrichtig und opferte mich selbst.
Sie lächelte mich an, schaute mir dabei in die Augen und bedankte sich. Ich nickte sie zurück anlächelnd, stand auf, verließ ihr Zimmer und lief direkt in die Arme einer fremden jungen Frau, die gerade an den Treppen stand. „AUA“, rief sie, sich ihren Kopf fest haltend und dabei mich entsetzt anschauend. Während ich sie auslachte, betrachtete ich sie genauer.
- Wow, Ramon ist dir eigentlich klar, was für eine Schönheit dir gerade gegenüber steht? -

„Ja und was für eine Schönheit“, antwortete ich begeistert meiner inneren Stimme. Sie hatte wunderschöne, lange und gewellte tizinrote Haare, die sie ab der Mitte, nach vorne hin geflochten trug. Außerdem schimmerten ihre grauen großen Augen und vor allem ihr rosaroter Kussmund, erweckte meine Aufmerksamkeit. Der Nasenpiercing sorgte dafür, dass ihre Nase schmaler aussah und vor allem diese leicht gebräunte Hautfarbe ließ den Körper makellos wirken. Durch das enge und kurze Kleid konnte man sogar die Größe ihrer Brüste, ihre Kurven und langen Beine gut erkennen und ich muss sagen, dass was ich sah, machte mich wirklich sprachlos. Als sie mich erwischte wie ich sie begutachtete, schaute sie mich ebenfalls musternd an und tastete mit ihren schmalen Fingern über mein Augenbrauenpiercing und sagte fasziniert: „Hammer, so etwas wollte ich mir auch machen lassen.“
Wir grinsten uns gegenseitig an, sie streckte mir ihre Hand entgegen und stellte sich vor: „Hallo, ich bin Noelle Evans.“
Ich nahm sofort ihre weiche Hand entgegen und sagte freundlich: „Freut mich sehr dich kennen zu lernen und ich bin Ramon Villar.“
Als sie hörte das ich Ramon war, umarmte sie mich sogar herzlich und sagte: „Ich bin die beste Freundin von Charline und ich muss sagen, dass was ich alles über dich gehört habe, hat mich schockiert.“ Sofort fing ich an zu lachen und verriet: „Aber von dir hab ich leider noch nichts gehört.“
„Ich mag es auch nicht im Mittelpunkt zu stehen“, erklärte sie beleidigt spielend und fügte hinzu: „Charline weiß nicht, dass ich hier bin, ihre Mutter hat mich eingeladen, also wenn du mir ihr Zimmer zeigen würdest, wäre ich dir sehr Dankbar, Herr Villar.“
Ich nickte freundlich und antwortete: „Gerne, Miss Evans.“
Also zeigte ich ihr Charlines Zimmer und lief anschließend hoch in mein Zimmer.
- Man, was für ein Tag mit was für einer tollen Überraschung -


15.12.12 17:52


Te amo Darling (Teil 4 & 5)

 

Die Reue

Charlines Sicht:

Unerwartet klopfte es an meiner Tür und obwohl ich: „Herein“, sagte, betrat die Person nicht das Zimmer, also blieb mir keine andere Wahl, außer auf zu stehen und die Tür selber zu öffnen.
„NOEEEEEEEEEEEELLLLLEE“, rief ich voller Begeisterung, als ich meine beste Freundin sah und nahm sie auch sofort in meine Arme.
Sie gab mir ein Kuss auf die Wange, hielt glücklich meine Hände fest und fragte strahlend: „Du Hexe, weißt du wie sehr ich dich vermisst habe?“
Ich nickte eifrig und gestand: „Ich hab dich auch sehr vermisst meine Hübsche. Wie kommt es, dass du hier her gekommen bist und warum hast du nichts gesagt?“
In diesem Moment kam meine Mutter ebenfalls ins Zimmer, lächelte zufrieden und meinte: „Es war meine Idee, sie einzuladen“, und umarmte Noelle ebenfalls. Noelle setzte sich auf mein Bett hin, öffnete ihren Koffer und holte zwei Geschenke raus. Den ersten überreichte sie lächelnd meiner Mutter, den zweiten gab sie mir und flüsterte mir ins Ohr: „Ich hoffe sehr, dass es dir gefällt, Maus.“
Neugierig öffneten meine Mutter und ich unsere Geschenke. Ihr wurde ein wunderschöner Schal geschenkt und mir die Armbanduhr, die ich mir so sehr gewünscht hatte, aber leider wegen der Abreise nicht mehr kaufen konnte, deswegen freute ich mich jetzt um so mehr, gab ihr ein Kuss auf die Wange und auch meine Mutter bedankte sich herzlich. Dann verriet sie, dass wir heute alle zusammen Essen gehen würden und verabschiedete sich von uns.
Gleich als meine Mutter die Tür hinter sich schloss, schaute Noelle mich neugierig an und wollte sofort die Neuigkeiten wissen, also erzählte ich es ihr und sie meinte genervt: „Diesen Adriel würde ich in die Wüste schicken.“
Ich fing an zu lachen und fragte verwundert: „Warum denn das?“
„Weil er der beste Freund von Ramon ist und dich ihm weg schnappt. Er ist wirklich dumm, wenn er glaubt mit dir glücklich werden zu können“, erklärte sie sich über Adriel aufregend. Ich legte meine Hand auf ihre Hand, schüttelte mein Kopf und erklärte ihr Adriel unter Schutz nehmend: „Nein das stimmt gar nicht, ich hab dir doch erzählt was für ein Perversling dieser Ramon ist und wenn er mich tatsächlich gewollt hätte, dann hätte er mich auch nicht getestet, sondern hätte mit mir offen darüber geredet.“ Noelle verneinte, ließ sich auf mein Bett fallen und erzählte nachdenklich: „Süße, du bist einfach nur blind, ich bin glücklich, wenn du es bist, aber du kannst die Menschen nicht so gut einschätzen wie ich. Ich hab eben gerade Ramon auf dem Weg getroffen und ich muss sagen, er wirkt gar nicht so wie du es erzählt hast.“
„Wenn er dir so sehr gefällt, dann kannst du ihn ruhig haben.“, meinte ich entspannt. Sie schaute mir tief in die Augen, um zu kontrollieren ob ich die Wahrheit sagte, aber als sie merkte, dass es mein voller Ernst war, nickte sie und sagte: „Aber Charline, dann komm mir später nicht an und sag nicht das du deine Entscheidung bereust“, und zwinkerte mir zu.
Ich ließ mich neben Noelle fallen, lachte und versicherte ihr:
„Keine Angst Darling, ich hab mit Adriel den Richtigen an meiner Seite.“
„Das werden wir ja noch sehen“, äußerte Noelle frech grinsend ihre Meinung.
Als dieses Thema endlich abgeschlossen war, erzählte sie mir von England und die Neuigkeit aus unserer Universität. Unsere Universität würde wegen Renovierungen einen Monat länger geschlossen bleiben und das hieß, dass ich einen weiteren Monat hier in Spanien bleiben müsste. Einerseits freute ich mich ja riesig darüber, da ich nun mehr Zeit mit meinem Schatz verbringen konnte, doch da ich mich wegen Ramon von Tag zu Tag immer mehr unwillkommener fühlte, stimmte mich die Nachricht traurig.
Allerdings sollte es noch besser kommen, denn Noelle schlug vor zusammen in diesem einen Monat, in der Marketing Firma von Carlos zu arbeiten. „Sag mal Noelle, spinnst du jetzt völlig?“, fragte ich sie, meinen Kopf an tippend. Sie lachte frech und antwortete freudig: „Süße, es wird uns Spaß machen glaub mir. Außerdem will ich Ramon besser kennen lernen und ich bin mir sicher, dass dein Adriel diese Idee auch toll finden wird.“
Vielleicht hatte sie Recht, es wäre zumindest besser als jeden Tag zu Hause zu sitzen, ich meine, da meine Mutter und Carlos ja auch wegen ihrem Projekt kaum Zeit hatten, würde es zumindest Abwechslung in mein Alltag bringen und deswegen nickte ich zustimmend.
Noelle freute sich riesig und erzählte mir über weitere Neuigkeiten und ich erfuhr, dass mein Ex Matthew mich zurück haben wollte und das fast ein und halb Jahre später. Er hatte damals mit mir über MSN Schluss gemacht gehabt, mit der Ausrede das ich ihn nicht glücklich machen konnte, da ich ja mein erstes Mal mit meinem Ehemann haben wollte und das obwohl ich nicht einmal einen Keuschheitsring trug. Aber ich musste ja nicht irgendwo Mitglied sein, um mich daran zu halten. Es reichte, dass mein Gewissen und Verstand dagegen waren. Also lachte ich nur kurz über diese Meldung.
Dann ging Noelle unter die Dusche und ich suchte Adriel um mich bei ihm zu entschuldigen. Als ich ihn neben Ramon, draußen im Garten fand, lief ich langsam auf ihn zu, aber er nahm mich umgehend in seine Arme, gab mir ein Kuss auf die Lippen und gestand: „Ramon hat es mir schon verraten. Ich bin so glücklich mein Engel“, und setzte mir auch gleich einen Kuss auf die Stirn.
Ramons Blicke hatten sich plötzlich mir gegenüber verändert und ich erkannte nur noch die Leere und die Gleichgültigkeit. Ohne das ich es mir erklären konnte, schmerzte eine Stelle in meinem Herzen, aber genau in diesem Moment kam Noelle hinzu und stellte sich Adriel vor.
Anschließend nahm sie Ramons Hand in ihre und zog ihn hinter sich in die Villa her und verlangte: „Ich will, dass mir der Hausherr seine tolle Villa zeigt.“ Er lachte sie an, winkte uns zu und ging mit einem breiten Grinsen mit ihr rein. „Deine Freundin ist ein wenig verspielt, oder?“, fragte Adriel, mich von hinten umarmend und sein Kopf auf meine Schulter legend.
Ich nickte leicht verlegen und erklärte ihm das ich mich noch für heute Abend fertig machen müsse. Er gab mir noch schnell einen Kuss und ich lief ebenfalls rein.
Ungefähr nach 3 Stunden saßen wir also in einem teuren und noblem Restaurant mitten in der Stadt. Noelle und ich trugen ein schwarzes und rotes Abendkleid und meine Mutter ein weißes mit Diamanten verzehrtes Cocktailkleid, während die Männer einen eleganten Anzug trugen. Weil Ramon sich neben Noelle hingesetzt hatte, bekam ich pausenlos mit, wie beide am lachen waren und sich witzige Erlebnisse über ihr Leben erzählten.
„Engel, was hast du?“, fragte mich Adriel, als er bemerkte das ich ihm nicht zuhörte.
Schnell schüttelte ich meinen Kopf, legte meine Lippen auf seine und entschuldigte mich.
Ich meine, es könnte mir ja egal sein, dass Noelle und Ramon sich so gut verstanden, immer hin war ich auch mit seinem besten Freund zusammen und das ließ ihn schließlich ebenso kalt. Und so widmete ich den Rest des Tages meine Aufmerksamkeit nur Adriel und dankte Gott dafür, dass er mir so einen lieben, verantwortungsbewussten und verständnisvollen Mann gegeben hatte.
Zu Hause angekommen, trug Ramon Noelles Koffer hoch in den vierten Stock, in den Stock, wo auch sein Zimmer sich befand. Wieso tat er das? Wollte er sich rächen oder gefiel ihm Noelle wirklich?
Es war zwar schon sehr spät geworden, aber da ich trotzdem nicht einschlafen konnte, lief ich raus in den Garten, entdeckte Adriel auf einem Liegestuhl und legte mich zu ihm hin. Denn nirgends fühlte ich mich im Moment so sicher, wie in seinen Armen.
In den nächsten ein und halb Wochen, sah ich Ramon und Noelle kaum, da beide jeden Tag zusammen aus gingen und wenn sie mal zu Hause waren, ging ich mit Adriel aus. Dank Adriel hatte ich mittlerweile unzählige Sehenswürdigkeiten des Hauptstadts gesehen und ich muss zugeben, ich gewöhnte mich langsam der Idee an, in Spanien zu leben.
Ich liebte diese Stadt, es lag wohl auch daran, dass der Opa meiner Mutter Spanier war und ich die schwarzen Haare und den Teint von ihm geerbt hatte.
Adriel und ich waren so glücklich miteinander, denn er war perfekt, manchmal sogar zu perfekt. Er war einfach nur dieser Traummann, der keine Fehler hatte und dadurch fehlte unserer Beziehung auch das Gewisse etwas. Vor allem wenn ich einen Fehler machte und ihn extra beschuldigte, küsste er jedes Mal meine Hand und entschuldigte sich. Ramon war nicht so, aber dafür besaß Ramon auch kein Herz.
- Mensch Charline, hab dich nicht so. Du wolltest Adriel haben, jetzt hast du ihn –, klang meine innere Stimme, mir die Augen öffnend. Sie hatte Recht, aber vielleicht lag es auch daran, dass es noch so neu war und ich mich erst dran gewöhnen musste, mit einem Traummann zusammen zu sein.
Doch als wir gerade in der Mitte des Palacio Real de Madrid standen, umarmte mich Adriel von hinten, setzte mir ein Kuss auf die Wange und erklärte: „Du weißt ja das Carlos neben seiner Marketing Firma, auch Politiker ist und wenn du willst, können wir nach deinem Studium hier heiraten.“ Moment mal, was für ein Heiraten? Wie kam er jetzt schon auf diesen Gedanken? Ich war gerade mal 20 Jahre alt und er 22 und allein bis ich mein Studium zu Ende bringen würde, würden 2 Jahre vergehen und wer konnte mir garantieren, dass ich in dieser Zeit noch mit Adriel zusammen sein würde? Aber um ihn nicht zu kränken, nickte ich leicht und sagte leise: „Ja Schatz, gerne.“ Gegen Abend waren wir endlich wieder zu Hause. Wir liefen in den Esssaal, setzten uns an den Tisch und Carlos schaute begeistert zu uns und meinte: „Seit dem Noelle unser Gast ist, ist ja keiner mehr von euch zu Hause“, dann nahm er Noelle's rechte Hand, küsste sie und bedankte sich liebevoll: „Danke Noelle, aber vor allem, weil mein Sohn nicht mehr auf dumme Gedanken kommt.“
Noelle lächelte verlegen, setze dennoch Ramon ein Kuss auf die Wange und versprach: „Ich werde gut auf ihren Sohn aufpassen, Herr Villar“. Auch meine Mutter legte ihre Hand auf Noelle's und strahlte sie glücklich an, dann trafen ihre Blicke Carlos und sie verriet: „Nicht umsonst habe ich Noelle eingeladen.“
„Ach Mama, hast du Noelle nicht wegen mir eingeladen gehabt?“, fragte ich nun gekränkt. Sie schaute verständnislos in meine Augen, hob ihre Schulter und meinte: „Darling, es ist doch eher der Ramon, der mit Noelle Zeit verbringt, also ist sie sozusagen sein Gast.“
Jetzt reichte es mir wirklich, meine beste Freundin war zwar bei mir, aber ich hatte keine Gelegenheit um mit ihr Zeit zu verbringen. Und als wäre das nicht Schlimm genug, verbrachte Ramon diese Zeit mit ihr und zu meiner Überraschung verstanden sie sich sogar blendend. Lag es tatsächlich an mir, dass Ramon bis jetzt nie so offen und gut gelaunt war? Ganz egal, was es auch war, es verletzte mich zu tiefst und bevor ich vor Wut noch anfing zu weinen, entschuldigte ich mich, stand auf und lief in mein Zimmer.
Dort angekommen schloss ich unverzüglich die Zimmertür ab, schmiss mich auf das Bett und fing an zu weinen. Es tat weh unheimlich weh, dass plötzlich sich alles so verändert hatte, denn langsam wusste ich nicht einmal mehr was ich wollte.


Ramons Sicht:

Nach dem Charline den Saal ohne eine Erklärung verlassen hatte, lief Adriel ihr hinterher, aber auch uns verging der Appetit. Wieso musste sie jedes Mal die gute Atmosphäre zerstören?
Genervt stand ich ebenfalls auf, lief raus in den Garten, setzte mich an den Schwimmbeckenrand und steckte meine Füße in das Becken. Während sich meine Füße abkühlten, nahm ich eine Zigarette aus meiner Hosentasche raus und zündete sie mir wütend an.
Charline ging mir in letzter Zeit nur noch auf die Nerven. Sie hatte Stimmungsschwankungen, wer weiß, vielleicht hatte sie ja ihre Tage, aber trotzdem hatte sie kein Recht darauf, sich so kindisch zu verhalten.
Ich lehnte mich nach hinten, schaute hoch zum Sternenhimmel und gerade als ich eine Sternschnuppe sah, kam Noelle und gesellte sich zu mir. Ich fing an zu lachen und verriet ihr amüsiert: „Genau in dem Moment, wo du gekommen bist, hab ich eine Sternschnuppe gesehen und weißt du was? Ab sofort bist du meine Sternschnuppe.“ Sie fing gleichfalls an zu lachen, streichelte meine Haare und meinte: „Du bist wirklich sehr humorvoll, Herr Villar.“ Ich lächelte sie verlegen an und sah zu, wie sie ebenfalls ihre Ballerinas auszog, um ihre Füße in das Becken einzutauchen.

Kurz war Stille, doch dann nahm sie blitzartig die Zigarette aus meiner Hand, machte sie aus, legte sie anschließend neben sich und erklärte lachend: „Mein Lieber, ich habe deinem Vater versprochen auf dich auf zu passen und das bedeutet, dass du in meiner Nähe nicht mehr rauchen darfst.“
Sie an grinsend bedankte ich mich aufrichtig: „Noelle, mein Vater hat Recht, seit dem du da bist geht es mir wirklich besser, ich bin nicht mehr so aggressiv, mach mich nicht mehr an Frauen ran und denke weder an Sex noch an...“, dann unterbrach ich mich selber, da ich ihren Namen nicht erwähnen wollte, aber Noelle fügte hinzu: „noch an Charline, nicht wahr?“ Ein kurzer Blick in ihre Augen genügte, damit sie verstand das sie Recht hatte. Um das Thema zu wechseln schmiegte sie sich in meine Arme, ich weiß nicht warum, aber in diesem Moment drehte ich mein Kopf um und sah wie Charline uns beobachtete, dann schaute ich wieder zu Noelle und gab ihr einen Kuss auf ihren Kopf. Aber nicht um Charline eifersüchtig zu machen, sondern ganz allein, weil ich langsam dank Noelle die Gefühle zu ihr verlor.
In diesem Moment fühlte ich mich so wohl bei ihr, dass ich ohne an die Konsequenzen zu denken, sie langsam auf den Boden legte, mein Körper vorsichtig auf sie beugte, mit der rechten Hand mich abstürzte und mit der linken durch ihre Haare ging, bis sie plötzlich mich sanft an sich zog und dann sich endlich unsere Lippen trafen.


Charlines Sicht:

Während Adriel an der Tür klopfte, schaute ich nur gespannt in den Garten, wo sich Noelle und Ramon befanden. Mir war immer noch ein Rätsel, wie sie sich so gut verstehen konnten. Sie sprachen erst eine Weile miteinander, bis er sie in ihre Arme nahm, sich kurz zu mir umdrehte und ihr ein Kuss auf ihren Kopf gab. Ohne das ich es mir erklären konnte, schmerzte eine Stelle in meinem Herzen. Es brannte fürchterlich und ich bekam plötzlich nichts mehr mit, was in meiner Umgebung geschah. Meine Augen waren bloß auf die beiden gerichtet, darauf wie er sich langsam ihr näherte und sie ihn nicht einmal weg stoß. Sie ließ es einfach zu und eine halbe Minute später, berührten sich ihre Lippen. Erst ganz zart und langsam immer wilder. Merkten sie denn nicht, dass noch mein Licht brannte? Oder spielte es einfach keine Rolle?
Erst als ich mich langsam von dem Fenster abwandte, realisierte ich das Adriel immer noch da war und darauf wartete, dass ich ihm die Tür öffnete. Also lief ich Schritt für Schritt an die Tür, drehte den Schlüssel um und schaute mit leeren Blicken zu Adriel. Adriel nahm mich unverzüglich in seine Arme, legte seine Lippen auf meine Stirn und gestand: „Bitte Charline, ich will dich so nicht sehen. Es tut mir weh, ich ertrage es einfach nicht.“
Ich war nicht in der Lage dazu, etwas zu sagen, denn meine Gedanken waren gerade bei Noelle und Ramon. Ob sie noch intimer geworden waren? Am liebsten würde ich mich wieder vor das Fenster stellen und sie beobachten. Aber warum wollte ich das überhaupt? Ich meine, es war doch klar, dass das irgendwann kommen würde. Ramon und Noelle ergänzten sich prima und waren von der Art her sich auch ziemlich ähnlich. Es war doch deutlich, dass die Chemie zwischen den beiden stimmte.

„Charline?“, fragte Adriel mich besorgt, als er sah das ich mit den Gedanken wo anders war. „Adriel bitte, lass mich in Ruhe“, antwortete ich so distanziert wie möglich. Doch anstatt zu gehen, zog er mich auf mein Bett, legte mich vorsichtig hin und setzte sich anschließend zu mir. Kurz war Stille bis er mir vorschlug: „Soll ich warten bis du eingeschlafen bist?“.
Hastig schüttelte ich mein Kopf und verriet: „Adriel, mir geht es nicht gut, ich weiß auch nicht was ich habe, aber ich will einfach nur alleine sein, bitte.“ Er schaute mich nur aufrichtig an und fragte: „Bereust du es, dass du mit mir zusammen gekommen bist?“
Bereute ich es wirklich? Aber ich wollte es doch selber, schon seit dem ich Adriel zum ersten Mal gesehen hatte. Als er damals von mir nach einer 2. Chance für Ramon verlangte, hatte ich ihm doch gesagt, dass er mir lieber wäre.
Ein Monat lang, hatte Ramon den Kontakt zu mir vermieden und in dieser Zeit, dachte ich wirklich, mehr als Freundschaft für Adriel zu empfinden. Das war doch auch der Grund, weswegen ich mich überhaupt an ihn ran gemacht hatte. Aber Ramon wusste es, er wusste ganz genau, dass es nicht stimmte. Nur aus diesem Grund hatte er mir enttäuscht und wütend gesagt gehabt, dass ich genau so wie alle anderen bin und mich an Adriel ran gemacht habe, ohne etwas für ihn zu empfinden. Er hatte Recht! Bei dieser Vorstellung hielt ich mein Kopf fest und fing an mir die Augen aus dem Kopf zu weinen.
Warum war ich nur so dumm gewesen und hatte von Anfang an gegenüber Ramon Vorurteile gehabt?
- Weil er vor deinen Augen mit anderen geflirtet und geschlafen hat. Und Charline hör auf dich fertig zu machen, bald fliegst du doch sowieso zurück, dann wirst du doch sowieso alles vergessen –, antwortete mir meine innere Stimme besser wissend.
Ja, es stimmte tatsächlich, bald würde ich weg fliegen und weder Ramon noch Adriel wiedersehen.
Adriel schaute mich besorgt an, nahm mich in seine Arme und fragte mit einer ernsten Stimme: „Du bereust es, dass du mit mir zusammen gekommen bist, weil du erst nach dem Noelle gekommen ist, den wahren Wert von Ramon angefangen hast zu schätzen, nicht wahr?“
Als ich das hörte, öffnete ich meine Augen weit auf. Verdammt, ja er hatte Recht. Adriel weichte ein Schritt zurück, denn er wusste ebenfalls das er die Wahrheit sagte. Dann stand er auf, stellte sich vor das Fenster und schaute nach draußen. Dort hin wo Noelle und Ramon lagen. Ob sie immer noch dort lagen? Wieder war Stille, dann schaute er mich bemitleidend an und meinte: „Hättest du es mir bloß früher gesagt, dann wäre das, was sich gerade draußen abspielt, nie passiert.“ Sofort hielt ich meine Ohren zu und fing an noch mehr zu weinen. Das durfte nicht wahr sein. Nein bitte nicht!!! Aber Adriel zog mich zu sich und befahl autoritär: „Charline, schau nach draußen!“
Erst wanderten meine Blicke zu Adriel, anschließend langsam raus, in den Garten.
Ramon hatte nur noch seine Boxershort an, während Noelle immer noch komplett angezogen war. Er lag auf ihr und sie küssten sich so leidenschaftlich, außerdem lagen seine Hände auf ihren Brüsten und seine auf seinem durch trainierten Oberkörper. Ruckartig umarmte ich Adriel so fest ich konnte und flehte: „Bitte zieh die Vorhänge zu! Bitte! Ich will das nicht mehr länger mit ansehen müssen...“
Zu meinem Glück befolgte Adriel meinen Wunsch, zog sofort die Vorhänge zu und trug mich auf mein Bett. Dann stand er vor dem Fenster, doch sein Blick auf mich gerichtet und erklärte: „Charline, ich hab mir unsere Beziehung ganz anders vorgestellt gehabt. Mir ist klar, dass ich dich heute überfordert habe, als ich dir erzählte, dass ich dich heiraten möchte. Aber ich spüre schon seit dem zweiten Kuss, dass etwas zwischen dir und mir nicht richtig ist. Es sind zwar gerade mal ein und halb Wochen vergangen, aber dieses Gefühl wird immer stärker. Ich finde dich süß, du bist ein tolles Mädchen, keine Frage, aber unsere Herzen passen nicht zur einander. Und dann gibt es da noch etwas...“, er stoppte sich selber, setzte sich auf mein Bett hin, hielt mein Kinn fest, sodass ich ihm direkt in die Augen sehen konnte und gestand: „...seit dem Noelle da ist, fühle ich mich zu ihr hin gezogen.“

Noch ein zweiter Schock. Die beiden Typen die am Anfang mich wollten, hatten nun ihre Interesse an mir verloren und widmeten ihre Aufmerksamkeit lieber Noelle. Die Eifersucht stieg mir langsam an den Kopf, deswegen gab ich ihm eine Schelle und schrie zornig: „Adriel, du bist genauso schlimm, wie Ramon, ist dir das klar? An dem Tag, an dem wir beide zusammengekommen sind, ist auch Noelle gekommen und wenn du, seitdem sie da ist, dich von ihr angezogen fühlst, dann bedeutet das nur, dass du für mich von Anfang an, nichts gespürt hast!“
Er senkte seine Blicke, schaute traurig auf den Boden und entschuldigte sich: „Es tut mir Leid Charline, ich hab gedacht für dich Gefühle zu haben, weil es sich, als wir uns zum ersten Mal geküsst haben, es sich so fantastisch an gefühlt hatte. Aus diesem Grund bin ich mit dir zusammen gekommen, weil ich dieses Gefühl ein zweites Mal erleben wollte, aber es war nun mal nicht so. Für dich hab ich sogar Ramon geboxt, aber es war falsch. Alles war falsch. Genau so wie es jetzt falsch ist, dass Ramon und Noelle mit einander so intim sind. Aber wir haben das verdient, weil ich dich Ramon weg genommen habe.“
Erneut flossen mir die Tränen über meine Wangen und ich spürte einfach nur Trauer. Alles war eine Lüge gewesen, Adriel liebte mich nicht, sondern hatte Gefühle für Noelle, während Noelle sich mit Ramon amüsiert hatte, hatte er versucht gehabt mit mir glücklich zu werden, allerdings ohne Erfolg. Es stimmte was Adriel sagte, wir wurden bestraft für das was wir Ramon angetan hatten, jetzt waren wir an der Zeit diesen Schmerz zu tragen. Adriel wusch mir die Tränen weg, drückte mich fest an sich und erklärte: „Ich werde trotzdem immer für dich da sein, meine Kleine.“ Dann gab er mir ein Kuss auf die Wange und verließ das Zimmer. Am frühen Morgen, weckte mich ausnahmsweise Noelle auf: „Sweety steh auf, es ist morgen geworden“, und gab mir einen Kuss auf die Wange. Gerade als ich meine Augen öffnete, schaute ich ihr in ihre Augen und mir fiel auf, dass ihr Gesicht genau die selbe Ausstrahlung bekommen hatte, wie damals von Klarissa. Doch ich ließ mir nichts anmerken, gab ihr ebenfalls einen Kuss auf die Wange und fragte vorsichtig: „Und hast du gut geschlafen?“, ich hatte vor der Antwort Angst. Angst davor, dass sie mir sagen würde, dass sie mit Ramon geschlafen hatte, aber zu meinem Glück, antwortete sie bloß mit einem einfachen: „Ja.“
Dann stand ich auf, machte mich frisch und zusammen liefen wir, Richtung des Esssaals. Auf dem Weg kam uns Ramon entgegen, er strahlte soviel positive Energie und Freunde aus, dass ich erst dann begriff, wie schlecht es mir in Wahrheit ging. „Na mein Engel, wie geht es dir?“
„Ganz gut Darling und dir?“, fragte Noelle ihm ihre Lippen, auf seine drückend. Danach streckte er ihr seine Hand aus, die sie sofort nahm und ohne mich zu beachten, einfach mit ihm mit lief.
Mein Verstand schrie immer wieder: „Es ist passiert ,sieh es ein“, aber mein Herz wollte und konnte es einfach nicht akzeptieren. Es durfte einfach nicht passiert sein, denn wenn es wirklich passiert wäre, dann könnte ich Ramon nie wieder in die Augen schauen. Geschweige denn, mich in ihn verlieben, auch wenn ich kurz davor war, diesem Casanova und Sexgott, das wichtigste an mir, mein Herz, zugeben. Adriel und ich setzten uns Noelle und Ramon gegenüber, während Carlos am Anfang des Tafels saß und meine Mutter neben mir Platz genommen hatte.
Wie jeden Morgen war die Atmosphäre hervorragend, dann schaute Ramon zu seinem Vater und teilte mit: „FC Barcelona hat mich angerufen und sie wollen das ich mein Geburtstag mit ihnen zusammen feiere.“
„Das ist ja großartig. Das heißt das du an diesem Wochenende nach Barcelona fliegst, richtig?“, fragte Carlos ihn wie immer zufrieden anschauend. Ramon nickte verlegen und dann erklärte Carlos, der die fragenden Blicke meiner Mutter mit bekommen hatte: „Amy, mein Sohn hat früher vor ungefähr drei und halb Jahren bei FC Barcelona gespielt, aber dann hat er mit seinem Studium angefangen und hat das Fußball spielen aufgegeben. Die Mannschaft liebt ihn trotzdem und sie wollen am Samstag, also in 4 Tagen mit ihm zusammen sein Geburtstag feiern. Übrigens mein Neffe spielt ebenfalls dort, also wenn du Charline und Noelle erlauben würdest mit zu fliegen, würde ich mich sehr freuen.“
Meine Mutter schaute überrascht zu Ramon und fragte ihn anlächelnd: „Du wirst 23, nicht wahr?“ Ramon nickte leicht, lächelte und garantierte: „Ich werde auf die beiden Damen sehr gut aufpassen, verlassen sie sich darauf.“
- Du meinst wohl auf deine Noelle -, verbesserte meine innere Stimme ihn eifersüchtig. „Gerne, ich vertraue dir Ramon“, antwortete meine Mutter und wir aßen somit weiter.
Nach dem Frühstück verschwand ich wieder in mein Zimmer, legte mich auf das Bett und versuchte mich auszuruhen, doch ungefähr 10 Minuten später platze Noelle in mein Zimmer, setzte sich auf mein Bett und gerade als sie ihr Mund auf machen wollte, entdeckte sie das Buch „Liebesspiel“ und fragte neugierig: „Um was geht es in diesem Buch?“
Ich schaute sie abweisend an und antwortete: „Es geht darum, wie man trotz vielen Fehlern mit dem Richtigen zusammen kommt.“
Sie fing an zu lachen, nickte stumm und legte das Buch wieder beiseite. „Noelle, willst du mir noch etwas sagen?“, fragte ich sie genervt.
Sie nickte, gab mir ein Kuss auf die Wange und bedankte sich: „Als du mir erlaubt hast das ich Ramon haben darf, hast du das Beste gemacht, was du für deine beste Freundin je machen konntest. Danke Charline.“
„Freut mich Noelle“, meinte ich, ihr traurig in die Augen schauend und verließ mein Zimmer. Ich ertrug es einfach nicht mehr, Noelle und Ramon passten doch gar nicht zur einander. - Charline entscheide dich mal endlich! –, befahl ich mir selber. Aber ich konnte mich einfach nicht entscheiden, ich wusste einfach nicht mehr, was ich wollte. Was wollte ich? Ramon oder einfach nur meine Ruhe? Und dann heißt es, dass Spanien ein unkompliziertes Land ist.
Ich wollte nicht mehr nachdenken, ich wollte einfach nur gehen, also öffnete ich unkonzentriert, die Haustür und lief Richtung Tor, aber in dieser Minute kam mir Ramon entgegen.
Diesmal schaute er mir tief in die Augen und fragte gleichgültig: „Wo willst du hin?“
„Ich bin dir keine Rechenschaft schuldig“, antwortete ich so kalt wie möglich.
„Du wirst dich niemals ändern, oder?“ fragte er leicht gereizt.
„Sei leise Ramon“ bat ich ihn eher, als zu befehlen und versuchte weiter zu laufen. Aber er hielt meine Hand fest, zog mich an seine Brust und fragte mit dieser über alles geliebten Stimme: „Warum? Ich weiß das du reden willst.“ Seine Brust fühlte sich so warm an und ich hörte seine schnellen Herzschläge. Warum benahm er sich jetzt schon wieder so eigenartig? Ich verstand ihn wirklich nicht. Doch dann drückte ich ihn automatisch von mir weg, schüttelte mein Kopf und schrie zornig: „Was soll das Ramon? Erst schläfst du mit Noelle und dann nimmst du mich auch noch in deine Arme?“
„Und selbst wenn, was interessiert dich das?“, schrie er , mittlerweile wieder wütend, zurück. Wie konnte Noelle es nur schaffen, ihn jedes Mal zum lachen zu bringen, während er sich jedes mal bei mir nur aufregte?

Du hast keine Ahnung, Charline! Noelle ist einfach eine Traumfrau, die genau weiß, was sie will und dafür kämpft, aber du...“, bevor er weiter sprechen konnte, unterbrach ich ihn und meinte verletzt: „Wenn das so ist, dann geh zu ihr. Ich will euch nicht im Weg stehen.“
In dem selben Augenblick, als ich mich wieder entschuldigen wollte, öffnete Noelle die Haustür, lächelte zu Ramon und meinte lustvoll: „Schatz komm doch rein, mein Bett wartet bereits auf dich.“ Ramon schaute ihr verführerisch in die Augen, nickte, ließ mich einfach alleine stehen und dackelte wie ein Hund, dieser Schlampe hinter her. Kaum zu glauben, diese Sache machte mich mittlerweile so sehr fertig, dass ich sogar meine beste Freundin, als eine Schlampe bezeichnete.

 

Eine harte Probe

Ramons Sicht:

Nach diesem leidenschaftlichen Kuss, setzte sich Noelle wieder auf, blickte mir bedrückt in die Augen und meinte: „Ramon du weißt ganz genau das es falsch ist...“
„Warum sollte es falsch sein?“, fragte ich sie irritiert. Sie drehte ihren Kopf nach hinten und antwortete mitgenommen: „Ihr Licht brennt noch, bestimmt ist Adriel jetzt bei ihr und macht mir ihr Schluss.“
Ich verstand nicht, was sie meinte und schaute sie nur fragend an, aber dann lehnte sie sich nach hinten und erklärte mit einem ernsten Gesichtsausdruck: „Ich hab heute morgen mit Adriel gesprochen, ihn über seine Gefühle nach Charline gefragt und er hat mir das erzählt, was er gerade ihr erzählt.“
„Was erzählt er ihr denn?“, wollte ich nun neugierig wissen und bevor sie es mir erzählte befahl sie: „Zieh dein Oberteil und dein Boxershort aus und wenn ich es dir sage, dann beuge dich auf mich und küss mich!“
Zwar verstand ich nicht was sie meinte, doch ein Blick auf Charlines Fenster genügte, um zu wissen, dass ich ihrem Befehl folgen sollte, da ihr Licht immer noch brannte. Also zog ich mich aus und wartete geduldig darauf, was als nächstes passieren würde.
Dann fing sie an, aufrichtig zu erzählen: „Das sie nicht zur einander passen, dass es ein Fehler war, dass er sie dir weg genommen hat und in Wirklichkeit Gefühle für mich hat. Außerdem erzählt er ihr auch, dass es eine Strafe für sie ist, weil sie dich so hintergangen haben. Kurz gesagt er macht ihr gerade klar, dass ihre Entscheidung falsch war.“
Als ich das hörte, blieb mir meine Luft weg, ich schaute sie fragend an und meinte: „Aber sie hat doch gar keine Gefühle für mich.“
„Ramon sie ist kurz davor sich in dich zu verlieben, glaub mir.“
„Selbst wenn, Noelle ich will sie nicht mehr“, gab ich ihr zu erkennen, aber sie drehte mein Gesicht nur um und meinte: „Doch Ramon willst du. Es wird ein Happy End zwischen euch beiden geben.“

„Sie ist die Ex von Adriel, wie soll ich sie dann noch akzeptieren können?“
Sie schaute kurz wieder Richtung des Zimmers, sah Adriel und befahl: „Jetzt!“
Ich wusste zwar nicht, was sie damit erreichen wollte aber legte mich trotzdem leicht auf sie und während wir uns küssten, wollte Noelle von mir, dass ich ihre Brüste berührte und sie fasste gleichzeitig meinen durch trainierten Oberkörper an. Kurz lagen wir in dieser Position und bekamen schließlich mit, wie die Vorhänge zugezogen wurden und ich streifte mir wieder mein T-Shirt über. Dann antwortete sie während sie rot wurde: „In dem du auch seine Freundin berührst.“
Unverzüglich fing ich an zu lachen, starrte sie überrascht an und meinte: „Du und Adriel seid zusammen, obwohl er erst eben sich von Charline getrennt hat?“
„Ich weiß, ist nicht besonders freundlich und Adriel gefiel mir am Anfang ja auch gar nicht, weil ich das Gefühl hatte, dass er sie dir weg geschnappt hat, aber als wir heute mit einander geredet haben, habe ich gemerkt das ich auch etwas für ihn empfinde. Du musst es so sehen Sweety, Adriel und Charline sind sich von der Art her ähnlich, sie sind beide das genau Gegenteil von uns. Während wir laut, immer gut gelaunt und risikofreudig sind, sind sie eher ruhig und nachdenklich. Ich glaube, wir müssen ihnen zeigen, was das Leben alles zu bieten hat.“
Einerseits war das gar nicht mal so falsch was Noelle sagte, aber wie sollte ich mit der Freundin von meinem besten Freund flirten? Noelle kannte mich mittlerweile wirklich gut, denn sie meinte mich frech angrinsend: „Adriel hat nichts gegen einen Kuss. Ich meine wenn wir beide Schauspieler wären, müssten wir uns schließlich auch küssen.“
„Die Sache ist mir trotzdem nicht ganz geheuer. Was ist wenn sie es merkt?“
„Sie wird es schon nicht merken, außerdem werden wir das nur so lange durchziehen, bis sie dir endlich sagt, dass sie dich liebt“, antwortete Noelle immer noch von der Idee überzeugt.
Leider war ich nicht so überzeugt wie sie, denn es waren wirklich so viele negative Dinge passiert, dass ich daran zweifelte und überhaupt, wollte ich Charline noch? Denn erst vor kurzem, dachte ich doch, dass die Gefühle für Charline langsam verschwunden waren. „Ich will sie wirklich nicht mehr“, gestand ich in einem ersten Ton, aber Noelle schüttelte nur ihren Kopf und garantierte: „Sobald du in die Augen deiner Prinzessin schaust, wirst du schon merken, dass du sie willst.“

Noelle das passt nicht zur mir. Du weißt das ich ein freier Mensch bin und ich finde diese Aktion einfach nur kindisch und krank“, gestand ich immer noch total durcheinander.
Trotz dieser fatalen Gedanken, schaffte Noelle es trotzdem mich von der Idee zu überzeugen. Anschließend verabschiedeten wir uns von einander und am nächsten Morgen, fing unser Spiel bereits an. Ob das wohl wirklich gut gehen würde? Aber Noelle hatte Recht, nach einem Blick, auch wenn es ein kurzer war, wusste ich das mein Herz, Charline nicht vollkommen vergessen hatte. Dann war alles ruhiger geworden, bis ich später raus zum Auto lief, um mein vergessenes Handy aus dem Auto zu holen. In diesem Moment, lief Charline mir entgegen und das ganze Spiel fing von vorne an. Ich fragte etwas Neutrales, sie wurde frech, ich fragte sie erneut und sie fing an zu schreien und provozierte somit meine Nerven. Aber zu meiner Rettung, kam Noelle und befreite mich aus dieser scheußlichen Lage...


Charlines Sicht:

Enttäuschung, Trauer und Hoffnungslosigkeit spiegelte mich in diesem Moment wieder. Immer hin war es auch kein Wunder, schließlich hatte sich meine jahrelange beste Freundin, sich an den Mann ran gemacht, der mir mittlerweile trotz allem so viel bedeutete. Und selbst wenn ich es nicht zeigen konnte musste sie, als meine beste Freundin, das doch spüren, oder? Aber nein, sie dachte nur an sich selber. Vor allem nach dem ich erfahren hatte das Adriel für sie Gefühle hatte, tat er mir wirklich Leid, denn nicht einmal er verdiente so ein billiges Mädchen. Ein Mädchen die lieber ihre Zeit mit dem einen verbrachte anstatt mit ihrer besten Freundin. Dieser Gedanke verletzte mich immer wieder, weil ich mich so sehr in Noelle getäuscht hatte und niemals gedacht hätte, dass sie so eine falsche Schlange war.
Unbemerkt flossen mir die Tränen über meine Wangen und ich bekam nur halb mit, dass meine Mutter neben mir stand und mich besorgt fragte: „Charline was ist passiert?“

„Mama ich halte es nicht länger aus, mein Freund trennt sich von mir, meine beste Freundin ist eine falsche Schlange und der Mann für den ich in Wahrheit Gefühle habe, ist die Person die ich geglaubt habe, zu hassen“, antwortete ich ihr, in dem ich sie umarmte. Sie zog mich hinter sich, auf eine Bank und meinte überrascht: „Süße, vielleicht kommt dir das Ganze nur so vor, überstürze nichts und behauptete auch nichts, was du später bereuen könntest. Du bist jetzt schon lang genug mit Noelle befreundet und zwischen euch war doch immer alles perfekt, wieso denkst du dann so etwas über sie?“ Mir flossen weitere Tränen und ich versuchte ihr schluchzend zu erklären: „Sie und Ramon verstehen sich so unglaublich gut und ich denke das auch etwas zwischen ihnen läuft.“ Meine Mutter wendete sofort ihr Gesicht zu mir, fing an zu lachen und erinnerte spöttisch: „Charline du hast doch gesagt, dass du Ramon nicht willst, also braucht dich das doch gar nicht zu stören“
„Mama du verstehst mich nicht, ich habe einen großen Fehler gemacht, als ich Ramon so falsch behandelt habe und jetzt, wo ich es bereue, merke ich das es zu spät ist.“, widerte ich mein Kopf an ihre Schulter lehnend.

Für einen Moment war Stille und ich spürte wie langsam das Wetter wieder herrlich warm wurde und mein Gesicht erwärmte. Es beruhigte mich langsam, also gab ich meiner Mutter einen Kuss, bat sie niemandem etwas zu erzählen und lief wieder rein in mein Zimmer. Dort angekommen zog ich mir eine blaue Caprihose und einen weißen trägerlosen Top an. Band mir meine Haare zu, nahm meine schwarze Umhängetasche und lief Richtung der Tür.
„Willst du mir diesmal verraten wo du hin willst?“, fragte mich neugierig, diese atemberaubende Stimme.
Kurz schloss ich meine Augen zu, atmete einmal tief ein und aus, drehte mich um und antwortete genervt: „Nein, will ich nicht Ramon. Wenn du mich jetzt entschuldigen würdest.“
Anschließend öffnete ich die Tür und machte mich auf den Weg zu dem schwarzen Caprio BMW 7er. Übrigens das Auto war einer der 4 Autos der Familie Villar. Warum es 4 sind? Ein Auto besaß Carlos, das andere Ramon, dann der Chauffeure und den 4. hatte Carlos Adriel zum Geburtstag geschenkt gehabt.
Ramon folgte mir, stieg ebenfalls ins Auto ein und meinte: „Dann komm ich mit.“
„Ramon, ich will dich nicht sehen“, verriet ich und das obwohl mein Herz genau das Gegenteil behauptete, aber das konnte ich ihm schlecht sagen. „Wenn du an Noelle denkst, sie sitzt gerade mit Adriel in meinem Zimmer und bucht Hotelzimmer für Barcelona“, antwortete er lächelnd.
Ohne eine weitere Antwort, startete ich den Motor und fuhr Richtung der Stadt. Ramon strahlte breit und machte das Lied "Rain over me" von Pitbull und Marc Anthony auf, zog seine lässige Sonnenbrille an und sang:

Girl my body don’t lie
I’m outta my mind
Let it rain over me
I’m rising so high
Out of my mind
So let it rain over me
Ay ay ay
Let it rain over me
Ay ay ay
Let it rain over me

- Das ist dann wohl ein Nachteil, wenn man das Auto von der Familie fährt -, stellte meine innere Stimme fest und während mein Herz dahin schmolz, weigerte sich mein Verstand, diese unbeschreiblichen Gefühle zu zulassen. Als er trotzdem bemerkte, wie seine Stimme mich zum zittern brachte, fing er an zu lachen und meinte: „Ich habe diese Gabe von meiner Mutter geerbt.“
„Von deiner Mutter?“, fragte ich neugierig.
Ramon hatte noch nie in meiner Anwesenheit über seine Mutter geredet gehabt, lag wohl daran, dass ich ihn auch noch nie danach gefragt hatte.
„Ja, meine Mutter Antonia, erfolgreiche Sängerin, Schauspielerin und im Jahre 1993 Miss España“. Er schaute mich ernst an und sprach weiter: „Sie war alles für mich, mein Lebenssinn, Hoffnung und vor allem die Person die ich am meisten in meinem Leben je geliebt habe. Und noch etwas, denk nicht das sie mich so erzogen hat. Ich bin erst nach ihrem Tot so geworden, immer hin war ich damals gerade mal 13 Jahre alt.“
Als ich das hörte, stoppte für einen kurzen Moment mein Verstand und mein Herz fing an schrecklich weh zu tun. Warum war ich nur so dumm gewesen und hatte ihn noch nie über seine Mutter gefragt gehabt? Überhaupt ich wusste nichts über Ramon und jetzt verstand ich was Noelle gemeint hatte, als sie sagte das Ramon nicht so war, wie er sich zeigte.
- Charline reiß dich zusammen und vergiss nicht das er vor deinen Augen mit jungen Frauen intim war –, erinnerte mich die negative Stimme, doch gleichzeitig sagte eine andere Stimme in meinem Kopf:

- Vertraue Ramon doch wenigstens ein einziges mal, du hast sowieso nichts zu verlieren -, und diesmal gab ich nach, legte meine Hand auf seine Hand und meinte traurig: „Ramon, es tut mir so Leid...“
Er schenkte mir sein schönstes Lächeln und erklärte: „Charline ist schon okay.“
„Adriel hatte das gemeint gehabt, als er meinte das du unser Enrique bist oder?“
Ramon nickte leicht, wurde wieder ernst und erzählte mir die ganze Geschichte und verriet mir auch den Grund weshalb er überhaupt so geworden war.
- Na siehst du, Ramon ist doch ein guter Mensch -, meinte eine andere innere Stimme Freudensprünge machend und brachte mich zum strahlen. Ja, mein Darling war ein guter Mensch und ich war bereit ihm zu verzeihen, aber um so mehr ärgerte ich mich über Carlos, denn nie hätte ich auch zu träumen gewagt, dass er mal so ein Arschloch war.
Als wir in der Stadt ankamen, stiegen wir aus und Ramon reichte mir seine Hand. Zögernd nahm ich sie doch noch an und ich muss zugeben, es war eine richtige Entscheidung, denn um so mehr wir zwischen der riesigen Menschenmenge durchliefen und diese eifersüchtigen, verwirrten und mit Hass gefüllten Blicke sahen, spürte ich das ich etwas hatte, was die meisten nicht hatten, Ramon. Ob er auch mit einigen dieser hübschen Frauen geschlafen hatte? Verdammt mein Herz tat erneut weh.
Plötzlich ließ ich auch noch seine Hand los und blieb stehen. Er schaute mich fragend an und sah wie ich diese weiblichen Personen entsetzt anschaute. In diesem Moment tat er etwas, was ich von ihm nicht gewohnt war, denn er stellte sich mir gegenüber, schaute mir mit einem ernsten Blick in die Augen, bat: „Bitte Charline, denk jetzt nicht daran. Jeder Mensch kann Fehler machen. Ich will diesen wunderschönen Tag nicht wegen anderen zerstören“, und gab mir einen Kuss auf die Stirn.


Ramons Sicht:

Noelle schaute mich fragend an und erklärte: „Ramon, es ist nicht gut, wenn ihr jetzt schon wieder anfängt euch zu streiten.“ Ich nickte schuldbewusst, schaute sie traurig an und meinte: „Noelle, ich will das doch gar nicht“, und ging mit meiner Hand durch meine mittlerweile etwas länger gewordenen Haare.
Sie gab mir ein Kuss auf die Wange, wir liefen in mein Zimmer und sie rief Adriel hinzu. Adriel kam, gab ihr einen Kuss auf die Lippen und Noelle erzählte ihm davon, dass ich immer noch verwirrt war, aber Adriel legte seine Hand auf meine Schulter grinste frech und gestand: „Ramon, sie hat wegen dir geweint, sie hat geweint, weil sie ihren Fehler bereut und ich tue es auch. Bitte verzeih mir.“ Ich stand sofort auf, drückte ihn und meinte großzügig: „Natürlich verzeihe ich dir Adriel, du bist mein Bruder, außerdem kann jeder mal einen Fehler machen, deswegen Kopf hoch.“ Adriel freute sich natürlich sehr darüber, setzte sich neben Noelle auf mein Bett und Noelle erklärte: „Ramon, ich musste dich gestern einfach küssen, weil, ich gebe es ungern neben meinem Freund zu, aber in diesem Moment hast du mich einfach verzaubert und ich musste deine Lippen berühren.“ Adriel schüttelte seinen Kopf und erklärte lachend: „Du bist verrückt mein Schatz.“ Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange und erklärte: „Ja Darling, du machst mich eben verrückt.“
Bevor die beiden noch weiter mit einander flirteten, schaute ich sie fragend an und forschte nach: „Habt ihr überhaupt kein schlechtes Gewissen gegenüber Charline?“ Beide schauten sich bedrückt an, dann stand Noelle auf, nahm mich in ihre Arme und erklärte: „Sie wird mich hassen, weil sie denkt das wir etwas mit einander haben, aber ansonsten wird sie sich nie bewusst, wie sehr sie dich liebt. Bitte Ramon, gewinn endlich ihre Liebe.“
Dann schaute ich zu Adriel, er nickte ihr Recht gebend und fügte hinzu: „Geh runter zu ihr, verbring mit ihr Zeit, sorg dafür das sie dich besser kennen lernt und in der Zwischenzeit werden wir geeignete Hotelzimmer für Barcelona buchen.“
Nachdenklich nickte ich, verabschiedete mich von den beiden und lief runter zu ihr. Anschließend stieg ich mit ihr mit in den Caprio ein, verzauberte sie mit meiner Stimme und erzählte ihr zum ersten Mal die Geschichte mit meiner Mutter. Immerhin wusste es mittlerweile auch schon Noelle und Charline sollte endlich auch die Wahrheit über mich erfahren. Nachdem ich ihr meine Lebensgeschichte erzählt hatte, erkannte ich an ihren Blicken, dass sie mich doch mochte und mit mir litt.  Die Eisbrocken zerschmolzen langsam zwischen uns.

Als wir ausstiegen, reichte ich ihr meine Hand, da mir klar war, dass viele Ex- Bekannte von mir dort sein würden und in der Tat, es stimmte. Sehr viele Augen waren auf uns gerichtet und ich spürte die Eifersucht, den Hass und die Verwirrung von allen Seiten. Mir war klar, dass es nicht gerade gut ankam, dass ich mit einer neuen Begleitung in der Stadt war, aber diese Begleitung war trotz allem besonders. ich ignorierte diese Blicke und versuchte dafür zu sorgen, dass Charline, diese Blicke nicht mitbekam.
Aber leider umsonst, denn plötzlich blieb sie stehen, schaute entsetzt die Menschen an und mir war sofort bewusst, an was sie dachte. Sie dachte daran, ob ich vielleicht diese jungen Frauen ebenfalls flach gelegt hatte. Ja, auf einige von ihnen traf das wirklich zu, aber ich wollte diesen wunderbaren Tag nicht zerstören, also schaute ich ihr tief in die Augen und erklärte, dass jeder mal Fehler machen konnte und drückte ihr zum ersten Mal meine Lippen auf ihre Stirn.


Charlines Sicht:

Als seine Lippen meine Stirn berührten, fühlte es sich unbeschreiblich schön an und mir war klar, dass ich es akzeptieren musste und nicht länger daran denken durfte. Also nickte ich, ihn leicht anlächelnd und wir fingen an vom einen Laden zum anderen zu laufen, dabei wurden wir besser gesagt Ramon von zahlreichen Personen begrüßt und nach dem Wohlbefinden gefragt. Die meisten von ihnen waren sehr hübsche junge Frauen und ich spürte schon langsam, wie die Eifersucht in mir anfing zu kochen.
Nach 3 Stunden und etwa 10 Einkaufstüten, saßen wir endlich erschöpft in einem Café und Ramon bestellte für sich einmal eine Latte Macchiato und einen Zitronenkuchen, während ich um einen Milch Kaffee und eine Nussschneke bat. Die Sonne ging langsam unter und ich fühlte, wie der Wind meinen Körper und Nerven entspannte. Ramon nahm sein Handy raus, schaute auf die Uhr und fragte: „Wir haben gleich 19 Uhr, willst du nach Hause fahren oder wollen wir noch kurz in die Kirche gehen?“
„Warum in die Kirche?“ ,fragte ich verblüfft.
„Ich muss doch Gott dafür danken, dass er uns so einen wundervollen Tag ohne Streit geschenkt hat“, meinte er mit einem ernsten Gesichtsausdruck und sich schämend.
Meinte er es wirklich ernst? Wenn ja, dann zählte ich mich in diesem Moment, zu der glücklichsten Frau der Welt. Ramon war nicht nur charmant, er war gleichzeitig auch sehr romantisch und falls das Ganze nur ein Traum sein sollte, war ich bereit, überhaupt nicht mehr zu erwachen. Ich wollte diesen Traum leben und mit dem Mann in den ich mich von Tag zu Tag immer mehr verliebte, noch weitere schöne Tage verbringen. Zumindest bis ich ging.
„Charline und was sagst du?“
Vorsichtig legte ich meine Hand auf seine, nickte und antwortete glücklich: „Gerne.“ Dann kam unsere Bestellung, wir fingen an zu essen und ich weiß nicht wieso, aber irgendetwas brachte mich auf das Thema Noelle.
„Ramon hast du mit Noelle gestern geschlafen?“, fragte ich ihm ängstlich in die Augen schauend. Er dachte kurz nach, dann schüttelte er seinen Kopf und verriet: „Charline, ich werde mit ihr nicht schlafen keine Angst, aber wir haben eine offene Beziehung. Wir fühlen uns von dem anderen angezogen, sowie du und Adriel.“
Und schon wieder ein Stich in meinem Herzen. Schon wieder Enttäuschung, Wut und Hass. Schon wieder der Gedanke, dass Ramon sich nie verändern würde, auch wenn ich ebenfalls schuldig war. Vor allem aber machte sich die Trauer in mir breit, weil meine Konkurrentin, ausgerechnet meine beste Freundin war. - Warum mein lieber Gott? Warum stellst du mich auf so eine harte Probe? -, fragte verzweifelt immer wieder meine innere Stimme.


Ramons Sicht:

Alles lief in bester Ordnung und gerade als ich glaubte, dass es nicht besser laufen kann, sprach Charline das Thema mit Noelle an. Was sollte ich ihr denn antworten? Das Noelle und ich, sogar Adriel ihr nur etwas vormachten, damit ihr endlich klar wurde wie sehr sie mich liebte?
Es war ein Fehler gewesen von Anfang an und obwohl ich das wusste hatte ich mich überreden lassen. Einerseits war ich dankbar dafür, dass sich dadurch alles blitzartig zum Positiven entwickelt hatte, doch andererseits war ein neuer Problem aufgetaucht und mir war klar, dass die Beziehung auf dieser Lüge nicht aufgebaut werden konnte, aber trotzdem gab ich ihr diese eine Antwort. Die Antwort, die sie verletzte und enttäuschte. Als ich sie in die Augen schauend an log, sah ich wie sie ihr Gesicht vor Schmerz verzog.
Ich wollte sie doch gar nicht verletzen, nicht schon wieder und nicht in diesem Zeitpunkt. Doch es war zu spät, wir fingen an beide zu schweigen, nur noch auf unsere Teller zu schauen und im Hintergrund von einer Bar das Lied "Takin' Back My Love" von Enrique Inglesias und Ciara zu hören. Die Stille wurde langsam unerträglich, also legte ich meine Hand auf ihre Hand und entschuldigte mich: „Charline bitte... es tut mir Leid.“ Zu meinem Bedauern nickte sie jedoch nur und schaute mir nicht einmal mehr in die Augen.
Nachdem wir fertig gegessen hatten, bezahlte ich abwesend und wir liefen zurück zum Auto. Diesmal saß ich am Steuer und blickte sie verzweifelt an, aber sie war einfach nicht mehr bei sich. Ihre Blicke waren leer und gefühllos, ihre Hände zitterten vor Wut, ihren Kopf lehnte sie an die Scheibe und schaute bloß nachdenklich nach draußen.
Zum Glück kamen wir schon nach einer halben Stunde an, sie stieg ohne ein Wort zu sagen aus dem Auto aus, lief direkt in ihr Zimmer und mich fing Noelle auf, zerrte mich hoch in ihr Zimmer und wollte alle Details wissen. Also erzählte ich ihr alles, sie ließ sich auf ihr Bett fallen, legte ihre Hände vor ihr Gesicht und sagte sich schuldig bekennend: „Ramon, das war nicht meine Absicht. Es tut mir so Leid.“
„Noelle, es ist nicht deine Schuld, du kennst Charline, sie wird sich wieder beruhigen“, erklärte ich ihr, mich neben ihr hinsetzend und mein Arm um sie legend. „Ich hoffe es“, meinte sie und fing an Tränen zu vergießen.

29.12.12 00:00


Te amo Darling (6 - 8)


Der Kuss

Charlines Sicht:

Als ich endlich in meinem Zimmer war, schmiss ich mich auf mein Bett und fing unverzüglich an zu weinen. Wieso hatte ich ihm diese Frage auch stellen müssen? Warum konnte ich nicht einfach meine Klappe halten? Ich hatte keine Kraft mehr, um jedes Mal ihm die Schuld zu geben, deswegen fühlte ich mich für diesen Streitfall umso schuldiger. Dabei wollte ich doch nur mein Gewissen beruhigen. - Charline sieh es ein, es lohnt sich nicht sich in diesen Penner zu verlieben, sieh zu das du ihn los wirst! –, befahl meine innere Stimme, aber mein Herz war dagegen und ohne das ich es wollte, nahm mein Herz Ramon zum ersten Mal in Schutz: - Charline Ramon wird dich glücklich machen. Gedulde dich nur noch ein bisschen und du wirst sehen, dass er der Richtige ist. -

Vier Tage später im GBB Hotel 4 Barcelona, in einem der stilvollsten Hotele Barcelonas, angekommen, liefen Noelle und ich in unser Zimmer. Als wir die Tür auf schlossen, wurden wir sofort sprachlos, denn der Raum war modern und elegant eingerichtet. Es gab ein Flachbild-SAT-TV und wir hatten einen Blick direkt auf das, zur Fuß 6 Minuten entfernte, Meer. Es sah so fantastisch aus, dass Noelle und ich uns begeistert sofort in die Arme schlossen und kreischten.
„Schatz, wir werden hier ein unglaubliches Wochenende erleben“, meinte sie selbstsicher und mir blieb nichts anderes übrig außer grinsend zu lachen. Dann räumten wir unsere Kleider in die weißen und breiten Kleiderschränke ein und schmissen uns auf das weiche Doppelbett, dass mitten im Raum stand. Während ich mich entspannte, schloss ich meine Augen und dachte an die letzten Tage.
Nach dem Ausflug mit Ramon war mir klar, dass ich mich in ihn verliebt hatte und sogar schon eher. Adriel hatte sich von mir getrennt gehabt mit der Ausrede, dass es falsch war und das er Gefühle für Noelle hatte. Noelle dagegen hatte eine offene Beziehung mit Ramon und wohl auch eine geheime, denn Adriel verstand sich mit Noelle von Tag zu Tag immer besser und langsam tat er mir sogar Leid, weil Noelle mit seinen Gefühlen spielte. Aus diesem Grund hatte ich mich in den letzten Tagen, einfach nur zurück gezogen und hatte auch mit niemanden ein Wort gewechselt. Eigentlich wollte ich auch gar nicht mit fliegen, aber meine Mutter bestand darauf und so tat ich es ihr zu Liebe. Auch wenn jeder einzelne Blick von Ramon, mein Herz zerriss und ich akzeptieren musste, dass wir zwei niemals zusammen sein würden, selbst jetzt wo ich bereit war, ihm alles zu verzeihen.
„Hey Charline komm schon, morgen hat Ramon Geburtstag, zieh wenigstens ihm zu Liebe nicht so ein Gesicht“, bat Noelle mit einem traurigen Gesichtsausdruck.
„Noelle, warum leidet unsere Freundschaft dermaßen?“, fragte ich sie kränkend, denn mir war bewusst, dass Noelle diese Lage auch nicht genoss. „Charline es gibt so vieles, was du nicht weißt und die ich dir auch nicht erklären kann, deswegen bitte verzeih mir“, antwortete sie, während sie aufstand und sich vor das Fenster hin stellte, um ein Blick nach draußen zu werfen. Ich tat es ihr nach und fragte weiter: „Warum kannst du es mir nicht erklären?“
„Weil ich nur das Beste für dich will“, klang ihre Stimme leise. „Deswegen bist du in einer offenen Beziehung mit ihm?“, fragte ich weiter nach.
Aber sie gab mir keine Antwort darauf und lief ins Badezimmer. Wieso war Noelle nur so komisch drauf? Was verheimlichte sie vor mir? Mir schossen so viele Frage durch den Kopf, doch keine einzige Antwort war mir bekannt und das war wirklich das Schmerzvollste. Für was ein teures und nobles Hotel mit meiner angeblichen besten Freundin, Ex und dem Mann den ich liebte, wenn ich mich so unwohl fühlte?
Ich setzte mich wieder auf das Bett und versuchte mich wenigstens für Ramon zusammen zu reißen und mir ein Lächeln aufzusetzen. Ein Lächeln, dass selbst ihm die Sprache verschlagen sollte, eins was sein Herz berühren und ihn dazu bringen sollte mich ebenfalls zu lieben.
„Ich hasse diese Vorstellungen“, flüsterte ich leise. „Warum? Vorstellungen sind doch etwas Schönes“, ertönte Ramons Stimme hinter meinem Rücken. Er lief langsam auf mich zu, während er unser Zimmer musterte und kniete sich anschließend auf den Boden, hielt meine Hand fest und bat mit einer ernsten Mimik: „Bitte sei für dieses Wochenende meine Begleitung, ich will dich an meiner Seite haben.“
Mein Herz schlug wie verrückt, aber ich nahm dennoch meine Hand weg, schüttelte mein Kopf und meinte abweisend: „Frag Noelle, sie wäre sicherlich gerne deine Begleitung.“
Ramon setzte sich auf das Bett, nahm meine Hand erneut und erklärte: „Nein, Adriel und Noelle...“, ich unterbrach ihn, stand auf und schrie wütend: „Den armen Adriel verarscht ihr auch, nicht wahr?“

Aber Ramon blieb gelassen, stand ebenfalls auf, nahm mich unverzüglich in seine Arme, drückte mich immer fester an sich, bis ich nach gab und meinte: „Ja in Ordnung, ich werde deine Begleitung sein.“
Er fing an zu lächeln, setze mir zum zweiten Mal ein Kuss auf die Stirn und sagte: „Macht euch fertig, wir haben heute Abend ein Abendessen mit FC Barcelona.“
„Gut, ich sag ihr Bescheid“, sagte ich und schaute ihm nach. In dem selben Augenblick, als er das Zimmer verließ, kam Noelle mit einem Badetuch raus und fragte verwirrt: „War Ramon eben gerade hier?“ Stumm nickte ich und lief ebenfalls ins Badezimmer.
Gegen Abend holten uns die beiden hübschen Männer ab. Noelle hielt sofort Adriel's Arm fest und ich lief neben Ramon. Er fesselte mit seinem Aussehen, meine Blicke, denn er hatte seine Haare gegelt, hatte einen weißen Designerhemd und eine dunkle Jeans mit feinen Schuhen an und besaß ein unwiderstehliches Lächeln. Als er meine Blicke sah, grinste er schief, legte seine Hand auf meine Schulter und flüsterte mir zu zwinkernd zu: „Dein rotes Abendkleid gefällt mir sehr und vor allem deine Locken.“ Ramon fand mich hübsch, dieser Gedanke beruhigte mich und ich lächelte ihn schüchtern an. Dann fragte er liebevoll: „Darf ich deine Hand halten?“, blitzartig wurde ich rot, aber nickte trotzdem und er nahm daraufhin sofort meine Hand und setzte sogar ein Kuss drauf.

Dann wanderten meine Blicke zu Adriel und Noelle, sie sahen so süß zusammen aus, denn sie passten, sowohl optisch als auch charakteristisch  gut zur einander. Während der schwarzhaarige und dunkeläugige Adriel einen dunkelblauen Designerhemd, eine weiße Jeans und dunkelblaue Schuhe an hatte, trug Noelle ein weißes kurzes Kleid, und hatte ihre tizianroten, langen Haare zur einem lockeren Dutt gebunden und ihre wunderschönen gräulichen Augen strahlten jedes Mal, als sie Adriel in die Augen schaute. Es füllte mich mit Freude, meine beste Freundin so glücklich zu sehen.
Als wir in einem schicken Restaurant ankamen, sahen wir die bekannten Fußballspieler mit ihren Partnerinnen und ich erkannte wie sich in Ramon's Gesicht ein Lächeln breit machte. Er lief immer noch Hand in Hand mit mir zusammen zu der Gruppe und begrüßte als erstes seinen Cousin Pedro, einer der besten Stürmer die ich kannte und anschließend den Rest der Gruppe. Sie waren ebenfalls fein angezogen und trugen alle ein aufhellendes Lächeln. Dann widmeten sie ihre Aufmerksamkeit mir, Noelle und Adriel und begrüßten uns ebenfalls herzlich. Nach der Begrüßung liefen wir rein und wurden auch gleich zur einer langen Tafel gebeten, wo bereits das Essen bereit gestellt war. Also saßen wir uns alle hin und fingen auch schon an zu Essen. Aber anstatt zu Essen, wurde eher viel gesprochen und mir wurden unzählige Geschichten von Ramon erzählt, sodass ich nicht mehr aufhören konnte zu lachen. Aber auch Adriel und Noelle hatten ihren Spaß und verstanden sich mit den witzigen Spielern David und Sergio gut.
Nachdem Essen, war es zwar schon fast 22 Uhr, aber wir fuhren trotzdem zum Stadion und als wir dort ankamen, liefen wir rein, die Mannschaft warf Ramon einen Ball zu und forderte ihn auf: „Komm schon Ramon, zeig uns was du noch drauf hast.“ Ramon war erst sehr überrascht, aber er ließ den Ball auf den Boden fallen und schoss direkt zum Tor. Dann spielten die Männer zusammen Fußball und wir Frauen feuerten „unsere“ Männer an. Es war wirklich ein herrlicher Abend und ich fühlte mich so glücklich wie noch nie. Eine halbe Stunde vor Mitternacht verabschiedeten wir uns von ihnen und fuhren zu unserem Hotel zurück.
Da ich unbedingt noch zum Strand wollte, begleitete mich Ramon und erzählte zufrieden, dass er Barcelona mehr als Madrid liebte und früher, als seine Mutter noch lebte, sie hier in Barcelona wohnten, aber für die Karriere seines Vaters nach Madrid umziehen mussten. Er kam mir wie ein kleines, verspieltes Kind vor, denn er erzählte die Geschehnisse so lebendig und überzeugend, dass ich das Gefühl bekam in den Erzählungen zu versinken.
Ungefähr nach 6 Minuten kamen wir an und ließen uns auch schon gleich auf den Sand fallen. Der Sand fühlte sich so weich und frisch an, dass ich meine Augen schloss und nur neben bei mit bekam, wie Ramon sich zu mir legte und seine Hand gegen meine Wange lehnte. Dann kamen seine Lippen langsam an meine und sofort öffnete ich meine Augen weit auf und stoß ihn leicht zur Seite, um den Kuss zu verhindern. Daraufhin fing er an zu lachen und schlug, dass Thema wechselnd vor: „Schau dir die Sterne an, diesen Ausblick wirst du nirgends wo finden.“ Ich gehorchte ihm und schaute hoch zu den Sternen, es stimmte. Diesen bezaubernden Ausblick fand man wirklich nicht überall, denn die Sterne schienen so klar zu sein und ich spürte wie sich mein Körper wieder entspannte und ich meine Augen erneut schloss.
Als ich mit bekam, dass Ramon ebenfalls seine Augen geschlossen hatte, ließ ich meine Lippen auf seine sinken und es kam zum aller ersten Kuss. Dieser Kuss fühlte sich genau so an, wie ich es mir schon vorgestellt hatte, einfach nur leidenschaftlich und doch so erregbar. Unser Kuss wurde langsam zu einem Spiel unserer Zungen und ich wollte diesen Moment fest halten. Denn noch nie hatte ich so ein Gefühl bekommen wie bei ihm. Dieses Gefühl war sogar so stark, dass ich langsam anfing zu stöhnen. Ramon dagegen war leise und konzentrierte sich nur darauf mit seinen Händen langsam meine Brüste, unter meinem Kleid zu betasten. Doch als er meine immer schneller werdenden Stöhne realisierte, entfernte er sich von mir, stellte sich wieder auf und entschuldigte sich aufrichtig: „Charline, es tut mir so Leid, ich wollte dich nicht überfallen“, anstatt ihm zu antworten, nahm ich sein Gesicht zwischen meine Hände, gab ihm noch einen Kuss und meinte lächelnd: „Ist schon in Ordnung.“ Dann standen wir auf und machten uns auf den Weg zum Hotel.
Dabei hielt er immer noch meine Hand ganz fest und zeigte mir, dass ich für ihn mehr als nur ein Flirt war. Es war bei Gott, der schönste Moment meines Lebens gewesen, denn diese perfekt geformten Lippen auf meinen zu fühlen, war ein Augenblick, was mein Herz zum rasen brachte. Ob er es auch gespürt hatte?


Ramons Sicht:

Erst als wir in dem Hotel angekommen waren, hatte ich die Ehre dazu, um Charlines Stimme, nach diesen 4 Tagen, wieder hören zu können. Und auch wenn sie meine Bitte zuerst abgelehnt hatte, war ich um so erfüllter als sie meine Bitte doch noch an nahm. Vor allem am Abend, als wir uns mit meinen Freunden von FC Barcelona, in dem Restaurant treffen sollten und ich sie in diesem Zustand sah, blieb mein Herz für einen kurzen Moment stehen, denn sie sah einfach nur zum anbeißen aus. Noch nie wollte ich eine junge Frau so sehr küssen wie sie und doch hatte ich es geschafft mich zu beherrschen, ihr einen tollen Tag mit FC Barcelona zu gewähren und ein weiteres Mal, ihr mein wahres Gesicht zu zeigen.
Ich erzählte ihr über meine Vergangenheit, verriet ihr Geheimnisse die ich noch nie zuvor jemandem erzählt hatte und das mit einem guten Gewissen. Doch als wir dann zusammen am Strand waren, konnte ich dieses Verlangen nicht mehr unterdrücken, also versuchte ich sie zu küssen, aber zu meinem Bedauern stoß sie mich weg. Das war das aller erste Mal, dass eine Person mich ab gewiesen hatte. Allerdings kurz nach dieser Abfuhr, kam es doch noch zu diesem lang ersehnten Kuss und ich muss sagen, ich genoss es in vollen Zügen. Ich genoss jede Sekunde und erst Recht, als sie anfing zu stöhnen. Es klang wie Musik in meinen Ohren.
Dieses Mädchen machte mich verrückt. Sie war ganz anders als alle Anderen, sie war das, was sich viele Männer unter „Traumfrau“ vorstellten. Eine Frau, die einen Mann mit einem einzigen Blick schwach machen konnte. Ihr Körper und ihre Brüste fühlten sich so phantastisch an, dass ich erst später ihre immer schneller werdenden Stöhne bemerkte, deswegen stellte ich mich auch sofort auf und entschuldigte mich aufrichtig. Immer hin war Charline noch Jungfrau und ich konnte ihr dieses Elend nicht antun und so liefen wir zufrieden zurück zum Hotel.
Auch wenn es ein kurzer Weg vom Strand zum Hotel war, hielt ich ununterbrochen ihre Hand fest und hoffte schon fast flehend, dass sie endlich spüren sollte, dass ich sie liebte. In der Tat, ich hatte mich zum ersten und letzten Mal verliebt und das in sie.
Am nächsten Tag frühstückten wir in aller Ruhe und nahmen anschließend bei einer Stadtrundfahrt mit, wo ich ihr auch von meiner Kindheit einige Erlebnisse erzählte und sie somit zum lachen brachte. Ich liebte ihr freches Lachen. Wir schossen viele Bilder zusammen und ich sorgte auch dafür, dass Charline und Noelle mehr mit einander unternahmen und schleppte Adriel hinter mir her.

Die besten Freundinnen hatten wegen uns schon genug ertragen müssen und ihre Freundschaft litt auch schon darunter, also lief ich mit Adriel zu einem Café und wir bestellten uns zwei Eiskaffees, dann fing ich an breit zu grinsen und gestand: „Ich liebe Charline.“ Als Adriel das hörte, fing er an zu strahlen, stand auf, drückte mich und meinte: „Bruder, ich freue mich so sehr für euch beide.“ Verlegen nickte ich und verriet: „Ich will, es ihr heute Abend auf der Party sagen und sie fragen ob sie mich heiraten möchte.“
„Ramon, bist du dir ganz sicher das du das willst? Vergiss nicht das Charline erst 20 Jahre alt ist. Willst du sie wirklich gleich fragen, ob sie dich heiraten möchte?“, fragte Adriel ein wenig verunsichert.
„Ich bin mir hundert Prozent sicher, dass sie die Richtige ist. Verstehst du? Der Rest ist unwichtig.“
„Ramon, ich hoffe sehr, dass sie das Gleiche empfindet. Du weißt, dass ich nur dein Bestes will“, erklärte Adriel und ich nickte nur nachdenklich. Aber wie sollte ich ihr sonst meine Liebe zeigen?
Nach einer Stunde klingelte Adriels Handy und Noelle wollte von uns, dass wir uns auf den Weg zu ihnen machten, also bezahlten wir, holten sie ab und liefen zum Hotel zurück, da wir inzwischen auch schon 17 Uhr hatten. Angekommen, erkannte ich sofort, dass Charline etwas plagte, aber sie versuchte es zu überspielen und so nahm ich es mir für später vor, sie zu fragen.

 

Birthday Sex

Charlines Sicht:

Nach dem Ramon und Adriel uns alleine gelassen hatten, liefen wir von Geschäft zu Geschäft und ich sprach auch wieder mit Noelle und erzählte ihr rot werdend über das Geschehene mit Ramon, ich weiß zwar nicht wieso ich es ausgerechnet ihr erzählte, aber ich erkannte, dass sie sich wirklich für mich freute.
Doch diese Freude endete gleich danach auch schon wieder, denn mein Handy klingelte und die Freundin meines Vaters verriet mir völlig deprimiert, dass mein Vater im Krankenhaus liegen würde, am Herz operiert wurde und ich unbedingt nächste Woche ihn Besuchen kommen solle. Die Trauer nahm den Platz meiner Freude ein, denn auch wenn ich sauer auf meinen Vater war, war er trotz allem mein Vater und ich wollte ihn wenigstens einmal noch sehen, bevor ich vielleicht nie wieder eine Gelegenheit dazu haben würde, also rief ich sofort meine Mutter an, erzählte ihr von der traurigen Nachricht und bat sie mir ein Flugticket nach London zu buchen.
Nach dem dies auch erledigt war, konnte ich meine Tränen nicht länger zurück halten und wurde von Noelle mitfühlend getröstet. Wieso konnte ich nicht zur Abwechslung auch mal Glück haben? Und das jetzt, wo ich endlich anfing mich gegenüber Ramon zu öffnen.
Wir liefen zu den WC's damit ich mein Gesicht waschen konnte, Noelle schaute mich immer noch traurig an und fragte: „Süße willst du das nicht Ramon erzählen?“, ich schüttelte unverzüglich meinen Kopf und bat: „Bitte Noelle versprich mir, dass du das niemandem erzählen wirst, selbst Adriel nicht“, sie versprach es mir, nahm daraufhin ihr Handy raus und rief Adriel an, damit sie uns abholen kommen sollten und schon bereits nach 15 Minuten eintrafen.
Gemeinsam liefen wir zurück zum Hotel, wo wir uns fertig machten. Ich zog mich etwas gewagter an, in dem ich in ein schwarzes, enges und kurzes Kleid hinein schlüpfte. Meine Haare ließ ich heute glatt und zog mir silbernen Schmuck an, sodass mein Kleid schöner aussah. Noelle dagegen sah heute sehr brav aus, denn sie hatte ein längeres braunes Kleid an und ihre Haare ließ sie offen, sodass die Wellen ihr schönes Gesicht noch besser zur Geltung brachten.
Als wir fertig waren, klopften auch Ramon und Adriel an der Tür. Wir schlossen die Tür hinter uns ab, hackten uns an die Arme unseres Partners und ich erkannte, dass Ramon ahnte, dass etwas nicht stimmte, doch um ihn auf andere Gedanken zu bringen, flüsterte ich ihm ins Ohr: „Mein Geschenk wirst du später bekommen“, er schaute verunsichert mir in die Augen, aber nickte dennoch lächelnd. Wir stiegen in die weiße Limousine ein und wurden zur einem großen Saal gefahren, wo unzählige junge Menschen standen und gespannt darauf warteten, dass wir ausstiegen. Dann als wir ausstiegen, riefen alle im Chor: „RAAAAAAAMOON“, und versuchten alle ihn zu berühren.

Kurz dachte ich ernsthaft darüber nach, warum die Menschenmenge ihn so begehrte, doch dann fiel mir wieder ein, dass seine Mutter und Vater bekannte Persönlichkeiten waren und er selber vor einigen Jahren bei FC Barcelona gespielt hatte.
Aber unser Chauffeur der gleichzeitig unser Bodyguard war, schützte uns und so konnten wir ungehindert den Saal betreten.
Drin angekommen, hörten wir bereits Tanzmusik und bemerkten die unterschiedlichsten Menschen. Ramon begrüßte die Meisten und ließ trotzdem meine Hand nicht los. Er war die ganze Zeit bei mir, doch als er ein blondes Mädchen mit grünen Augen sah, ließ er hastig meine Hand los und gab ihr vor meinen Augen ein Kuss auf ihre Lippen, schloss sie ganz fest in seine Arme ein und fragte überrascht: „Schatz was machst du denn hier?“ Sie gab ihm ein Kuss auf die Wange und antwortete, mich erleichternd: „Denkst du, dass ich die Geburtstagsparty meines besten Freundes verpasse?“ Er fing an zu lachen, drehte sich dann zu mir um und stellte mich dieser Person vor: „Das ist Charline meine Freundin“, dann gab er mir ein Kuss auf mein Kopf, widmete sich anschließend zu mir, legte seine Hand auf ihre Schulter und sagte: „Das ist meine beste Freundin Delia aus Portugal.“
Wir gaben uns Backenkuss und sie flüsterte mir liebenswürdig ins Ohr: „Pass gut auf unseren Casanova auf“, und zwinkerte mir zu.
Ich grinste sie breit an und meinte: „Du kannst dich auf mich verlassen.“ Dann liefen wir weiter und er entdeckte noch mehrere alte Freunde, über deren Erscheinung er sich sehr freute.
Als wir endlich unter uns waren, beugte ich mich zu ihm, da die Musik zu laut war und fragte: „Wieso stellst du mich als deine Freundin vor?“ Er lachte verlegen und meinte: „Ich bin 23 Jahre alt geworden Prinzessin, mein Vater war in meinem Alter schon Vater, aber der eigentliche Grund ist der, dass sie sehen sollen, dass ich nicht mehr dieser Casanova bin.“
„Wieso bist du dir da so sicher, dass du kein Casanova mehr bist?“ fragte ich ihn spielerisch. Er fing aber nur erneut an zu lachen und antwortete bloß ebenfalls spielerisch: „Komm selber drauf.“
- Wie nett er doch ist – ,bemerkte meine innere Stimme ironisch.
Aber das war nun mal der Mann, in den ich mich verliebt hatte.
Die Lieder trafen wirklich meinen Geschmack, denn der DJ legte entweder spanische Slowbeats oder englische Dance Music auf, unter anderem waren auch Lieder von Enrique Ingelesias und Pitbull, sowie Ricky Martin und Jennifer Lopez mit dabei, aber auch zahlreiche weitere bekannte Musiker.
Ein Blick in den Saal verriet, dass der Saal wirklich randvoll war, sich die Meisten auf der Tanzfläche befanden und die Anderen in der Sitzecke beziehungsweise an der Bar saßen und etwas tranken. Irgendwann stieg Ramon sogar zu dem DJ hoch und sang einige Lieder mit. Bei dem einen Lied bat er sogar seine beste Freundin und vier Freunde auf die Bühne und sang mit ihnen zusammen „Birthday Sex“ von Pitbull, Jeremih, Trey Songz, Teairra Mari und Stat Quo.
Zu meiner Überraschung sang Ramon mit dieser atemberaubenden Stimme, den ersten Part und zwar den Part von Pitbull:



I can see it in her face that shes never been
Freaked
She needs a veteran, me
I'm a take her to the limit take her to the max
Lay her on the back, I'm a take her to a peek
Dig ya nails in my back
Scratch
Press ya tounge on my neck
Lick
Put ya teeth on my shoulder
Bite
Digg deep I'm a show her right
Now mama tell me how it feels
Don't you dare take off them heels
No No No
You want me to speak spanish?
[damelo todo que eso es mio]
Action Action
Lust Lust
Passion Passion
Us Us


Es lief mir kalt den Rücken runter, als er den Satz „You want me to speak spanish?“, sang. Denn ich liebte es Ramon spanisch sprechen zu hören, auch wenn er in meiner Anwesenheit immer nur englisch sprach. Ich erinnerte mich zurück und mir fiel auf, dass er mit mir nur beim ersten Gespräch, als er mich nach meinem Befinden gefragt hatte, spanisch gesprochen hatte. Schade eigentlich. Denn vor allem sein spanischer Akzent machte mich schwach.
Nachdem das Lied zu Ende war, kam er wieder runter zu mir und flüsterte mir ins Ohr: „Ich will auch Birthday Sex“, ich fing an zu lachen, gab ihm einen leichten Schlag auf seinen Arm und schlug vor: „Es gibt hier zahlreiche hübsche Frauen, such dir eine aus.“ Aber er schüttelte seinen Kopf, gab mir einen Kuss auf die Lippen und verriet erregt: „Ich will dich.“ Um das Thema zu wechseln, legte ich meine Arme um sein Hals und während wir tanzten, fragte ich ihn neugierig: „Warum hast du den Part von Pitbull gesungen?“
„Süße, Pitbull ist mein Lieblingssänger. Ich liebe seine Musik. Ganz egal spanisch oder englisch, Hauptsache Partymucke“, antwortete er während sein Blick auf ein Mädchen gerichtet war.
Ich drehte mich um und erkannte wie ein braun und langhaariges Mädchen auf uns zu lief und Ramon um den Hals fiel. Ramon drückte sie weg, nahm sie an ihrer Hand und lief mit ihr Richtung Tür. Als er nach 5 Minuten immer noch nicht kam, lief ich ebenfalls in diese Richtung und bekam mit wie er sie an schrie und wie sie immer wieder versuchte ihn zu küssen. Sie standen an der Tür und ich hörte haargenau über was sie sprachen und das obwohl der Saal eigentlich randvoll war.
„Ramon, gib mir bitte noch eine Chance, ich liebe dich“, flehte, auch wenn ich es ungern zu gebe, das hübsche Mädchen.
„Nadja, es ist vorbei wie oft noch? Lass mich in Ruhe“, meinte Ramon und versuchte den Türsteher zu rufen, aber sie setzte ihm einen Kuss auf die Lippen und flehte weiter. Irgendwann reichte es Ramon und er hob seine Hand gegen sie, doch bevor er sie treffen konnte schrie ich: „Ramon, Stop“, woraufhin er sich zu mir um drehte, mich wütend an schaute und schrie: „Was suchst du denn hier?“ Ohne auf seine Reaktion zu achten, hielt ich seine Hand fest und zog ihn hinter mir nach draußen.
In diesem Moment erreichte der Türsteher das Mädchen und bannte sie aus dem Saal. „Ramon, was ist dein Problem?“, fragte ich ihn, verwirrt. Er schaute mir tief in die Augen, schloss mich in seine Arme ein und erklärte: „Sie ist meine Ex, das Mädchen mit der ich fast 2 Jahre zusammen war, als ich damals noch in FC Barcelona gespielt habe.“ Als ich das hörte, senkten sich meine Blicke und ich wurde sprachlos, weil ich nie gedacht hätte das Ramon so eine lange Beziehung gehabt hätte, aber er hob mein Kinn nur hoch, sodass ich ihm in die Augen schauen musste und erzählte weiter: „Es lief nichts großartiges Charline, ich liebte sie nicht einmal. Außerdem war ich damals jünger, wie du weißt studiere ich schon seit drei und halb Jahren, deswegen kannst du dir ja schon erdenken, dass es für mich keine Rolle spielt. Sie hat mich damals betrogen, war schwanger von einem Italiener und lag in der Psychiatrie, keine Ahnung wieso sie hier her gekommen ist, aber bitte lass deine gute Laune nicht dadurch zerstören.“ Ich nickte traurig, umarmte ihn und erklärte: „Es ist so schwierig, mit dir zusammen zu sein.“ Er nickte nur verständnisvoll und schwor aufrichtig: „Ich schwöre dir, ich werde mich für dich ändern.“ Ich nickte und zog ihn hinter mir wieder rein.
Kurze Zeit später, kam eine sehr große und mehrstöckige Geburtstagstorte und wir sangen alle für Ramon. Anschließend schnitt er die Torte und die Bedienung verteilte die geschnittenen Stücke. Nach einer Weile, bedankte und verabschiedete sich Ramon per Mikrofon und verließ mit mir zusammen den Saal, obwohl die meisten Gäste noch anwesend waren. Ich schaute Ramon fragend an, doch er lächelte nur, seufzte und erklärte: „Es war ein toller Abend, aber es ist unter anderem sehr laut und stickig, außerdem will ich die Nacht mit dir verbringen“, und gab mir anschließend ein Kuss auf die Stirn.

Wir wurden zurück zum Hotel gefahren, wo wir uns umzogen und nachfolgend zum Strand liefen.
Als wir am Strand ankamen, liefen wir noch eine Weile bis keine andere Menschenseele außer uns beiden zu sehen war und setzten uns auf den mittlerweile kalten Sand drauf.
Ich lehnte meinen Kopf an seine Schulter, schaute hoch zum Himmel und ich muss zugeben, nicht nur die Aussicht sondern auch die Atmosphäre war perfekt.
Er ging mit seiner Hand durch meine Haare, gab mir ein Kuss auf die Lippen, legte mich sanft auf den Sand und berührte mit seinen kalten Fingern meine Schulter, die er als nächstes küsste. Dann fing er an meinen Hals zu küssen, ich schloss meine Augen und atmete tief durch. Doch plötzlich kamen mir die ganzen Erinnerungen in den Sinn, sowie Klarissa und die restlichen weiblichen Personen, die er mit nach Hause gebracht und vor meinen Augen geküsst hatte. Deswegen drückte ich ihn von mir weg, aber er hielt mich umso fester in seinen Armen und legte seinen Kopf auf meine Schulter. Was suchte ich hier? War ich überhaupt bereit dazu? Mit jedem weiteren Gedanken, atmete ich immer schneller. Meine Gedanken waren durcheinander, sodass ich mich nicht entspannen konnte, selbst als er wieder meinen Hals küsste und mit seinen kalten Händen mein Bauch antastete, nur um danach meine Brüste zu massieren. Ich gab ihm wieder eine feste Ohrfeige und versuchte ihn zu stoppen, doch er war zu stark für mich.
Mir war klar, dass sich heute für mich alles ändern würde, aber ich wollte es nicht. Nicht so und nicht während sich in meinen Gedanken, all die schrecklichen Dinge sich abspielten. Meine Liebe war anscheinend doch nicht stark genug.Vor allem heute die Sache mit Nadja hatte mich wirklich mitgenommen. 2 Jahre lang eine Beziehung, wer weiß ob ich dieses Glück je haben würde?
Er stoppte, schaute mir tief in die Augen und das einzige was ich sah, war sein erregter Blick, dass mir sagte, dass er mich unbedingt wollte. Dieser Blick jagte mir Angst ein und während er immer noch gebeugt auf mir lag und meinen Körper spürte, indem er langsam mit seinem Finger von oben nach unten entlang ging, fing ich ungewollt an zu zittern. Und gerade als ich meine Hoffnung aufgeben wollte, stand er auf, setzte sich neben mich, hielt sein Kopf fest und verlangte: „Bitte Charline zieh dich an und geh, ich werde bestimmt kein zweites Mal stoppen können.“
- Charline schau, da ist dein Ramon wieder –, ertönte meine innere Stimme glücklich und ein Lächeln machte sich auf meinem Gesicht breit.
Ich zog sein Kopf gegen meine Brust und antwortete: „Ramon, te quiero.“ (Ich will dich).
Er schüttelte dennoch seinen Kopf und antwortete selbstsicher: „Es geht nicht. Charline, ich kann dir das nicht antun und ich will dich nicht beschmutzen.“ Sofort schüttelte ich meinen Kopf und meinte: „Ramon, du wirst mich nicht beschmutzen, weil du nicht mehr dieser Ramon bist. Verzeih dir endlich selber.“ Er lächelte leicht, warf dennoch mir mein Oberteil zu.

Aber ich wollte es nicht, jetzt wo er aufgehört hatte, war mir klar, dass ich es wollte. Ja ich wollte, dass er mich entjungferte und durch nahm. Trotz allem was zwischen ihm und mir passiert war, wollte ich ihm meine Jungfräulichkeit schenken. Also legte ich mich wieder hin und diesmal zog ich ihn mit seinem gesammten Gewicht auf mich, sodass ich seinen steif gewordenen „Kleinen“ langsam über seinem Boxershort spürte. Er küsste mich leidenschaftlich und respektvoll, ging mit mir plötzlich so um, als wäre ich das Wertvollste was er besaß und nach dem ich endlich bereit war, gab ich ihm mit einem Lächeln und Nicken zu erkennen, dass ich es ihm erlaubte.
Doch bevor es soweit war, zog er mir mein BH langsam aus, dann nahm er nacheinander meine Brustwarzen in den Mund und saugte daran, was mich zum Stöhnen brachte. Anschließend ging er mit seiner Zunge, langsam runter bis zu meinem Bauch, dort öffnete er meine Hose, zog sie runter und ließ seine Zunge tiefer gleiten. Ich drückte meine Nägel tief in sein Rücken und beobachtete gelassen, sein weiteres Handeln. Als nächstes zog er mir mein Tanga aus, schaute mich lächelnd an und steckte zwei Finger vorsichtig rein, dann nahm er sie raus, blickte mir immer noch lächelnd in die Augen und bat: „Bitte, sag mir wenn du Schmerzen spürst und ich aufhören soll.“ Ich nickte lächelnd, gab ihm nochmal einen Kuss auf die Lippen und wartete geduldig darauf, was der Sexexperte als nächstes vorhatte. Er wiederholte jedoch nur sein Spiel, doch diesmal ging er tiefer rein, nahm es erneut raus und spielte mit meinem Kitzler. Ich stöhnte so laut, dass er mein Mund mit seiner anderen Hand festhielt und mit einer ernsten Stimme fragte: „Tiefer?“
Ich nahm sein Hand von meinem Mund, nickte und fügte hinzu: „Und schneller.“ Er lachte aber ging meinem Wunsch nach. Diesmal ging er viel tiefer und schneller in mein Vagina rein und nahm sogar seinen Ringfinger als Hilfe mit dazu. „Jaaa aaah aaaah Ramon. Raaaamoon“, stöhnte ich wieder. Ich war kurz davor mich selber zu verlieren, doch erst als er seine Zunge ins Spiel mit einbezog, spürte ich, wie ich geiler wurde. Zuerst leckte er ganz sanft, doch dann immer schneller und dabei streichelte er meine Waden. Irgendwann reichte es mir, sodass ich ihn bettelnd ansah und er ganz genau wusste, was ich wollte. Ohne zu zögern, zog er sich ebenfalls aus und ich schnappte mir vorsichtig seinen Schwanz und holte ihm eine runter.
Mein Körper fühlte sich einfach nur feurig an und ich bemerkte kurz danach, dass ich „durstig“ war und nahm seinen steifen Schwanz in mein Mund. Am liebsten würde ich alles komplett in meinem Mund verschwinden lassen, aber ich wusste, dass es unmöglich war. „Charline, du bist so geeeeil aaaaah aaaah Chaaarlin. Waas machst du deeenn daaa mit mir? Chchaarliine aaah“, stöhnte er endlich auch, denn davor hatte er sich gut zurückhalten können, aber jetzt war auch seine Lust stark genug, dass er Laute von sich gab.
Nach 5 Minuten wollte ich nicht mehr, ich wollte unbedingt, dass er mich jetzt richtig durch nahm, also teilte ich ihm ohne rot zu werden meine Bitte mit: „Bitte Ramon, fick mich endlich.“ Als er das aus meinem Mund hörte, fing er an zu lachen, schüttelte jedoch sein Kopf und widmete sich erneut meinen Brüsten. Er knetete sie förmlich durch.
Ich schrie auf, so laut ich konnte. Ich verlangte nach Erlösung aber Ramon wollte weiter spielen, er wollte mir zeigen, dass er nicht umsonst als Sexgott bezeichnet wurde und dann begann er mir auch schon seine Tricks zu zeigen. Dinge, wovon ich am Anfang nicht mal wusste, dass es sie gibt. „Ramoon aah aah jaa. Raaamooon weeeiter... Aaaah“, stöhnte ich immer wieder und bemerkte sein unverschämt schönes Lächeln. „Soll ich dich erlösen?“, fragte er endlich. Hastig nickte ich mit meinem Kopf. Er grinste frech, legte sich auf mich und drang endlich, nach dem dritten Versuch in mich ein.

 

Ramons Sicht:

Charline war das Mädchen mit der ich den Rest meines Leben zusammen verbringen wollte und aus diesem Grund versuchte ich so zärtlich wie möglich zu sein und sie unter keinen Umständen zu verletzten. Auch wusste ich nur zu gut, dass sie allein beim Vorspiel, genug Kraft verloren hatte. Aber das war nun mal die Tatsache, denn nicht umsonst wurde ich als „der Sexgott Ramon Villar“ in Madrid bezeichnet.
Es gefiel mir, sie in dieser Situation zu sehen und ungewollt erinnerte ich mich sogar an meine Worte, daran das ich ihr schon prophezeit hatte, dass sie meinen „Kleinen“ ebenfalls kennen lernen würde. Langsam wurden meine Bewegungen immer wilder und schon bald stoß ich gegen ihren Muttermund. Es machte selbst mich verrückt, diese Frau zu vögeln, denn es war anders, nicht wie bei anderen. Unter anderem lag dies vielleicht auch daran, dass sie Jungfrau gewesen war, aber der Hauptgrund war sicher der, dass Sex mit Liebe einfach leidenschaftlicher, emotionaler und damit einfach besser war, als Sex nur durch pure Lust. Irgendwann fühlte ich das Charline nicht mehr konnte und deswegen, gab ich ihr noch ein letzten Kuss auf die Stirn und wir zogen uns an. Ich trug sie vom Strand bis zu ihrem Zimmer und legte sie auf ihr Bett, dann legte ich mich neben sie, denn heute Nacht würde ich, egal was passiert, bei ihr bleiben.
Außerdem ging mir ihr trauriger Gesichtsausdruck nicht mehr aus dem Sinn. Sie schmiegte sich in meine Arme, schaute mir in die Augen und ich wusste, dass dies genau der richtige Zeitpunkt war, um es ihr zu sagen. „Charline?“, fragte ich vorsichtig, sie blickte mich erschöpft an und ich verriet, sie auf ihre Stirn küssend: „Ich liebe dich.“.
Sie lächelte zufrieden, schloss ihre Augen und flüsterte, sodass ich es schwer verstand: „Te amo Darling“.
Als sie es sagte, war ich so glücklich wie noch nie. Nach fast 3 Monaten hatte ich mich in sie verliebt gehabt und erfuhr, dass sie mich ebenfalls liebte. Die Tochter der Dolmetscherin, meines Vaters war meine erste und große Liebe. Die Person mit der ich so viel erlebt hatte, auch wenn das Meiste nur negative Erlebnisse waren. Sie liebte mich trotz allem. Ich hatte angefangen mich für sie zu verändern und hatte endlich ein Grund, um für die Zukunft zu leben. Denn mir war klar, dass die Liebe zu ihr mir Kraft geben würde und ich auch endlich langsam mit der Vergangenheit abschließen könnte. Aber trotzdem wurde ich dieses schlechte Gewissen nicht los, sie bald verlieren zu können....

Gegen 11 Uhr morgens wachte ich langsam auf und als ich Charline neben mir schlafen sah, dankte ich Gott dafür, dass er mir meine Traumfrau nach so vielen Erlebnissen trotzdem noch gegeben hatte.
Es war der aller schönste Augenblick in meinem Leben, denn es zeigte mir, dass Liebe trotz allem existierte und trotz jeder Niederlage wuchs.
Vorsichtig legte ich meine Arme um sie, drückte ihr sanft meine Lippen auf ihre Stirn und beobachtete wie sie langsam ihre Augen öffnete und mich verschlafen anlächelte.
„Guten Morgen mein Engel...“, sagte ich ihr schließlich, als sie ihre Augen ganz geöffnet hatte.
„Guten Morgen, Ramon“, erwiderte sie und gab mir einen zärtlichen Kuss auf die Lippen und gleich danach kam schließlich leise: „Te amo Darling“ aus ihrem Mund. Während ich mit meinen Händen durch ihre Haare ging, ihr ein Kuss auf den Hals setzte gestand ich aufrichtig:
„Charline, ich hab dich in diesen Monaten so sehr verletzt, dich enttäuscht, dich beleidigt, gehasst und doch liebe ich niemanden mehr als dich.“ Sie legte bloß sanft ihren Zeigefinger auf meine Lippen, schüttelte ihren Kopf und bat: „Schatz, das Ganze ist Vergangenheit und außerdem war ich auch Schuld an diesen Erlebnissen, aber jetzt liebe ich dich um so mehr. Bitte lass uns alles Alte vergessen und einfach nur Neu anfangen“.
Es fühlte sich unglaublich schön an, diese aufrichtigen Worte aus ihrem Mund zu hören, denn endlich hatten wir Frieden geschlossen und mir war klar, dass wir beide diese Streitigkeiten satt hatten und aus diesem Grund uns auch nicht mehr gegenseitig verletzten würden, komme was wolle. Das Gefühl neben ihr zu erwachen, als Erstes in ihre wunderschönen Augen zu blicken und diese magischen Worte aus ihrem Mund zu hören, war unersetzlich und allein deswegen war ich bereit mich zu ändern, nur noch in die Zukunft zu schauen und der Mann zu werden, der sie glücklich machen konnte. Schließlich war mir nichts wichtiger als unsere Liebe.
Langsam nahm ich ihr Gesicht in meine Hände, schaute ihr tief in ihre Augen und wir küssten uns leidenschaftlich.
„Ramon, Ich liebe dich so sehr“, gestand sie plötzlich mit Tränen gefüllten Augen und legte ihr wunderschönes Gesicht auf meine Brust. Meine Hände berührten ihren nackten Rücken und ich nahm nur noch ihren gut riechenden Duft wahr. Wenn es ein Traum war, so möge dieser Traum nie enden. Denn ich konnte mir kein Leben mehr ohne diese Schönheit vorstellen. Es hörte sich vielleicht kitschig an, aber so war es nun mal, wenn man über beide Ohren verliebt war.
Ungefähr eine halbe Stunde lang, lagen wir in dieser Position da, ohne etwas zu sagen. Es herrschte zwar die Stille, aber diese Stille tat uns beiden gut, denn alles was wir zu sagen hatten, war bereits gesagt worden, bis auf unser Spiel, aber das sollte ruhig Noelle klären, schließlich war es ihre Idee gewesen. Mit langsamen Schritten verließ ich das Bett, ging unter die Dusche und anschließend lief ich Richtung Adriels und mein Zimmer, da meine Kleider in dem Zimmer lagen.
Nachdem ich etwa 3 Mal geklopft hatte, öffnete mir Noelle die Tür, zog mich sofort auf ein Stuhl und fragte kreischend: „Habt ihr gestern wirklich miteinander...?“, ich unterbrach sie, lächelte stolz, gleichzeitig leicht rot werdend und antwortete: „Ja haben wir und es war das Schönste was mir je passiert ist. Ich liebe sie wirklich über Alles.“
Adriel legte glücklich seine Hand auf meine Schulter und die andere um Noelle's Hüfte und erklärte zufrieden: „Ende gut, Alles gut, weil Noelle und ich...“ Noelle unterbrach ihn mit einem Kuss und meinte beleidigt spielend: „Das musst du doch nicht gleich deinem besten Freund erzählen“, dann lächelte sie fröhlich, setzte sich auf das Bett und erklärte: „Ich werde ihr nach dem Frühstück, die ganze Wahrheit erzählen.“
Mit einem Nicken stand ich auf, suchte ein paar Kleidungsstücke raus, lief ins Badezimmer um mich anzuziehen und anschließend lief ich wieder zur Charline. Als ich die Tür öffnete, stand sie mit ihrem Badetuch und mit ihren in zwischen langen, schwarzen und nassen Haaren vor mir, umarmte mich fest und atmete einmal tief ein und aus. „Charline, alles OK?“, fragte ich sie fürsorglich, da ich einfach das Gefühl nicht los wurde, dass etwas passiert war. „Ramon ich habe gestern etwas gemacht was ich eigentlich mit meinem Ehemann machen wollte.“
Sofort verstand ich was sie meinte, schaute sie lächelnd an und erklärte: „Engel, du gehörst doch sowieso schon mir“, und setzte ihr vorsichtig ein Kuss auf die Stirn.
Aber in ihren Augen sah ich das sie trotzdem traurig war, etwas stimmte nicht und ich wusste auch das sie es mir nicht sagen würde. Dennoch wollte ich meine kleine Prinzessin lächeln sehen und deswegen trug ich sie auf das Bett, legte sie ganz sanft drauf und beugte mich schließlich über sie und fing an sie zu kitzeln.
„Denk nicht andauernd so negativ, lass dich einfach gehen. Glaub mir ich bin da, ich werde schon auf dich aufpassen...“

Sie drehte ihr Gesicht zur Seite, wurde ernst und antwortete leicht deprimiert: „Ich hoffe es.“
Was war wieder mit ihr los? Ich verstand Charline einfach nicht, sogar an unserem schönsten Tag schaffte sie es meine Nerven anzuspannen.
„Charline rede kein Unsinn, ich weiß zwar nicht, was du hst, aber glaub mir, diesmal wirst du mich nicht los!“

Sie fing an zu lachen, verneinte, stand auf, zog sich vor meinen Augen um, sodass mein Herz unbeschreiblich schnell schlug und ich mich von dem Anblick erregen ließ.
Dann schminkte sie sich und ich lag einfach ruhig auf dem Bett da und schaute ihr zu. „War ich eigentlich gut gestern?“, fragte sie sich schämend und dehte ihr Kopf in meine Richtung.

„Du warst perfekt, meine Prinzessin.“ erklärte ich ihr lachend.
Anschließend nahm ich sie an der Hand und wir liefen mit Noelle und Adriel runter zum Frühstück. Noelle und Charline verstanden sich wieder unglaublich gut und nach dem Essen, verabschiedeten sie sich von uns und machten sich auf den Weg zu einem Café.

In dieser Zeit liefen Adriel und ich zu einem bekannten Schmuckhändler, da wir unseren beiden Hübschen ein umwerfendes Geschenk machen wollten.
Adriel dachte an einen Armband, wo Noelles und sein Name eingraviert werden sollte. Meine Augen dagegen blieben an einer goldenen Kette mit einem Engel Anhänger hängen, da diese Kette mich an gestern Abend erinnerte.


Die Wahrheit

Charlines Sicht:

Als ich meine Augen neben Ramon öffnete, glaubte ich erst daran, dass ich nur träumte. Denn es kam mir so unrealistisch vor, vor allem weil wir noch vor einigen Tagen uns gegenseitig noch so verletzt hatten. Aber dann dachte ich an den gestrigen Tag und mir wurde klar, dass ich garantiert nicht träumte. Es war passiert. Wir hatten gestern Abend unser erstes Mal erlebt und ich war keine Jungfrau mehr. Bei diesem Gedanken lief es mir kalt den Rücken runter.
- Charline, du bist keine Jungfrau mehr! -, schrie verzweifelt meine innere Stimme, aber hey, ich bereute es nicht. Im Gegenteil, ich war glücklich darüber, dass es mit ihm passiert war.
Jeder Blick in seine grünen Augen machten mich nervös und ließen mein Herz verrückt schlagen. Ja, ich liebte ihn. Ich wollte endlich ein Neuanfang, alles Vergangene vergessen, einfach nur bei ihm sein und die Zeit genießen, auch wenn mir klar war, dass es nicht lange dauern würde, bis ich wieder zurück flog. Natürlich würde ich ihn wieder sehen, aber aller frühstens erst in einem halben Jahr und bis dahin dauerte es noch so lange.
Erst jetzt verstand ich, dass ich umsonst 3 Monate verschwendet hatte, diese ganzen negativen Erlebnisse und Streitigkeiten, alles umsonst. Aber ohne diese, hätte ich vielleicht nie verstanden wie sehr ich ihn liebte und brauchte. Ramon tat mir, ohne Zweifel, gut.
Nachdem wir gefrühstückt hatten, verabschiedeten Noelle und ich uns von unseren Männern, liefen zu einem noblem Café und setzten uns nach draußen an einen runden Tisch, dass durch einen Sonnenschirm beschattet war. Dann wollte Noelle unbedingt wissen was passiert war und kurz und knapp erzählte ich ihr schließlich von gestern. Sie legte ihre Hand sofort auf meine und sagte glücklich: „Schatz ich wusste es doch, dass ihr beide zur einander gehört.“ Zögernd lächelte ich sie an, fragte sie nach ihrer Nacht und sie gestand, dass sie ebenfalls mit Adriel geschlafen hatte und in ihm endlich ihre wahre Liebe fand.
In der Tat, es stimmte mich zu Frieden, dass die beiden ein Paar geworden waren, aber dennoch war es ein komisches Gefühl, zu wissen, dass mein Ex ihr Freund geworden war und sie mit meinem Schatz eine offene Beziehung geführt hatte. Doch der zweite Gedanke, verletzte mich mehr. Sie hatte ebenfalls mit Ramon geschlafen gehabt.
„Charline ich weiß, woran du denkst...“, gestand sie plötzlich mit einem ernsten Unterton. „Ach ja? An was denke ich denn?“, fragte ich sie neugierig.
Genau in diesem Moment kam eine Kellnerin und fragte lächelnd: „Was darf ich Ihnen bringen?“

„Heiße Schokolade“, antwortete Noelle und lächelte zurück.
„Cappuccino“, fügte ich hinzu und mit dieser Antwort lief sie wieder rein.
Dann blickte ich Noelle fragend an und wartete geduldig auf ihre Antwort. Noelle seufzte, zog ihre Sonnenbrille aus, legte sie auf den Tisch, senkte ihren Kopf und gab mir endlich eine Antwort: „Wie kann Noelle mit Ramon eine offene Beziehung führen, mit ihm schlafen und dann als wenn nichts wäre, mit Adriel zusammen kommen.“
Sofort brüllte ich vor Lachen. Sie hatte ohne Zweifel Recht! Und obwohl sie das wusste, war sie trotzdem mit Adriel zusammen. Unglaublich!
Jeder schaute uns genervt an, bis ich mich endlich beruhigte.
„Ich weiß, dass du von mir falsch denkst, aber es ist nicht so wie es aussieht.“
„Ach nein? Dann klär mich bitte auf!“, befahl ich mit einer strengen Miene.
„Schon seit letzte Woche“, gestand Noelle mit einem ehrlichen Blick.
„Wann genau?“
„Kurz bevor ihr euch getrennt habt.“
Verdammt, mit dieser Antwort hatte ich echt nicht gerechnet. Ich fühlte nur, wie mir die Tränen in die Augen stiegen. Meine angebliche beste Freundin, war mit meinem Ex schon zusammen, bevor wir uns getrennt hatten. Das war eindeutig zu viel.
„Du Schlampe!“, sagte ich ihr wütend und erneut galten alle Blicke uns.
„Er liebte dich nicht und du ihn auch nicht“, fuhr diese Schlampe ohne ein schlechtes Gewissen fort.
„Ach so, nur weil keine Liebe im Spiel war, hast du dir gedacht, dass du ihn mir weg schnappen kannst?“, fragte ich sie kränkend.
„Nein, wir haben an diesem Tag über euch beide geredet und er hat mir das gesagt, was er dir gesagt hat. Das er es bereut. Charline, es tut mir Leid.“
„Und dann hast du dir gedacht, hey wenn das so ist, dann kann ich ja mit ihm zusammen sein, nicht wahr Noelle?“
Sie schüttelte hastig ihren Kopf, aber ich ließ sie nicht zu Wort kommen und fügte ironisch hinzu: „Zwei Fliegen mit einer Klappe. Sehr schön Noelle.“ Jetzt musste sie auch noch grinsen.
„Das findest du witzig?“, fragte ich leicht aus Fassung geratend und sah die Kellnerin, die unsere Bestellung aufgenommen hatte und uns unsere gewünschten Getränke brachte.
„Gracias“, bedankte ich mich lächelnd, sie nickte freundlich und lief mit dem Tablett wieder rein.
„Du liebst Ramon wirklich sehr, nicht wahr?“
„Natürlich tue ich das! Er ist das Beste was mir je passiert ist“, antwortete ich leicht rot werdend.
„Gut, weil er liebt dich auch.“
„Was hat das jetzt damit zu tun?“
„Denkst du, dass er mit mir schlafen, geschweige denn eine offene Beziehung haben kann? Vertraust du ihm so wenig? Wie kannst du einen Mann lieben, dem du nicht vertraust? Also ich würde Adriel nicht glauben können, wenn er mir sagen würde, dass ihr beide eine ernsthafte Beziehung miteinander geführt habt.“
Als ich das gesagte realisierte, riss ich meine Augen weit auf. Verdammt, ihre Worte saßen wirklich. Sie hatte Recht, warum war ich mir so sicher gewesen, dass beide mit einander geschlafen hatten, obwohl Ramon das doch schon abgewiesen hatte?
Außerdem fiel mir endlich auf, dass alles nur ein Spiel war, eine Lüge, ein Test, alles andere außer die Realität. All diese Berührungen zwischen den beiden war nicht ernst. „Ihr habt mich verarscht?“, fragte ich nun mit einer zittrigen Stimme und nahm ein Nicken wahr.
„Es tut mir Leid, aber anders hättest du nie gemerkt, wie sehr du Ramon liebst und Ramon war schon so verzweifelt, dass er behauptet hatte, dass er dich nicht mehr will. Diese kleine Lüge, hat euch beide zur einander geführt.“
„Ja, vielleicht hast du Recht. Aber es hat mein Vertrauen zerstört. Weder hätte ich das von dir, noch von ihm erwartet“, gestand ich abweisend und schlürfte an meiner Tasse.
„Er wollte es auch nicht, ich hab ihn dazu überredet. Charline, ich hab das für dich getan, weil ich deine beste Freundin bin und es mir nicht länger mit ansehen konnte, wie du deine Liebe verspielst“, teilte sie mir mit und trank ebenfalls ihre Tasse.
Mir fehlten die Wörter, ich wusste nicht, was ich noch dazu sagen konnte. Außerdem spielten meine Gefühle verrückt. Ich fühlte mich verarscht und es kam mir so vor, als wäre mein Herz in tausend Stücke zersprengt worden.
„Charline?“, fragte Noelle vorsichtig.
„Noelle, bitte sei leise. Ich will nichts mehr hören“, bat ich deprimiert und hielt mir meine Ohren zu.

Zum Glück akzeptierte sie meine Bitte und sprach nicht weiter. Wir tranken unsere Tassen zu Ende und liefen zurück zum Hotel, wo wir den beiden Herren auch begegneten.
Sie hatten bereits ihre Koffer gepackt und halfen und halfen uns bei unseren. Die Atmosphäre war sehr kühl, keiner sagte ein Wort und die Konzentration galt nur den Koffern. Irgendwann hielt Ramon diese Stille nicht mehr aus, zog mich in seine Arme, drückte mich fest gegen seine Brust und erklärte: „Alles was zwischen Noelle und mir passiert ist, war nicht echt.“ Ich schaute ihm tief  in die Augen, auch Noelle und Adriel blickten zu ihm.
„Das hat mir schon Noelle erzählt“, teilte ich ihm dann desinteressiert mit.
„Ich liebe dich, Charline. Was soll ich machen damit du es mir glaubst?“
Mein Herz schlug unglaublich schnell, aber ich blieb stumm und schaute nur auf den Boden.
„Charline, bitte verzeih uns endlich“, bat Noelle und legte ihr Hand auf meine Schulter.
Ich schaute zu ihr, dann zu Adriel und fragte leise: „Wie konntet ihr mir das antun? Ok, zwischen Adriel und mir lief nichts großartiges und wir können auch nicht sagen, dass es eine echte Beziehung war, aber dennoch, hattet ihr gar kein schlechtes Gewissen?“
Jetzt kam Adriel zu Wort, er machte ebenfalls paar Schritte auf mich zu, umarmte Noelle von hinten und verriet: „Natürlich hatten wir das. Aber wir wussten, dass du dich dann nicht auf Ramon einlassen würdest. Wer weiß, vielleicht wärst du sogar beleidigt abgehauen. Aber wir wollten dich unbedingt mit Ramon vereinen, deswegen haben wir dir auch nichts gesagt.“
„Ich verstehe eure Logik nicht. Wie konntet ihr überhaupt an so etwas denken?“, fragte ich nun mitgenommen und spürte plötzlich immer schneller werdende Herzschläge, aber nicht meine, sondern von der Person die mich immer noch fest in seinen Armen hielt.
„Was spielt das denn jetzt noch für eine Rolle, Boo? Wir können die Zeit nicht zurück drehen“, fragte er mich traurig, setzte mir ein Kuss auf den Kopf und gestand: „Ich liebe dich über alles und ich will wirklich mit dir neu anfangen.“
Kurz war wieder Stille und ich sagte nur leise: „Verzeihen kann ich, aber vergessen nicht.“
„Das reicht uns für das Erste auch“, hörte ich Noelle sagen.
Dann packten wir weiter ein, nahmen unsere Koffer, stiegen in ein Taxi ein und fuhren zum Flughafen.
Dort angekommen saßen Ramon und ich nebeneinander, ich schaute ihn einen Moment lang an und musste feststellen, dass meine Liebe zu ihm, nach diesem Geständnis, gewachsen war.
Diese Liebe war etwas besonderes und mir war bewusst, dass ich Alles dafür tun würde, um ihn glücklich zu machen, zumindest solange ich noch bei ihm war.
„Charline, alles ok mein Schatz?“, fragte er verwirrt, als er bemerkte, dass ich mit den Gedanken wo anders war.
„Ja Ramon, ich bin bloß etwas müde..“, log ich zögernd.
Daraufhin gab er mir ein Kuss auf die Stirn, legte mein Kopf auf seine Schulter und schlug vor „Dann schlafe bisschen, mein Engel.“

29.12.12 00:21


Te amo Darling (9 - 11 )


Und plötzlich kommt alles anders als man denkt

 

Charlines Sicht:

Als ich meine Augen wieder öffnete, lag ich ohne es mir selber erklären zu können in meinem Bett.
Zögernd schaute ich auf die Uhr und erkannte, dass wir bereits 22 Uhr hatten. Anscheinend hatte ich nicht nur den ganzen Flug über, sondern auch den ganzen Tag geschlafen. Dabei hatte ich doch nur noch zwei Tage Zeit, also ging ich mit schnellen Schritten unter die Dusche und lief schließlich ins Wohnzimmer, in der Hoffnung meine Mutter dort zu finden. In der Tat, aber nicht nur meine Mutter sondern auch all die anderen saßen an einem Tisch und führten wohl ein interessantes Thema, denn obwohl ich mittlerweile schon das Zimmer betreten hatte, drehte sich keiner nach mir um.
Carlos sprach mit einer glücklichen Miene, während meine Mutter ein paar Ordner vor sich liegen hatte. Ramon lehnte sich zurück, schloss für einen kurzen Moment die Augen und fragte zu Frieden: „Also war das Projekt ein Erfolg? Und das heißt, dass die Energias de Portugal, das wichtigste Unternehmen Portugals, unsere Partnerfirma geworden ist?“
„Ja, das stimmt und sie wollen auch gleich, dass du nach deinem Studium anfängst dort zu arbeiten“, erklärte Carlos lachend.
„Das ist ja großartig. Ich freue mich so sehr für euch“, gestand Adriel mit einem breiten Grinsen, doch Carlos fügte sofort hinzu: „Adriel du wirst ebenfalls in Portugal arbeiten.“
„Ehrlich? Nein das kann ich nicht“, sagte er sein Kopf schüttelnd. Allerdings schnappte Carlos seine Hand und meinte fröhlich: „Natürlich kannst du das, solange du keine anderen Vorstellungen hast, wird das kein Problem sein.“
„Danke Carlos, aber ich glaube, dass es hier in Spanien mehr für mich zu machen gibt“, erwiderte dieser schüchtern und Carlos nickte nur einverstanden.
Dann erzählte meine Mutter zögernd: „Ich werde ebenfalls nach Portugal umziehen und dort sowohl als Sekretärin, auch als Dolmetscherin und Übersetzerin arbeiten.“
Noelle hielt begeistert die Hände meiner Mutter und gratulierte ihr stolz.
Wie schön es war, die wichtigsten Menschen in meinem Leben so fröhlich zu sehen. Selbst wenn ich nichts davon hatte, freute es mich sehr und ich teilte ihr Glück.
Meine Mutter und Carlos hatten schon seit so einer langen Zeit für dieses Projekt ihre Zeit geopfert und sich so viel Mühe gegeben gehabt und kurz vor meiner Abreise erfuhr ich, dass es ein voller Erfolg war. Kaum zu glauben, wie sich in diesen 3 Monaten alles geändert hatte.
Wie in einem wunderschönen Traum und genau deswegen hatte ich auch einerseits soviel Angst, diesen bezaubernden Ort zu verlassen und ganz alleine zurück nach England zu fliegen. Zurück zu meinem Vater, dem Chefarzt des berühmten Queen Elizabeth Hospitals. Kaum zu glauben, dass es wirklich sehr lange her war, dass ich meinen Vater nicht mehr gesehen hatte. Natürlich ab und zu gingen wir mal zusammen etwas Essen aber einen ganzen Tag hatte ich schon seit fast 7 Jahren nicht mehr mit ihm verbracht. Zum Glück telefonierten wir immer noch stundenlang und mindestens einmal pro Woche und deswegen bemerkte ich seine Abwesenheit oft gar nicht.
Plötzlich umarmte meine Mutter mich, sodass ich sofort aus meinen Gedanken gerissen wurde. Sie gab mir noch ein Kuss auf meinen Kopf und erzählte mir die Neuigkeiten. Mit einem müden Lächeln, gab ich ihr einen sanften Kuss auf ihre Wange und zeigte ihr meine Freude. Anschließend zog sie mich auf einen leeren Platz, Noelle ergriff das Wort und ich wartete gespannt darauf was sie zu sagen hatte. Sie legte ihre Hand auf Adriels Hand und gestand: „Adriel und ich wollen in eine Wohnungen ziehen und zusammen leben, bis wir mit unserem Studium fertig sind und dann werden wir vielleicht nach Portugal ziehen.“
Als ich dies hörte lächelte ich beiden kurz zu. Meine Mutter dagegen klatschte wie ein kleines Kind in ihre Hände und auch Carlos und Ramon konnte ich ihre Begeisterung ansehen.
Dann schaute meine Mutter aufgeregt zu mir und fragte neugierig:
„Und wie wars bei euch?“
Während ich nicht wusste was ich meiner Mutter antworten sollte, stand Ramon auf, stellte sich hinter mich, legte seine Arme um meine Schulter und antwortete stolz: „Charline hat endlich meine Liebe erwidert.“
„Das ist ja eine tolle Nachricht“, meinte Carlos uns aufrichtig anschauend.
Auch meine Mutter lächelte und flüsterte mir ins Ohr: „Später musst du mir aber alles erzählen.“ Leicht rot werdend nickte ich und lief anschließend in die Küche, da ich noch nichts richtiges im Magen hatte.
Ramon leistete mir Gesellschaft und zusammen kochten wir Spaghetti und Käsesoße. Es machte so viel Spaß und ich muss zugeben, am Ende sah die Küche wirklich sehr schrecklich aus, da über all die Soße verschmiert war.
„Und schmeckst es Darling?“, fragte ich ihn vorsichtig, als ich ihm meine Gabel in den Mund steckte. Er schloss seine Augen, kaute genüsslich und nickte schließlich doch: „Sehr sogar mein Engel.“
Nach dem wir fertig gegessen hatten, lief ich raus in den Garten, legte mich auf ein Liegestuhl und schaute traurig hoch zu den Sternen. Es tat fürchterlich weh zu wissen, dass ich bald von Ramon gehen würde. Das ich ihn nicht mehr bei mir haben würde, dass ich ihn zurück lassen würde.
„An was denkst du?“, fragte meine Mutter sich Sorgen machend. Ich erschrak kurz, weil ich ihr Erscheinen davor gar nicht bemerkt hatte, aber antwortete ihr dann mit Tränen gefüllten Augen: „Ich werde bald gehen und ihn hier alleine lassen...“
„Wirst du es ihm nicht sagen?“
„Nein, weil er mich dann nicht gehen lassen wird.“
„Das wird ihm aber sehr weh tun...“
„Mama ich weiß es, aber es tut doch sowieso schon weh, dann will ich wenigstens den letzten Tag mit ihm glücklich verbringen.“
„Mein Schatz, es tut mir so Leid dich so zu sehen.“ gestand meine Mutter mitgenommen und nahm mich fest in ihre Arme. Sie wusch mir meine Tränen weg, legte ihren Kopf leicht auf mein Schulter und erzählte:
„Ramon und du ihr seid so ein tolles Paar und ich bin wirklich sehr glücklich darüber, dass meine Prinzessin am Ende ihren wahren Prinzen gefunden hat.“ Kurz atmete ich ein und aus, dann erzählte ich ihr was alles passiert war und auch das ich mit ihm geschlafen hatte. Sie war wirklich sehr überrascht, aber sie schien erleichtert zu sein, weil er der Erste und der Letzte war und meine Mutter ihm vertraute.
„Weißt du warum ich so sehr wollte das du dich mit Ramon gut verstehst?“ „Warum?“
„Weil ich gleich von Anfang an gespürt hatte, dass er der Richtige ist. Auch wenn er sich erst mit dir verändert hat...“, dann unterbrach sie sich selber, schaute kurz hoch zu den Sternen und verriet: „Dein Vater war auch so. Er hat mir auch seine Welt vor Füßen gelegt, mir gezeigt das ich seine Traumfrau bin. Dieses Gefühl gegeben, was noch nie ein Mann mir gegeben hat. Das Beste was mir je passiert ist, war er. Denn dank ihm habe ich auch so eine wunderbare Tochter wie dich bekommen. Es ist zwar vorbei mit ihm, aber glaub mir irgendwo ganz tief in meinem Herzen wird immer sein Platz sein. Genau so wie ich wohl bei ihm, es ist schwer zu erklären, aber die erste Liebe bleibt unvergesslich.“
Meine Mutter diese Worte sagen zu hören, tat so echt weh. Warum musste irgendwann alles enden? Weswegen konnte man nicht einfach mit der Person die man so sehr liebt glücklich sein?
Mir war klar, dass sie meinen Vater niemals vergessen konnte, aber das sie ihn trotz allem so sehr bewunderte, war schon überraschend.
Dann nickte sie mir nur zu, gab mir ein Kuss auf meinen Kopf und ging.
Es tat gut alleine zu sein. Einfach nur hoch zu den Sternen zu schauen und diese Kälte zu spüren. Doch schon wieder tat mein Herz fürchterlich weh und ich fing an zu weinen. Dieser Stich in meinem Herzen...
Nach geschätzter halbe Stunde hörte ich die so geliebte Stimme bitten:
„Charline, komm lass uns rein gehen...“
Aber ich war zu schwach, um auf zu stehen, also trug er mich einfach auf mein Bett und legte sich zur mir. Ramon schloss mich so fest er konnte in seine Arme, und versprach mir: „Engel ich werde auf dich aufpassen, egal was kommt.“
Am frühen Morgen gingen Ramon und ich in der Stadt frühstücken und auch den Rest des Tages verbrachten wir allein. Bis Adriel und Noelle gegen Abend zu uns kamen und wir zusammen zur einer Shishabar fuhren.
Der letzte Tag war wirklich unglaublich schön.
Als wir zurück in die Villa fuhren, zog Ramon mich an meiner Hand hoch zur seinem Zimmer. Er nahm eine Kette aus einer Schatulle, stellte sich hinter mich und machte es um meinen Hals. Es war ein goldener Engel, so unschuldig und rein.
„Hoffentlich gefällt es dir“, sagte er anschließend und setzte mir ein Kuss auf meinen Hals.

„Und wie“, verriet ich leise und errötete leicht.
Dann legten wir uns zusammen auf seinen Bett und langsam fingen wieder unsere Zungen an miteinander zu spielen. Seine Hände glitten unter mein Oberteil und ich zog ihm sein T-Shirt aus. Mit immer schneller werdenden Berührungen, lagen wir schon nach knapp 10 Minuten nur noch in Unterwäsche neben einander und kurz danach passierte es auch schon, wir schliefen wieder mit einander. Diese Erregung und gleichzeitig Romantik, war etwas sehr magisches. Denn es fühlte sich mit jeder Berührung so an, als wenn ich schweben würde. Danach lagen wir aneinander kuschelnd unter der Decke, bis er einschlief. Zögernd legte ich die Decke zur Seite, stand auf, nahm mir die Kette ab, legte sie neben ihm auf den Nachttisch, zog mich wieder an und lief runter in mein Zimmer.
Nachdem ich mein Koffer gepackt hatte, verabschiedete ich mich von Noelle und meiner Mutter und circa zehn Minuten später holte mich ein Taxi ab, sodass ich noch pünktlich am Flughafen stand, meine Koffer abgab und mit Tränen gefüllten Augen, ins Flugzeug stieg.
Die Trennung hatte sich unsere schönste Zeit ausgesucht.



Ramons Sicht:


Als ich gegen Morgen meine Augen öffnete, fühlte sich mein Herz unbeschreiblich leer an und vor allem als ich neben mir die Kette sah, bekam ich Panik. Also zog ich mich so schnell ich konnte an, rannte runter ins Esssaal und als ich Charline dort nicht fand, schrie ich vor Wut außer mich: „Wo ist Charline?“ Allerdings bekam ich keine Antwort, also nahm ich mein Handy raus, versuchte sie zu erreichen, aber ihr Handy war aus. Somit schrie ich erneut: „Verdammt nochmal, wo ist Charline?“, und schon wieder keine Antwort. Schnell lief ich in ihr Zimmer, öffnete ihren Schrank und als ich begriff das nichts mehr von ihr da war, verließen mich meine Kräfte und ich ließ mich auf den Boden fallen.
Meine Angst hatte sich so eben bestätigt. Mein Engel war weg und das ohne sich von mir verabschiedet zu haben. Hass machte sich in mir breit und ich fing ungewollt an zu fluchen. Ja ich fluchte, weil ich schon damit gerechnet hatte, dass ich sie verlieren würde, aber nicht so schnell. Noelle, Adriel und Amy kamen ins Zimmer, versuchten mich dazu zu bewegen auf zu stehen, aber ich wollte nicht.
Adriel schlug mir sogar ins Gesicht und schrie: „Ramon, lass dich nicht so hängen! Sie wird wieder kommen!“
Aber ich nahm trotzdem die Situation nicht wahr. In meinem Kopf drehte sich alles nur darum, dass Charline nicht mehr da war. Sie war weg und ich fühlte nur die scheiß Leere in meinem Herzen.
Eine Weile war Stille, bis ich leise fragte: „Wusstet ihr das sie gehen wird?“
und nahm nur ein Nicken von Amy und Noelle wahr.
„Warum habt ihr es mir nicht gesagt?“, war meine nächste Frage.
„Ramon sie wollte dich nicht traurig sehen. Sie wollte das ihr die letzten Tage noch glücklich zusammen verbringt“, antwortete Amy mich bemitleidend.
Langsam beruhigte ich mich, stand auf und fragte weiter: „Warum ist sie gegangen?“
„Ihrem Vater geht es nicht gut und er wollte sie bei sich haben“, erklärte Noelle vorsichtig.

„Ok...“, meinte ich nur leise, da ich wirklich keine Kraft mehr dazu hatte etwas zu sagen. Mein Kopf drehte sich, mir war kalt und ich hatte das Gefühl, als wäre die ganze Welt gegen mich. Es lief mir kalt den Rücken runter, als ich immer wieder mir selber eingestand, dass meine Prinzessin weg war.
Schwankend lief ich raus zum Auto, setzte mich ans Steuer, zündete mir eine Zigarre an und fuhr los. Egal wohin... Ich wollte einfach nur weg. Für mich alleine sein, denn ich brauchte jetzt einfach nur meine Ruhe...
Der Schock saß wirklich sehr tief, denn plötzlich bekam ich nicht mal mehr Luft. Sie war weg, einfach so und das schlimmste war, dass sie den Engel, den Beschützer unserer Liebe, hier gelassen hatte. Ich ahnte nichts gutes.
Warum tat sie mir so weh? Hätte sie etwas gesagt, wäre ich mit geflogen, ich hätte sie auf keinen Fall alleine gelassen. Ich konnte keinen einzigen klaren Gedanken mehr fassen, aber eins stand fest...


So früh wie möglich würde ich ihr nach fliegen!


Weil du, die Wahrheit nicht kennst

Charlines Sicht:

England, 3 Monate später. Hotel Queen Elizabeth, Raum 207.
Gleich nachdem ich mit einem weißen Bademantel das Badezimmer verließ, klingelte mein Handy und ich sah das auf dem Display der Name meines Vaters stand.
Mit einem verwirrten Gesichtsausdruck ging ich schließlich dran...
„Ja Dad?“
„Charline er ist gekommen...“, verriet mein Vater aufgeregt.
„Wer?“
„Ramon ist da...“
Kurz war Stille, denn ich konnte es einfach nicht glauben, dass er doch noch gekommen war.
Also fragte ich neugierig: „Woher weißt du das?“
„Er hat eben gerade das Hospital betreten und an dem Informationsschalter nach mir gefragt.“
„Ja, ich komme sofort“, sagte ich immer noch ungläubig und legte auf.
Nachdem ich aufgelegt hatte, stellte ich mich als erstes vor dem Spiegel, ging automatisch mit meiner Hand über mein Bauch und schloss für einige Sekunden meine Augen.
Er war da. Nach 3 ganzen Monaten, würde ich ihn endlich wieder sehen.
Zögernd zog ich mir eine Jeans und eine weiße Bluse an, band meine nassen Haare zu einem Zopf, nahm mir einen dicken Mantel und einen Regenschirm mit und verließ das Hotelzimmer. Wie er wohl reagieren würde, wenn er mich wieder sah? Ob er immer noch sauer war? Vielleicht würde sein Hass, sobald er mich wieder in seinen Armen hält, verschwinden? Bei diesem Gedanken zuckte ich leicht zusammen, denn er sollte mich nicht anfassen, mich nicht berühren. Ramon sollte nicht hier sein!
Als ich nach 10 Minuten das Hospital erreichte, begrüßte ich Linda die am Schalter saß und lief Richtung der Aufzüge. Immer hin musste ich bis zum 12. Stock fahren, um in das Kinder-/ Jugendpsychiatrie Station zu gelangen, wo mein Vater sich öfters befand.
Während ich gespannt darauf wartete meinen Ziel zu erreichen, ließ ich meine Augen zu und dachte an den Tag, als ich Ramon verließ. Von meiner Mutter hatte ich erfahren, dass er sehr enttäuscht und verletzt gewesen war und seit diesem Tag wieder angefangen hatte zu rauchen, sogar zu trinken und das obwohl Ramon selten trank. Es war wirklich so viel in diesen drei Monaten passiert, aber in diesem Moment wollte ich einfach nicht daran denken. Nichts würde wieder so sein wie es einmal war. Die schönen Zeiten waren vorbei. Adios Spanien der Ort meiner schönsten Träume und Erlebnisse...

5 Minuten später erreichte der Aufzug endlich den 12. Stock.
Mit langsamen Schritten lief ich an den einzelnen Räumen vorbei und sah auch schon meinen Vater aus einem der Räume raus kommen.
„Ramon wartet unten in meinem Zimmer auf mich“, erklärte er mir mitfühlend.
„Hast du schon mit ihm geredet?“
„Nein, aber ich hab eine Krankenschwester gebeten, ihm zu sagen das er schon mal Platz in meinem Zimmer nehmen soll.“
Mit einem Nicken, liefen mein Vater und ich wieder zu den Aufzügen und fuhren in den 7. Stockwerk, wo sich auch die Räume der Ärzte befanden.
Mein Vater hatte mir erklärt, dass die Räume in diesem Stock lagen, da es genau das Zentrum des Hospitals war.
„Wenn du willst, warte hier draußen auf mich“, erklärte mein Vater fürsorglich, denn an seiner Miene erkannte ich ganz genau, dass er diese Situation, genau so wie ich, als unangenehm empfand. Während er sein Zimmer betrat, saß ich mich draußen auf einen Stuhl und hielt mir ängstlich mein Bauch fest.
Nach etwa 20 Minuten kam Ramon mit einer ernsten Miene raus und als er mich sah spannten sich seine Nerven an. Langsam stand ich auf, stellte mich ihm gegenüber und fragte kalt: „Was suchst du hier?“
Er schüttelte seinen Kopf, fing an ironisch zu lachen und antwortete etwas an gereizt:
„Ich wollte dich sehen. Vielleicht hast du mich schon vergessen, aber ich bin dein Freund!“
„Warum kommst du ausgerechnet jetzt?“
„Charline, ich musste mein Studium beenden bevor ich kommen konnte.“
Wow. Nur damit er früher zu mir kommen konnte, hatte er sein Studium gekürzt?
Ja, er liebte mich, sehr sogar...
„Wieso hast du dein Studium gekürzt?“
Er nahm meine Hand sanft in seine Hand, schaute mir in die Augen und verriet: „Weil ich dich liebe und...“ Unverzüglich unterbrach ich ihn, schüttelte mein Kopf und erklärte:
„Ich glaube nicht daran, was du sagst. Es gibt keine Liebe...“
Schon wieder lachte er ironisch, zog mich hinter sich auf den Balkon, dass am Ende des Ganges stand, berührte leicht mit seinen Lippen meine und meinte selbstsicher: „Lüg nicht mein Schatz. Du weißt ganz genau, dass wir uns gegenseitig lieben und da machen diese 3 Monate auch nichts aus.“
„Es ist vorbei Ramon... Was denkst du warum ich mich nie bei dir gemeldet habe?“
Er hob zwar seine Schulter hoch, aber trotzdem gab er nicht auf, denn er antwortete nur:
„Du hast Zeit gebraucht, weil das alles in Spanien zu viel war. Aber ich habe dir versprochen auf dich auf zu passen.“
Ich befreite mich von ihm, ging ein Schritt nach hinten und erklärte wütend: „Ich bin kein Kind mehr Ramon. Sieh es ein! Während du dein Marketing Studium absolviert hast, habe ich mein Spanisch Studium abgebrochen, weil ich keine Bindung mehr zu dir haben will.“
Trotz das meine Wörter so glaubwürdig rüber kamen, glaubte er mir kein Wort, sondern schloss mich wieder in seine Arme ein und sagte: „Das ist nicht wichtig was du studierst, oder wie sehr du angeblich Spanien hasst, weil dein Herz einem Spanier gehört und das kannst du nicht abstreiten mein Engel.“
„Du fühlst dich unglaublich wichtig, nicht wahr?“, fragte ich nun zornig.
„Nein, ich sage dir nur die Wahrheit.“
„Woher willst du wissen, was ich in all den 3 Monaten erlebt habe?“
„Ich spüre, dass du mich genau so sehr vermisst hast wie ich dich.“
„Ramon bilde dir nichts ein!“, befahl ich während ich ihn von mir weg drückte und mich umdrehte. Doch gleich danach befanden sich seine Lippen an meinem Hals und ungewollt seine Hände auf meinem Bauch. Was für ein Stich ins Herz. Warum ließ er mich nicht einfach in Ruhe?

„Du hast mich so sehr enttäuscht und verletzt. Weißt du wie schmerzvoll diese Monate ohne dich waren?“, fragte er leise und bereitete mir dabei eine Gänsehaut.
Als er bemerkte, dass ich nicht vor hatte ihm zu antworten, gab er mir erneut ein Kuss auf die Lippen und befahl: „Pack dein Koffer, wir werden zurück nach Madrid fliegen und heiraten!“
Jetzt fing ich an gespielt zu lachen, schüttelte energisch meinen Kopf und konterte:
„Flieg alleine! Außerdem hat dich keiner darum gebeten zu kommen.“
Diese Antwort verletzte ihn wirklich, denn er ließ mich plötzlich los, nahm eine Zigarre raus und zündete sich diese an.
„Warum machst du es uns so schwer?“
„Weil ich dich nicht mehr liebe, wie oft denn noch?“, fragte ich letztendlich genervt.
„Hör auf zu lügen!“, schrie er während er mir mit einem tödlichen Blick in die Augen schaute. Jetzt war meine Zeit gekommen, entweder jetzt oder nie!
„Ramon, ich habe nur mit dir gespielt...“, meinte ich aufrichtig.
„Denk nicht, dass ich dir diese Scheiße abkaufe Charline!“, bestimmte er mit mittlerweile roten Augen. Diese grünen wunderschönen Augen, in denen ich mich selber spiegelte und die voller Liebe waren, waren nun rötlich geworden und zeigten mir, dass er kurz davor war die Nerven zu verlieren.
„Es ist die Wahrheit, ich habe nur mit dir gespielt. Sieh es ein Ramon du warst nie mein Typ. Von Anfang an habe ich dich gehasst, denkst du das ich mich dann einfach so in dich verlieben kann?“
Er lächelte leicht, legte seine Hand auf mein Herz und fragte ironisch: „Deswegen klopft dein Herz so schnell?“
- Charline lass dir etwas einfallen, er muss verschwinden -, als ob ich das nicht schon selber wissen würde...
„Du hast mit so vielen jungen Frauen gespielt, hast sie für deine perversen Zwecke benutzt, es war einfach mal an der Zeit, dass jemand dich ausnutzt.“
Jetzt fing es auch noch an in Strömen zu regnen. Trotzdem glaubte er mir kein Wort, denn schon wieder berührten sich unsere Lippen. Er legte sein Kopf auf meinen Schulter und bat traurig: „Bitte Darling, hör auf mit diesem Spiel.“
Nein, nein, nein. Er sollte mich hassen, mich vergessen und verschwinden!
Also nochmal: „Ramon verdammt, ich hasse dich und ich wollte dir nur zeigen, dass sich die Welt nicht um dich dreht. Ich musste zwar mich selber aufopfern, aber wenigstens habe ich so viele gerächt.“
Und erneut war Stille.

„Ganz egal was du sagst, ich werde für dich kämpfen!“, dann drückte er mich gegen das Geländer, sodass ich ein paar Tropfen Regen ab bekam und schaute mir intensiv in die Augen. Erst jetzt realisierte ich, dass er wirklich da war. Wie sehr ich ihn vermisst hatte und ihn brauchte.
Er war wie meine Luft zum Atmen. Ohne ihn war ich einfach nicht mehr ich. Diese Sehnsucht hatte mich schon fast verrückt gemacht. Jetzt wo er mir gegenüber stand, mir in die Augen schaute, fühlte ich das ich wieder angefangen hatte zu leben. Ja, nach 3 Monaten hatte ich erneut angefangen zu leben und meine schnellen Herzschläge wahr zu nehmen.
Lange Zeit schaute ich ihm tief in die Augen und erkannte, dass er noch vor seiner Anreise gekifft haben müsste, denn seine Pupillen waren erweitert und ich spürte eine starke Aggression. Zwar kontrollierte er diese, aber mir war klar, dass wenn ich ihn noch mehr provozieren würde, er wohl möglich die Kontrolle verlieren würde.
Außerdem hatte er abgenommen, er war zwar immer noch breit und gut gebaut, aber er war eben nicht mehr so wie damals. Seine blond braunen Haare, waren nun dunkel braun bis schwarz, was wohl an dem Wetter lag. Immerhin hatten wir inzwischen Januar. Auch hatte er seinen Augenbraue Piercing abgenommen.
„Lass nicht zu, dass wir ohne den anderen sein müssen“, bat er leise und erst jetzt bemerkte ich, dass sich auch seine so geliebte Stimme verändert hatte. Durch die vielen Zigaretten war seine Stimme nun rau und nicht mehr so lebendig. Verdammt, er hatte mir das wichtigste weg genommen. Die so geliebte Stimme. Automatisch landete meine Hand an seiner Wange und wenige Sekunden später, färbte sich seine Wange rot.
Er schaute mich schockiert an und fragte wütend: „Was ist dein Problem?“
„Wie konntest du die Stimme, die ich so sehr liebe opfern?“, fragte ich nun mit Tränen gefüllten Augen.
„Ich... ich... es tut mir Leid“, meinte er zögernd, als er den Grund der Ohrfeige verstand.
„Ramon, weißt du was, wenn du jetzt gehst wäre es wohl für uns beide besser!“, erklärte ich deprimiert und lief wieder rein in den Gang.
Er kam mir sofort nach und rief: „Ich glaube das du...“
„Das ich was?“, fragte ich ihn laut, während ich meine Tränen weg wusch.
„Ich glaube das du...“, und gerade als er seinen Satz zu Ende bringen wollte, ging die Zimmertür meines Vaters auf und eine männliche Stimme fragte mich: „Charline, was ist hier los?“, und widmete sich anschließend Ramon und fügte hin zu: „Ich kenne dich zwar nicht, aber bitte lass meine zukünftige Frau in Ruhe!“
In diesem Moment stoppte mein Herz. Meine Augen öffneten sich weit und ich spürte das Ramon nun mit seinen Nerven am Ende war.
In der Tat er lief auf den Mann zu, hielt ihn an den Kragen und schrie „Was denkst du, wer du bist? Charline ist meine Freundin! Hast du das Verstanden?“
Der Mann befreite sich von seinem festen Griff und erklärte: „Ich bin Matthew, ihr Verlobter.“
Mein Hals trocknete und es fiel mir schwer zu schlucken.
„Charline hat dieser Typ Recht?“, fragte nun Ramon mich schockiert.
Mit langsamen Schritten lief ich zur Matthew, hielt seine Hand fest und bejahte.
In dem nächsten Moment würde wirklich jeder Blinde erkennen, wie Ramon seine letzte Hoffnung verlor, denn sein Gesicht färbte sich vor Wut rot und mit einer schnellen Reaktion wollte er gerade Matthew einen Schlag verpassen, aber da ich mich vor ihn stellte, traf sein Schlag meinen Bauch. Es brannte fürchterlich und ich schrie so laut ich konnte: „AAAAAH Verschwinde endlich einfach! Siehst du nicht, dass ich mit dir nur Probleme habe? Ich liebe Matthew und aus diesem Grund habe ich mich nie bei dir gemeldet! Jetzt flieg zurück nach Madrid und vergiss mich!“
Als er die Situation begriff, hielt er mit seinen beiden Händen seinen Kopf fest, schaute auf den Boden und verließ den Gang.
Zum Glück war zur Zeit nur mein Vater in diesem Gang gewesen, denn ansonsten wäre es ein richtiger Skandal. Mein Bauch tat immer noch fürchterlich weh und langsam wurde mir sogar schwarz vor Augen. Deswegen trug mich Matthew hoch zum Frauenarzt...

Ungefähr 15 Minuten später, kam ich mit einem erleichterten Blick zurück, setzte mich neben ihn und verriet erleichtert: „Es ist Gott sei Dank nichts passiert.“
er gab mir einen Kuss auf meine Hand, lächelte zur Frieden und dann fragte er traurig: „Bist du dir sicher, dass du dieses Spiel durch ziehen willst?“
Nein ich war mir nicht sicher und hätte ich eine andere Wahl, so wäre ich nicht einmal mehr in England, sondern in Madrid bei ihm.
Aber wie das Schicksal es so wollte, würde ich nie wieder mit Ramon zusammen sein können, obwohl mein Herz für immer ihm gehörte...


Die Wahrheit, die du nicht kennst

Charlines Sicht:

Vor 3 Monaten. Als ich neu in England angekommen war, wartete bereits mein Vater vor dem Gate auf mich und schloss mich sofort in seine Arme ein. Es war ein komisches, doch gleichzeitig ein überwältigendes Gefühl, von ihm so herzlich begrüßt zu werden. Und von seinem Gesichtsausdruck her, erkannte ich, dass er durch die Herzoperation sehr viel Kraft verloren hatte und eigentlich jetzt im Bett liegen sollte. Allerdings war er persönlich gekommen, um mich abzuholen und das schätzte ich wirklich sehr an ihm. Trotzdem war ich extrem angereizt, weil ich nur wegen ihm, mein Leben in Madrid aufgeben musste. Er öffnete den Kofferraum seines BMW 6ers und stellte meinen Koffer ab, anschließend öffnete er meine Tür und schließlich seine eigene. Wir stiegen ein und er startete den Motor.
„Na Maus, wie war dein Flug?“, fragte er lächelnd. Bevor ich ihm antwortete, seufzte ich kurz auf und antwortete schlicht: „Sehr gut, danke.“
„Das freut mich, Schätzchen.“
„Hmm“, erwiderte ich kühl und sofort bemerkte er, dass es für ihn besser wäre, wenn er erst einmal schweigen würde.
Als wir vor einem modernen Haus anhielten erblickten meine Augen sofort die Villa und das Swimmingpool, das auf der Terrasse erbaut war. Sehr luxuriös. Nach dem mein Vater den Motor abgestellt hatte, kam auch schon seine Frau und begrüßte mich freundlich. Zur meinem Überraschen schien es sogar so, als wäre sie gar nicht gealtert. Immer noch dieses wunderschöne und junge Gesicht und das, obwohl ihr Sohn inzwischen schon 7 Jahre alt sein müsste. Ihr Sohn und mein Halbbruder. Bei diesem Gedanken lief es mir kalt den Rücken runter, denn wir trugen das selbe Blut und hatten den gleichen Vater, aber trotzdem wurde ich den Gedanken einfach nicht los, dass er der Grund war, weswegen sich meine Eltern scheiden lassen hatten.
„Charline, alles ok?“, hörte ich hinter mir meinen Vater verwirrt fragen.
- Nein nichts ist ok.. Während du dir hier ein neues Leben aufgebaut hast, haben Mama und ich 7 Jahre lang glitten und jetzt wo ich endlich glücklich bin, rufst du mich zu dir -, beschwerte ich mich innerlich, doch antwortete nur mit einem knappen: „Ja“, und zog mir meine Schuhe aus.
Mein Vater kam mir nach und trug für mich die Koffer in ein Zimmer, das sich rechts vom Flur befand. Dann öffnete er die Tür und ich trat in ein kleines, doch sehr gemütliches Zimmer ein. Die Wände waren hell blau und die Möbel waren beige. „Ich hoffe sehr, dass dir die Zeit hier gefallen wird.“, meinte er voller Hoffnung.
Aber anstatt mich zu bedanken, fragte ich ihn kränkend: „Geht es dir jetzt wenigstens, wo ich da bin, besser?“

„Charline bitte, ich brauche deine Unterstützung“, antwortete er und verließ das Zimmer. Sofort schmiss ich mich auf das bequeme Bett und fing an zu weinen. Auch wenn gerade mal nur ein paar Stunden vergangen waren, die ich in England verbracht hatte, vermisste ich meine Liebsten, vor allem Ramon, sehr. Sicherlich war er im Moment vor Wut außer sich.
Es zerbrach aber vor allem mir das Herz, ihn so allein gelassen zu haben und das jetzt, wo wir endlich angefangen hatten glücklich zu sein.
Um mich abzulenken, räumte ich meine Kleider in den Schrank ein und startete schließlich einen Rundgang, durch das ganze Haus. Insgesamt waren es zwei Stockwerke mit einem Vor- und Hintergarten. Alles sah so perfekt aus und ich hatte schon fast das Verlangen danach, in Tränen auszubrechen. Während Mama und ich so hart gekämpft hatten, um noch ein einigermaßen lebenswertes Leben zu führen, war mein Vater damit beschäftigt, sich ein neues Haus, 'schuldigung eine Villa erbauen zu lassen. Ja, das Leben war ungerecht. Mit Mühe konzentrierte ich mich wieder auf die Führung und lief schließlich sogar vor Neugierde in den Keller, obwohl ich eigentlich, mich vor der Finsternis fürchtete. Langsam und ganz vorsichtig, lief ich die Treppen runter, öffnete jede einzelne Tür und als ich das letzte Zimmer betrat, erstaunte ich nicht schlecht, über die so vielen Pokale, die in zwei breiten Regalen aufgestellt worden waren. Mein Vater war früher, bevor er Arzt wurde, ein erfolgreicher Tennisspieler..
Was mich aber am meisten beeindruckte, waren die zahlreichen Bilderrahmen die an den Wänden hingen, vor allem, weil es meine Bilder waren. Bilder von Geburt aus, bis zum 13 Lebensjahr.
„Wow, wie schön“, kam es aus meinem Mund fasziniert.
„Schön, das es dir gefällt“, antwortete mein Vater lächelnd der urplötzlich sich hinter mir befand. Kurz war Stille, weil ich nicht mit seiner Anwesenheit gerechnet hatte, doch dann gab ich ihm enttäuscht zu erkennen: „Ich werde dir trotzdem nicht verzeihen.“
„Ich weiß, aber ich werde nicht aufgeben. Du bist meine einzige Tochter, mein Engel. Ich weiß das ich dir kein guter Vater sein konnte, aber das wird sich ändern“, erklärte er von sich selbst überzeugt, aber „leider“ scheiterte dies bei mir.
„Das denke ich eher weniger“, antwortete ich kalt und lief wieder hoch in mein Zimmer.
Die beiden Wochen vergingen wie im Flug. Auch muss ich zugeben, dass mein Vater es überraschenderweise schaffte, mir das Gefühl zugeben, dass ich zu der Familie gehörte. Auch seine Frau Julia und Sohn Mike zeigten mir gegenüber Respekt und Liebe. Dennoch wollte ich so bald wie möglich wieder nach Madrid fliegen. Immer hin hatte ich vor Angst, dass Ramon noch wütend auf mich sein könnte, ihn nicht einmal angerufen. Die Schuldgefühle würden nur mein Herz zerreißen. Mit meiner Mutter telefonierte ich auch nicht mehr so oft, da sie mittlerweile nach Portugal umgezogen war und dort sehr viel Arbeit auf sie wartete.
Alles in einem, war es trotzdem sehr amüsant für mich, hier in London, bei meinem Vater zu leben.

An diesem Abend fuhren wir alle zu einem Italiener, der wohl ein Bekannter meines Vaters war, da beide sich sofort um den Hals fielen.
Anschließend zeigte er uns einen Tischen, die wir sofort auch besetzten. Ein runder Tisch aus hellem Holz, zwei Stühle, auf die mein Bruder und mein Vater saßen und ein Zweiersitz aus schwarzem Leder, auf der Julia und ich saßen. Dann überreichte mir mein Vater die Speisekarte, die ich schnell mal überflog und fragte anschließend: „Schatz, was willst du Essen?“ Ich schaute ihn mit einem Lächeln an und antwortete: „Pizza“.
Woraufhin mein Vater und Julia sich gegenseitig verwirrt anschauten, Julia sogar ihre Schulter hoch und runter hob und dann lachend meinte: „Ist eben deine Tochter.“
Ich verstand kein Wort, bis Mike grinste und erklärte: „Da sind wir jetzt zwei, die auf Pizza stehen.“ So sah er auch aus, ein kleiner Fettsack.
„Warum das denn?“, fragte ich ahnungslos, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass es Menschen gab, die nicht auf Pizza standen, doch zu meinem Überraschen antwortete Julia: „Weil dein Papa und ich kein Pizza mögen, Süße.“ Also doch? Wie konnte man nur keine Pizza mögen? War das überhaupt möglich? Aber ich grinste nur breit und schaute meinem Vater dabei zu, wie er gerade der Bedienung unsere Wahl mitteilte.
Nach 10 Minuten kamen auch schon unsere Gerichte. Doch unerwartet tat mein Magen mir so sehr weh, dass ich mein Appetit verlor und bloß zwei Stücke runter bekam. Ohne zu wissen, was mir fehlte, stellte mein Vater mir unendliche Fragen. Das waren wohl die Nachteile davon, dass der Vater ein Chefarzt war. Als wir zu Hause ankamen, lief ich unverzüglich in mein Zimmer und legte mich auf das Bett, denn mein Kopf drehte sich und mir war unglaublich übel. Was war das bloß? Vielleicht eine Lebensmittelvergiftung? Oh nein, bitte nicht.
Das Schwindelgefühl und Übelkeit, wurde gegen 2 Uhr so stark, dass ich sofort ins Badezimmer rannte, um mich zu übergeben. Julia die das mitbekommen hatte, klopfte hastig an der Tür und gleich nach dem ich diese öffnete, nahm sie mich in ihre Arme und fragte, ob alles in Ordnung sei. Ich nickte leicht und sie begleitete mich daraufhin zurück in mein Zimmer. Meinem Vater erzählten wir nichts von diesem Vorfall, doch Julia bestand darauf, mit mir zum Frauenarzt zu gehen und so bekamen wir auch schon für Donnerstag, also für 2 Tage später, ein Termin.
Als wir beim Frauenarzt saßen, schaute ich Julia ängstlich und traurig zu gleich an, woraufhin sie mir nur Mut machend in die Augen schaute und versprach: „Du brauchst keine Angst zu haben, ich werde bei dir sein.“
Ich nickte ihr dankend zu und fragte: „Was ist, wenn ich wirklich schwanger bin? Was soll ich dann machen?“
Ohne zu zögern antwortete mir die junge Frau meines Vaters: „Du wirst natürlich nach Madrid fliegen und bei dem Vater sein.“
Diese Worte berührten mein Herz. Endlich würde ich zurück nach Madrid fliegen und wieder bei meinem Schatz sein können. Wir würden eine kleine Familie gründen und uns ein Haus in Barcelona kaufen. Alles wäre perfekt. Diese Vorstellung machte mich glücklich und so hoffte ich plötzlich inständig, dass ich tatsächlich schwanger war.
Nach wenigen Minuten wurden wir rein gebeten und Julias Vermutung bestätigte sich. Verdammt, ich war schwanger und unglaublich glücklich. Doch trotzdem flossen mir die Tränen, als ich dieses Ergebnis hörte, denn Ramon war nicht hier bei mir und durch das Telefon wäre es unpersönlich, ihm zu sagen, dass er bald Vater werden würde. Julia dagegen strahlte über das komplette Gesicht, dann legte sie ihre Hand auf meine und flüsterte vergnügt: „Ich werde Oma, danke schön.“ Mit 20 Jahren schwanger.
Nach dem Arztbesuch, schlug Julia noch vor Eis essen zu gehen, um so die tolle Nachricht zu feiern und so machten wir uns auf den Weg zur nächst gelegenen Eisdiele. Wir bestellten und setzten uns nach draußen unter einem Sonnenschirm hin. „Es gibt wirklich nichts schöneres, als zu wissen, das Kind von dem Mann, den man über alles liebt, zu tragen“, erzählte Julia und schaute mich bewundernd an. Meine Augen öffneten sich weit und ich wusste das sie Recht hatte und das obwohl ich die Tochter der Frau war, dessen Ehe wegen ihr gescheitert war. Nach wenigen Augenblicken, legte ich meine Hand, dass erste Mal auf mein Bauch, schloss meine Augen und stellte mir meine eigene kleine Familie vor. Ramon, unser Kind und ich. Hoffentlich würde ich bald wieder zurück kehren können und ihn über die Neuigkeiten informieren. Dann wäre er bestimmt auch nicht mehr sauer, sondern würde mich unverzüglich und liebevoll in seine Arme nehmen. Leider war mir auch klar, dass ich meiner Mutter nichts davon erzählen durfte, da ich aus unserem letzten Telefonat her, erfahren hatte, dass er inzwischen auch in Portugal war und ich mir ziemlich sicher war, dass meine Mutter dies nicht für sich behalten könnte und er über die Neuigkeit, schneller als es mir lieb war Bescheid wüsste. Auch bat ich Julia, es meinem Vater vorerst nicht zu sagen, da ich befürchtete, dass sein bereits schwaches Herz, das nicht ertragen würde.
„Keine Angst, ich werde dein Geheimnis solange hüten, bis du von dir aus, bereit bist, es zu erzählen“, sagte Julia und legte dabei ihre Hand auf meine. Wir genossen unseren Eis zu Ende und machten uns gleich danach auch auf den Heimweg.
Inzwischen war ich schon seit einem Monat hier in England und auch mein Ex Matthew hatte dies erfahren, immer hin war sein Vater der Vorgesetzte meines Vaters. Und so kam es dazu, dass eines Abends seine Eltern und er zu uns kamen. Leider wusste ich dies bis zu diesem Punkt noch nicht.
Die Haustür klingelte und ich öffnete sie. Als erstes sah ich seine Eltern, die ich bis zu diesem Zeitpunkt auch nicht kannte und dann betrat er, mein Ex, die Villa. Nach so einer langen Zeit trafen sich unsere Blicke und plötzlich erinnerte ich mich an die Zeit mit ihm zurück. Immerhin waren wir über 2 Jahre lang zusammen gewesen und nur weil ich nicht mit ihm geschlafen hatte, hatte er sich von mir über MSN getrennt. Kaum zu glauben, damals war wirklich mein größter Wunsch gewesen, mein erstes Mal mit meinem Ehemann zu haben, doch genau das Gegenteil passierte und jetzt war ich sogar schwanger. Er schaute mich überrascht, doch gleichzeitig amüsiert an, dann lächelte er und sagte: „Herzlichen Willkommen in England, Charline.“ Mit einer kalten Mimik bedankte ich mich und machte die Tür hinter ihm wieder zu.
Dann liefen wir zusammen ins Wohnzimmer und während mein Vater mit seinem Chef, Mr. Rain sprach, deckten Julia und ich den Tisch. Dabei bekam ich ununterbrochen mit, wie seine Blicke mich trafen.
Nach dem Essen, brachte ich das Kaffee und den Kuchen. Während alle anderen appetitlich das Gebrachte aßen, wollte Matthew unbedingt mit mir reden und so liefen wir in mein Zimmer. Er setzte sich auf mein Drehstuhl und nach langem zögern fingen wir, nach fast 2 Jahren, wieder an mit einander zu reden.
„Ich hab dir damals so viel Schmerz verursacht und das tut mir unendlich Leid“, verriet er schuldbewusst.

„Das fällt dir aber früh ein“.
„Charline, ich kann dich nicht vergessen. Du bist das Beste was mir je passiert ist“, gestand er plötzlich und schaute mir dabei tief in die Augen.
„Du hast es zerstört, nicht ich“, erklärte ich kalt und drehte mein Kopf um. Jedoch lief er auf mich zu, hielt mein Gesicht mit seinen beiden Händen fest und flüsterte: „Ich weiß und ich würde alles dafür tun, um alles wieder gut zu machen.“
*Boom Boom* Moment mal, warum klopfte mein Herz gerade so schnell? Und warum ließ ich es zu, dass er mir so nah war? Diese wunderschönen blauen Augen und diese hellen, mittellangen Haare, raubten mir den Verstand und kurz vergaß ich sogar, dass ich schwanger war.
2 Jahre, nach der Trennung waren auf keinen Fall wenig, immerhin hatten sie dafür ausgereicht, ihn zu vergessen und mich neu, in den Vater meines Kindes zu verlieben. Aber warum wollte mein Herz nicht hören, warum kamen die Gefühle plötzlich wieder hoch? Er streichelte sanft meine Haare und erzählte: „Schon komisch, du hast mir nie von deinem Vater erzählt und jetzt erfahre ich, dass er kein geringer als der Oberarzt ist.“
„So etwas nennt man Pech“.
Er lachte, vergrub sein Gesicht in meinen Haaren und zog mein Parfüm ein. „Du riechst immer so schön nach Blumen“, bemerkte er lächelnd und zog mich schließlich auf mein Bett.
Ich legte mich hin und er sich leicht auf mich.
„Du bist mein Sonnenschein und um dich zu bekommen, würde ich alles tun.“
- STOOOOOOOOOP! Charline du bist vergeben, vergiss das nicht! – , klang meine innere Stimme verzweifelt und so schob ich ihn zur Seite, stand auf, schüttelte mein Kopf und erwiderte: „Das ist mir egal, ich habe in Madrid einen Freund und ich werde ihn bestimmt nicht betrügen!“
Er lachte bloß, nickte und gab mir ein Kuss auf die Wange. Dann liefen wir wieder rein ins Wohnzimmer und nach einer halben Stunde verabschiedeten sie sich auch endlich.
„Charline, kanntest du schon Matthew?“, fragte mein Vater überrascht.
Ich nickte leicht und gab zu erkennen, dass ich nicht über ihn reden wollte. Zur meinem Glück akzeptierte er dies und fragte auch nicht weiter nach.
Ohne das ich es mir erklären konnte, traf ich mich trotzdem immer wieder mit Matthew und er wurde mir auch wieder wichtig. Dank ihm, vergaß ich sogar langsam Ramon. Alles schien wieder beim alten zu sein. Es war ein komplett anderes Gefühl, als in Madrid und trotzdem genoss ich es.
An einem Tag, waren wir zusammen etwas Essen und gerade als wir uns küssen wollten, bekam ich unerträgliche Schmerzen und wurde sogar ohnmächtig. Solche Schmerzen, hatte ich ungelogen noch nie gehabt.
Als ich wieder meine Augen öffnete lag ich in dem Krankenhaus, wo mein Vater arbeitete. Mein Vater stand neben mir, ging mit seinen Händen vorsichtig durch meine Haare und fragte leise: „Geht es dir wieder besser, Engelchen?“ Ich nickte leicht und drehte mein Kopf um.
Das einzige woran ich mich noch erinnerte war, dass ich kurz davor war Matthew zu küssen und das obwohl ich schwanger von Ramon war. Verdammt, was war bloß mit mir los? Wie konnte ich meinen Schatz betrügen?
„Du bist Schwanger?“, fragte mein Vater folglich mit Tränen gefüllten Augen. Wieder nickte ich und bekam nur ein: „Es tut mir Leid“, raus.
Er seufzte traurig und unerwartet stand Matthew neben mir, hielt meine Hand fest und sagte zu meinem Vater: „Ich werde auf sie aufpassen“, und mit diesem Satz, verließ mein Vater auch das Zimmer und so bleib ich mit Matthew alleine zurück.
„Du liebst ihn sehr oder?“
„Ja..“, antwortete ich mit Tränen.
Er wusch sie mir weg und erzählte: „Er hat so viel Glück, dass er dich bekommen hat. Ich beneide ihn und als werdender Arzt schwöre ich dir, gut auf dich auf zu passen, damit es SEINEM Baby gut geht.“
Seine Hände hielten meine fest und ich spürte, das etwas nicht stimmte. Doch genau so gut wusste ich, dass er es mir nicht sagen würde. Wenige Momente später, betrat auch Julia das Zimmer und schickte ihn zu meinem Vater. Dann setzte sie sich leicht auf das Bett, hielt meine Hände fest und schaute mit deprimiert an.
„Julia, weißt du, was hier los ist?“
Sie schüttelte ihren Kopf und ich konnte davon ausgehen, dass sie die Wahrheit sagte. Paar Tage musste ich noch im Krankenhaus bleiben und einige Untersuchungen über mich ergehen lassen, bis ich endlich wieder nach Hause durfte.
Nach diesem Vorfall, waren zwei Wochen vergangen und mein Vater bekam jedes mal Tränen in den Augen, wenn er mich sah. Irgendwann reichte es mir und als ich ihn alleine in der Küche erwischte, schrie ich vor Wut außer mich: „Was ist mit dir los, Daddy? Sag es mir!“
Er schaute mir verletzt in die Augen, dann nickte er und zog zwei Stühle zurück.
„Ich will wissen, warum du immer leidest, wenn du mich siehst.“
„Mein Engel, es fällt mir so schwer es dir zu sagen, aber ich muss es früher oder später tun.“
„2 Wochen sind genug, Daddy. Ich will es endlich wissen!“
Seine Hände legte er auf meine, schaute mir mit nassen Augen in meine und verriet: „Es ist ein bösartiger Hirntumor.“
Als ich das hörte, stockte mein Atem und ich fing an zu zittern. Gerade jetzt, wo ich mich an mein Baby gewohnt hatte, erfuhr ich so etwas? Warum mein lieber Gott? Wieso kann ich nicht einmal glücklich sein?
Mein Vater nahm mich so fest er konnte in seine Arme und gab mir ein Kuss auf den Kopf.
„Sag mir nur eins. Wie lange..?“, dann legte er sein Finger auf meine Lippen und antwortete: „Sei leise Charline, rede nicht darüber. Ich will dir nicht antworten.“
„So wenig?“ fragte ich schockiert.
Er schüttelte sein Kopf und antwortete letztendlich: „1 – 3 Jahre.“
„Papa, ich will nicht das du leidest, hör auf. Du tust mir so nur weh. Ich lebe ja noch und ich werde kämpfen. Wenigstens für mein Baby“, teilte ich ihm mit einem traurigen Lächeln mit.
Er gab mir wieder ein Kuss und fragte: „Wirst du es deiner Mutter sagen?“
Sofort schüttelte ich mein Kopf und antwortete: „Nein. Es reicht, dass du schon vor meinen Augen leidest. Das muss kein anderer erfahren, außer du und Matthew. Ich will die Menschen in meiner Umgebung glücklich sehen...“
„Mein starkes Mädchen“, sagte er und hielt mich immer noch fest in seinen Armen. Langsam löste ich mich von ihm und lief in mein Zimmer. Jetzt kullerten wirklich Tränen meine Wangen entlang. Ich würde bald sterben und dieser Gedanke raubte mir meine Lebensfreude. Ich würde nicht sehen können, wie mein Engel groß werden würde. Aber wenigstens neun Monate, musste ich stark bleiben, damit ich meinem Baby, das Leben schenken konnte.
„Gott, wenn es dich gibt, bitte schenk mir dann wenigstens so viel Zeit, dass ich mein Engel auf die Welt bringen kann“, flehte ich verzweifelt Gott an. Aber das was mich am meisten traf war, dass, auch wenn ich dagegen kämpfen würde, die Wahrscheinlichkeit zu sterben groß war und deswegen war mir klar, dass ich Ramon gegenüber stark bleiben musste und er mich vergessen sollte. Er sollte mich hassen und vergessen, denn ansonsten würde er sicher nie heiraten und glücklich werden können. Ihm zu Liebe, durfte ich nicht einmal erwähnen, dass er Vater werden würde, denn ihn leiden zu sehen, wäre schlimmer als der Tod...
Seit diesem Tag an, ging die Zeit für mich unglaublich schnell um, weil Matthew bei mir war und sein Bestes gab, um mich trotzdem glücklich zu stimmen. Er war mein bester Freund geworden und das obwohl er mein Ex war. Ja, Freundschaft mit dem Ex war eben doch möglich. Die Zeit mit ihm verbrachte ich nur mit Lachen, aber in seinen Augen erkannte ich dennoch, dass er traurig war und große Angst hatte, vor allem, weil ich mich gegen eine Therapie entschieden hatte. Ich konnte einfach mein Baby nicht gefährden. Auch vermied ich langsam den Kontakt zu der außen Welt, vor allem zu meiner Mutter und Noelle. Denn so gut wie sie mich kannten, würden sie sofort sehen, das etwas nicht stimmte.

Was mein Herz jedoch trotzdem Tag zu Tag immer mehr verletzte, war, die Einsicht das es kein „wir“ mehr mit Ramon geben würde. Um diesen Schmerz leichter überwinden zu können, hatte ich es sogar geschafft, dass Matthew sich bereit stellte die Vaterrolle zu übernehmen, auch wenn er dagegen war und seiner Meinung nach, dies sogar ein großer und unverzeihlicher Fehler Ramon gegenüber wäre. Aber dennoch hielt er zu mir und willigte ein. Übrigens zog ich von zu Hause aus, weil ich einfach nur noch alleine sein wollte. Außerdem nervte mich die ständige Kontrolle beim Hospital gewaltig und deswegen schlug mein Vater vor, dass ich in das Queen Elizabeth Hotel einziehen sollte, da dieses Hotel zu unserem Hospital gehörte und ich nicht ständig zwischen der Villa und Hotel um pendeln musste. Alles schien nun metallisch abzulaufen, ich spürte keine wahrhaftige Freude mehr und fühlte mich nur noch dazu gezwungen, zu leben und stark zu bleiben, um meinem Baby das Leben zu schenken.
Als mein Vater mich ausgerechnet nach 3 Monaten, nach meiner Ankunft anrief und mir mitteilte das Ramon gekommen war, zerbrach einerseits die Welt, die ich trotz allem versuchte, so gut wie möglich, trotz das mir durch ihn die Luft zum Atmen fehlte, aus zu schmücken. Ramon würde nie wieder mir gehören und nie erfahren, dass er der Vater meines Kindes werden würde. Verdammt, als er auch noch so vor mir stand, litt mein Herz ungeheuerlich, vor allem, als er mir Befahl meine Tasche zu packen und mit ihm zurück zu fliegen. Gott ist Zeuge, dass ich ihn mehr als mein eigenes Leben liebte und alles nur für ihn tat. Aber trotzdem überraschte es mich, das ich trotz dieser Sehnsucht und dieser Liebe, ihn anlügen und innerlich verletzen konnte.

29.12.12 00:36


Te amo Darling (12 & 13 )

Sexo -- si o no?

Charlines Sicht:

Seit diesem Tag an, ging die Zeit für mich unglaublich schnell um. Der Grund dafür, war wahrscheinlich der, dass Matthew bei mir war und sein Bestes gab, um mich glücklich zu stimmen. Er war mein bester Freund geworden und das obwohl er mein Ex war. Ja, Freundschaft mit dem Ex war eben doch möglich. Die Zeit mit ihm verbrachte ich nur mit Lachen, aber in seinen Augen erkannte ich trotzdem, dass er deprimiert war. Vor allem deshalb, weil ich mich gegen eine Therapie entschieden hatte. Ich konnte mein Baby einfach nicht gefährden. Auch vermied ich langsam den Kontakt zu der Außenwelt, erst Recht, zu meiner Mutter und Noelle. Denn so gut wie sie mich kannten, würden sie sofort merken, das Etwas mit mir nicht in Ordnung war.
Was mein Herz jedoch trotzdem, von Tag zu Tag immer mehr schwächte, war die Einsicht, dass es kein „wir“ mehr mit Ramon geben würde. Um diesen Schmerz leichter überwinden zu können, hatte ich es sogar geschafft, dass Matthew sich dazu bereit erklärte, die Vaterrolle, auch wenn er strickt dagegen war, zu übernehmen. Seiner Meinung nach, war dies jedoch ein großer und unverzeihlicher Fehler gegenüber Ramon. Aber dennoch hielt er zu mir und willigte ein. Das nannte man wohl „wahre Freundschaft“. Übrigens zog ich von zu Hause aus, weil ich einfach nur noch alleine sein wollte, die ständige Kontrolle beim Hospital mich gewaltig nervte und ich nicht jeden verdammten Tag, auf mein Vater oder irgendjemand anderen angewiesen sein wollte, um ins Hospital zu gelangen. Deswegen schlug mein Vater vor, dass ich in das Queen Elizabeth Hotel einziehen sollte, da dieses Hotel zu unserem Hospital gehörte.
Eigentlich schien alles in bester Ordnung zu sein. Doch als mein Vater, mich ausgerechnet nach 3 Monaten, nach meiner Ankunft, anrief und mir mitteilte, dass Ramon gekommen war, zerbrach irgendwie die Welt, die ich trotz allem versuchte, so gut wie möglich, auszuschmücken, trotz das mir durch ihn, die Luft zum Atmen fehlte. Er würde nie wieder mir gehören und nie erfahren können, dass er der Vater meines Kindes war. Was mich aber überraschte war, dass ich trotz dieser Sehnsucht und dieser bedingungslosen Liebe, ihn anlügen und innerlich verletzen konnte. Jetzt denkt nicht, dass es mir dabei gut ging, mein Herz brach ebenfalls und wie bereits erwähnt, wenn ich könnte, würde ich wieder mit ihm eins werden und ihn nie wieder alleine lassen.

Ramons Sicht:

Nach dem Charline gegangen war, änderte sich einiges in meinem Leben. Während ich angefangen hatte, mehr zu rauchen und überhaupt zu trinken, lernte ich so viel wie möglich, um mein Studium wenigstens um 3 Monate zu verkürzen, denn so schnell wie möglich, wollte ich bei ihr sein. Ihre Hände halten und ihr auf einer romantischen Art und Weise einen Heiratsantrag machen.
Auch wenn sie im Moment der Grund dafür war, weswegen ich unglaublich litt.
Doch im Endeffekt konnte sie ja nichts dafür, dass sie gegangen war. Immerhin war er ihr Vater.
Allerdings hätte sie sich von mir verabschieden oder zumindest mal anrufen und Bescheid sagen können, dass es ihr gut ging, aber es kam nie etwas. Ihre Nummer existierte nicht mehr und die neue hatte ich nicht. Es war die reinste Hölle nichts von ihr zu hören... Mein Leben verlief mechanisch und ich lebte nur noch für diesen einen Tag, an dem ich mein Engel wieder sehen würde.

Eines Tages wollten meine Freunde, dass ich sie auf eine Modenschau begleiten sollte und gegen meinen Willen, stimmte ich sogar zu. Schließlich hielten sie trotz allem zu mir und gaben mich nicht auf. Im Gegenteil, sie versuchten alles, um mich zum Lachen zu bringen. Also flogen wir nach San Javier. Dort angekommen, wurden wir auch schon von einem Chauffeur abgeholt und ins Hotel Principal gefahren. Ungefähr 2 Stunden lang ging die Fahrt und in dieser Zeit, wurden mir von meinen Freunden via Laptop, einige Models gezeigt, die ebenfalls an dem morgigen Abend anwesend sein würden. Unter anderem die Miss England 2011, die nicht nur Miss UK sondern auch Miss Europe wurde, Alize Lily Mounter.
Eine blonde Schönheit mit braunen Augen und perfekt geformten Lippen.
„Ramon, ist sie nicht geil?“, fragte Marco mit einem frechen Grinsen.
„Nicht schlecht“, antwortete ich mit einem Lächeln zurück.
Am nächsten Tag in der After Show Party, begegnete ich dieser englischen Schönheit und wir kamen auch sofort ins Gespräch. Sie war zwar blond, aber auf keinen Fall dumm.

Im Gegenteil, sie wusste ganz genau, wie sie sich zu verhalten hatte und raubte mit ihrem unschuldigen Lächeln, den Männern den Verstand.
„Unglaublich, diese Frau“, schrieb Marco mir per SMS, während ich in ein Gespräch mit ihr vertieft war.
Aber er hatte Recht und so schaffte, zum ersten Mal, eine Frau, nach dem Charline fort war, mein Herz zum rasen zu bringen.
Nach 2 und halb Stunden Gespräch, verließen wir sogar zusammen die Party und fuhren an den Strand. Es war so kühl, dass ich ihr mein Jackett auf die nackten Schulter legte.
„Ramon?“, fragte sie, nach dem sie unerwartet stehen geblieben war. „Alize?“, fragte ich verwirrt zurück.
Sie nahm mein Gesicht zwischen ihre Hände und sagte mir in die Augen schauend:
„Du bist so ein hübscher und lieber Spanier“, und setzte gleich darauf, ihre Lippen auf meine.
Es fühlte sich toll an und ich genoss den Kuss.
Doch dann klingelte plötzlich mein Handy und der Zauber verflog.
„Ja, hallo?“, fragte ich verdutzt, als ich den Namen von Marco auf meinem Display las, da er genau wusste, wer gerade bei mir war.
„Ramon, vernasch doch nicht, gleich am ersten Tag, unsere Schönheitskönigin. Du hast noch genug Zeit, mein Lieber. Bring sie zu ihrem Hotel und komm endlich. Wir wollen feiern, Bruder“, erzählte Marco lachend und legte mit den Worten: „Wir warten auf dich“, auf.
Ramon schaute irritiert au sein Handy, dann blickte er in Alizes Augen und erklärte sich entdschuldigend: „Die Jungs erwarten mich, tut mir Leid.“
Diese schaute ihn etwas traurig an, nickte dennoch und sagte leicht lächelnd: „Gut, kein Problem.“

Nach 15 Minuten begleitete ich sie also in ihr Hotel und obwohl sie mich trotzdem hoch in ihr Zimmer einlud, lehnte ich dankend ab. Das war das erste Treffen mit ihr.
Nach ungefähr zwei Wochen rief sie mich an und seit diesem Zeitpunkt an hatten wir beide angefangen uns öfter zu treffen, schließlich hatte ich langsam die Hoffnung aufgegeben. Nach einer Zeit kam es sogar so weit, dass sie mich einem Filmmanager vorstellte, da dieser eine männliche Hauptrolle neben Alize brauchte. Zur meinem Überraschen wurde mir sogar diese Rolle gegeben. Ein Film würde sicher meiner Karriere nicht schaden.
„Ramon ich bin so glücklich, dass du mir vertraut und dein Glück versucht hast“, meinte Alize mir ein Kuss auf die Wange gebend, nachdem ich die Rolle bekam.
„Lily, ich danke dir wirklich sehr dafür, aber es wird mein erster und letzter Film werden und das tue ich nur, weil wir so gute Freunde geworden sind.“
Sogleich ich mein Satz beendete, erkannte ich, dass ich etwas falsches gesagt hatte. Denn ihre Augen füllten sich und vor meinen Augen verschwand ihr so schönes Lächeln.
„Alize, das war nicht so gemeint..“, versuchte ich noch die Situation zu retten, aber sie unterbrach mich, legte ihren schmalen Zeigefinger auf meine Lippen und bat:
„Bitte Ramon, sei leise. Ich hab schon gespürt, dass es eine Andere gibt, denn sonst würdest du meine Flirtversuche nicht die ganze Zeit abweisen. Aber ich werde auf dich warten und glaub mir, früher oder später gehörst du mir, mein Liebling.“
Ohne das ich es mir erklären konnte, nahm ich sie in meine Arme und entschuldigte mich. Wofür?
Dafür weil ich sie zum Teil benutzt hatte, um Charline zu vergessen. Aber umsonst, denn wie schon erwähnt, ich war das aller erste und letzte Mal verliebt und das in meine Charline.
Drei Wochen später, an diesem Abend traf ich mich wieder mit Marco und einigen anderen Freunden, auch war Adriel diesmal dabei, da er als mein bester Freund, ganz genau wusste, wann ich ihn brauchte.
3 Monate waren vergangen, ich hatte mein Studium erfolgreich abgeschlossen und jetzt würde ich endgültig nach Portugal umziehen und dort einen festen Arbeitsplatz bekommen, auch wenn ich ab und zu für die Filmproduktion verreisen würde.
Wir kamen in einem kleinen aber eleganten Club an und schon 2 Stunden später, war ich besoffen und bekifft. Denn erneut waren meine Gedanken nur bei ihr, was sollte ich machen? Mich bei ihr melden? Sie versuchen zu vergessen? Ich meine, sie hatte sich auch in dieser Zwischenzeit bei mir nicht gemeldet.
„Hast du es dir gut überlegt?“, fragte Adriel, nach dem ich die Situation erzählte.
„Ja, mir bleibt nichts anderes übrig. Oder denkst du, dass ich trotzdem zu ihr fliegen sollte?“, fragte ich verwirrt und schaute jeden einzelnen Kumpel dabei in die Augen, um zu zeigen, dass diese Frage, an alle gerichtet war.
„Empfindest du für Alize etwas?“, fragte mich jetzt Marco.
Kurz überlegte ich, schüttelte schließlich mein Kopf und antwortete: „Nein.“
„Dann ruf deine geile Sekretärin an und sag ihr, dass sie ein Flug nach England buchen soll“, sagte ein dritter Kollege.
Ich schnappte mir meinen mit Gin gefüllten Glas, trank den Inhalt leer und rief meine Sekretärin an, um für Morgen ein Flug nach England zu buchen.
„Susanne? Morgen ein Flug nach England.“
„Sofort, Herr Villar. Uhrzeit?“
„Nicht relevant.“
„In Ordnung, ich schick Ihnen das Ticket via E-Mail zu“, hörte ich die schüchterne Stimme meiner Sekretärin sagen.
„Danke“, sagte ich und legte auf.
Alle Blicke waren auf mich gerichtet.
„Morgen schon?“, fragte Marco.
Ich nickte, wir bestellten und stoßen auf diese Entscheidung an.
Und so verging auch der letzte Tag, vor meiner Abreise, in Madrid.
Am nächsten Morgen, brachten Adriel, Noelle und mein Vater mich zum Flughafen und wünschten mir viel Erfolg und eine gute Reise.


In England angekommen, fuhr ich mit einem Taxi zum Hotel Queen Elizabeth. Ein 4 Sterne Hotel mit edelstem Luxuseinrichtung. Dieses Hotel wurde extra für das Hospital erbaut und zur Fuß waren es ca. 10 – 15 Minuten. Gegen Nachmittag lief ich also zum Hospital und dort verlor ich meine letzte Hoffnung. Charline hatte mich abgewiesen, mir gesagt das Alles nur ein Spiel war und sie diesen verdammten Matthew liebte. Doch irgendwie konnte ich es ihr einfach nicht glauben. Vor Wut, hatte ich ihr sogar ausversehen, in ihr Bauch geschlagen. Ich bereute es blitzartig und wünschte, nie dorthin geflogen zu sein...
Nach dem Besuch im Hospital, lief ich ein wenig durch die Gegend und zufällig sah ich Alize mit zwei Freundinnen und zwei Bodyguards vor einem Restaurant stehen.
Eigentlich wollte ich dort nur vorbei laufen, aber sie hatte mich ebenfalls gesehen und so lud sie mich zum Essen ein.
„Schön, das du hier bist“, sagte sie mit ihrem unwiderstehlichen Lächeln.
„Danke, meine Süße“, meinte ich sie zurück anlächelnd.
Dann stellte sie mir ihre beiden Freundinnen vor und fragte natürlich gleich danach, weswegen ich überhaupt hier in England war. Um ihr Vertrauen nicht zu missbrauchen antwortete ich mit einer etwas strengen Miene: „Meine Exfreundin ist hier. Ich wollte sie besuchen kommen, aber sie ist es wohl nicht wert gewesen.“
Als Alize das hörte, fing sie an, frech zu grinsen, antwortete: „Tut mir zwar Leid für dich, aber ich hab dir gesagt, dass du mir gehören wirst“, und gab mir somit auch ein Kuss auf die Wange.
Vielleicht hatte sie Recht. Charline war selbst dran Schuld, auch wenn sie ein Problem haben sollte, müsste sie mit mir darüber reden und keine billige Show abziehen. Deswegen nickte ich ihr freundlich zu und wir fingen an zu Essen.
Gegen 20 Uhr verabschiedete ich mich von Alize, nahm ein Taxi und fuhr zum Hotel.
Dort angekommen, lief der Hotelmanager zu mir und sprach mich völlig aus der Puste an:
„Herr Villar, tut mir Leid das ich Sie störe, aber wir haben gerade ein großes Problem mit den Angestellten und deswegen können wir das Essen nicht hoch in das Zimmer eines Gastes bringen, könnten Sie vielleicht diese Aufgabe für uns erfüllen?“
Mein Mund blieb zwar zu erst offen, da so etwas in einem 4 Sterne Hotel nicht passieren sollte, aber dennoch gab ich mit einem Lächeln zu erkennen, dass ich seine Bitte annahm. Anschließend liefen wir zusammen in die Küche. Dort stellte er das Abendessen mit einer Flasche Rotwein auf ein Servierwagen, gab mir die Karte, um das Zimmer zu öffnen, damit ich trotzdem die Tür öffnen konnte, falls niemand im Zimmer sein sollte und schickte mich in den Raum 207.
Zögernd klopfte ich an der Tür 207 an und bekam nur ein undeutliches: „Wer ist da?“, zu hören.
„Ich bringe Ihnen Ihr Abendessen, Miss“, antwortete ich so laut wie möglich.
Die Person rief: „Herein“, und so öffnete ich mit der Karte die Tür.
In dem Raum angekommen, stellte ich den Servierwagen gegenüber dem Bett und schaute mir das Zimmer genauer an.  Das Zimmer war an der einen Wand schwarz angestrichen und in den drei anderen weiß. Eine rote Couch stand gegenüber von einem Breitbildfernseher. Der Kleiderschrank stand neben dem Fenster mit den weißen Gardinen. Die Person die hier blieb, war ziemlich ordentlich.
- Sehr elegant, anspruchsvoll und ganz anders als in meinem Zimmer – , stellte ich beeindruckt fest.
Plötzlich wurde die Badezimmertür geöffnet und... mein Atem stockte, als ich die Person sah.
Denn Charline kam mit einem weißen Bademantel bekleidet aus dem Badezimmer. Sie war ebenfalls schockiert, doch ich sah, dass sie lächelte.
Dann ging ich genervt mit der einen Hand durch meine Haare und lief wieder Richtung der Tür.
Unbegreiflicherweise hielt sie mich fest und bat flehend: „Ramon, bleib bitte...“ Dann schlug sie die Tür zu, lief zum Servierwagen, schaute mir tief in die Augen und fragte neugierig: „Hast du Hunger?“
Warum tat ich ihr diesen Gefallen? Sie hatte vor wenigen Stunden mir doch ausdrücklich gesagt, dass sie mich nicht wollte. Aber irgendwie, ohne den Grund zu kennen, wollte ich nicht gehen. Also schüttelte ich bloß meinen Kopf und sie verriet: „Ich auch nicht.“ Dann öffnete sie die Flasche Rotwein, schaute mich fragend an und als ich erneut mein Kopf schüttelte, fing sie an aus der Flasche zu trinken. Mein Gesicht drehte ich dabei um, sodass ich aus dem Fenster schaute.
Ungefähr 5 Minuten lang war Stille, bis ich mein Gesicht wieder zu ihr drehte. Charline trank immer noch an der Flasche und schaute mit einem leeren Blick in meine Augen. Langsam reichte es, ich nahm die Flasche aus ihrer Hand und wie gewohnt, fing sie an zu schreien: „Heeey, Was soll das? Gib mir die Flasche zurück, Ramon!!“
„Nein! Charline, es reicht! Du hat schon genug getrunken!“, schrie ich zurück und legte die Flasche auf die Fensterbank.
Anschließend stand sie auf, schwankte ein wenig hin und her und ließ auf einmal ihre Hände auf meiner Brust liegen. Während ich versuchte ihre Hände von mir zu nehmen, schaute sie mit einem traurigen Blick, tief in meine Augen und sagte: „Te quiero“ (ich will dich), und öffnete langsam die Knöpfe meines Hemdes.
„Charline, hör auf. Du bist verlobt“, sagte ich leise und verletzt, aber sie hörte nicht auf mich. Ihre Konzentration widmete sie allein meiner Kleidung. Nach dem alle Knöpfe meines Hemdes geöffnet waren, ging sie mit ihrer Hand über mein Sixpack, dann legte sie ihre sanften Lippen auf meine und sagte erneut: „Te quiero“.
„Eigentlich, müsste ich dich jetzt zurück weisen, dich anschreien und abziehen, aber du verzauberst mich“, erklärte ich eher mir selbst, als ihr und zog ihr automatisch, langsam ihren Bademantel aus und legte sie vorsichtig auf das Bett. „Ramon, te quiero, te quiero“, flüsterte ständig ihre weiche Stimme, während ihre Hände durch meine Haare gingen, in mein Ohr und umarmte mich so fest, wie sie nur konnte.
Heute Nachmittag hatte sie es zwar noch geschafft, die Sehnsucht zu überspielen, aber jetzt wo sie angetrunken war, konnte sie sich nicht mehr zurückhalten.
Meine Hände glitten langsam von ihrem Oberkörper bis zu ihrem Bauch, an dieser Stelle hielt sie meine Hand fest und sagte zitternd: „Te necesito“ (ich brauche dich).
„Charline warum? Was ist los? Rede mit mir...“, bat ich sie und machte mir unglaubliche Sorgen. Irgendetwas stimmte hier nicht. Sie war nicht mehr bei sich selbst.
„Hablan espanol!“ (sprich Spanisch), befahl sie mit geschlossenen Augen.
„Tesoro, deja que te ayude!“. (Schatz, lass mich dir helfen)
„no.. no..“
„Schatz, bitte rede mit mir“
„Callarse!“ (Sei leise!)
Sofort gehorchte ich ihr und drückte sie, so fest ich konnte, an mich.
„Ramón me jodas ahora, por favor” (Ramon, fick mich sofort, bitte), bat sie erregt und steckte ihre Zunge tief in mein Hals.
Verdammt, was sollte ich machen? Ich wollte sie doch auch spüren, aber sie war verlobt!!! Scheiße, man. Ich konnte mich einfach nicht entscheiden! Während mein Herz dafür war, war mein Verstand, dagegen!

 

Can't you hear my heartbeat?

Ramons Sicht:

Es dauerte eine Weile, bis ich mich endgültig entschied, doch ihr konnte ich noch nie widerstehen, also legte ich meine Hand zärtlich an ihre Wange, schaute ihr tief in die Augen und hauchte ihr erregt ins Ohr: „Te voy a joder y te llevará de vuelta a mi” (Ich werde dich ficken und dich wieder zu meiner machen). Als ich das sagte, stöhnte sie auf und schlang die Arme um mein Hals. Ich musste grinsen und küsste sie erneut. “¿Se ha perdido mi polla?” (Hast du mein Schwanz vermisst?), fragte ich sie am Hals küssend und schmiss mein bereits offenes Hemd auf den Boden und wanderte mit meinen Lippen ihren Hals runter, bis zu ihren Brüsten, wo ich die eine Nippel in mein Mund nahm und daran saugte. Sie stöhnte immer lauter und ging mit ihrer Hand durch meine Haare und bejahte sogar: “Necesito tu polla” (Ich brauche deinen Schwanz). Als sie das sagte, biss ich ihr leicht in die Nippel und lachte leise auf. “Du bist wirklich verrückt”, teilte ich ihr mit und ließ meine Hand weiter runtergleiten.  “Verrückt nach dir”, sagte sie ernst und küsste mich am Hals, da ich mein Gesicht wieder ihrem genähert hatte. “Wieso tust du mir das an? Warum lässt du mich ohne dich?”, fragte ich sie und drang ganz vorsichtig mit den Fingern in sie. Jedoch antwortete sie nicht, schloss nur ihre Augen und stöhnte leise auf. Sie genoss meine Berührungen, ohne Frage und das ließ mich schmunzeln. Während ich nun meinen dritten Finger in sie steckte, nahm ich die andere Nippel in mein Mund und sorgte dafür, dass sie eine Gänsehaut bekam. “Bist du glücklich?”, fragte ich sie und sie nickte: “Jetzt schon.” Es war ein unbeschreibliches Gefühl ihr wieder so nah zu sein und ich genoss jeden Augenblick. Nachdem ich auch ihren Kitzler gestreichelt hatte, kam sie mit einem lauten Stöhnen und schaute mir tief in die Augen, ehe sie sich so drehte, dass sie auf mir lag. Sie zog mir meine Hose aus, nahm mein Schwanz aus dem Boxershorts raus und berührte erst vorsichtig die Eichel, ehe sie mir total erregt eine runterholte. Sie stöhnte dabei und ihre Titten wackelten jedesmal, wenn sie ihre Hand hoch und runter gleiten ließ. “Du bist wirklich gut”, bemerkte ich lachend und als sie letztendlich meinen Schwanz auch noch in ihren Mund nahm, konnte ich nicht anders und spritzte in ihr Mund. Die Geile schluckte alles runter und legte sich hin. “Schwanz oder Zunge?”, fragte ich sie verspielt und sie antwortete zwischen ihrem Gestöhne. “Zunge” Also gut. Wenn sie es wollte, dann würde ich es ihr so richtig mit der Zunge besorgen. Also setzte ich mich auf, spreizte ihre Beine und nachdem ich sie angewinkelt hatte, glitt ich ganz langsam mit der Zunge in ihre feuchte Höhle und berührte erst einmal die Schamlippen, ehe ich meine Zunge in sie steckte. Sie schmeckte fürchterlich gut und ich konnte nicht mehr aufhören, ehe sie ihren zweiten Höhepunkt erreichte und das ohne das wir es miteinander getrieben hatten. “Du bist nicht umsonst Sexgott”, sagte sie lachend und ich sah, wie ihr Körper schwitzte. “Bist du dir sicher, dass du mehr willst?”, fragte ich sie und nahm ein Nicken wahr. Weswegen ich ihrer Bitte nachkam und langsam in ihr Loch, die ich zuvor geleckt hatte eindrang. Erst war ich sehr vorsichtig und gefühlvoll, ehe ich an die Zeit ohne sie und an heute denken musste. Der Hass stieg in mir hoch und dadurch wurden die Stöße immer schneller und härter. Ich fickte sie regelrecht durch und auch wenn sie Schmerzen haben sollte, stöhnte sie meinen Namen. Es war ein befreiendes Gefühl mit ihr zu schlafen und uns beide zum Höhepunkt zu bringen. Wir kamen gleichzeitig und ich spritzte sogar in sie. Ihr Verlobter war mir scheiß egal! Diese Hure wollte es doch selbst!
Dennoch blieb ich bei ihr, nahm sie in meine Arme und küsste sie auf ihren Kopf. “Bist du dir sicher, dass du mich los werden willst?”, fragte ich sie und schaute ihr tief in ihre Augen. Sie hielt meinem Blick stand und nickte: “Es gibt keine Zukunft für uns beide. Ich wollte nur noch einmal dich spüren, bei dir sein. Wissen das du der erste warst mit dem ich geschlafen habe...” Ich unterbrach sie mit einem Kuss und fragte: “Zwingt er dich dazu? Sei ehrlich.” Daraufhin schüttelte sie hastig ihren Kopf und garantierte: “Er hat nichts damit zutun. Er ist mein Ex, meine erste Liebe und ich hab mich...” Doch ich ließ sie nicht weiter sprechen und küsste sie erneut. “Charline, lüg nicht!”, sagte ich ernst und massierte ihre Brüste. Sie fing an zu stöhnen und schlang ihre Arme um mein Hals. Wir schliefen noch bis zum frühen Morgen oftmals miteinander und am frühen Morgen, wachte ich vor ihr auf, sprang unter die Dusche und stellte mich vors Fenster, bis sie aufwachte.
„Buenos dias dulzura“ (Guten Morgen Süße), sagte ich ihr zufrieden in die Augen schauend. Als sie mich sah, schien sie schockiert zu sein. Sie hatte wohl gestern zu viel getrunken und nun schien sie es zu bereuen, denn sie befahl mit einer energischen Stimme: “Ramon verschwinde!”

Als ich darauf nicht reagierte, schrie sie zornig: “Ich hab gesagt, dass du verschwinden sollst!”
Jetzt reichte es mir ein für alle Mal und ich schrie sie zurück an: „Du hast doch gesagt, dass du mich willst und ich bei dir bleiben soll!”
“Das war gestern!”, erwiderte sie und ich seufzte. “Gegen deine Sturheit kommt man echt nicht an. Du verbirgst etwas vor mir, denn du liebst mich immer noch!”, teilte ich ihr bestimmt mit.
Charline gab mir eine feste Ohrfeige und erklärte selbstsicher: „Ich liebe nur deinen Körper. Ich wollte dich nur spüren, weil Matthew nicht so gebaut ist wie du. Deshalb bin ich so komisch.
Weil ich meinem Verlobten gegenüber schlechtes Gewissen habe, weil ich ihn wegen dir betrog...“
Ich stand auf, nahm meine Jacke und nickte: “Alles klar. Schön zu wissen, dass ich eine Hure geliebt habe, die nicht nur mich mit ihrem Verlobten, sondern ihren Verlobten mit mir betrogen hat. Tue mir mal bitte ein Gefallen und lauf gegen die Wand!” Als ich das sagte, stand sie auf, scheuerte mir eine und schrie zornig: “Verdammt ich hab dich nur verarscht! Wie oft denn noch? Es ist allein deine Schuld, dass du dich in mich verliebt hast!” Ihre Worte brachten mich nur zum lachen, weswegen ich nickte und Richtung Tür lief. “Du wirst das ganze bereuen, meine EX Geliebte!”
Mit diesen Worten verließ ich das Zimmer, lief in meinen, packte mein Koffer ein, checkte aus und verließ das Hotel.
- Traurig wie die angebliche wahre Liebe, so schnell enden konnte... -, ging mir ständig durch den Kopf, bis ich Alize anrief und diese nach nicht mal 10 Minuten mit ihrem Chauffeur, vor mir stand.

Charlines Sicht:


Nachdem Ramon das Zimmer verlassen hatte, war das Einzige wofür mein Kraft noch ausreichte, mein Handy was auf dem Nachttisch lag, zu nehmen und die Nummer von Matthew zu wählen.
Es klingelte ungefähr drei Mal, bis er schließlich dran ging.
“Matthew”, sagte ich mit zittriger Stimme und bat: “Bitte, komm sofort hier her, ich brauche dich.” Seine Stimme klang sorgenvoll und sofort sagte er mit seiner angenehmen Stimme, dass er so schnell wie möglich kommen würde.
Gesagt getan, nach nicht mal 10 Minuten klopfte es an meiner Tür, ich zog mir mein Bademantel an, lief schwankend an die Tür und öffnete ihm diese.
Als er mich in diesem Zustand sah, weiteten sich seine Augen und er trug mich sofort aufs Bett.
Anschließend legte er fürsorglich seine Hand auf meine Stirn und erklärte leicht verschreckt:
„Charline, du hast Fieber.“
„Keine Ahnung“, antwortete ich ihm mit Tränen gefüllten Augen.
Er stand sofort auf, warf mir meine Jacke zu und befahl: „Zieh dich an wir fahren ins Krankenhaus.“
Doch ich wollte nicht. Nicht schon wieder dort hin. Außerdem fehlte mir die Energie zum aufstehen, also schüttelte ich bloß meinen Kopf und schloss meine Augen.
Matthew sprach zwar mit mir, doch ich nahm seine Worte nicht wahr, da ich einfach nicht bei mir selbst war. Außerdem musste ich ununterbrochen an die gestrige Nacht denken.
Verdammt, ich liebte Ramon mehr als alles andere und langsam zweifelte ich an meiner Entscheidung. Ein Leben ohne ihn bedeutete für mich den voreiligen Tod. Nach geschätzten 5 Minuten wurde Matthew plötzlich laut. „Charline, was hast du getan? Wie konntest du eine komplette Flasche Rotwein leer trinken? Verdammt du bist schwanger! Was soll der Mist?“, schrie er und boxte gegen die Wand. „Schrei nicht so. Ich hab sowieso schon genug Kopfschmerzen und ich musste es einfach tun, nach der Sache was gestern in der Klinik passiert ist.“, rechtfertigte ich mich, während ich mein Kopf mit beiden Händen fest hielt, aber er gab nicht nach, sondern fragte weiter: „UND Was hat es dir genützt? Du hast dein Kind gefährdet! Was für eine schlechte Mutter bist du?“
Als er das sagte, stand ich auf und stellte mich vor ihn. “Du hast keine Ahnung, man! Ich hab es für mein Kind getan!”, schrie ich zurück und legte meine Hände beschützend auf mein Bauch, ehe ich fort fuhr: “Mein Baby hatte gestern eine Nacht mit seinem Vater.”
Matthew schaute mich ungläubig an und fragte verwirrt: “War Ramon hier? Warum?”
Kurz schluckte ich und versuchte nicht loszuweinen. “Er war hier... ohne es zu wissen, hat er das Essen in mein Zimmer gebracht. Wir haben geredet, plötzlich wollte ich ihn spüren... und wir haben miteinander geschlafen.”
Jetzt nahm er mich fest in seine Arme, streichelte meine Wange und flüsterte ganz sanft:
„Erzähl es mir bitte.“
„Matthew, was willst du denn bitte wissen? Wir haben uns die ganze Nacht lang geliebt und es war unbeschreiblich schön. Er hat mich so glücklich gemacht und ich hab ihm das Gefühl gegeben, nur sein Mädchen zu sein. Wir haben gestern beide zusammen einen atemberaubenden Traum erlebt und heute morgen sind wir erwacht. Ich hab ihm gesagt, dass es keine Zukunft für uns gibt und hab ihn fortgeschickt. Seine letzten Worte waren, dass ich es bereuen würde und verdammt ja... ich bereue es jetzt schon.“
Mittlerweile hatte auch Matthew nasse Augen, denn er litt mit mir und das obwohl er doch meine erste große Liebe war.
„Charline, er liebt dich wirklich, warum tust du dir und ihm weh? Anstatt das ihr beide leidet, kann er hier bei dir sein, dir helfen und wer weiß, vielleicht haben wir dann noch eine Chance, um den Tumor zu bekämpfen.“
Aber ich schüttelte bloß meinen Kopf, denn es war besser, dass er falsch von mir dachte und mich verließ, als zu wissen, dass ich keinen mehr als ihn liebte und sein Baby im Bauch trug,
wenn ich doch sowieso bald sterben würde.
„Ich will nicht das er wegen mir leidet...“, antwortete ich leise und ließ mich zurück ins Kissen fallen. Meine Kraft verschwand immer mehr, sodass Matthew anfing, die Untersuch hier durchzuführen.
“Glaub mir, deine Denkweise ist komplett falsch und im Herzen ist dir das eigentlich auch bewusst.“, hörte ich Matthew noch sagen, bevor ich einschlief.

29.12.12 00:46


Te amo Darling (14 & 15 )


El Odio

5 Monate waren vergangen und inzwischen war mein Ein und Alles schon im achten Monat. Mir ging es blendend, zumindest verlief die Schwangerschaft ohne Probleme und das stärkte mein Lebenswille. Auch die Ärzte waren positiv überrascht und respektierten mich, weil ich alles tat, damit meinem Baby nichts zu stoß. Selbst, wenn ich selbst, vor allem abends unerträgliche Schmerzen trug. Nur noch ein Monat und ich würde mein Kind endlich in meinen Armen halten können, es riechen und Geschichten erzählen können. Gott, dieses Baby war das kostbarste Geschenk, was mir jemals jemand gegeben hatte. Ramon. Der Mann den ich bis zum bitteren Schluss liebe würde. Alleine ihm hatte ich zu verdanken, dass ich trotz allem so glücklich war, weil ich nicht allein war. Sein Kind begleitete mich schon seit 8 Monaten und das war das erfreulichste Gefühl, dass ich seitdem ich wusste, dass ich bald sterben würde, hatte. Natürlich, war Matthew dafür, dass ich Ramon endlich die Wahrheit sagen solle und kein Recht hätte, ihm das Baby vor zu enthalten, dennoch wollte ich es nicht, weil ich wusste, dass er nun glücklich war. Er hatte eine neue Frau kennengelernt und es wäre nur egoistisch, wenn ich ihm jetzt die Wahrheit sagen würde. Sein Glück war für mich wichtiger als alles andere. Denn jede Nacht träumte ich von seinen Augen, voller Enttäuschung und Wut...
Matthew, mein Vater und seine Familie unterstützten mich, so gut sie konnten. Außerdem hatten wir bereits das Kinderzimmer eingerichtet. Gott, war es süß. Ein kleines Bettchen, Regale voll mit Büchern, Bildern, Spielsachen. Alles befand sich in diesem Zimmer. Oft schlief ich in diesem Zimmer ein, da das Zimmer eine Kraftquelle war. Nicht nur das, sondern auch eine Hoffnungsquelle.
Von Tag zu Tag vermisste ich meine Mutter und Noelle auch immer mehr. Es zerbrach mir das Herz nicht mit ihnen reden zu können, selbst wenn Matthew mir stets das Telefon reichte und meinte, dass ich sie endlich mal anrufen solle.

An einem Tag setzte ich mich mit Matthew ins Wohnzimmer auf die Couch und wir schauten TV. Er streichelte meinen Kopf und gerade als ich die Augen schloss hörte ich in den Nachrichten: „Nächste Woche Samstag kommt der neue Film von Adam Glay raus. In den Hauptrollen die bezaubernde Alize Lily und ihr Freund Ramon Villar, der Sohn des Politikers Carlos Villar. Nun sitzen beide bei mir im Studio. Begrüßen sie herzlich Ramon und Alize.“
Von der einen auf die andere Sekunde öffnete ich die Augen und erblickte ihn. Meine
Augen waren weit aufgerissen und mein Baby trat kräftig gegen mein Bauch, so, als würde es sich freuen, den Vater gesehen zu haben. „Ein Interview“, stellte ich fest, setzte mich vors Fernseher und streichelte Ramons Wange, doch das einzige was ich spürte, war nur die kalte Scheibe. Matthew schaltete sofort den Fernseher aus, kam zu mir, hob mich hoch und brachte mich in mein eigenes Schlafgemach.

Schlaf jetzt!“, befahl er, aber ich konnte nicht. Wie denn auch? Die Aufregung ihn gesehen zu haben, war zu groß. Mein Herz klopfte wie wild und mein Baby trat immer noch. Matthew war mein bester Freund und auch wusste ich, dass er mit mir litt, weswegen er auch nicht wollte, dass ich mir das Interview nicht ansehe.
Wird er Alize heiraten?“, fragte ich Matthew, so, wie ein kleines Kind, das gerade hörte, dass der Vater eine neue Frau hatte.
Weiß ich nicht“, antwortete Matthew ehrlich, küsste mich auf die Stirn, stand auf und lief Richtung Tür, knipste das Licht aus und schloss die Tür zu. Meine Hände wanderten zu meinem Bauch, den ich liebevoll streichelte und mir fest vornahm, zu der Premiere dieses Films zu gehen! In so einer kurzen Zeit, hatten beide einen Blockbuster raus gebracht. Eine Bestleistung.
Die Tage vergingen sehr langsam, doch endlich war Samstag und ich hatte tatsächlich Matthew überreden können, mit mir zu der Premiere von dem Film „Love against Vengeance “ zu gehen. Matthew wollte es nicht, doch als er sah, wie wichtig es mir war, beschloss er mit mit mir hinzufahren und ich freute mich schon die ganze Zeit wie ein kleines Kind. Warum? Weil ich mich freute, dass es dem Vater meines Kindes gut ging. Das er es so weit geschafft hatte, dass er ein maßlos gutes Leben führte. Meine Haare glättete ich und zog mir ein elegantes schwarzes Abendkleid an, aber dennoch bemerkte man mein Bauch. Wie er wohl reagieren würde? Um 19 Uhr fuhren wir ins Kino, Matthew parkte seinen BMW, nahm meine Hand und wir standen nur vor dem Kino. Mein Herz raste und ich hoffte inständig, dass es meinem Baby gefallen würde.

Bist du dir sicher, dass du das möchtest?“, fragte Matthew fürsorglich. Mit einem Nicken gab ich ihm zu erkennen, dass ich es wirklich wollte, also versammelten wir uns neben den zahlreichen Zuschauen und warteten darauf das die Schauspieler ankamen.
Insgesamt kamen vier Limousinen an und aus der dritten stiegen Ramon und Alize aus.
Als ich sah, wie sie sich bei ihm unterhackte, trat mein Baby kräftig gegen mein Bauch, aber anders als das letzte Mal. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass ihm dieser Anblick schadete, also versuchte ich über meine Gedanken, mit meinem Engel zu kommunizieren. Erst nachdem sie Autogramme gegeben und eine kurze Rede gehalten hatten, liefen wir in den Saal rein. Der Film war wirklich sehr faszinierend und berührte in jeder Hinsicht mein Herz. Denn es handelte von einem jungen Mann namens Dan, den Ramon spielte und einer hübschen Frau die Isabella hieß, gespielt von Alize. Sie lernten sich kennen, als er ihr das Leben rettete, für beide war dies Liebe auf den ersten Blick, allerdings erfuhr Dan, dass Isabella die Tochter des Mörders seines Vaters war und aus diesem Grund verließ er sie. Schließlich schloss er sich der Mafia an, somit traf er erst nach einigen Jahren wieder auf sie und da sie sich immer noch liebten, verbrachten sie eine Nacht miteinander, wo Isabella schwanger von ihm wurde. Da Dan das jedoch nicht wusste, verließ er sie erneut nach wenigen Wochen. Und nach ungefähr einem weiteren Jahr brach er mit den Mafiamitgliedern bei ihnen zu Hause ein, um endlich Rache an ihrem Vater nehmen zu können. Er legte Bomben an und in diesem Moment, sah er Isabella, wie sie ihm gegenüberstand. Ihre Blicke trafen sich und erst dann, bemerkte er das sie in ihrem Armen ein Baby trug... sein Baby. Vor Aufregung verlor er Zeit, sodass inzwischen auch die Polizei eintraf, doch bevor es zu spät wurde, drückten seine Komplizen auf den roten Knopf und die Villa explodierte...
Niemand überlebte diesen Vorfall, außer die Mafia und so verloren am Ende beide. Wegen Rache und Ahnungslosigkeit...
Was mich persönlich am meisten traf, war das, was Ramon zum Schluss im Film als Anregung sagte:

„Die Liebe ist etwas kostbares, besonders wenn es die wahre Liebe ist. Man sollte wegen nichts diese Liebe loslassen, selbst wenn dies der Tod bedeutet. Lieber gemeinsam, aber mit einer ehrlichen Liebe sterben, als allein und ungeliebt. Viele denken, dass sie einem ein Gefallen tun, wenn sie etwas vor der Person die sie lieben verbergen, nur um diese Person nicht zu verletzen, aber man sollte nie vergessen das Liebe Vertrauen, Ehrlichkeit und Treue heißt. Von daher: Seid immer ehrlich zu euren Partnern, versucht alles, um euch gegenseitig nicht zu verletzen oder zu verraten. Denn nichts ist schlimmer, als Betrug und unerträglicher Herzschmerz.“
Nach diesen Sätzen kam ein trauriges Liebeslied von Ramon gesungen. Es riss mein Herz in tausend Stücke, die Tränen liefen mir die Wange entlang und ich erkannte, dass ich einen großen Fehler gemacht hatte, als ich ihn verließ.
- Ramon wird mir nie verzeihen... -, und gerade als dieser Gedanke durch meinen Kopf ging, sprachen Alize und Ramon etwas ins Mikrofon und zwar: „Liebe Gäste, als erstes möchten wir euch danken, weil ihr zu der Premiere unseres Film gekommen seid. Wir hoffen natürlich sehr, dass dieser Film Ihnen gefallen hat. Außerdem möchten mein lieber Freund und ich, ihnen heute Abend etwas ankündigen.“ Anschließend ergriff Ramon das Wort: „ In diesen letzten Monaten, wo wir zusammen gelebt haben, hatten wir genug Zeit um uns gegenseitig kennenzulernen und nun kann ich mit stolz sagen, dass Alize meine Traumfrau ist und ich sie liebe. Wir haben viel miteinander erlebt und sowohl gute, als auch schlechte Tage gemeinsam verbracht. Nach langem Überlegen, haben wir uns dazu entschieden, auch den Rest unseres Lebens gemeinsam zu verbringen und somit werden wir nächsten Monat unsere Verlobung feiern. Der genaue Termin wird ihnen bald bekannt sein. Wir würden uns freuen, wenn einige von Ihnen an diesem besonderen Tag, mit unser uns sein könnten.“

Mir blieb mein Atem weg und ich ließ mich zurück auf den Sessel fallen. Der Mann den ich über alles liebte, hatte soeben gestanden, dass er sich verloben würde und seine Traumfrau, die er liebte, gefunden hätte. Was war ich denn dann für ihn?
„Charline steh auf bitte, wir müssen jetzt gehen.“ bat Matthew mich traurig anschauend und meine Hand in seine nehmend. Aber meine Beine wollten nicht.
„Matthew, er wird sie heiraten. Er hat mich vergessen, er wird nie wissen, dass er der Vater meines Kindes ist. Es war eine Lüge, dass er sich nie wieder verlieben würde. Er hat gelogen...“, kam bloß aus meinem Mund raus.
In diesem Moment konnte ich wirklich überhaupt nichts mehr spüren, es war so, als wäre ich bereits tot. Mein Verstand war abgeschaltet und Gefühle hatte ich keine mehr. Ich fühlte nur die Leere. Mit aller Kraft führte Matthew mich aus dem Saal und brachte mich zu sich in die gemütliche und hochmoderne Wohnung, wo ich schon seit fast 5 Monaten mit ihm zusammen wohnte.

Stumm bereitete er mir Kamillentee vor und schaltete alle Lichter aus, bis auf die Stehlampe. Es herrschte eine grauenhafte Stille, ehe ich meinen Kopf vorsichtig zu ihm drehte und ihn offen fragte: „Empfindest du noch etwas für mich?“
„Charline hör auf, du weißt, dass ich dein Betreuer und bester Freund bin.“
„Heirate mich Matthew“
„Vergiss es Charline!“, befahl er energisch und erneut ein Schweigen.
„Ramon hat mich vergessen, er wird heiraten.“
„Ich hab dir gesagt, dass es ein großer Fehler ist, es vor ihm geheim zu halten und glaub mir, wenn du es noch mehr geheimhältst wird es kein zurück mehr geben.“
„Ich werde bald sterben, Matthew“
„Glaub mir mein Engel, ich sehe dich sowieso schon jeden Tag sterben.“, gestand er traurig und ich spürte, dass er mit mir litt.
„Was soll ich machen? Nächsten Monat ist bereits die Verlobung.“
„Keine Ahnung, aber jetzt musst du erst einmal schlafen und Kräfte sammeln.“

Folglich gab er mir einen Kuss auf die Wange und knipste auch die Stehlampe aus. Die Dunkelheit herrschte und ich fühlte, dass ich verloren war. Für diesen Augenblick, wünschte ich mir nichts sehnlicher, als Ramon niemals gekannt zu haben.

Ramons Sicht:

Alize hatte mir in diesen letzten 5 Monaten ein Zuhause gegeben und mir von Tag zu Tag immer mehr gezeigt, wie sehr sie mich liebte, auch wenn sie wusste, dass ich das Gleiche nicht für sie empfand. Doch das Einzige was sie wollte, war meine Nähe und diese gab ich ihr erheblich. Wir kamen zusammen und ich bemerkte langsam auch, dass ich Gefühle für sie entwickelte, denn immerhin war sie für mich da gewesen, als ich alleine war. Die Trennung von Charline hatte ich auch nur durch sie so leicht überwunden. Ich liebte ihr Lachen und ihr Verführungskünste. Sie wusste immer ganz genau, was sie zu tun hatte. Was meine Familie und Freunde betraf, hatte ich mir ein Beispiel an Charline genommen und den Kontakt abgebrochen. Alte Erinnerungen brauchte ich nicht mehr, immerhin hatte ich nun eine ganz neue Zukunft und das mit Alize. Der Film war wirklich besser geworden als ich dachte und das in so einer kurzen Zeit. Nun stand die Verlobung an der ersten Stelle, ob es richtig war, dass wusste ich nicht, dennoch wusste ich, dass ich Alize nur so danken konnte und deswegen akzeptiere ich auch ihren Wunsch, ihr Leben mit mir zu verbringen. Alle Erinnerungen an Charline schienen erloschen zu sein, bis ich sie kurz bevor wir die Verlobung ankündigten gesehen hatte. Das Gefühl sie nach so einer langen Zeit wieder zu sehen und erst Recht in MEINEM Film verwirrte mich. Es war so, als wenn plötzlich alle Erinnerungen wieder wach waren, als wenn ich im Standesamt sitzen und nur noch das Wort „Ja“, sagen, aber plötzlich jemand rein platzen und mich daran hindern würde, dieses so kleine Wort, aber mit so einer großen Bedeutung, auszusprechen. Mein Kopf drehte sich und ich zweifelte langsam an meiner Entscheidung, bis ich ihren Bauch sah. Sie war schwanger. Gott, diese Hure hatte sich von ihrem neuen Stecher schwängern lassen! Die Wut stieg unverzüglich in mir und ich fand es nur noch jämmerlich, dass sie, obwohl sie von diesem Mann schwanger war, zu meinem Film gekommen war. Was fällte ihr ein? Wollte sie zeigen, dass sie auch ohne mich glücklich war?

Es war mir scheiß egal, denn ich brauchte sie nicht mehr und erst Recht nicht, nachdem ich sie in solch einem Zustand gesehen hatte. Sie hatte mir ihre Liebe bloß vorgespielt und obwohl ich der Erste war, war sie von ihm schwanger.
- Unglaublich wie man sich in einem Menschen so irren kann... -

Wir gaben die Verlobung bekannt und ich küsste Alize auf die saften Lippen. Sie hatte mich nie hintergangen und jetzt wusste ich es. Alize war die Richtige für mich! Sie war die Frau, der ich blind vertrauen konnte. Zum Glück hatte sie Charline nicht gesehen, denn ich wollte nicht, dass sie kurz vor unserer Verlobung enttäuscht oder traurig war. Nach der Premiere fuhren wir noch mit einigen Freunden in eine Bar und ich gab Whisky für alle aus.

Schatz, ich liebe dich so sehr.“, gestand Alize und strahlte mich an. Meine Lippen fanden schnell den Weg zu ihren und ich hauchte ihr nur liebevoll ins Ohr: „Du bist die Einzige für mich.“ Natürlich machten diese Worte sie glücklich, denn schließlich hatte ich auch wirklich lange gebraucht, bis ich ihr mein Herz öffnete und so eine Schlampe wie Charline, würde es nicht schaffen, dass ich diese blonde Schönheit neben mir, aufgab.


Charlines Sicht:

Ungefähr zwei Wochen waren nach diesem Tag vergangen. Langsam hatte ich mich mit diesem Gedanken abgefunden und nahm mir vor, glücklich zu sein. Ich lebte noch und bald würde mein Baby auf die Welt kommen. Was gab es schöneres? Gerade als ich die Wohnung putzte, klingelte es an der Tür. Ich schalte den Radio aus, lief an die Tür und öffnete neugierig diese. Als ich sah, wer vor der Tür stand, lief es mir kalt den Rücken runter. Noelle, Adriel und meine Mutter standen vor der Tür. Vor Aufregung stotternd fragte ich: „W- wa-was s-sucht i-ihr d-denn hier?“
Während meine Mutter und Noelle mir sofort um den Hals fielen, bemerkte ich die tödlichen Blicke von Adriel.

„Mein Engel, warum hast du dich nie gemeldet?“, fragte meine Mutter mit glänzenden Augen und ich bemerkte, dass sie kurz davor war, zu weinen. Erst nachdem ich die Drei rein gebeten hatte, erklärte ich das ich mit Matthew glücklich verlobt war und bereits ein Baby von ihm erwartete.

Wie bitte? Und du sagst uns das nicht?“, schimpfte Noelle mit mir und blickte mich geschockt an. „Wie kannst du so etwas bitte für dich behalten?“, fragte sie verletzt weiter und ich zuckte nur mit den Schultern. Was sollte ich ihr denn auch anderes sagen? Das ich eigentlich Ramons Baby im Bauch trug, aber er mit eine andere heiraten würde? Sie äußerten ihre Unmut und ich war dankbar, als Matthew nach einer halben Stunde endlich kam. Er blickte unsere Gäste herzlich an und begrüßte sie gastfreundlich.

Schön, dass ihr kommen konntet.“, sagte er höflich, lief anschließend ins Badezimmer, um sich frisch zu machen, kam wieder, nach eine Flasche Orangensaft mit vier Gläsern und füllte die Gläser auf. Adriel blickte Matthew hasserfüllt an, schüttelte nur skeptisch seinen Kopf, stand auf und verließ die Wohnung.

Habe ich etwas falsches gemacht?“, fragte Matthew vorsichtig und Noelle antwortete: „Du und Charline seid verlobt und du sie erwartet ein Kind von dir. Reicht dieser Grund nicht?“

Wie bitte?“, fragte der angehende Arzt wütend und blickte mich schockiert an.
Sag mal, was erzählst du da eigentlich für eine Scheiße, Charline?“

Meine Augen weiteten sich vor Zorn und ich warf ihm vernichtende Blicke zu. Was dann geschah änderte wirklich alles.
Matthew hatte keine Geduld mehr und verriet: „Noelle, du bist die beste Freundin von Charline und Amy, Sie sind ihre Mutter, vor euch beiden können wir einfach keine Geheimnisse haben.“
„Nein, Matthew sei leise!“ befahl ich ihm etwas lauter, aber er beachtete mich nicht einmal und fuhr fort „Wir sind nicht verlobt und sie ist auch nicht von MIR schwanger.“
Als meine Mutter und Noelle das hörten, waren beide sehr schockiert und wussten nicht was sie sagen sollten.

Ich dagegen stand auf, stellte mich vor das Fenster und wartete ab, was als nächstes geschah.
„Ramon ist der Vater?“, fragte meine Mutter ungläubig. Bingo. 100 Gummipunkte!
„Ja, er ist es. Ich hab Charline nie berührt, er war der Erste und Letzte. Zwar wohnt Charline hier bei mir, aber es ist nie etwas zwischen uns passiert und wird auch nie passieren.“
Noelle fing an zu lachen und fragte spöttisch: „Achso, Ramon wollte einfach die Vaterrolle nicht übernehmen, also hast DU dich einfach so bereit erklärt, seine Stelle einzunehmen, da du sowieso Charline zurück wolltest, sehr praktisch... nicht wahr?“
„Noelle, sei leise! Wäre Matthew nicht gewesen, hätte ich nicht mal, soviel Kraft gehabt, bis heute zu kämpfen!“, schrie ich meine beste Freundin und blickte Matthew entschuldigend an.

„Charline, ich weiß ja nicht, was dieser Kerl dir gegeben hat, aber ganz egal was es auch ist... er hat dich verzaubert! Du würdest dich doch niemals freiwillig von Ramon trennen! Außerdem hättest du mit uns keinen Kontakt abgebrochen!“, erwiderte Noelle streng und lief nun auf Charline zu. Bevor ich auch ein Wort sagen konnte, ergriff Matthew das Wort: „Noelle, Charline braucht euch alle jetzt erst Recht und vor allem Ramon... weil.“
„Weil was?“, fragte meine Mutter nervös weiter.
„Charline willst du es sagen oder soll ich?“

Das Ganze wurde mir einfach zu viel also fing ich an zu beichten:
„Ich wollte es euch nicht sagen und euch auch nicht sehen, ich wollte aus eurem Leben verschwinden genauso wie aus dem von Ramon und hätte sich Matthew nicht eingemischt, hätte ich euch auch nie wieder gesehen.“
„Was soll das heißen?“, schrie Noelle wütend.
„Noelle hör auf zu schreien... beruhig dich und setz dich hin!“, befahl ich deprimiert, zum Glück tat sie das und ich setzte mich ihnen gegenüber.

Was ist los, Charline?“, fragte nun meine Mutter. Erst nachdem ich Matthew einen bittenden Blick zuwarf und er sich hinter mich stellte, gestand ich kaum hörbar: „Es wurde ein bösartiger Tumor festgestellt. Ich werde bald sterben...“
Als ich es endlich sagte, erkannte ich wie beide bleich wurden. Meine Mutter fing vor Schock an zu weinen und Noelle, legte ihre Hand auf ihren Mund und blickte mich schockiert an. Eine Weile herrschte unerträgliche Stille, bis Noelle wütend fragte:
„Verdammt, wie konntest du so etwas vor uns geheim halten? Warum hast du nie etwas gesagt?“
„Aus dem selben Grund, warum ich Ramon gehen lassen habe. Ich kann es einfach nicht ertragen, wenn es Menschen wegen mir schlecht geht, so wie jetzt... genau das wollte ich vermeiden.“
Meine Mutter stand auf, lief auf mich zu und nahm mich so fest sie konnte in den Arm und teilte mir deprimiert mit: „Du bist meine einzige Tochter, du bist das Beste was mir passiert ist und glaub mir, ich werde bis zum Schluss an deiner Seite stehen und für dich kämpfen. Dir so gut ich kann helfen und alles dafür tun, dass Ramon sein Baby kennenlernt.“
„Nein Mama, dass wirst du nicht. Sein Glück werde ich ihm nicht zerstören.“
„Bitte behaltet es für euch, für Charline ist das sogar ein großer Schritt.“, mischte sich Matthew ein und legte sein Arm um mein Schulter.
„Ich werde mit Adriel darüber reden, er soll seinem Freund, diesem Ramon sagen, dass er diese Olle verlassen und zur seinem Kind stehen soll.“
Noelle brachte mich jedesmal zum Lachen und sogar in dieser Situation. Doch gleich danach, brach auch sie in Tränen aus, nahm mich in ihre Arme und versprach: „Ich werde alles tun, damit es dir gut geht. Versprochen, erst wenn ich sehe, dass du kraftlos bist, wird Ramon der Erste sein, der zu dir angerannt kommt und zu dir steht. Selbst wenn ihr jetzt getrennt seid, wird Gott euch irgendwann wieder zur einander führen. Aber glaub mir, wenn du es noch länger für dich behältst, wird dein Baby ohne Vater aufwachen. Willst du das? Ramon wird dich abgöttisch hassen...“
Noelles Worte berührten mich. Sie hatte Recht und dennoch stand ich zu meiner Entscheidung: „Er liebt Alize wirklich und ich habe kein Recht, ihm sein Glück zu zerstören. Eines Tages wird sie ihm Kinder schenken und dann kommt es auf mein Baby auch nicht an. Wenn er jetzt wissen würde, dass ich von ihm schwanger bin, würde er Alize stehen lassen und dabei hat sie ihn in diesen letzten Monaten gestärkt und ihm dabei geholfen, mich zu vergessen. Ich will nicht, dass alles umsonst ist!“


Nach diesem Gespräch, ging es mir eindeutig besser, trotzdem ging ich ins Schlafzimmer, um mich auszuruhen und ich war mir sicher, dass in dieser Zeit Matthew alle Fragen klären und Beide einigermaßen wieder beruhigen würde.
In den nächsten Tagen ging ich mit meiner Mutter und Noelle für meinen kleinen Engel weitere Kleidung kaufen, da ich nicht wusste, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, kauften wir sowohl weibliche als auch männliche Kleidungsstücke. Es machte wirklich sehr viel Spaß und für einen Moment, vergaß ich meine Krankheit und träumte davon, wie ich mein Engel großziehen würde. Noelle kaufte sogar ein englisches und spanisches Namensbuch, da sie mir unbedingt bei der Namensauswahl behilflich sein wollte. Als wir nach 5 Stunden wieder in der Wohnung ankamen, hingen wir alle neugekauften Kleidungsstücke in den Schrank und Noelle zog mich ins Wohnzimmer, auf die Couch, bat meine Mutter um die Namensbücher und klappte die Bücher auf.

Gott, ich bin so aufgeregt.“, gestand Noelle lachend und streichelte meinen Bauch.

Du bist gerade echt motiviert.“, stellte ich ebenfalls lachend fest und sie fragte mit einem zufriedenen Blick: „Wünschst du dir eigentlich eine Tochter oder einen Sohn?“
„Ich weiß es nicht, Hauptsache soll es gesund sein und ein glückliches Leben führen.“, antwortete ich ehrlich und lehnte mein Kopf an Noelles Schulter. Natürlich war sie von meinen Worten gerührt, aber sie schluckte ihre Trauer runter und meinte leise:
„Ramon wäre sicher ein guter Vater.“ Ja, das wäre er wirklich. Ramon würde nicht diesen Fehler machen, den sein Vater gemacht hatte. Er würde alles tun, damit es seinem Nachwuchs an nichts fehlt.

„Ich weiß, Noelle und ich weiß, dass er sowieso, wenn er wüsste, dass er Vater wird, mich nie alleine lassen würde. Aber was soll ich machen? Er wird heiraten...“
„Denk doch mal an euer Kind, wenn du nicht da bist und der Vater auch nicht, was für ein sinnloses und trauriges Leben wird es dann führen?“, fragte Noelle ernst und küsste meinen Bauch. „Ich liebe es jetzt schon und dabei werde ich nur die Tante sein. Ramon hat ein Recht darauf, es zu erfahren und das weißt du auch selbst!!“
„Du hast Recht, ich hab auch oft genug daran gedacht.“
„Sag es ihm endlich.“ schoss aus ihrem Mund.

„Wie denn? Soll ich hin gehen und sagen „Ramon ich weiß in diesem Monat ist zwar deine Verlobung, aber hey du wirst Vater.“?“, fragte ich ironisch und seufzte. Dachte sie, dass es wirklich so einfach werden würde?
„Charline, du musst es ihm sagen bitte.“, flehte Noelle und beäugte mich mitfühlend. Ich legte meine Arme auf den Tisch, mein Kopf auf meine Arme und schüttelte meinen Kopf. Eine Weile war Stille und ich hörte nur, wie Noelle in einem Buch rumblätterte, bis sie aufrichtig meinte: „Wusstest du, dass Ramon eigentlich der Kalte, der Herrscher, aber auch der Beschützer heißt? Und ich bin mir sicher, er würde sein Kind beschützen.“

Während ich immer noch in dieser Position saß, erwiderte ich:
„Würde er auch, das habe ich keine Sekunde bezweifelt.“
„Hast du dir eigentlich schon Namen überlegt?“, wollte nun Noelle neugierig wissen.
„Ja, wenn es ein Mädchen wird, wird sie Antonia Stacie heißen.“ sagte ich stolz, denn Ramons Mutter hieß Antonia und das wusste auch Noelle, denn sofort lächelte sie glücklich und meinte: „Ramon, wird sich darüber sehr freuen.“
„Und wenn es ein Junge wird, wird er Armando Steven heißen, weil Pitbull Armando heißt und Ramons Lieblingsänger ist.“
„Es ist unglaublich, wie sehr du ihn liebst und sogar bei der Namensauswahl auf seine Wünsche eingehst. Aber das eigentliche und zwar der Nachname Villar wird fehlen, wenn du es ihm nicht bald sagst. Wenn ich dich so sehe, dann danke ich Gott wirklich sehr, dass zwischen Adriel und mir alles so gut läuft und er immer für mich da ist. Mich so sehr liebt und es mir jeden Tag beweist. Charline ich bin so glücklich das ich ihn habe und ohne ihn könnte ich einfach nicht leben, deswegen wundert es mich, wie du es seit 9 Monaten aushältst.“
„Was einen nicht umbringt, macht einen nur stärker...“ sagte ich nachdenklich.


Unerwartet klingelte die Tür und somit stand ich auf, um sie zu öffnen, doch gleich danach bereute ich es wieder, denn Adriel und Ramon waren gekommen...
Diese kalten Blicke von den Beiden schmerzten zutiefst. Dabei würde ich ihm so gerne endlich die Wahrheit sagen, aber ich schaffte es eben nicht und wollte ihn nicht von Alize trennen. - Gott, siehst du, wie du mich mit dieser schwierigen Aufgabe, überforderst? -, fragte mein Verstand unseren Herren. Dennoch bat ich beide rein, Noelle stand überrascht auf, begrüßte erst ihren Freund und anschließend umarmte sie Ramon fest und beide führten einen Smalltalk, ehe sie sorglos ausplauderte:
„Wenn es ein Mädchen wird, wird sie Antonia Stacie heißen.“
Als Ramon diesen Namen hörte, schaute er mich furchteinflössend an und sagte gereizt: „Wage es nicht, den Namen meiner Mutter deinem elenden Kind zu geben, du Hure!.“
„Und du, wage es nicht, ein unschuldiges Wesen zu beleidigen!“, schrie ich so laut ich konnte. Er dagegen hielt meine Schulter fest, schaute mir tief in die Augen und schrie zurück: „Ich wünsche deinem Kind nichts schlimmes. Du hast Recht, es sollte unschuldig sein, aber ich frag mich ernsthaft, was für eine Sünde er begangen hat, dass er so eine Mutter wie dich bekommt.“, und ließ mich danach auch sofort los und drehte sich Richtung Tür.

Natürlich ließ ich ihn gehen, was sollte ich auch machen? Immerhin stimmte es, was er gesagt hatte, zumindest von seiner Perspektive aus. Denn woher sollte er wissen, dass er der Einzige für mich war und der Vater meines Kindes werden würde?
Mit schnellen Schritten lief ich ins Schlafzimmer, warf mich auf das Bett und fing an, mir die Seele aus dem Leib zu weinen, denn sein Hass zu spüren, machte mich krank!


So close to the true

Ramons Sicht:

Wütend stieg ich in mein Wagen ein und ohne mich anzuschnallen, startete ich den Motor und fuhr los. Ich wollte nur noch weg, einfach alleine sein und von meinen Problemen flüchten. Es war nicht richtig von mir, Charline so anzugreifen, aber das was Noelle mir in diesem Moment mitgeteilt hatte, traf mich mitten ins Herz. Wieso um Gottes Willen wollte Charline unbedingt diesem Kind, den Namen meiner Mutter geben? Das Kind eines anderen Mannes mit dem Namen meiner wundervollen Mutter... verdammt allein die Vorstellung ließ mich vor Zorn glühen. Wieso hatte ich mich auch von Adriel dazu überreden lassen, mit zu fahren?
So viele Fragen und keine einzige Antwort. Gerade als ich anhielt, um etwas frische Luft zu schnappen, klingelte mein Handy. Eigentlich war mir nicht danach mit jemanden zu sprechen, aber dennoch ging ich dran.


„Ramon Villar, Hola?“
„Hallo Schatz, mein Handy hat eben den Geist aufgegeben und deswegen konnte ich dich nicht mit meinem anrufen, aber du... lade doch mal Adriel und seine Freundin für Samstagabend ein.“
„Wieso?“
„Damit ich die Beiden auch mal endlich kennenlerne.“, antwortete Alize mit einer eindeutig guten Laune. Es war verständlich das sie meine Gäste aus Spanien endlich mal treffen wollte, aber um ehrlich zu sein... mir fehlte die Lust.
„In Ordnung. Ich rufe ihn gleich an und teile ihm deine Einladung mit, okay?“, brachte ich entgegen und legte auf.
Alize war wirklich eine tolle Frau, dennoch kamen die Gefühle für Charline jedes Mal wieder hoch, selbst jetzt, wo ich wusste, dass sie von einem anderen Mann schwanger war.
Wie sehr ich auch versuchte, gegen diese Gefühle anzukämpfen, spürte ich, dass mein Herz sich nur nach ihr sehnte.

Ich steckte mein Handy wieder in die Hosentasche ein und lief die Themse entlang. Das Wetter war ziemlich kühl für diese Jahreszeit, aber dennoch empfand ich es als angenehm und versuchte endlich meine Gedanken bezüglich Charline zu verdrängen. Es würde doch sowieso nichts ändern! Nachdem ich bereits circa eine halbe Stunde gelaufen war, griff ich nachdenklich nach der Zigarettenpackung, die sich ebenfalls in meiner Hosentasche befand und nahm mir eine Zigarre raus. Mein Feuerzeug befand sich in meiner Jackentasche. Kurz blickte ich hoch zu den Sternen und seufzte. Warum war das Leben auch nur so kompliziert? Mit diesen Gedanken zündete ich mir die Zigarre an und zog kräftig daran.


Charlines Sicht:

„Charline, bitte mach die Tür auf, es tut mir so leid.“, rief Noelle durch die Tür hindurch, obwohl es nicht ihre Schuld war. Ramon hätte es sowieso früher oder später erfahren, dass die Kleine Antonia heißen würde, deswegen war es mir sogar passend, dass er es jetzt schon erfahren hatte.
Ungefähr fünf Minuten lang klopfte Noelle an meiner Tür, bis ich endlich aufstand und ihr diese öffnete.

„Charline, jetzt musst du es ihm endlich sagen! Du kannst ihn nicht länger anlügen.“, erklärte sie mir und zog mich fest in ihre Arme. Erst in diesem Moment entdeckte ich Adriel der unmittelbar in unserer Nähe stand und misstrauisch fragte: „Was soll das heißen?“
Noelle schaute mich fragend an, bis ich ihr mit einem Nicken die Erlaubnis dazu gab, ihn aufzuklären. Sie löste sich von mir, griff nach Adriels Hand und führte ihn ins Wohnzimmer, wo beide auf der Couch Platz nahmen und sie ihm tief in die Augen schaute.

Adriel erwiderte die Blicke nur kritisch und forderte sie autoritär auf: „Erzähl mir endlich, was sich hier abspielt!“

Kurz war Stille. Noelle atmete tief ein und aus, blickte mich vorsichtig an, anschließend wieder zu Adriel, legte ihre Hand auf seine Wange und gestand: „Charline ist nicht von Matthew schwanger, sondern von... Ramon.“
Adriel stand sofort auf und ging ungläubig durch seine pechschwarzen Haare. „Soll das ein Scherz sein?“, fragte er seine Freundin und warf mir einen tödlichen Blick zu. Oh ja, er war auf 180. Augenblicklich stand Noelle ebenfalls auf, umarmte ihn und bat: „Baby, bitte beruhig dich.“

Ich soll mich beruhigen, obwohl ihr hier so eine Scheiße durchzieht? Verdammt... ist euch überhaupt bewusst, wie ihr Ramon hintergeht? Alter, Ramon wird ausrasten wenn er das erfährt!“

Dann lief er auf mich zu, drückte mich gegen die Wand und fragte zur Sicherheit: „Ist das wirklich so? Bist du wirklich von Ramon schwanger?“
Ohne zu zögern nickte ich und schon spürte ich seine Hand auf meiner Wange. Er hatte mir eine Ohrfeige verpasst, sodass mein Gesicht zur Seite wich und schrie: „Wie kannst du so etwas wichtiges vor ihm geheim halten? Wann hattest du vor es ihm zu sagen, ha?“

Als er so mit mir umging, hielt Noelle Adriels Arm fest, drehte ihn zu sich und rechtfertigte mein handeln: „Charline ist krank! Außerdem wollte sie Ramons Glück mit dieser Barbie Puppe nicht gefährden!“
Das schien Adriel jedoch nicht zu interessieren, denn er schrie immer noch vor Wut außer sich: „Nur wegen dir ist er nach England geflogen! Nur weil du ihn abweist wird er Alize heiraten!“
„Adriel es reicht, du tust ihr weh, lass sie endlich los!“, hörte ich plötzlich meine Mutter befehlen und suchte sie mit meinen Augen, ehe ich sie vor dem Eingang der Küche stehen sah.

„Sie tut sich selbst schon genug weh, merkt ihr das denn nicht?“, fragte Adriel, lief in den Flur und wenig später hörten wir die Haustür zu fallen. Mein Herz schmerzte fürchterlich, weswegen ich mich die Wand runtergleiten ließ und einfach los weinte. Sowohl meine Mutter, als auch Noelle umarmten mich fest und versuchen mich zu beruhigen, aber wozu? War es nicht meine Schuld, dass alles so eskalierte? Das Ramon heiraten würde und mich verabscheute? Langsam zweifelte ich tatsächlich an meiner Entscheidung. Ich war erschöpft vom Leben und wollte nur noch den endlosen Schlaf genießen, auch wenn das sehr egoistisch war. Vorsichtig wurde ich aufgehoben und ins Schlafzimmer gebracht, wo ich meine Augen schloss und einschlief. Soviel war passiert und genau, weil ich das hindern wollte, hatte ich den Kontakt zu all diesen Personen vermieden.


Ramons Sicht:

Die nächste Tage verbrachte ich in einem Hotelzimmer und hatte auch inzwischen kein Akku mehr, weswegen man mich nicht erreichen konnte. Aber um ehrlich zu sein, genoss ich die Ruhe, immerhin hatte ich so genug Zeit gefunden, um über alles nachzudenken. Vielleicht war Charline wirklich nicht für mich erschaffen worden... ich musste diese Tatsache einfach akzeptieren und mir meine Zukunft endgültig mit Alize vorstellen und planen.

Die Sonne stand schon im höchsten Punkt, weswegen ich davon ausging, dass wir bereits 12 Uhr vormittags hatten. Bevor ich auscheckte, sprang ich nochmal unter die Dusche, zog mir meine Kleidung an, frühstückte noch eine Kleinigkeit unten im Restaurant und checkte aus.

Besuchen Sie uns doch bitte bald wieder, Mr Villar“, ertönte die freundliche Stimme der Frau an der Rezeption.

Mit einem Lächeln nickte ich ihr zu und verließ das 4 Sterne Hotel.

Als nächstes setzte ich mich ans Steuer und fuhr in die Villa, wo Alize und ich schon seit Monaten wohnten. Gelangweilt stieg ich aus, schloss die Tür auf und schon begrüßte mich unser Hausmädchen.

Endlich sind Sie wieder da, Mr Villar. Sie wurden bereits erwartet, allerdings ist Miss Mounter außer Haus.“, meinte das Hausmädchen und lächelte freundlich.

Wann wird sie wieder da sein?“, fragte ich neugierig, zog meine Jacke und Schuhe aus und lief ins Wohnzimmer. Während sie nach einer passenden Antwort suchte, lief sie mir nach.

Wahrscheinlich gegen 16 Uhr, aber Sie können sie jederzeit auf ihrem Handy erreichen.“

Danke“, erwiderte ich abwesend und betrat mein Arbeitszimmer, setzte mich an mein Laptop, schnappte mir das Haustelefon und rief

meine Sekretärin an, damit sie für zwei Wochen das exclusive Strandhaus in Barcelona für Alize und mich reservierte. Allein Barcelona, der Ort, wo ich meine schönste Zeit verbracht hatte, würde mir im Augenblick gut tun. Vor allem könnte ich mich vielleicht dort, in meiner eigentlichen Heimatstadt endlich in Alize verlieben.
„Herr Villar, wann haben Sie vor zu kommen?“, forschte meine zuverlässige Sekretärin nach.
„Bereits in wenigen Tagen.“, antwortete ich ehrlich und checkte zwischenzeitlich meine neuen E-Mails ab.
„Gut, dann werden wir das geeignetste Haus für sie finden und buchen.“
„Vergessen Sie die Flugtickets nicht.“
„Natürlich nicht. Ich melde mich, sobald ich alle Formalitäten erledigt habe.“
„Vielen Dank.“, erwiderte ich höflich und nach ihrem letzten Satz:
„Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen noch.“, legte ich auf.

Die Zeit verging immer schneller und inzwischen hatte ich über 20 Geschäftsmails beantwortet. Nachdem auch dies erledigt war, stand ich auf, nahm mein Mobilephone raus und steckte es an den Akku, schaltete es ein und ungefähr eine Minute später bekam ich zahlreiche Benachrichtigungen. Mehr als die Hälfte war von Adriel, also setzte ich mich wieder auf mein Drehstuhl und wählte seine Nummer. Was er wohl wollte?
Insgesamt vier Mal läutete es, ehe er völlig aufgeregt dran ging und fragte: „Ramon man, wo warst du?“
„Hallo Adriel. Hab erst jetzt gesehen, dass du angerufen hast. Tut mir Leid. Was gibt es denn?“
„Ich habe dich vermisst, Ramon.“
„Sehr schön. Komm heute Abend doch mit Noelle zusammen zu uns. Alize wollte euch sowieso schon kennen lernen. Die genaue Adresse schicke ich dir dann per SMS“

Einige Augenblicke schwieg er und atmete tief ein und aus.

Was ist los?“, forschte ich interessiert und wartete auf eine ehrliche Antwort, doch bekam nur ein: „Nichts... bis heute Abend. Ciao.“

Schon hatte er aufgelegt und um meiner zukünftigen Frau Bescheid zu geben, rief ich sie an und hatte Glück, sie sofort zu erreichen.

Eine Stunde später kam sie auch schon an, begrüßte mich mit einer leidenschaftlichen Umarmung und verriet fröhlich grinsend: „Ich werde jetzt mit Ann kochen, du kannst dich ja um deine geschäftlichen Probleme kümmern.“


Charlines Sicht:

Die nächsten drei Tagen waren wirklich sehr eintönig verlaufen und auch sprach keiner mehr über dieses unlösliche Problem, was mich wirklich zufrieden stimmte. Heute war Samstag, Noelle und ich setzten uns vor den TV und schauten gemeinsam einige DVDs. Früher hatten wir es uns so immer gemütlich gemacht, wenn wir nichts zutun hatten. Doch plötzlich hörten wir Adriels Handy klingeln und als er dran ging und diesen Namen sprach, lief es mir eiskalt den Rücken runter. Noelle stand auf und stellte sich zu ihm, allerdings bemerkte ich an ihrer Mimik, dass sie kein Wort verstand, weswegen sie umso überraschter wirkte, als Adriel auflegte, sie auf die Lippen küsste und mitteilte:
„Ramon hat uns heute Abend zu Alize eingeladen. Abendessen.“
„Warum?“, fragte Noelle sofort neugierig.
„Sie würde uns kennenlernen wollen.“, antwortete dieser und schlang seine Arme um seine atemberaubende Freundin.
Noelle nickte stumm, löste sich von ihm und lief wieder auf mich zu, wobei sie gereizt zu verstehen gab: „Sie ist die Letzte, der ich begegnen will.“

Das bewunderte ich an meiner besten Freundin. Ihre Treue mir gegenüber war wirklich grenzenlos und somit vermiet sie Alize jetzt schon, obwohl sie sich noch gar nicht kannten. Aber es störte mich dennoch, denn diese Frau hatte es geschafft Ramon glücklich zu machen und es wäre nur fair, wenn Noelle ihr eine Chance geben würde. Also stupste ich sie an und bat: „Bitte, gib ihr eine Chance.“

Wieso sollte ich?“

Weil sie nichts für all das Ganze kann und wenn es sie nicht geben würde, wäre aus Ramon sicher ein seelisches Wrack geworden.“, erklärte ich ehrlich und stand auf, um Popcorn zuzubereiten.

Die Stunden vergingen wirklich sehr schnell und ehe ich mich versah, hatten wir schon Abend. Man merkte Noelle an, dass sie eindeutig gegen dieses Abendessen war, aber mir zu Liebe, hatte sie sich dennoch ein hübsches rotes Kleid angezogen und ihre Haare zu einem Dutt gebunden.

Du siehst toll aus“, vermerkte ich grinsend und küsste sie auf die Wange.

Ich hab so ein schlechtes Gewissen dir gegenüber. Bist du dir sicher, dass ich gehen soll?“, fragte sie und ich bejahte lachend:

Schatz, meine Mutter ist da und gleich wird Matthew nach Hause kommen, also mach dir nicht unnötigen Stress.“

Mit diesen Worten betrat auch schon Adriel das Gästezimmer und pfiff, als er Noelle sah.

Meine engelsgleiche Freundin.“, meinte er zwinkernd und umarmte sie liebevoll. Es tat wirklich gut, beide in dieser Position zu sehen und ich gönnte es ihnen aus tiefstem Herzen.

Dann blieben jedoch Adriels Augen bei mir hängen und er seufzte.

Adriel, wirst du es ihm sagen?“, fragte ich, während ich seine Blicke erwiderte.
„Nein Charline, keine Angst. Es wäre falsch, wenn ich es ihm sagen würde.
Du musst es ihm schon persönlich sagen.“, antwortete er ehrenvoll, dann zwang er sich zu einem Lächeln und nicht mal eine halbe Stunde später, verabschiedeten sie sich von mir und meiner Mutter und verließen die Wohnung.

Gleich als ich mich umdrehte, fiel mir eine Träne runter, die meine Mutter natürlich bemerkt hatte, mich in ihre Arme zog und auf die Stirn küsste.

Dich weinen zu sehen, zerbricht mir das Herz, meine Süße.“, gestand sie und lief mit mir zusammen ins Schlafzimmer, damit ich schlafen sollte. Wie der Abend wohl verlaufen würde?

Ramons Sicht:

Kurz vor acht Uhr klingelte es bereits an der Tür. Alize gab mir schnell noch einen Kuss, bevor sie die Tür öffnete und sowohl Adriel als auch Noelle gastfreundlich herein bat. Beide waren formell gekleidet und präsentierten sich von ihrer besten Seite.
Ungefähr eine halbe Stunde später wurde unser Abendessen herein getragen und mit einem Anstoß unserer Champagner Gläser, begangen wir zu Essen. Es gab leckeres chinesisches Essen und Alize spielte die perfekte Gastgeberin.
„Fehlt etwas? Wollt ihr noch etwas haben?“, fragte sie zuvorkommend und lächelnd antwortete Adriel:
„Vielen Dank, aber das ist schon mehr als genug.“
Alize lächelte zurück, griff nach meiner Hand und gestand:
„Du hast wirklich zwei liebe Menschen als Freunde.“
Jedoch ging ich nicht auf dieses Kompliment ein. Außerdem bemerkte ich, dass Noelle Alize gegenüber kritisch blickte und dies reizte mich nur, weil sie meine Gedanken an Charline lenkte. Dabei stand meine Entscheidung fest. Charline = Vergangenheit und Alize = Zukunft.

Alize, willst du eigentlich Kinder?“, hörte ich Noelle ernst fragen und hob nur ein Augenbraue in die Höhe. Was sollte das denn jetzt?

Auch Alize schien etwas perplex zu sein, doch antwortete freundlich: „Wenn Gott das so will, wieso nicht?“

Diese Frau schaffte es immer wieder mich stolz zu machen und um ihr das zu zeigen, beugte ich mich zu ihr und küsste sie kurz auf die Wange. „Ich sehe es genau so.“

Und ihr seid euch beide wirklich sicher, dass ihr mit jeweils dem anderen den richtigen Partner an eurer Seite habt?“, bohrte sie weiter nach und ich seufzte genervt.

Was versuchst du zu erreichen, Noelle?“, fragte ich zurück und warf ihr einen bösen Blick zu, der ihre Worte regelrecht in ihrem Mund erstickte.

Nachdem wir mit der Vor- und Hauptspeise fertig waren, griff ich nach Alize Hand und lächelte sie gefühlvoll an.

Alize…“
Mit großen Augen schaute sie in meine und wartete, wie Adriel und Noelle, gespannt darauf, dass ich weiter sprach. Was ich auch nach einigen Sekunden tat.
„Du bist so eine gute, gebildete, liebe und hübsche Frau, dass ich Angst davor habe, dich zu verletzen, weil ich deine Liebe nicht verdiene...“

„Was sagst du da? Du weißt, dass das nicht stimmt.“, unterbrach sie mich von Trauer erfüllt.
Ich dagegen, strich ihr bloß eine Haarsträhne hinters Ohr und fuhr fort: „Du hast in diesen letzten Monaten alles dafür getan, mich glücklich zu machen. Die Momente mit dir werde ich niemals vergessen, genauso wenig wie dich und wärst du nicht gewesen, hätte ich wohl möglich meine Lebensfreude verloren. Doch du hast mir die Kraft gegeben weiter zu kämpfen und nicht zurückzuschauen. Du hast nie etwas getan, was mich verletzt hat und ich danke Gott für jeden Augenblick mit dir.“

In ihrem fehlerlosen Gesicht spiegelte sich Entsetzen und Hoffnungslosigkeit wieder, doch ich küsste sie auf die Lippen und gestand: „Um dir für all deine Bemühungen zu danken, habe ich vor, in wenigen Tagen mit dir zusammen für zwei Wochen nach Barcelona zu verreisen.“

Als sie diese Worte realisierte, veränderte sich ihr Gesichtsausdruck, sie schlang die Arme fest um mich und hauchte mir ins Ohr: „Schatz, du bist so gemein. Ich dachte schon, dass du dich von mir trennen willst. Oh Gott, du weißt gar nicht wie glücklich ich jetzt gerade bin und natürlich, will ich mit dir zusammen nach Barcelona fliegen.“

Unfassbar aber umso mehr sich Alize freute, umso mehr schien Noelle am Boden zerstört zu sein.

Moment mal. Moment, du meinst das Ganze jetzt aber nicht ernst, oder?“ , fragte Noelle schockiert.
„Doch.“, erwiderte ich kurz und knapp, stand auf, lief auf den Balkon und zündete mir eine Zigarre an.
Noelle, die meine Entscheidung einfach nicht akzeptieren konnte, folgte mir, umarmte mich von hinten, lehnte ihren Kopf gegen meinen Rücken und schlug vor:

„Rede bitte noch einmal mit Charline bevor du gehst.“
„Noelle, was soll ich ihr denn sagen? Es ist alles zu spät. Sie trägt das Kind eines Anderen in ihrem Bauch. Was soll ich machen?“
„Bitte Ramon, du hast nichts zur verlieren.“, flehte sie bemüht weiter.
„Noelle, nein. Wieso willst du nicht verstehen, dass Alize meine Zukunft ist?“, erwiderte ich grob, löste mich von ihr und blickte ihr tief in die Augen.

Einen Moment schwieg sie, ehe sie antwortete: „Weil es Dinge gibt, die du nicht weißt und die ich dir nicht erzählen kann! Glaub mir, du wirst es bereuen, wenn du nicht mit Charline redest. Gib dir ein Ruck und sprich bitte nur noch einmal mit ihr, bitte!“

JJetzt nervte mich die ganze Situation komplett, ich drückte sie gegen das Geländer und fragte zurück: „Was habe ich davon? Sie hat sich gegen mich entschieden und ich hab ihre Entscheidung akzeptiert. Warum mischst du dich da ein?“

Unerwartet füllten sich ihre Augen, sie legte ihre Hände an meine Wangen und meinte: „Weil ich euch damals einen Schubs gegeben habe und sie meine beste Freundin ist. Verdammt, ich wollte schon immer euch beide zusammen und glücklich sehen. Charline hat immer wieder einen Fehler gemacht, auch diesmal und du solltest mit ihr sprechen, bevor du ebenfalls einen Fehler machst.“

Als sie mich an die Vergangenheit erinnerte, ließ ich einen Seufzer aus und nickte: „Gut, ich werde noch ein aller letztes mal mit ihr sprechen...“

Diese Antwort schien sie wirklich glücklich zu machen und so schlug sie vor, wieder rein zu laufen und endlich unsere Nachspeise zu essen. Schokoladenkuchen und es schmeckte köstlich. Wir sprachen noch ein wenig über vergangene witzige Erlebnisse mit Adriel und nach einer weiteren Stunde, verabschiedeten sie sich schließlich von uns. Erst in diesem Moment spürte ich wie die Neugier in mir stieg. Was Charline wohl zu sagen hatte?

29.12.12 02:17


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